Schwertransport #Lombok

Na, wen wunderts, worüber sich dieser Blogpost handelt? Ich schreibe euch mittlerweile aus Lombok – der Nachbarsinsel Bali’s. Nebst dem ökologischen Aspekt versuche ich vorallem zugunsten meines Surfboards und Budgets unnötige Flüge zu vermeiden. Deshalb habe ich mich vor wenigen Tagen mit meinem Roller, Backpack und dem Surfbrett bewaffnet auf den Weg nach Lombok gemacht. Travel itinerary: Canggu – 2h Rollerfahrt nach Padang Bai – 4h Fähre nach Lombok – 1,5h Rollerfahrt nach Kuta Lombok

Nun bin ich morgens um 7 Uhr in Canggu aufgebrochen und habe nach circa 15 Minuten festgestellt, dass mein „ach-so-leichter“ Rucksack plötzlich gopferdammi schwer isch. Ich habe ihn dann so festgebunden, dass er auf dem Rollersitz hintermir „sitzen“ kann und trotzdem genug eng an meinem Rücken anliegt, um nicht zur Seite runterzukippen. Denn wenn dieses Ding mal Seitenlage kriegt, dann bin ich geliefert. Und mitsamt Surfbrett umzufallen, ist so ziemlich das Letzte, was ich erleben will.

Die Balinesen sind ja bekannt für ihren rücksichtslosen Fahrstil – so muss ich aber gestehen, dass es mir so vorkam, als wäre ich mit meinem Schwertransport etwas mehr akzeptiert gewesen. Klar, ich sah schon sehr „local“ aus mit meinem übergrossen Pilz-Kopf-Helm, dem Monster auf dem Rücken, dem Surfboard und meinen Flipflops. Nur die Hautfarbe stimmt selbst nach einem Monat im Wasser noch nicht. Doch bei jedem Rotlicht grüssten mich die Rollerfahrer neben mir freundlich und grinsten mich an. Die einen warteten wohl nur darauf, dass ich umkippte oder sie waren ehrlich erstaunt, dass weisse Mädchen so einen Transport auf sich nehmen. Es kam mir vor, als hätte ich mir ein bisschen den lokalen Roller-Respekt verdient – ha!

Nach etwas mehr als zwei Stunden bin ich tatsächlich in Padang Bai angekommen. Google Maps in den Ohren sei dank, war das eine einfache aber laaangwierige Fahrt. Mein Gesicht stand nur so vor Dreck, hat mich immer mal wieder eine Staub und Abgaswolke eingenebelt. Und immer wenn ich fünf Minuten an einem Rotlicht warten musste, schwitze ich mir in der prallen Sonne so dermassen einen ab, dass sich Schweiss und Dreck verbünden konnten und dann während der Fahrt durch den Wind so richtig tief in meine Poren eingearbeitet wurden. De Alptraum vo jedere Kosmetikerin!!! 

Am Fährhafen wurde dann zum ersten Mal in meiner Reisekarriere überhaupt mein internationaler Führerausweis kontrolliert, zudem musste ich die Papiere des Rollers aufzeigen und wurde dann endlich ich ins Terminal gelassen. Dort kaufte ich ein Ticket für den Roller und mich und konnte mich nebst einer wild plappernden, wartenden Gruppe Balinesen mit ihren Rollern einreihen. Ich wurde wiedermal kritisch beäugt und ich bin sicher, es wurde etwa fünf Minuten lang über mich gelästert, denn jeder schaute mich an und laberte dann irgendwas mit seinem Kumpel. Aber hey, immer lächeln und nicken. 

