Jungle Trek in Hsipaw #Myanmar

Uiiiiii, das waren wirklich die perfekten drei Tage. Ich weiss gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Ein paar Facts vielleicht: Hsipaw ist ein kleines Kaff im Nordosten Myanmar’s, verhältnismässig nah an der chinesischen Grenze. Nebst meiner Unterkunft, Mr. Charles, gibt’s da ein Resti Mr. Shake, ein weiteres namens Ms. Popcorn mit traumhaften Garten und auch ein Mr. Food ist vertreten. Und dann gibt’s den legendären Mr. Bike. Mr. Bike war der erste, der Motorräder aus China nach Hsipaw importiert hatte – daher sein Name. Heute hat er jedoch den Ruf, die besten Jungle Trekkings in Hsipaw anzubieten. Ich war zwar etwas verunsichert, ob mir das nicht „zu touristisch“ ist, aber liess mich aufgrund aller guten Reviews drauf ein.

Unsere Gruppe war eine ganz tolle Mischung: Valentina, die ich in Yangon auf der Strasse kennengelernt habe. Suzie, eine Journalistin aus England. Derek, ein junger Holländer, der für 1,5 Jahre in Yangon arbeitet und gerade seine Eltern, Hans und Maria, zu Besuch hatte. Sowie zwei ganz ruhige Spanier, die in Yangon lebten. Wieder waren es drei Tage, zwei Nächte. Aber nicht wie in Kalaw, ein ausdauerndes Trekking in der prallen Sonne über trockene Ebenen, sondern wirklich quer durch den dichten Djungel. Tag eins bedeutete: Den Berg hoch. 900 Höhenmeter haben wir in kürzester Zeit hinter uns gelegt. Selten so geschwitzt, doch die Belohnung war’s wert: Mr. Bike hat ein Bamboo-Baumhaus mitten im Nirgendwo mit einer Wahnsinns-Aussicht gebaut. Nach Ankunft haben wir erstmal unsere Beine hochgelegt, einen Tee getrunken und den Ausblick einfach nur aufgesaugt. Duschen und Strom sind hier wiedermal Fehlalarm, daher mussten wir uns mit einem Füächttüechli minimalst frischmachen. Selbst mein Gesicht stand vor Dreck, keine Ahnung, wie das in diesem Land immer möglich ist. Aber man ist wirklich dauerhaft voll mit Staub / Dreck / irgendwelchen Flecken.

Nun, es war eine lustige Runde an diesem Abend, bevor wir dann alle in unseren Bamboo-Zimmerchen schlafen gingen. Suzie, Valentina und ich teilten uns ein „Zimmer“ und es war wirklich Gruppenkuscheln im besten Sinne: Saueng zu dritt mitsamt den Rucksäckli. Wir haben uns wirklich einen abgelacht, sind dann aber irgendwann eingeschlafen. Wiedermal war’s eisig kalt in der Nacht, da keine Isolation sondern purer Bambus, dem dann das Gruppenkuscheln wiederum zugute kam 😉

Am zweiten Tag ging’s den Berg runter, so steil, dass diverse Mitwanderer abgeschlipft sind, Bäume touchiert oder gar umgerissen haben. Ich musste mich echt auf jeden Schritt konzentrieren, weil der Untergrund so trocken und steil war und null Grip bot. Alle freuten sich riesig auf unser Ziel: Unser Nachtlager läge wohl an einem Fluss, der uns als Dusche dienen wird. Ich war aber etwas kritisch, wurde hier auch schon ein seichtes Bächli als Fluss bezeichnet. Also mal besser ruhig Blut bewahren.

