Inle Lake und Hsipaw #Myanmar

Nach dem Trek habe ich zwei Nächte am Inle Lake in Nyaung Shwe verbracht. Das Hostel ist eine klassische Backpacker Unterkunft und die einzige Art von gut organisierten Hostels mit brauchbaren Duschen in Myanmar (ausserhalb von Yangon): Ostello Bello. Zackig habe ich Emily aus den Staaten und Gillad aus Israel kennengelernt. Zusammen mit ein paar Briten, Franzosen und einem Japaner haben wir für einen Tag ein Boot gemietet und den Inle Lake erkundet.

Grundsätzlich: Der Inle Lake ist supertouristisch. Es ist wunderschön, mit dem Boot durch die Dörfer, die auf Stelzen ins Wasser gebaut wurden, zu düsen. Wenn man denkt, dass diese Stämme wirklich komplett auf dem Wasser leben, ihre Gärten im Wasser anpflanzen und wirklich wahnsinnig talentiert auf den schmalsten Booten balancieren können, ist das echt beeindruckend. Doch leider verlieren diese Stämme nach und nach ihre Einzigartigkeit auf Kosten von Resorts und dem westlichen Tourismus. Viele kleine Handwerksbetriebe, die Seide aus Lotusblüten spinnen oder Silber schmieden, richten sich komplett auf Touristen aus. Ebenso touristisch präsentierte sich uns der Stamm der Long Necks, die ganz viele Ringe um ihren Hals tragen und ihn so über viele Jahre hinweg verlängern.

Es gäbe wohl schon einige Fischer, die nur noch für Touristen posieren und gar nicht mehr klassisch mit dem Korb Fischen. Sowas bricht mir schon etwas das Herz, sind wir ganz klar Schuld daran, dass diese Leute ihre alten Traditionen na dis na aufgeben und nur noch für uns „spielen“, um besseres Geld zu verdienen. Klar ist es vielleicht effizienter, wie wir fischen und sind sie auch happy, zu mehr Geld zu kommen. Doch ist es auch super schade, dass so eine Kultur eines Stammes langsam aber sicher untergeht.

Überhaupt macht mir das manchmal etwas zu schaffen: Wir sehen hier so viele tolle Dinge, beispielsweise die Gesichtsbemalung aller Menschen in Myanmar gegen die Einwirkung der Sonne. Irgendwann wir aber auch hier die Sonnencreme ankommen und dann ist das einfach weg. Alle die technischen oder modernen Hilfsmittel, die wir langsam nach Myanmar einführen, werden hier so viele schlaue, natürliche lifehacks, die die Stämme über Jahrhunderte gepflegt haben, eliminieren. So, wie es in allen industrialisierten Ländern zuvor schon stattfand. Genau diese Diversität macht doch das Reisen so spannend. Aber ja, grosses Thema…

Grundsätzlich war der Inle Lake schön, aber ich hatte dann auch genug und wollte nach Hsipaw. Einem kleinen Dorf in den Bergen, wo ich mal einen Tag durchchillen und lesen wollte, bevor mein zweites Trekkingabenteuer starten sollte! Mit Emily und Hans Gustav, einem Norweger, haben wir dann den nächsten Nachtbus genommen: Diesesmal 13 Stunden. Morgens um 4 Uhr sind wir bei Mr. Charles in Hsipaw angekommen und durften kostenlos auf einem Bänkli vor dem Hostel schlafen. Eine Decke und ein Kissen gabs dazu. Die Temperatur war gefühlt beim Gefrierpunkt und Emily lachte sich kaputt, als sie aufwachte und von mir nur noch zwei Augen zu erkennen waren. So fest hatte ich mich mit allem möglichen eingewickelt. Warum schaffe ich es nur, in Ländern, in denen eigentlich dauerhaft über 30 Grad herrschen, immer in Situationen zu geraten, in denen ich mir den Hintern abfriere!?

An unserem gemütlichen Tag haben wir gelesen, sind zu Ms. Popcorn auf einen Avocado Salat (DIE SIND RIESIG UND SO FEIN DO!) und Pineapple-Juice gegangen. Abends dann noch ein Highlight: Es fand etwas ausserhalb von Hsipaw ein „Jahrmarkt“ statt, den wir uns nicht entgehen lassen wollten. Tatsächlich haben wir mit einer Gruppe Burmesen ein Tuktuk (hier sind die grösser als in Sri Lanka oder Indien: wenn man gut quetscht, kriegt man etwa 10 Leute rein) geschnappt und sind etwa 30 Minuten zu diesem Event gefahren. Hans Gustav, ein ziemlicher Wikinger, passte kaum ins TukTuk und war mit seinen langen lockigen Haaren und seiner Grösse von etwa 1,89m das Highlight aller Ladies.

Am Jahrmarkt ging dann echt die Post ab. Keine Touristen, alle Burmesen in Feierstimmung, Schnaps und Bier überall, irgendwelche komischen Speisen und ein riesen Krawall dank schrecklicher Musik aus Lautsprechern der Steinzeit. Angeboten wurden beispielsweise Schweinsfüsse und irgendwelches anderes Zeugs, von dem ich garantiert die Finger liess. Hans Gustav hat aber tatsächlich ein Töpfli von würklich sauhässlichem Zeugs probiert: Das eine war Schweineleber und das andere – man weiss es aber nicht genau – ziemlich sicher Darm. Gegessen hat er’s fast ganz und den obligaten Whiskey, den Emily sowieso immer im Rucksack hatte, gab’s gleich hinterher. Etwas übermotiviert haben wir dann das Riesenrad gesehen: Aus Holz und ein paar rostigen Metallschrauben, mit Sicherheit das erste seiner Art, dass je gebaut wurde. Angetrieben wurde es manuell aus fünf Jungs, die am Gestänge hochkletterten und sich dann schwingend an die Gondeln hingen, um eine Art Drehmoment zu erzeugen. WHAT THE FUCK, wo gibt’s denn sowas!?!??!!? Ich hab mir maximal in die Hosen gemacht, bin dann aber mit den beiden in eine Gondel gekraxelt und habe mich mental schon mal für mein tolles Leben bedankt. Die ganze Angelegenheit sah super unstabil aus aber hey, man ist ja nur einmal halb betrunken vom ganzen Desinfektions-Whiskey in Myanmar an einem solchen Event, gell…. Wir haben’s überlebt 😉 ein paar miese Handyfotos gibts unten 😉

Am nächsten Tag ging’s für Emily und Hans Gustav nach Mandalay und ich erwartete Valentina, mit der ich mich für’s Trekking bei Mr. Bike verabredet hatte. Damit geht’s beim nächsten Post dann weiter… da da!

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