goodbyes are not forever. #SEAyousoon

T-16. Ich werde langsam nervös und etwas wehmütig. Meinen letzten Arbeitstag hatte ich bereits am 07. Dezember. Dank des Weihnachtsevents war dies ein sehr spezieller und rührender Abschied. Ich bin noch immer geflasht, wie viele Mitarbeiter sich so persönlich von mir verabschiedeten. WowWowWow! Danke an dieser Stelle an die wunderbaren Menschen, die ich während den 2,5 Jahren bei Geberit kennenlernen durfte und das grosszügige Geschenk, welches mich im nächsten Jahr begleiten wird. Mit dem megageilen Gschänkli habe ich mir die neue GoPro Hero6 gegönnt und übe bereits fleissig an meinen Videoskills. Da Snowboarden im Powderschnee ja wie Surfen sein soll, habe ich in letzter Zeit viele Tage in den Bergen verbracht und fleissig geübt. Bergföteli gits z’unterst. Als Übung für nächstes Jahr habe ich auch hier ein kleines Video zusammengeschnitten. Die neue GoPro Qualität ist echt der Oberhammer.

 

Aber zurück zum Thema… (Enthält viel sentimentales Gefasel, also lesen bitte nur auf eigene Gefahr.)

Seit dem Tag, an dem ich die Kündigung eingereicht und mein one way ticket gebucht habe, hat sich meine Lebenseinstellung im Alltag um 150% verändert. Ich wusste, die Zeit hier in der Schweiz ist jetzt „ein knappes Gut“. Alles läuft auf den 2. Januar hinaus, manche sagten sogar, dass ich nun ein Ablaufdatum habe… Wie auch immer. Ich wusste, ich muss die verbleibende Zeit ganz fest ausnutzen und noch maximal geniessen, denn nachher weiss ich nicht, wen ich wann wiedersehen werde. Und wow, was waren das für wahnsinns Monate! Ich habe wirklich alles gegeben, immer spontan Ja gesagt und mehr schlaflose Nächte gehabt, als in meinem ganzen Leben zuvor. Ich habe so viele inspirierende Menschen kennengelernt, tatsächlich neue Freunde in mein Herz geschlossen, meinen Horizont erweitert und ja, ein Stück weit mehr zu mir selbst gefunden. Ich habe wohl noch nie so intensiv gelebt und ich war vielleicht noch nie so glücklich, was aber sicherlich auch mit der Aufregung und der Vorfreude über meine Reisepläne zusammenhängt. Wenn ich die Reise jetzt aus irgendeinem Grund nicht antreten könnte (Holz alangä), kann ich voller Zufriedenheit behaupten, es hat sich jetzt schon gelohnt: Denn ich habe in den letzten Wochen gemerkt, dass es sehr schade war, dass ich zuvor nicht bewusst so so aktiv und intensiv gelebt hatte. Dass ich oft zu bequem, zu zurückhaltend oder zu kontrolliert, durchdacht und durchgeplant war. Ich habe mir selbst Grenzen gesetzt, die nicht notwendig waren.

Und jetzt kommt das grosse Tschüss! Der Zeitpunkt wird für mich wohl nie mehr besser sein, um loszuziehen, als jetzt. Doch er ist nie 100% perfekt. Selbst für mich nicht, selbst jetzt nicht. Auch ich könnte Gründe nennen, warum ich bleiben möchte oder Menschen, Dinge, Gewohnheiten, die ich unglaublich vermissen werde. Gerade nach perfekten Tagen wie heute, fällt mir das Tschüss-Sagen besonders schwer. Aber ich gehe trotzdem. Because goodbyes are not forever.

Ja, ich gebe es ja zu, das Tschüss! sagen bereitet mir langsam etwas Bauchschmerzen, denn mittlerweile verabschiede ich tagtäglich liebe Leute. Es wird mir in jeder Faser meines Körpers bewusst, dass ich am 2.1. ganz alleine in den Flieger steigen werde und alles, was folgt, so offen ist. Aber ihr lest hier einen Reiseblog, also gehört das auch dazu. Sich auf Neues einzulassen und auch immer wieder Tschüss! zu sagen. Die einen goodbye’s fallen etwas leichter, andere liegen etwas schwerer auf dem Herzen. Ich weiss, ich werde allerspätestens am 02.01.2018 am Flughafen einige Tränen vergiessen. Nicht, weil ich mich nicht freuen würde, auf das, was kommt. Nicht, weil ich unsicher wäre, ob das die richtige Entscheidung war. Nicht, weil ich es mir anders überlegt hätte. Mein Traum geht in Erfüllung – ich freue mich unbeschreiblich. DAS CHÖND IHR EUI GAR NÖD VORSTELLE!!!!

