Plastic Ocean meets Surflife #Bali

Ich verspreche euch, nach diesem Post ist dann mal genug von traurigen Themen und #realtalk und ich erzähle bald wieder etwas unterhaltsameres über meinen Alltag in Indonesien 😉

Plastic, Plastic, Plastic

Dass Abfall im Meer (und auch sonst überall, wo er nicht hingehört) ein Problem darstellt, muss ich euch ja nicht nochmals erzählen. Das weiss mittlerweile hoffentlich jedes Kind. Speziell Bali ist immer wieder in den westlichen Medien präsent, primär aufgrund der durch Abfall verschmutzten Strände. Und lasst euch eines sagen: The struggle is real. Dieses Video ist Realität:

Ich habe selbst an einem Beach Cleanup (das heisst, mit einem Abfallsack bewaffnet am Strand Abfall zu sammeln) teilgenommen und wir haben in einer Stunde zu zehnt über 170kg Abfall gesammelt. Unter den Übeltätern war alles dabei: Unzählige FlipFlops, Zahnbürsten, Strohhalme, Plastikflaschen- und Deckel, Schminkbeutel, alle Arten von Kosmetikverpackungen und Plastikfötzel. Nebenbei findet man auch Glasteile, irgendwelche Drähte, Angelzeugs oder andere Überbleibsel elektronischer Gadgets.

Wir haben gesammelt und gesammelt, doch es war tragisch: So weit das Auge reichte, sahen wir nur noch mehr Abfall, der sich der Küste entlang stapelte. Das Bild gestaltete sich besonders schlimm, weil es am Abend zuvor geregnet und gestürmt hatte und dies den Abfall noch stärker an die Küste schwemmt – vom Meer her, sowie vom Inland her mit den Flüssen.

Der Plastik ist unter all den Übeltätern besonders schlimm. Plastik benötigt ca. 450 Jahre, um durch die Natur abgebaut zu werden. Und selbst dann wird er eigentlich nur in Mikroplastik zerlegt, der nach wie vor schädlich ist für die Natur. Hier seht ihr eine ziemlich neue Grafik vom Umweltbundesamt aus Deutschland, die aufzeigt, was wie lange im Meer vor sich hinvegetiert, bevor es „abgebaut“ ist:

Bildschirmfoto 2018-04-06 um 04.37.46

Quelle: https://www.careelite.de/plastik-muell-fakten/

Vielerorts gibt es im Meer gemäss aktuellsten Studien bereits sechs mal mehr Mikroplastik als Plankton. Und die Prognosen werden nicht besser: Wenn es so weitergeht, gibt es 2050 dreimal mehr Plastik als Fische im Meer.

Für euch klingt das vielleicht alles etwas übertrieben und weit hergeholt. Es ist „ein Problem, dass uns als Binnenland nicht betrifft“. Wir Schweizer sind ja nicht schuld daran, so schmeissen wir ja nichts ins Meer, blablabla… Dass die ganz allgemeine Plastikproduktion ca. 8% der weltweitern Erölverbrauchs ausmacht, lasse ich jetzt mal so stehen. Ich möchte nur jedem ans Herz legen, den Verbrauch zu hinterfragen und mindestens die Entsorgung korrekt auszuführen.

Denn mich betrifft es zur Zeit extrem. Jeden Tag paddle ich auf dem Surfboard ins Meer hinaus und jeden Tag schwimmt mir Plastik entgegen. Nicht gerade im Ausmass wie im oben gezeigten Video, aber machmal annähernd. Vorgestern hat’s wieder gestürmt und das Resultat war heftig: Ich war gestern 3x ca. 2h surfen und haben nach jeder Session einen Leash voll Abfallsäcken aus dem Meer geschleppt. Der Leash ist das Band (jap, en Bestandteil devo isch au Plastik – da hät’s mi!), welches Surfboard und meinen Fuss verbindet. Alles, was mir im Meer entgegenschwimmt, knöpfe ich an meinen Leash, denn die Hände brauche ich ja frei und der Bikini bietet keinen Stauraum 😉 Als ich gestern aus dem Wasser kam, sah ich wirklich aus, als würde ich eine Wäscheleine voll Abfallsäcken hinter mir herziehen. Und das ist kein schönes Gefühl.

