Flores Roadtrip Teil I #Indo

Welcome back! Genaugenommen grüsse ich mich hier selbst, denn ich bin die, die offline war. Teilweise freiwillig, teilweise gar nicht freiwillig, weil mein Handy in ein Aquarium fiel. Ich schwör, es hät usgseh, als hettis det e Glas-Schiibe druff gha…! Genaugenommen habe ich mein Handy also aus lauter fehlender Achtsamkeit in ein Aquarium fallen lassen. Oder mit Schwung inegrüehrt. No dümmer gahts fast nöd. Ich, sowie alle am Drama Beteiligten, glaubten, mein „vielleicht doch noch nasses Handy“ habe anschliessend mein MacBook zerstört. Doch dieses ist nun, nach einer Woche erschütterndem Dornröschenschlaf, mysteriöserweise plötzlich wieder zum Leben erwacht! HALLELUJA!

Es juckte mir schon längst in den Fingern und während jetzt parallel etwa 29384 Back-Ups laufen, schreibe ich hier endlich wieder. Was in den letzten 18 Tagen so gelaufen ist? Voilà – Teil 1!

Zwischen Pater, Politiker und Menschenrechtler

Denpasar – Maumere. Wir versuchten, Flores so östlich wie möglich anzufliegen, um die bitzeli langgezogene Insel dann über Land bis ganz in den Westen zu durchqueren. Im Flugzeug selbst merkte man schon, hier hin verirren sich nicht so viele: Die Passagiere waren 0% westliche Touristen, zahlreiche Indonesier und etwa 5 Nonnen. Genau, Nonnen. Katholische Nonnen. Schnell bestätigte die übernatürliche Anzahl Kreuze, Katholischer Kirchen und Grabsteine, dass hier maximale Missionarsarbeit geleistet wurde. Doch dazu später mehr.

Unsere Unterkunft buchten wir vor Ort spontan und diese entpuppte sich bald als Glückgriff. Ignatius, unser Gastgeber, lud uns am Abend überraschenderweise zur „Erst Kommunion“ seines Neffen ein. Erst Kommunion wird hier riesig gefeiert, etwa 100 Familienangehörige und „Einflussreiche“ werden eingeladen. Und man kann sich vorstellen, wer mit weissen „Freunden“ aufkreuzt, hat seinem sozialen Status grad noch mal ein Upgrade gegeben. Wir sassen am Tisch mit den „wichtigen Männern“ und mussten eine dezente Menge Arak Shots trinken. Mit von der Partie waren der Pater höchstpersönlich, ein einflussreicher Politiker und Kandidat für die aktuellen Gouverneurs-Wahlen sowie Otto, ein gebildeter Herr, der jahrelang Menschenrechte in München und Wien studierte und jetzt an der Hochschule in Flores lehrt. Otto und ich unterhielten uns lange auf Deutsch, was wirklich beeindruckend war. Nebenbei wurde fleissig Karaoke gesungen, was mir fast ein taubes Ohr verschaffte. Denn – ohni Scheiss ez – für diese „Erst Kommunion“-Events werden massive Lautsprecher-Wände aufgebaut. Bestehend aus etwa 16 Stück 70x70cm Lautsprecher wird einem der Tinitus gleich kostenfrei mitgeliefert.

Alles in allem war das aber echt eine kleine Sensation. Da fliegst du ans gefühlte Ende der Welt und findest dich am Abend in einer solchen Situation wieder. He nei!  

Aber nochmals zurück zum Thema der Katholiken: In Flores gibt es wohl mehr Kirchen, Kloster und Kreuze, als sonst irgendwas. Der Einfluss der Portugiesen, die hier einst „regierten“ ist ganz stark präsent. Auch die Namen der Menschen zeugen von europäischer Herkunft: Ignatius, Franziskus, Oscar, Victor, Gertrudis. Es ist keine Seltenheit, wenn man auf Handybildschirmen den Papst entdeckt. Es wurde hier ganz klar stark missioniert. Doch spannend ist auch die Durchmischung der „Ethnien“. Dumm und ganz platt gesagt: Die Menschen sehen anders aus, als auf den anderen indonesischen Inseln.

Wo in Bali, Sumbawa, Lombok und Java viel stärker ein „asiatischer“ Look herrscht, findet man auf Flores Gesichter, die ihre afrikanische, indische und europäische Abstammung nicht verleugnen können. Grosse Augen, krauses Haar, riesige Lippen. Auch die Körperformen sind plötzlich anders. Frauen haben Kurven! Dies fällt einem aber erst so richtig heftig auf, wenn man zuvor monatelang von asiatischen Fliegengewichten umgeben war 😉

Bule, Bule! 

