Ella, oh Ella. #SriLanka

So ziemlich jede Reiseroute durch Sri Lanka erwähnt Ella als Zwischenstopp der atemberaubenden Zugfahrt zwischen Colombo und Badulla. Für uns galt Ella als Endstation im Hochland, bevor es anschliessend in den Süden Sri Lanka gehen sollte. Ella, ein schöner Name für ein kleines Kaff in den hohen, mit Teeplantagen überzogenen Bergen.

In Negombo lernte ich Stefan kennen, der vom Tomorrowland Hostel schwärmte: Man schlafe in Zelten unter dem Sternenhimmel! Diesen sieht man in Sri Lanka sonst aufgrund des Sandes/Staubes und der Luftverschmutzung selten. Er selbst ging zuerst noch eine Woche nach Indien, sei aber am 12. Januar zurück in Ella. Notiert! Ziel war also, Stefan in Ella zu treffen.

Nach ruhigen Tagen in der Natur um Nuwara Eliya, Hatton und Dambulla, während denen wir oftmals, wenn nicht fast ausschliesslich, die einzigen Weissen waren und der Alltag der Locals wirklich authentisch war, kamen wir also in Ella an und waren etwas überrascht über diese neue Welt: Viele Backpacker, Touristenpärchen, Restaurants und Kafi’s im westlichen Standard. Ich sah mich schon meinen ersten, langersehnten Cappucino schlürfen, während Sebas nur meinte „This is just a touristy town, that’s not Sri Lanka“. Wie wahr. Das war wirklich nicht dasselbe Sri Lanka, das wir während den ersten 10 Tagen erlebten. Die einzige Strasse, aus der Ella besteht, war 100% auf Touristen ausgerichtet. Zum ersten Mal waren wir an einem Ort, der wirklich hip und nicht mehr 100% authentisch war. Ich habe mir anschliessend viele Gedanken darüber gemacht und war froh, hatte ich die Möglichkeit, dank den Rollerausflügen zuvor an Orte zu gelangen, an denen Touristen noch eher eine Seltenheit waren und wir das alltägliche Leben in Sri Lanka beobachten konnten.

Der busy main street drehten wir bald den Rücken zu, da unser vielversprechendes Hostel weit ausserhalb des Dorfes lag. Wieder schnappten wir uns einen Roller für zwei Tage und machten uns mit Sack und Pack auf zum Tomorrowland. Man stelle sich vor: Eine Alubüchse auf zwei Rädern mit 19’999km, deren Zähler wohl schon vor Jahren stehengeblieben ist, Sebas am Steuer mit einem 12kg Backpack zwischen den Beinen, ich hinten mit zwei Daypacks vor bzw. neben mir und meinem eigenen 12kg Backpack auf dem Rücken. Unser Fahr- und Transportstil hat sich schon beeestens den lokalen Standards angepasst 😉 Mit Ach und Krach kämpfte sich der Roller die Strassen hoch, denn das Tomorrowland liegt wirklich am Arsch der Welt und die Strassenzustände waren eher schlecht als recht. Wir fuhren und fuhren und fuhren, immer höher und immer weiter ins Niemandsland hinaus. Das letzte Stück war so steil, dass wir die Rucksäcke einzeln hochfahren und ich gar hochlaufen musste =P Oben angekommen erwartete uns das Paradies: Eine grosse Villa mit einem ca. 8-10m hohen Hauptraum, einer Bar, vielen Kissen und Hängematten, alles farbenfroh gestrichen und verziert, entspannende Musik, und ein warmer Empfang der Gäste und des Inhabers: viele Aussteiger, Hippies, aber auch normale Reisende wie ich.

Ja, der Inhaber gab dem Tomorrowland den Namen aufgrund des Festivals in Belgien, welches ich ja bekanntlich auch schon besucht habe 😉 Und ich kann euch sagen: Genau so war auch die Stimmung, die Musik, die Atmosphäre. Wir hatten ein Zelt in der ersten Reihe mit direktem Blick auf den Sonnenaufgang. Gegessen haben alle Gäste zusammen, scharfes Curry und Dal zum Frühstück und zum Z’Nacht. Man gewöhnt sich an alles 😉

Am Abend kamen jeweils DJs vorbei und es wurde wahnsinnig, wirklich ausserirdisch getanzt. Leben und Leben lassen auf höchstem Niveau: Diese Vögel, die sich da rumgetrieben haben, waren wirklich eine neue Liga, selbst für mich. Wir haben viele Kartenspiele und Karom im Schummerlicht gespielt, der eine hat sich währenddessen selbst Kreise und roten Beeten tättoowiert und ein anderer hat sich die Seele aus dem Leib getanzt. Welche Substanzen da im Umlauf waren, möchte ich gar nicht wissen. Bei den einen gab’s den Joint schon zum Frühstück.

Eindrücklich war einfach wieder, wie die unterschiedlichsten Menschen miteinander auskommen können. Wie spannend die Charaktere sind, obwohl sie auf den ersten Eindruck ein ganz anderes Bild abgeben. Daran muss ich wirklich arbeiten – mich nicht vom ersten Eindruck abschrecken oder blenden zu lassen.

Nun, Stefan stiess zu uns und wir trafen Lucy, eine junge Deutsche, die vier Monate in Kathmandu in einem Waisenhaus gearbeitet hatte. Nach einer langen bzw. kurzen Nacht brachen wir am anderen Tag auf und erkundeten die Highlights von Ella. Anstatt den bekannten Ravana Falls gab es einen secret waterfall, der wirklich perfekt war. Abgesehen von meinem ungeplanten Sturz ins Gewässer (es isch würkli schlieferig gsi – no comment) war dieser wirklich eine Oase, fast einer Fata Morgana gleich. Ein grosses Becken zum Schwimmen, in das der Wasserfall reinplätscherte, und keine Menschen weit und breit. Doch zuvor noch die Pflichtbesuche bei der Nine Arch Bridge und auf dem Little Adams Peak.

Am späteren Nachmittag nahmen wir die Kamikaze-Fahrt nach Ella nochmals auf uns und gönnten uns einen guten Cappucino und spielten Karten, bis der Sonnenuntergang eintraf. Im Nachhinein muss ich sagen: Ella ist wirklich Pflicht. Es ist ein doch eher westlicher Hub, und trotzdem noch lange kein Vergleich zu bspw. Bali. Der Ort versprüht einen tollen Backpacker Vibe, es gibt endlich mal einen rechten Kaffee und trotzdem ist man, wenn man das will, mit dem Roller innert 15 Minuten wieder in einer anderen Welt. Im richtigen, oftmals stinkigen, lauten und immer abenteuerlichen Chaos von Sri Lanka.

 

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Nine Arch Bridge
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View from Little Adams Peak
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Morning View

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Optischi Tüüschig 😉

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1 Kommentar zu „Ella, oh Ella. #SriLanka“

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