Magic Raglan #NZ

Hätte ich gewusst, was mich in Raglan erwartet, hätte ich eine ganze Woche oder noch besser, eine ganze Unendlichkeit dafür eingeplant. Doch zurück zum Anfang: Ich alleine in Hamilton, auf der Suche nach einem Mietwagen. Nicht ganz so einfach, spontan einen Mietwagen zu finden, und das während der Hauptsaison. Doch wie immer sind die Neuseeländer super freundlich und auch hier wurde mir sehr zuvorkommend geholfen und bei der Mietwagenfirma habe ich schlussendlich sogar noch sehr nette Bekanntschaften gemacht. Mensch!

Bevor es aber losging, habe ich in Hamilton die liebe Amélie aufgeladen. Wir haben uns in Auckland im Hostel kennengelernt und sie hat spontan dieselben Nächte in Raglan gebucht, wie ich, damit wir uns wieder treffen können. Nun machten wir uns also auf den 45-minütigen Weg nach Raglan, vorbei an den Bridal Veil Falls, den 55m hohen Wasserfällen, und weiteren unendlich saftigen grünen Hügeln und Tälern. Raglan selbst ist ein kleines Kaff, voller Surfshops und Cafés. So, wie es mir am allerbesten gefällt. Ich wäre am liebsten schon ausgestiegen, doch ich wusste noch nicht, was mich in unserer Unterkunft erwartete… Wir fuhren also durch’s Dorf, 6km durch’s Niemandsland den Hügel hoch, bis es endlich vor uns lag: Solscape. (Sol von Sonne und scape von Landscape)

Es prallte uns eine volle Ladung fassbarer Perfektion entgegen. Ein Haupthaus mit der Rezeption sowie einem veganen Restaurant, der grosszügigen Terrasse, einem Yogastudio in der oberen Etage und einer Wiese umgeben von wunderbaren Blumen mit Blick auf den Surfstrand und prachtvoller Sonnenschein. Dahinter war das Areal für Parking sowie Campervans. Dann kam unser Bereich: Riesige Tipis, Lehmhäuschen und alte Zugwaggons, die zu Schlafsälen umgebaut wurden. In der Mitte ein Gemeinschaftsraum mit Küche und grosser Terrasse, die zum gemütlichen Sein einlud. Ich wusste innert einer Sekunde: Das ist es. Das werden zwei perfekte Tage. Hierher komme ich zurück und jeder, der einen Fuss nach Neuseeland setzt, muss mir garantieren, mind. 2 Nächte in Solscape zu verbringen.

Ich buchte die täglichen Yogastunden sowie eine Halbtagesmiete für Surfboard und Wetsuit. Yoga war toll, Surfen war super, doch am allerbesten waren die Menschen. Ich kann gar nicht alle beim Namen nennen, Emily aus Vancouver (weitere Traumdestination), Stephan aus Innsbruck, Valentin aus Deutschland, die surfenden Geschwister aus Deutschland, die süsse Familie mit dem Vater, der seiner Tochter immer Geschichten vorlas, Anna aus den Niederlanden oder Chantal, die liebe Schweizerin. Wir alle verbrachten die Tage surfend am Strand und die Abende auf der Terrasse mit Bier, Cider und endlosen Gesprächen über das Leben, das Reisen, Gott und die Welt.

Am inspirierendsten war für mich Stephan. Auf den ersten Blick ein typischer sportlicher Snowboarder und Surfer, lange dunkle Haare und Bart. Man denkt „Der ist zu cool, um nett zu sein.“ Doch nach zwei Sätzen ist klar, dieser Typ ist unglaublich herzlich, nett und aussergewöhnlich positiv. Mich hat das verwundert, habe ich doch öfters festgestellt, dass  die „coolen Surftypen“ meist etwas arrogant wirken, so, als würden sie nicht mit den „Anfängern“ abhängen wollen. Er hat dann erzählt, dass er seit Monaten um die Welt reist: USA, Südamerika, Hawaii, Australien und jetzt Neuseeland. Zuvor war er wahrscheinlich schon an allen anderen Orten, wo es Wellen gibt, zumindest erzählte er von Bali, Sri Lanka undundund.

Er erklärte mir dann, dass er auf Reisen jeden Tag versuche, alle Menschen mit offenen Armen zu empfangen und keine Vorurteile zu haben. Doch selbst ihm falle es manchmal schwer, über die arrogante Ausstrahlung der Surftypen oder anderer männlicher Genossen hinweg zu sehen. Ich musste dann wirklich ganz laut lachen und habe ihm gesagt, dass er 1:1 genau so wirke und er war entsetzt. Er sah sich selbst weder als besonders cool, noch sonst irgendwas. Und das glaubte ich ihm sogar, denn nach wenigen Gesprächsminuten war klar, dass er total „normal“ ist.

Doch die Hemmschwelle, mit jemandem, der so „cool“ wirkt, ins Gespräch zu kommen, wäre für mich allein zu gross gewesen. Niemals hätte ich ein Gespräch angefangen oder überhaupt in Erwägung gezogen. Die Realität hingegen war, dass er jeden Menschen mit offenen Armen empfang, mit jedem ins Gespräch kam und eine wirkliche Inspiration für mich wahr, in Zukunft immer zu versuchen, niemanden nach dem 1. Eindruck zu beurteilen.

Raglan und die Menschen haben mich derart in einen Strudel gezogen, dass ich leider kaum Fotos geschossen habe. Ich kann es aber jedem nur wärmstens empfehlen, selbst in die magische Welt von Solscape einzutauchen und hoffentlich genau so tolle Menschen kennenzulernen, wie ich es durfte.

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