Nein, das Bule ist kein Poulet. Die Bule, das sind wir – weisse Touristen. Auf unserem Roadtrip von Maumere nach Larantuka, in den abgelegenen Ostzipfel Flores‘, wurden wir erstmals mit dem Begriff konfrontiert. Ich kannte ja von meinen Trips nach Lombok und Sumbawa, dass man mir laufend „Hello Mister!“ zuschrie. Hier wurde dies noch ergänzt mit „Bule, Bule!“

Ich war zuerst etwas unsicher, ob der Begriff eine Beleidigung war oder nicht. Denn genau genommen kommt Bule von Belanda, was „Holland“ bedeutet und sich auf den kolonialen Einfluss der Holländer bezieht (die Holländer kamen in Flores nach den Portugiesen, also ist deren Einfluss noch eher präsent). In Larantuka sind wir vorallem mit dem Roller umhergecruist und haben Ecken erkundet, wo gefühlt wiedermal alle Schaltjahre ein Weisser hinkommt. Dann fährst du durch den Djungel (erstaunlich gute Strassen!) und denkst, du bist im Umkreis von 10km ganz allein, doch plötzlich hörst du aus dem Nirgendwo: „Bule!“ und dann kommen die wie die gestochenen aus allen Ecken gerannt. Nei, aso in Flores isch mer nie elei. 

Eine liebe junge Lady hat uns in Larantuka einen „guten“ Warung gezeigt und ich habe sie auf ihr gutes Englisch angesprochen. Sie meinte, sie mache einen Englischkurs und sei mega happy, „eine Bule wie mich zu treffen! Das käme in Larantuka eher selten vor.“ Dem entnehme ich, dass Bule einfach weisser Tourist und nichts böses bedeutet 😉 Auf unserem Rückweg kreuzten wir dann aber tatsächlich ein sehr sportliches Bike mit zwei „Weissen“, wobei diese bereits so braungebrannt waren, dass sie fast als Locals durchgingen. Sie hupten und winkten wie wild und wir auch! Am anderen Morgen sassen wir dann so beim Frühstück und dann plötzlich kommt eine ältere Frau zu uns und fragt: „AAahhh das wart ihr gestern auf dem Roller, oder?!“ Wir kamen ins (französische) Gespräch (da der Herr nur Französisch sprach) und es entpuppte sich: Die beiden leben seit ein paar Jahren auf Flores. Die Lady hat ein Importbusiness für lokale Handgefertigte Produkte und oh wunder, führt das Geschäft in der Schweiz! Die beiden sind nämlich aus Lausanne 😉 Wir mussten uns dann doch noch kurz gemeinsam über das Klischee amüsieren, dass Französischsprechende einfach NIE Englisch können.

On y va

Zurück in Maumere konnte ich kaum mehr sitzen und laufen, denn die stundenlangen Rollerfahrten haben meinem Füdli bzw. Sitzbeinhöcker gadechli zugesetzt. Wir checkten für eine Nacht in eine andere Unterkunft ein und genossen dort ein letztes Bad im Meer bei Sonnenuntergang sowie nebenan ein exzellentes Gado Gado, womöglich das Beste in ganz Flores. Beim Frühstück arrangierten wir einen Transport mit zwei französischen Pärchen (wovon eines tatsächlich Englisch sprach) und waren bald ready, nach Moni aufzubrechen. Bevor ich euch aber mehr von der abenteuerlichen Fahrt sowie Moni und Co. berichte, gibt’s hier die ersten wenigen Bilder. Beim Roadtrip war mehrheitlich die GoPro im Einsatz wodurch es kaum Landschaftsaufnahmen gibt. Diese seht ihr dann aber bald noch in einem Video. Zudem isch d Handyqualität dänkbar schlächt und ich üebe grad mitm Schwarz Wiss Edit, okaaay?!

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Hammock Life bei Santi Santi, etwas östlich von Maumere
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Jung und Alt beim Fischen
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Sonnenuntergangsstimmung
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GADO GADO LOVE!
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Ken schlächte Ort, zum Wösch ufhänke, oder?
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Sonnenuntergang eimal meh (NO FILTER!!)
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Lila Wolken (NO FILTER)
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Beach-ing (NO FILTER!!!)
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3 Kommentare zu „Flores Roadtrip Teil I #Indo“

  1. Bin froh dass du noch am Leben bist 🙂 ohne Handy, aufgeschmissen! Ich beneide dich – deine Reisen, mega! Und du kannst es geniessen, das spüre ich. Ich bewundere deine Neugier und deinen Mut! You rock, Miss C 🙂
    big hug from Switzerland, A

    1. Liebe A! Sooo lieb, musste grad schmunzeln ab deinem Kommentar! Hammer, dass du meine Reisen verfolgst – das freut mich sehr! Schicke dir und euch viel Sonnenschein nach Rorschach, hugs

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