Flores Roadtrip Teil III #Indo

Diesen Post habe ich etwa fünfmal angefangen und wieder gelöscht. Wahrscheinlich, weil ich irgendwie gar nicht so recht weiss, was ich über Bajawa gross sagen soll.

Wir haben in einer heissen Quelle gebadet. Wir sind stundenlang durch die traditionellen Dörfer rund um den Vulkan gedüst. Wir haben unspektakulär gegessen und ja, das aufregendste der ganzen Geschichte war wohl unser semi-manuelle Roller. Sven, der ja bekanntlich keinen Fahrausweis hat (in Holland reicht halt für manche nur das Velo), leidet sowieso ab und zu unter meinen Verkehrsanweisungen vom Rücksitz. Das Ganze kam dann mit diesem Gefährt aber wirklich zu einem lustigen Höhepunkt.

Das Gefährt war erneut aus einer anderen Zeit und besass nur an einer Hand eine Bremse. Die andere Bremse wird mit dem Fuss betätigt. Rechts. Links wird mit dem Fuss geschaltet. Von 1 bis 3. Ich bin sowas derartiges in Myanmar gefahren und empfand es als etwas gewöhnungsbedürftig. Suzie auf dem Rücksitz kann wohl ein Liedchen davon singen. Bei diesem spezifischen Roller in Bajawa sind wir aber mehrfach fast vom Roller gefallen oder rückwärts den Berg runtergerollt. Schaltet man von oben nach unten, ruckt es so heftig, dass man fast über den Lenker gespickt wird. Superhelde Pose ahoi. Aui. Und Helm an Helm Crash sind au vorprogrammiert. Aui 2. Schaltet man im steilen Bereich zu spät, stellt der gute Motor gleich ganz ab. Hetter ke Bock meh. Somit gibt es tatsächlich Videomaterial, wie wir im Steilhang stecken, der Roller nicht mehr angeht und wir ihn hochstossen müssen. Die Locals grölen sich natürlich einen ab. Amateure, auch genannt Bule, am Steuer…

Bajawa war irgendwie ein kleiner Durchhänger, auch, weil hier mein Handy ins Aquarium fiel und das MacBook abkratzte. Miimimi, muen denn alles glichzitig de Geist ufgäh? Chlini Krise gha. 

Nachdem wir uns von der Roller-Schmach und ich mich von meinem IT-Drama erholt hatten, zog es uns nach Ruteng. Dort fand man den Homo Florensiensis. Eine andere Spezies als den Homo Sapiens. Kleiner. Man munkelt aber, dass der Fund auch eine kleinwüchsige Person oder ein Sapiens mit Down-Syndrom sein könnte. Whatever. Wir haben die Höhle besucht, der Homo selbst ist aber natürlich wo anders in einem Museum. Nebenbei gibts in Ruteng noch eindrückliche Spinnweb-Reisefelder. Den Namen haben sie aber nicht den grusigen Spinnen, sondern der Anordnung der Wasserkanäle zu verdanken. Man siehts auf dem Foto unten am besten 😉

Unser eigentliches Highlight in Ruteng waren aber die Menschen. Jeder einzelne war sooo lieb. Mussten wir am Rotlicht warten, fuhren sie neben uns hin und haben ganz verlegen Fragen gestellt und wollten unbedingt an ihrem Englisch üben. Alle lernen sie Englisch. Und unterwegs kamen wir noch an einem Bergdorf vorbei, wo irgendwie hunderte von Kindern auf dem Weg zur Schule oder nach Hause waren und komplett ausflippten, als sie uns sahen. Hello Miss! Mister Mister! Hello Bule!! Filmaufnahmen folgen 😉 Auch hatten wir supernette Taxifahrer, der uns gleich noch eine tolle Unterkunft empfohlen hatte. Jaja, ich bin immer skeptisch bi so Sache. Traue niemandem und so. Aber in diesem Fall hat er uns für denselben Preis eine viel bessere Unterkunft gezeigt, als wir uns ursprünglich vorgestellt hatten =) Gegessen haben wir endlich auch wieder lecker und der Seelenfrieden kam langsam wieder zurück. Auch, weil mein Laptop am letzten Tag kurzfristig wieder funktionierte!

Anschliessend ging’s dann auf nach Labuan Bajo, dem touristischen Kapital Flores‘. Die Fahrt dahin, brachte nochmals einen maximalen Tiefpunkt in unsere Reise. An vorderster Front aber für mich. Und zwar ist der Fahrstil der Indonesier ja so eine Sache für sich. Ich bin immernoch stolz auf mich und sowieso stolz auf Sven, dass wir im Verkehr bislang keine negativen Zwischenfälle hatten. Mein Sturz auf der Sandstrasse in Lombok lassen wir mal weg, de hani nöd am Verkehr zverdanke… Ebenfalls haben wir bislang keinen Unfall gesehen oder sind an keinem vorbeigefahren. Verhältnismässig zur Anzahl Stunden, die wir im Verkehr verbringen, ist das wirklich erstaunlich. Und somit hatte es früher oder später passieren müssen. Wir fuhren also durch ein Dorf mit einer normalen Strasse, wo man ca. 50 fährt. Der Verkehr ist entspannt, nicht hektisch. Dann kommt ein Motorrad aus dem Nichts mit mind. 80km/h frontal auf unserer Seite entgegengeschossen. Immer näher. Supernah. Unser Fahrer hupt. Der Rollerfahrer erwacht aus seinem Tagtraum und reisst seinen Lenker in letzter Sekunde zur Seite. Es Wunder, dasser nöd mindestens de Siitespiegel abgrisse hät. Ich habe vor meinem inneren Auge schon gesehen, wie er 30 Meter durch die Luft gefetzt wird. Oder einfach gerade aus in unsere Frontscheibe reinrast. Zum Glück nix passiert. Wir fahren weiter. Die Aufregung beruhigt sich wieder. Etwa 15 Meter vor uns entscheidet ein mega süsses junges Hündchen, über die Strasse zu rennen. Sven ruft: „Puupppy!!!“, der Fahrer macht eine Vollbremse. Der Hund rennt über die Strasse. Das entgegenkommende Motorrad kann nicht mehr bremsen und der Hund wird direkt neben meiner Fensterscheibe komplett überfahren. Ich schreie in vollster Lautstärke. Noch heute sehe ich es in Zeitlupe vor mir. Leider hatte ich die beste Aussicht auf das Geschehene und konnte auch gar nicht wegschauen. Mami Hund kam angerannt und andere Hunde ebenso und dann die Besitzer, alle kamen sie angerannt, stocherten in den „Überresten“ herum, aber da war nichts mehr zu retten. Und ich habe etwa eine halbe Stunde geheult.

Dem Motorradfahrer ist nichts passiert, der Hund war wirklich noch klein und das Motorrad war ziemlich massiv. Was in dieser Hinsicht wohl besser war, denn sonst hätte es auch die beiden Passagiere maximal verspickt. Nach diesem Drama hatte ich die letzten Wochen echt eine Krise auf dem Rücksitz und jedesmal, wenn ein Hund am Strassenrand rumtollte (was fast alle 50m der Fall ist), kniff ich Sven panisch in den Rücken, dass er bitte bremsen soll. Aber ja, life happens und ich muen mich ez au wieder beruhige.

Bald gits aber wieder besseri News us Labuan Bajo 😉

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Die Hobbithöhle

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Sven hat einen traditionellen Ikan auf den Kopf verpasst gekriegt 😉
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Die heisse Quelle
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Die heisse Quelle
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Das traditionelle Dorf am Fusse des Vulkans
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Spiderweb-Ricefield im Hintergrund
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