Magic in Bagan #Myanmar

Wer Myanmar googelt, kann Bagan unmöglich übersehen haben. Die Stadt mit über zweitausend Tempeln, beziehungsweise Pagoden, wurde vor allem auf Instagram zum neuen Lieblingsfotosujet der Reiseblogger. Das selbstverständlich nicht umsonst, denn die Sonnenaufgänge mit den Heissluftballons sind wirklich ein Erlebnis. Eines, das auf Fotos unmöglich so magisch festgehalten werden kann, wie es in der Realität wirkt. Ausser man ist Profifotograf und beherrscht Photoshop in Perfektion. Mein Weitwinkelobjektiv war leider alles andere als brauchbar bei den Entfernungen, die man in Bagan aufgrund der endlosen Weite erlebt.

Nun fangen wir aber nochmals in Hsipaw an, wo Valentina und ich den lokalen Zug wählten, um nach Mandalay zu reisen. Dort blieben wir eine Nacht, bevor sich unsere Wege trennen sollten. Die Zugfahrt erinnerte mich an Sri Lanka, was schön ist, denn Sri Lanka ist bis jetzt ganz weit vorn in meinen Lieblingsländern (nebst Neuseeland und Island, versteht sich). In Mandalay selbst habe ich nicht viel gesehen, so hörte ich, dass die Sehenswürdigkeiten eigentlich keinen Besuch wert sind und ich hatte eh immer noch eine Städte-Übersättigung aus Indien. Sorry not sorry. Daher ging’s für mich direkt weiter nach Bagan!

In Bagan habe ich eine Gruppe Chinesen kennengelernt, die wirklich einmal das Gegenteil der gängigen und meist auch zutreffenden Stereotypen sind. Die vier waren bestimmt ziemlich wohlhabend und sie alle waren wirklich ein andere Liga von blitzgescheit, da kann man selbst als einigermassen gebildeter Schweizer grad einpacken. Was die Elite in China kann, bzw. wie hart die Chinesen schon im Kindsalter gegeneinander antreten müssen, ist wirklich fragwürdig. Einerseits schöpft man effektiv die Potentiale der Kinder aus, andererseits geht das krass zulasten einer entspannten Kindheit. Geschädigt ist mir von den Vieren aber keiner vorgekommen. Wir haben uns dann mit ein paar Iren, die in HongKong leben, zusammengeschlossen, um die Tempel zu Sonnenaufgang auf dem E-Bike zu erkunden.

Die E-Bikes in Bagan sind effektiv elektrische Roller. Man hat also die Optik und das Fahrgefühl eines Rollers, aber keinen Ton. Passt perfekt zur Umgebung und trägt gut einen zur magischen Stimmung bei. Unvorstellbar, wenn da alle mit den normalen Motorrollern rumdüsen würden, das wäre so laut!  Yumei und ich haben dann zu Zweit vier Stunden lang einen Tempel nach dem anderen erkundet, weil der Rest schon abreisen musste. Die Tempel sind wirklich schön, aber im Vergleich zu den Gebäuden in Indien, eher schlecht erhalten. Auch ist das Besteigen der Tempel offiziell nicht mehr erlaubt, da eine Touristin bei einem prekären Selfieversuch zu Tode gestürzt ist. Macht aber auch Sinn, da die guten Dinger echt alt und null restauriert sind. Die Klötzlisteine sind teilweise sehr lose und brüchig – ich war leider selbst auch Zeugin, wie eine junge Deutsche abgerutscht ist.

Zum Sonnenuntergang habe ich mich mit Arthur, einem Brasilianer, der drei Jahre in Australien gelebt hat, zusammengeschlossen. Endlich konnte ich auch wiedermal auf einem Roller mitfahren – yeih! Für den Sonnenuntergang haben wir dann tatsächlich eine Tempelruine entdeckt, die beim letzten Erdbeben beschädigt wurde und dadurch leicht zu besteigen war.

Mein zweiter Tag in Bagan fiel dann leider aufgrund von Übelkeit ins Wasser. Ich weiss nicht, was los war. Aber ich glaube langsam, dass die Reisenden sich alle gegenseitig ansteckten. Alle sind irgendwie kränklig und wer’s noch nicht ist, wird’s ganz bestimmt. Ich lag also den ganzen Tag bei 37° auf einem Bett in der chill-out Area, weil ich ja schon aus-checken musste, und habe mir maximal einen abgeschwitzt. Arthur war echt ein Engel, hat er mir gelegentlich Cola und Tee gebracht und mich gezwungen, abends mindestens eine Banane zu essen. Denn: Ich musste um 7 Uhr los, meine zehnstündige Busfahrt nach Yangon antreten. Super Timing wiedermal, gell! 

Mit Motilium, Bioflorin und Irfen gegen die massiven Gliederschmerzen habe ich mich dann in den Bus gesetzt und war guter Dinge. Bis zum ersten WC-Stopp ging alles gut. Kaum fuhr der Bus los, merkte ich, da kommt was. Und somit habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Kotzsäckli aus einem Bus/Flugzeug gebraucht – hahahhaa. Zum Glück haben alle um mich herum geschlafen. Ich wusste gar nicht, dass ich so mucksmäuschenstill vor mich hin kötzeln kann. Weniger lustig wurde es dann, als ich merkte, dass ich nochmals muss. Und wer sich erinnert, die Busfahrten sind radikal und grenzen an Kamikazefahrten. An’s Aufstehen und Rausrennen war also nicht zu denken. Mit Handzeichen und in grösster Not habe ich dann die Französin hinter mir aufgeweckt und um ihr Säckli gebeten. Auf die letzte Sekunde hat’s gereicht… Die Gute war dann auch so lieb und hat bei allen leeren Plätzen die Säckli eingesammelt, sodass ich für den Rest der Nacht ausgestattet war. HAHAHA, OH MANN! Wiedermal sooo typisch…!

Habe aber alles gut überstanden – keine Sorge. Jetzt sitze ich gerade – na, ratet mal – in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias. Nachdem zuerst mein Handyladekabel in Sri Lanka kaputtging und dann mein Go Pro Ladekabel in Indien verloren ging, habe ich bei einer alten Steckdose in Myanmar auch noch mein Macbook Ladekabel in Funken aufgehen lassen. In Myanmar ist mir dann auch noch das iPhone abgekratzt, wodurch ich in KL erstmals alle meine technologischen Gadgets wieder aufrüsten musste. Mann mann mann. Zusammengefasst: Ich hatte bisher keinen Akku mehr, um am GoPro Movie zu arbeiten oder Beiträge zu schreiben. Das wird jetzt aber alles bei einem feinen Kaffee, Klimaanlage und wiedermal richtig gutem westlichen Essen aufgeholt!

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