Dann ging’s überraschenderweise gar nicht lange und wir konnten in die Fähre reinfahren: Über irgendwelche Schiffsseile hinaus eine wackelige, supersteile Rampe hoch. Da zweifelte ich dann zum ersten Mal an meinen Fähigkeiten im Bereich Roller-Gewichtsmanagement. Doch es hat geklappt. Im Inneren der Fähre haben mir die Jungs dann gleich einen guten Platz zugewiesen, wo ich den Roller inkl. Board parkieren konnte. Wieder haben sich alle bestens ab mir amüsiert und innerhalb von fünf Minuten die klassischen Fragen gestellt: Woher? Wie alt? Alleine unterwegs? Verheiratet? Jajaja, beruhiget eui, ich hürate keine vo eui!

An Bord der steinalten Fähre gab es nebst den normalen Metallsesseln dann tatsächlich eine Ecke mit Polstersessel. Die habe ich mir glatt geschnappt, da ich inkl. Wartezeiten etwa fünf Stunden darauf verbringen musste. Die Fährfahrt war ruhig und idyllisch – keine anderen Touristen und nur eine Handvoll Locals. Alle kamen bei mir vorbei, um mich aktiv anzuschauen, die einen trauten sich sogar, ein Gespräch zu starten. Ich habe die Zeit genutzt, endlich wieder etwas zu lesen. Ein ehemaliger Reisekumpane von Sven hat seinen Anwaltsjob verlassen, ist jetzt Autor auf endloser Weltreise und hat kürzlich sein erstes Buch veröffentlicht (Reading Seraphina von Tiago da Silva). Sven hat mir dieses in Bali hinterlassen, bevor er nach Vietnam aufbrach und ich lese es jetzt, bevor ich es ihm dann Mitte Mai zurückgeben werde.

Nun, in Lombok angedockt ging es keine 10 Minuten und ich konnte mit all meinen Habseeligkeiten die Fähre verlassen. Ich hatte mich seelisch darauf vorbereitet, dass die Situation auf der Fähre wahrscheinlich Chaos pur sein wird. Verspätungen, irgendwelche Verkäufer und Taxifahrer en masse. Nichts davon ist eingetroffen und ich kann euch das superbillige Transportmittel nach Lombok wärmstens empfehlen ;-)! Natürlich lohnt es sich nur, wenn ihr auf so viel Bagage mitschleppen wollt, wie ich… Wenn ihr „nur“ euer Touristenköfferli und echli meh Budget habt, dann schnappt euch das Speedboat.

In Lombok selbst navigierte mich erneut das Navi im Ohr durch die Strassen, welche das pure Gegenteil vom hektischen Verkehr in Bali waren: Ich passierte mehr Kühe, Hunde und Hühner als Menschen. Ich sah 99% Locals,  keine Touristen und weit und breit keine Surfbretter! Zudem war die Umgebung noch sooo ursprünglich – die einfachen Häuschen und die Kinder, die am Strassenrand spielten, die Menschen, die auf den Feldern arbeiteten. Als ich im letzten Jahr in Lombok war, erschien aufgrund der Trockenzeit alles in Brauntönen. Jetzt befinden wir uns am Ende der Regenzeit und alles ist noch grün und blüht – wunderschön! Doch passend zum Stichwort Regenzeit bin ich dann auch noch in einen maximalen Monsun geraten, wurde verregnet und habe eine halbe Stunde Unterschlupf neben ein paar Hühnern gefunden. Zwei Jungs mit ihrem Roller haben sich dann auch noch zu mir gesellt, doch aufgrund von fehlendem English haben wir einander einfach nur angegrinst und dem Regen zugeschaut.

Nach knapp neun Stunden unterwegs habe ich endlich mein Hostel in Kuta erreicht und nur noch ein Ziel: Duschen. Ich war so unfassbar dreckig und müde, aber auch superhappy, alles ohne grössere Zwischenfälle gemeistert zu haben!

Bald geht’s weiter mit News auf der Surffront und ja, ich schulde euch noch einen Bali Bericht zu „Flashpacking und Sehenswürdigkeiten“, der kommt dann bald auch noch…;-)

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Der Fährhafen

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Happy mit Schlafgsicht und Buech!
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und da hät’s mi…
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