Ich selbst versuche, so wenig Plastik wie möglich zu „brauchen“. Trotzdem komme ich immer wieder in eine Situation, in der ich eine PET Flasche oder anderes Verbrauchsmaterial kaufen muss. Aber ich arbeite daran. Bei den Kosmetikprodukten (Seifen, Shampoo, Duschmittel) verwende ich ausschliesslich Lush, tier- und umweltfreundliche Produkte aus fairer Produktion, die sogar ohne Plastikverpackung auskommen! Ich schleppe sie in wiederverwendbaren Boxen herum und kann echt sagen: Der Verbrauch ist so klein, sie reichen mir sicherlich für’s ganze 2018! Schminke und Co. führe ich aktuell sowieso nicht mehr im Sortiment. Sorry, not sorry. Falls ich Gesichtscreme oder etwas für die Haare brauche, verwende ich ein paar Tropfen von einem Kokosöl, welches ich in Sri Lanka geschenkt bekommen habe. Für die Haut gibt’s Aloe Vera, obwohl ich hier auch immer mal wieder was im Laden kaufen muss. In Sri Lanka konnte ich das Gel noch direkt von der Pflanze im Garten beziehen =P

Mein wohl grösster Verschleiss überhaupt ist Sonnencreme: Viele Sonnencremes bestehen aus Mikroplastiken und sind superschädlich für die Natur und auch für unseren Körper. Ich selbst suche immernoch nach einer Sonnencreme, die mich zuverlässig schützt und keine fragwürdigen Stoffe enthält. Aktuell verwende ich ein lokales Produkt aus Indonesien, welches noch nicht 100% ideal ist, doch im Schnitt sicher besser als die grossen Brands wie Banana Boat oder Nivea. Und mit meinem superhellen Teint ist nicht zu spassen, erst recht nicht im Wasser, wo die Sonne auch noch aus allen Himmelsrichtungen reflektiert. Da ist mir die Priorität meiner Haut leider wichtiger, als die Nachhaltigkeit =/ Ich probiere und suche aber fleissig weiter, denn selbst hier ist leider auch nicht alles erhältlich.

Für’s Gesicht habe ich noch eine alte Creme von La Roche Posay aus der Schweiz dabei, die ich längst leer machen müsste. Fakt ist aber: Ich verwende im Wasser nur den Surf-Zink. Ich habe einen älteren von EQ aus Frankreich, der ist grün und ich „bemale“ mich mit ihm an empfindlichen Stellen, sodass ich klar sehe, wann er abgespült ist. Das wäre dann beispielsweise rund ums Bikini Höschen / Oberteil, wenn ich irgendwo einen leichten Sonnenbrand oder empfindliche Hautstellen habe. Im Gesicht habe ich immer einen braunen Zink von Headhunter. Beide sind nicht umweltschädlich und bestehen aus natürlichen Inhaltsstoffen. Man kann diese Zinkcremen übrigens auch fürs Skifahren / Wandern benutzen. Sie lohnen sich eigentlich immer, sobald man extremer Sonne exponiert ist. Ich komme oft abends nach Hause, gehe duschen und stelle nach dem Duschen fest, dass mein Gesicht immernoch voll Zink ist. Das Zeug hält wirklich hammermässig und ich muss es oft mit Kernseife und einem Frottetuch wegrubbeln 😉 Defür hani nonie en Sunnebrand im Gsicht gha…

Ein anderes Verschleissprodukt ist Surfwachs. Diesen schmiert man aufs Brett, damit man im Wasser nicht von der schlieferigen Oberfläche des Surfbretts runterrutscht. Aktuell verwende ich noch einen in Zürich hergestellten Wachs, den ich geschenkt bekommen habe (merci Kevin!) 😉 Sobald der durch ist (bald…), kaufe ich mir einen Neuen von Bees Knees oder ähnlichem Label, dass 100% abbaubar ist.

Für die, die es noch mehr interessiert: Es gibt auch Finnen, Leash und Boardbags aus nachhaltiger Produktion. Da ich mein Surfboard „komplett ausgestattet“ gekauft habe, werde ich es erst mit diesen nachhaltigen Produkten aufrüsten, sobald ich meinen Leash ruiniere oder die Finnen kaputt gehen. Eine Finne hatte schon einen kleinen Riffunfall (jap, auch mein Surfboard war auch schon in der Reparatur für mein erstes Dings…) – ich bin also zuversichtlich, dass ich bald Ersatz brauchen werde… es isch ja zum bruuche do!

Leash vo Rewolve

Wiiteri Goodies für Surfer

 

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1 Kommentar zu „Plastic Ocean meets Surflife #Bali“

  1. echt trurig mit em abfall, ich merk au da in portugal en grosse underschied zu de schwiz mit em bewusstsii drüber… people just don’t care here. 😦 aber s video isch grad nomal eine obedruff! mer müend eus würklich all a de nase neh und zimlich radikal was ändere wänn mer euse schön planet wiiterhin als euses dihei phalte wend. ❤

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