Delhi #India

Hello again! Ja, wir sind alle soweit wohl auf, doch bevor es hier in die Details geht, gibt’s ganz kurz ein Intro zu meinem Indientrip: Niemals, aber niemals hätte ich Indien auf meine Reiseliste gesetzt. Doch Ruby, meine Unterstiftin bei der Würth und seither liebe Freundin, arbeitet für ein Jahr in Bangalore. Und da Sri Lanka wirklich ein Katzensprung davon entfernt war, konnte ich mir einen Besuch nicht entgehen lassen. Wie es der Zufall so wollte, planten ein ehemaliger Mitstudent von Ruby mit seinen zwei Kumpels gleichzeitig durch Indien zu reisen. Spontan wie wir sind, haben wir unsere Pläne zusammengelegt: Der Curry-Trip ist entstanden. Ich habe die drei Herren erst in Delhi kennengelernt & sie mich auch 😉 Doch jetzt kann ich sagen, besser hätten wir es nicht tüpfen können! Ganz tolle Typen, unkompliziert, guter Humor und sackstarke Jasser und wirklich selten so gelacht. Nun aber zurück nach Delhi…

In Delhi haben wir im Stadtteil Old Delhi (es gibt noch New Delhi und Delhi) gelebt. Lustig war: Jedem Inder, dem wir das erzählt haben, blieb kurz die Luft weg. Vonwegen: „Seid ihr vollkommen wahnsinnig? Das ist so unsicher und dreckig und uiii neeei!!“ Nun, es war dreckig. Aber es hat sich in unserem Fall nie unsicher angefühlt, was sicher auch an der Begleitung der drei Musketiere lag. Niemals hätten wir uns als einzige Touristen in die engsten, innersten und dunkelsten Gassen von Old Delhi gewagt, wenn wir nicht drei Männlein im Schlepptau gehabt hätten 😉

Im Nachhinein ist Old Delhi erschütternd. Es ist genau das, was viele sich unter Indien vorstellen. So viele Menschen auf so kleinem Raum, urururururälteste Gebäude ohne Instandhaltung ganz kurz vor dem Totalkollaps, viele Flüssigkeiten und Abfall am Boden und ein wilder Kabelsalat, der mich wirklich ganz fest wundern lässt, wie da ein Stromnetz funktionieren kann. Wenn man denkt, dass dort so uuuuuuunfassbar viele Menschen und Kinder leben, die täglich diese abgasversuchte Pestluft einatmen, keine annähernd angemessenen Hygienestandards erleben und nie etwas anderes als diese engen, dunkeln Gassen sehen werden, bricht einem dies schon das Herz. Aber alles in allem war es für mich nicht schlimmer oder extremer, als andere Orte in Indien. Ich war auch nie wirklich schockiert, denn man weiss ja irgendwie, was da kommt. Okay doch, etwas hat mich wirklich von den Socken gehauen: Nachts fuhren wir an einem Kreisel vorbei auf dem OHNE SCHEISS mehrere Hundert Ratten Abfälle frassen. So etwas habe ich echt noch nie gesehen. Wir fünf sind an der Autoscheibe geklebt, wie kleine Kinder und trauten unsere Augen nicht. Der ganze, riiiesige Kreisel war übersät von den dicken, fetten Biestern. Aber ja, shit happens. Die Gerüche fand ich aber gar nie schlimm, es hat selten so richtig gestunken. Und das, obwohl da Hühner und Tiere geschlachtet wurden, obwohl da Essensresten rumlagen und überall Hunde waren.

Old Delhi ist aber auch faszinierend: Wie sich innerhalb von einer Sekunde eine entspannte, lebhafte Gasse in einen lauten, explodierenden Stau voll rufender und hupender Menschen verwandeln kann. Wie schwer die dünnen Männer heben können, wenn sie mit ihren Schubkarren rumflitzen. Und wie süss die Kinder lachen und scherzen, wenn man mit ihnen spricht. Oft sind wir in ein Gespräch geraten, beispielweise, als Oli sich von einem alten Herren in einer Gasse die Haare mit einem Rasierer aus der Steinzeit schneiden liess. Oder wir haben ganz oft kurze, lustige oder freundliche Momente mit den Menschen geteilt, beispielsweise, als Ruby und ich etwas Milch für die süssen Hundebabys unserer Nachbarn besorgt haben und auch die Hundemami ganz happy war.

Aber Old Delhi ist nicht ganz Indien. Noch immer kriege ich häufig Kommentare, die darauf abzielen, wie schlimm Indien und vorallem die Inder wohl sein müssen. Doch man kann in diesem Fall nicht immer für eine gesamte Bevölkerung sprechen und alles und jeden in einem Schublade stecken.

So wurden wir beispielsweise zu einer indischen Familie nach Hause eingeladen, deren Tochter eine Freundin von Ruby in Bangalore ist. Die Familie besteht aus Ärzten und lebt in einem schönen Haus in einem alten Stadtteil von Delhi. Der Austausch war sehr spannend, ist die halbe Familie weit gereist und konnte uns viele Fragen beantworten und Tipps geben. Und wenn ich von Familie spreche, meine ich in diesem Fall etwa je drei Onkel, Tanten, Eltern, ein Cousin etc. Der eine Onkel war wirklich eine andere Hausnummer – riesen Clown und wusste alles, bzw. glaubte, alles zu wissen ;-)! Nicht alle Inder leben in Zuständen, wie Old Delhi sie zeigt. Viele sind sehr gut ausgebildet und haben genau dieselben alltäglichen Problem wie wir. Klar ist es eine andere Kultur, aber ein Mensch ist halt doch nur ein Mensch, egal wo.

Oder wir gingen am Samstabend feiern nach Hauz Khas, eine Umgebug, die uns für’s Nachtleben in New Delhi empfohlen wurde. Es ist eine schöne Ecke mit einer wirklich beliebten Ausgehmeile. Wir gingen in einen Club tanzen und waren – oh Wunder – die einzigen Touristen weit und breit 😉 Natürlich fällt man als Weisser immer auf, jeder schaut und überhaupt und sowieso. Aber oft kommt man einfach auch superleicht mit Indern ins Gespräch und trifft ganz nette, lustige Menschen – so auch beim Zugfahren…

Denn die nächste Etappe war dann auch schon unsere Zugfahrt nach Varanasi! Dazu bald ein neuer Post 😉 Namasté und bis gli

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1 Kommentar zu „Delhi #India“

  1. Wahnsinn!!!! Bin fasziniert von den Bildern und deinen Worten. Das ist Reisen!
    Ganz liebe Grüsse an Ruby and take care of you beside enjoying the time and people.
    big hug, andréa

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