Otres Village #Cambodia

Heilige Bimbam, das war mir was. Wir nahmen von PP einen Bus nach Sihanoukville und von dort das wohl grausamste TukTuk meines Lebens. Die Strasse war dermassen schlecht, ich hätte mit meinem Kopf fast ein Loch in das TukTuk Dach gebohrt. Schleudersitz gefälligst? Die Schlaglöcher waren so abartig, dass wir fast eine Stunde brauchten. Sven und ich mussten uns am Schluss fast übergeben. VON EINER TUKTUK Fahrt im Schritttempo! Das muss man sich mal vorstellen… Überhaupt war Sihanoukville im ersten Moment nur eins: En riese Güselberg und eine riesen Baustelle. WTF gaht da ab!?

Aber nach Sihanoukville kommt man eigentlich nur, für die umliegenden Örtli. Wir haben über Otres und die vorgelagerten Insel Koh Rong Samloem und Koh Rong eher Gutes gelesen, also waren wir gespannt. In Otres angekommen die Realität: Auch eine riesen Baustelle. Und Schlamm. Ganz viel Schlamm. Kniehocher Schlamm anstelle von Zufahrtsstrassen und Gehwegen. Jap, ich bin kei Sekunde suber gsi. Überhaupt gar nüt isch suber gsi. Unsere Unterkunft „Om Home“ hingegen war richtig süss und die Inhaberin, eine französischsprechende Kanadierin 55+, waren ein sehr guter Fang. In den darauffolgenden Tagen erkundeten wir Otres und quatschten mit diversen Geschäftsbesitzern. Der Vibe hier ist: Ziemlich verhängt. Hippies, oder Möchte-gern-Hippies oder New-Age-Hippies oder wie man das alles schubladisieren will, an jeder Ecke. Herzige Hostels und herzige Bars, aber kaum was los. Nebensaison halt. Und der Regen. Und der Schlamm. Eieiei.

Vieles war von Unwettern beschädigt und es lohnt sich irgendwie auch gar nicht mehr, hier viel zu investieren. Entweder die Chinesen kommen oder der nächste Monsunschauer. So scheint zumindest das „lokale Denken“ zu sein.

Wir lernten schnell, dass chinesische Investoren die ganze Region aufgekaut haben und ein Macau 2.0 bauen wollen. Es soll eine komplette Casinostadt werden. Vom Hippiecharme, wie er wohl vor zwei Jahren noch präsent war und von dem alle etwas melancholisch schwärmten, ist nicht mehr so mega viel zu spüren. Klar gibt’s noch coole Sachen, aber vieles war geschlossen oder steht zum Verkauf. Es war wirklich herzzerreissend, wie die einen Besitzer so richtige Aussteiger sind. Wie man sich diese im Bilderbuch vorstellt. Viele sind etwas älter, seit 15 Jahren in der Region und sie wissen, dass es wahrscheinlich ab nächstem Jahr nicht mehr so sein wird, wie es mal war.

Eine Chinesin hat mir erzählt, dass den Kambodschanern so viel Geld für ihr Land angeboten wurde, wie sie ihm ganzen Leben in Kambodscha nienienie verdienen könnten. Entsprechend kann man keinem, der einst in solcher Armut lebte, vorwerfen, dass er bei einem epischen Geldbetrag nicht auch die Chance seines Lebens sieht. Wie sollte man es auch besser wissen? Sein Grundstück behalten, für die Hippiecommunity und den Charme der Region? Schliesslich ist man als Khmer meist nicht „Teil der Expatsszene“, ausser man spricht Englisch. Oder für’s eigene Glück verkaufen und alles zu einer Casinostadt verkommen lassen? Ich kann’s ihnen kaum verübeln. Die einen hoffen, dass es Arbeitsplätze und eine gute Wirtschaft geben kann. Aber man munkelt, dass die Chinesen eher gern ihre eigenen Landsleute bringen und anstellen. Mal schauen…

Dasselbe hat mir ein älterer Australier, der viele Jahre on und off in Kambodscha lebt, über die Machenschaften der Politiker erzählt: Anstatt das Geld in die Staatskasse zu stecken, werden wohl Millionenbeträge auf ausländische Bankkonten überwiesen und man lebt ein schönes Leben in New York oder London, anstatt etwas der kambodschanischen Bevölkerung zurückzugeben. Ob es stimmt? Ich weiss es nicht. Aber vorstellen kann ich’s mir durchaus. Korruption ist ein grosses Thema in Kambodscha.

Wir haben uns also täglich die lokalen Geschäfte angeguckt, die primär von Expats geführt werden. Uns bestens mit diversen Gestalten unterhalten und an der lokalen Quiz Night teilgenommen. Obwohl wir dachten, dass wir hier ziemlich gut dran wäre, haben wir mit Abstand verloren. Die Fragen drehten sich beispielsweise um Drogenlegenden aus den 68er Jahren, irgendwelche Kommunistischen Führer oder Songtexte von irgendwelchen alternativen Musikstücken. Ich hatte von der Hälfte der Fragen keinen Plan. Als Trostpreis gabs den hässlichsten Kampot Cider ever, den kann ich also wirklich nicht empfehlen 😉

Der Strand war schön, aber nicht wow. Ich wollte für meinen Geburi nach Koh Rong Samloem, was aber nicht geklappt hatte, da ein Unwetter aufkam. Anstelle gingen wir verfrüht nach Kampot. Unsere Gasthaus-Mutti Manon hat uns dann noch erzählt, dass in Sihanoukville und auf den Koh Rong Inseln lange Zeit eine Expatszene mit „ziemlich verrückten Menschen“ (crazy people) herrschte. Diese crazy people seien nun alle nach Kampot gewandert. Mh, okay? Was immer das au bedütet? Ich freute mich auf den Fluss und die herzige Altstadt, von der ich nur Gutes las. Und Kampot stand auch auf meiner To Do Liste, weil ich dort meinen Freiweilligeneinsatz geplant hatte. Auf geht’s also!

 

FEB701FE-E725-4C31-A8DC-5F4F7C1CF9FB
Monsun Monsun Monsun

9ED53ED9-214F-4855-A6FC-AD0FC74ED23B06506A89-2F1D-44E3-A6D2-CAB3B07BC07C294E5297-B978-445F-A77D-4F8B5E6B156A

2F2DB2C8-50A6-42FC-BCAC-C28FFA4CD9D0
Und das isch nani s schlimmste gsi…

A48884A3-3968-481A-B70C-D5B090A5E099

067DE37C-DF53-4650-8FAD-25E649B77A2D
Für vegani Burger häts aber no glanget…

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s