Kalaw to Inle #Myanmar

Myanmar ist das erste Land, in dem ich mich auf das klassische Backpacking einliess. Ich hatte überhaupt gar nichts geplant. Keine Unterkunft, keine Route, nix. In Sri Lanka wusste ich genau, was meine Route sein wird, ich hatte als Back-Up Unterkünfte vorreserviert, wiel ich nicht wusste, was Hauptsaison wirklich bedeutet. Ich hatte eine Woche im Surf und Yoga Retreat gebucht. Aber dann habe ich Seb getroffen und gemerkt, dass es am besten ist, alles bis auf’s Surfen über den Haufen zu werfen und spontan rumzuziehen und dass man IMMER ein Bett findet.

Für Myanmar hatte ich lediglich Ideen, was ich machen wollte. Ich wollte trekken, zum Inle Lake und in Hsipaw, und ich wollte nach Bagan, der Stadt mit über 2000 Tempeln. Ich bin also in Yangon angekommen und hatte keinen Plan, wie ich am besten von A nach B kommen soll. Und wie das halt so ist, unterhält man sich mit anderen Reisenden und schwups sass ich im Nachtbus nach Kalaw. Verkauft wurde mir zwar ein Bus, der Yangon um 14 Uhr hätte verlassen und um 21 Uhr in Kalaw hätte ankommen sollen. In der Tat spricht hier aber kaum einer English und ich musste dann einen anderen Bus nehmen, der um 19 Uhr losging und um 4 Uhr in der Früh ankam. Rüttlig und schüttlig waren diese 9 Stunden, ich habe mich wortwörtlich von den Motilium Anti-Kotz-Tablettli ernährt. Ein Satz der jeder Reisende in Myanmar mindestens einmal fallen lässt: That guy was recklessly passing every fricken vehicle he could possibly pass!!!!

Nun, als ich dann am Nachmittag ein paar Stunden länger auf meinen Bus warten musste, habe ich kurzerhand eine Trekkingtour bei Ko Min gebucht. Start 8 Uhr morgens, nachdem ich um 4 Uhr ankommen werde. Passt schon. Für den halben Preis, also knapp 5 USD pro Nacht, habe ich mir noch für knappe 4h ein Bett in einem Hostel organisiert. Läuft bei mir. SIM Karte sei dank, kann ich mit dem Handy alles spontan regeln. WiFi ist hier super unzuverlässig. Lustigerweise sind Bus und Leute aber meist echt pünktlich. Doch zurück zu Ko Min: Er hat den Ruf, die teuerste Trekkingagentur in Kalaw zu sein, doch als einziger eine andere Route zu laufen. Ich war gern bereit, mehr zu bezahlen (80 USD für 3 Tage, 2 Nächte inkl. food & boattrip) aber dafür ein authentischeres Erlebnis zu haben.

Ko Min holte mich am Morgen um 8 Uhr also mit seinem Roller ab, sattelte mich samt meinem Backpack und Daypack hinten rauf und lud mich noch sponti zum Shan Noodle Frühstück ein, bevor ich mein grosses Gepäck abgab und drei Tage aus meinem kleinen Rucksäckli lebte. Ich traf meine Mitwandernden: Niall und Adria, ein junges Ehepaar, sie aus den Staaten, er aus Schottland, getroffen haben sie sich in Australien, lebten in Neuseeland bevor sie nach Vietnam umsiedelten und jetzt dort als Englischlehrer arbeiten. Wo kann ich mich für euer Leben anmelden? So viel zum Thema. Wir verstanden uns bestens, teilten wir ganz offensichtlich dieselben Interessen. Somit war auch die kleine Gruppe ein Glücksgriff, ebenso unser Guide Leo. 23 Jahre jung und wirklich ein Sonnenschein. Wir halfen ihm, so gut es ging, seine Englischaussprache zu verbessern und er erklärte und alles andere.

Der Trek an sich war fordernd in Sachen Ausdauer, wanderten wir bei 30 Grad plus über 20 Kilometer pro Tag. Mal hoch mal runter, grundsätzlich in der Sonne exponiert und auf wirklich trockenem Terrain. Wir passierten unzählige Dörfer des Stammes Pa-O, die Bewohner sind sich noch nicht an Touristen gewöhnt und hatten riesige Freude, wenn sie uns sahen. Wir wurden zum Tee eingeladen. Ich werde immer, aber wirklich immer gefragt, warum ich denn noch nicht verheiratet sei. Sie hätten sonst noch einen Sohn… Jajajaja – geeeenau. Und wie es denn ist, in einem Flugzeug zu fliegen. Und wie Myanmar sei. Und wie die Welt so sei. Diese Menschen leben in ihrem Dorf und wenn’s ganz hoch kommt, können Sie einmal nach Mandalay, die grösste Stadt im Norden Myanmars. Alles andere ist komplett ausser jeglicher Reichweite ihrer Möglichkeiten…

Die Kinder kamen angerannt, waren aber scheu und fingen wie wild an zu kichern, wenn wir sie mit mingalabar begrüssten. Wir sahen besonders viele Frauen auf den Feldern arbeiten, doch auch die Männer waren tatkräftig am Werk. Hier gibt es wirklich eine Art Gleichheit unter der Arbeitsleistung – alle sind mega fleissig. Man sieht, nicht wie in Indien, beide Geschlechter überall vertreten. Auch beim abendlichen Schnaps greifen die Frauen wacker zu 😉

Traktoren oder andere automatische, technische Hilfsmittel sah ich während den drei Tagen keine einzigen. Ebenso keine anderen Touristen. Ko Min war ein Glücksgriff, konnten wir ohne Strom und fliessend Wasser bei den Familien zuhause übernachten. Geduscht wurde mit einem Kübeli aus dem Brunnen. Wie die sich so sauber kriegen, ist mir ein Rätsel. Ich sah nach den drei Tagen aus, als wäre ich super braun geworden, doch leider war das einfach nur brauner Staub, der sich von oben bis unten in meine Poren eingenistet hatte 🙂 Nebst dem tollen Trek und der Ruhe, die wir auf den endlosen Feldern und in den Dörfern geniessen konnte, wurden wir auch noch hervorragend verpflegt. Ich schlug maximal zu, litt ich sowieso immernoch unter den indischen Nebenwirkungen. Sagen wir’s mal so: Das Beintraining fand nicht nur beim Laufen sondern auch bei den zahlreichen Squat-„WCs“ statt.

Wenn ihr jemals nach Kalaw geht: Unbedingt bei Ko Min buchen. He’s the man. Ich habe mich noch mit anderen Reisenden unterhalten, die alle bei Jungle Trek liefen und das waren zwar lustige, grosse Gruppen, aber die Erlebnisse in den Dörfern und mit den Menschen standen in keinem Vergleich zu unseren.

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Zuckerrohrproduktion

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