Aber ich werde weinen. Ich werde weinen, weil die Zeit, während ich weg bin, weiterlaufen wird. Menschen werden sich entwickeln und verändern. Wer wir gerade sind, das ist immer nur eine Momentaufnahme. Mit jedem neuen Moment und jedem Erlebnis verändern wir uns. Vieles, was im Moment als Wahrheit gilt und perfekt erscheint, werde ich wahrscheinlich nie wieder genau so erleben können. Seien es Freundschaften oder einfach nur Emotionen, es wird womöglich nicht mehr dasselbe sein, wenn ich zurückkomme. Die einen Freundschaften selbstverständlich schon 😉 Und deshalb weine ich. Über die Ungewissheit, wer bleibt und wer geht. Und im gleichen Atemzug kann ich nicht sagen, wie ich selbst mich entwickle. Sicher ist es auch Unsicherheit über das Ungewisse, aus dem stabilen Netz, das mich hier umgibt, auszubrechen. Und der Respekt, vielleicht nicht mehr davon aufgefangen oder umgeben zu werden, wenn ich zurückkomme.

Genau deshalb war es mir unglaublich wichtig, mich von den Menschen in meinem Umfeld persönlich zu verabschieden. Ich bin wirklich so so so so gerührt, wie viiiiele Menschen aus den unmöglichsten Stationen meines Lebens sich die Zeit genommen haben, nochmals mit mir essen zu gehen, einen Kafi oder Vino zu trinken, endlos feiern oder in die Berge zu gehen. MERCI VIELVIELVIELMAL – ihr sind würklich di Allerbeste

Nun. Ein Jemand hat mich zu Beginn des Herbstes auf ein Gedicht von Hermann Hesse gebracht, welches ich mir in den letzten Wochen immer und immer und immer wieder in Erinnerung gerufen habe, vorallem in diesen Momenten, in denen mir der Schauer eiskalt den Rücken runter gelaufen ist und ich mich fragte, was ich eigentlich genau mache:

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,(…). Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Wie wahr. In diesem Sinne, mal schauen, was die Sterne für uns alle bereithalten. Bleibt neugierig, bleibt offen und lasst euch nicht von der Bequemlichkeit des Alltags manipulieren. Es liegen so viele Wunder für uns alle bereit, die entdeckt werden wollen. Manchmal beginnt es an den Orten oder in Momenten, an denen man es am wenigsten erwartet.

In diesem Sinne hoffe ich, alle lieben Menschen, Freunde und Familie gesund und munter wieder zu sehen – wann, kann ich nicht sagen. Die einen wohl früher, die anderen etwas später. Die einen häufiger über Skype oder gar bei einem Besuch, andere nur ab und zu via Whatsapp oder via einem FaceTime Call. In Kontakt bleiben, das ist ja heute einfacher als je zuvor. I’ll see you soon.

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Ischgl Samnaun 2017
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Ischgl Samnaun 2017 – di einzige ufem Berg, ken Meter Sicht gha, aber es isch di legendärsti Abfahrt worde.
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Pizol 2017 – „and we are going, to San Francisco.“ Oder so ähnlich. De Moment, wenn usem Nebelmeer uftauchsch. 
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Pizol 2017
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Pizol 2017 – da gaht d Sunne uf.
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Pizol 2017 – instant face freeze mit Meli
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Pizol 2017 – churz bevor d Meli mir en Adrenalinschub bsorgt het und mir hend müesse über en verschneite Fels abeklättere. Guete Puls gha, mol, bin immer no dankbar 😉
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Flumserberge 2017 – en Tag jenseits vode Komfortzone. Nonie bini so steili, engi Powderhäng gfahre. Weiss nöd, öbi mir das überhaupt wieder mal atue, falls ich mini Blei-Bei jemals wieder chan bewege 😉
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Flumserberge 2017 – und denn isch d Sunne doch no cho. Sorry Bergfex. 
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Flumserberge 2017 – wenn de Tüüfschnee viel viel tüüfer und dicker isch, als erwartet und me mit gfühlte 100 km/h Schuss drin stecke blibt & nurno chramphaft hinderschi oder fürschi chunnt. Ich han mich bestens amüsiert, han ich zum Glück gad no chönne brämse, vowäge „Vollgas nachem Högerli rächts abstäche, fahrsch mer eifach nah“. D’Retourkutsche isch denn spöter no cho…isch weniger lustig gsi. Han mehrfach a mini privati Unfallversicherig dänkt, woni no bis Endi Jahr han und Stossgebet gsendet.
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Flumserberge 2017 – en magische Moment gsi. Hemmer churz aghalte ufme einsame, pulvrige Waldwägli und de Natur zuegloset. Es isch muxmüsli still gsi. Und denn hets eifach afoh schniiä. Wow! de Zauber…
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