Doch als wir endlich ankamen, bin ich echt fast ausgeflippt: EIN RIESEN FLUSS! Wunderschöne blaugrüne Farbe, tiefes Wasser und unsere Bambushütten mit direktem Blick auf’s Wasser. Es vergingen maximal 30 Sekunden bis ich mich ins Bikini geschmissen hatte und reingesprungen bin. AHHHHH HAMMER! Wir sind alle gemeinsam an einen Baum gehangen und haben einfach nur gut gequatscht. Abends hat Derek dann noch ein paar legendär-lustige Trinkspiele durchgeführt und ich hab mir wirklich fast in die Hosen gepinkelt. Hans, der bärtige Holländer-Papa, sass neben mir. Wir hatten eh schon einen lustigen Draht zueinander und er und Maria sind bei den Spielen echt komplett abgegangen. Ich wäre teilweise fast vom Bänkli gefallen, weil Hans so viel Körpereinsatz beim Klatschen und Zeichen-Spielen gab. Geschlafen haben Derek, die Spanier und ich dann in der Hängematte. Das war bis jetzt die mit Abstand allerkälteste meiner durchgefrohrenen Nächte. Aber was für eine kraaasssseeee Atmosphäre unter dem Sternenhimmel. Mamma Mia!

Am dritten Tag folgte dann das grosse Chillen, nachdem wir an den Tagen vorher jeweils 15+km mit bemerkenswerten Höhendifferenzen gemacht hatten: Wir liefen ca. 30 Minuten dem Fluss entlang, bis wir auf Pneu-Schläuche stiessen, die wir zum Tuben verwenden konnten. Wir sprangen also in den Fluss und liessen uns stundenlang treiben. Einige Stellen waren wirklich richtig seicht und hatten wilde Strömungen und man musste mega aufpassen, dass man nicht vom Tube fiel oder mit dem Rücken einen Stein touchierte. Ansonsten war es absolut wunderschön. Wir haben gequatscht, gsünnelet, gelacht und einfach nur genossen. Besonders schön war, dass wir einzig ein paar Einheimische trafen, die auch mit einem Tube unterwegs waren. Sonst keine Touristen, absolut nichts ausser Vögel, sogar einen Eisvogel!

Irgendwann sah man aber, dass nebem dem Fluss eine Strasse gebaut wird. Ich habe unseren Guide TunTun darauf angesprochen und er meinte, dass die Regierung des Shan-States hier vor einem Monat angefangen habe, eine Strasse zu bauen, um hinten beim Fluss einen Staudamm einzurichten. Wenn das Projekt fertiggestellt würde, wird der Fluss austrocknen. Vielen Bauern und der Flora und Fauna im Djungel wird Wasser fehlen. Die Regierung jedoch will noch mehr Elektrizität produzieren und das, obwohl es im Shan State schon ein Werk gibt, welches so viel Strom produziert, dass gar nach China exportiert werden kann. Also geht’s unterm Strich mal wieder nur ums Geld und die Bewohner der Umgebung sind der Situation ausgeliefert. Schade, wer weiss, wie das dort weitergeht. Kann also sein, dass es gar dieses Erlebnis, das wir hatten, nicht mehr so lange gibt.

Abgesehen davon, gibt’s in Myanmar politisch gesehen noch einige Themen, die Fragen aufwerfen. Antworten sucht man aber vergebens, die Einheimischen können aufgrund des limitierten Englisch’s nicht wirklich vermitteln, wie sie zu den westlichen Berichterstattungen stehen. Und überhaupt, ist vieles kontrovers. Fakt ist, es gibt hier Entwicklungsbedarf. Dazu gehe ich aber in einem anderen Post ein. Beim Jungle Trek hatte ich meine Kamera nicht am Start, sondern nur die Go Pro. Daher gibt’s im Myanmar-Filmchen am Schluss mehr zu sehen, hier lediglich ein paar Schnappschüsse und Handyfotos von Valentina =)

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Das Grüppli 😉
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Das Baumhaus
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DER FLUSS!
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Aussicht vom Treehouse
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Aussicht am Fluss
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the girls
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chillen chillen chillen
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Dreck im Gesicht, Dreck an den Beinen, aber überglücklich =P
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Unsere engste Nacht und die schlechtesten Selfies – ever =D
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Hängematte mit Schlafsack und einer Bettdecke drüber – läuft.
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Guten Morgen, definitiv keine Sorgen 😉
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immer noch mein Lieblingsfoto hahahaha

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