Recyceln in #Kambodscha

Nach über 8 Monaten in Asien war es an der Zeit, etwas zurückzugeben. Das war zumindest meine Idee hinter dem Volounteering. Wie die Abfallsituation in Asien ist, muss ich euch ja nicht nochmals vorkauen. Sie ist Scheisse. Nicht überall gleich schlimm, aber fast nirgends ideal. Basta. Zurück zum Volounteering: Workaway ist eine Seite, auf der Privatpersonen sowie Organisationen, Schulen oder Familien mit einem Bauernhof / Hostelprojekt nach Freiwilligen Helfern suchen können. Ich fand mein Projekt in Kambodscha ebenso auf Workaway, genaugenommen folgendes: Zwei Jungs haben eine Vision, es soll ein umfängliches Recyclingprojekt, wo aus Abfall nachhaltige Ziegelsteine erstellt werden, aufgebaut werden. Sie seien bereits mittendrin im Erstellen der Zeigelsteine. Langfristig sollen so Häuser für die Bevölkerung und ein Park für Schulen zur Bildung in Bezug auf Abfallmanagement erstellt werden. Klingt wahnsinnig toll, oder?

Nun, die Realität sah etwas anders aus. In Kampot, wo ich für zwei Wochen unterkam bzw. zuvor für meinen Geburi schon eingenistet war, herrscht bekanntlich eine intensive Expatszene. So sind auch die zwei Inhaber unseres Projekts wahrhaftige Kambodscha-Expats: Sie lebten zuvor auf Koh Rong, arbeiteten im Hostelgewerbe und sind jetzt in Kampot und arbeiten teils als DJ, teils in einer Bar und teils für ECHO, das Projekt. Die Idee der beiden, Bib & Joe, ist wirklich grossartig. Ebenfalls haben sie von einem Australier die ideale Infrastruktur erhalten, um dem ganzen einen Start zu geben. Doch am ersten Tag, als ich das Projekt sah, merkte ich schnell: Viele Dinge sind zur Zeit erst Ideen, doch können diese so realisiert werden?

Es stehen aktuell noch unglaublich viele Hindernisse im Weg. In Kambodscha läuft halt alles ein bisschen anders. Zudem ist es für die beiden nicht einfach, sich selbst über Wasser zu halten und dann auch noch ein Projekt, dass aktuell nur kostet, zu finanzieren. Deshalb haben wir primär geholfen, eine Bartheke für ein Hostel zu „bauen“. So kann Geld reinkommen, welches dann später investiert werden soll. Für ECHO. Für den Traum der beiden. Ich finde die Idee nach wie vor wichtig und grossartig, denn in Kambodscha kümmert sich die Regierung ja bekanntlich nicht um eine Lösung. Die Jungs sammeln in Kampot mit einem Elektrotuktuk den Müll, sortieren in Glas, Plastik, Aluminium und Styropor / sonstiges. Aluminium geht zurück an die Community, die Khmer people verkaufen diese an der vietnamesischen Grenze an Vietnam und China. Diese bezahlen gutes Geld dafür. Plastik nimmt leider keiner mehr an – war früher anders – und entsprechend horten die Jungs bereits Unmengen Plastik und Glas. Eine richtige, schlaue, funktionale Infrastruktur, das ganze professionell zu recyceln, ist noch ausstehend. Es ist also wirklich noch ein weiter Weg, doch Kampot ist verhältnismässig zu ganz Kambodscha bereits recht sauber. Die Frage ist nun eher, was machen mit dem gesammelten Abfall?

Aktuell wird ein Teil vom Glas in Ziegelsteine verarbeitet, mehr Glas jedoch geht in Bartheken. Als „Dekoelement“. Von Recyceln kann man hier nicht sprechen (finde ich), da das Glas aus seinem ewigen Lebenszyklus geholt wird, obwohl genau dieses Material so gut wiederverwendbar wäre. Den Jungs ist das aber klar, es ist für sie ein Mittel zum Zweck, an Geld zu kommen und dann bessere Gerätschaften zu kaufen.

Für mich persönlich war die Erfahrung sensationell. Jap, im ersten Moment dachte ich: Shit, nöd das, woni ghofft han. ABER: Ich habe tolle, tolle Menschen kennengelernt.  Zusammen haben wir poliert und geschwitzt und gelacht. Lecker essen und feiern durfte auch nicht fehlen. Es war wirklich ein Wahnsinnserlebnis, ein spannender Austausch mit komplett zusammengewürfelten Personen, Lebensstilen und Geschichten. Mich ziehts ganz fest zurück nach Kampot. Wer weiss, womöglich sogar bald! Zudem habe ich eine wichtige Lektion gelernt: Hilfe wird ungemein geschätzt. Und in diesem Moment zählt es nicht, ob du persönlich an das Resultat glaubst oder nicht. Sondern es geht darum, das / etwas zu geben, was diese Personen in diesem Moment brauchen. Obwohl ich kritisch gegenüber dem langfristigen Erfolg des Projekts gestimmt bin, kann es ja tatsächlich sein, dass die Jungs in einem Jahr eine wahnsinnige Recyclinginfrastruktur aufgebaut haben?

PS. Ja, es gab ein Erdbeben mit Tsunami in Sulawesi, Indonesien. Wir auf Bali haben nichts gespürt, weder im Meer noch an Land. Sulawesi ist distanztechnisch superweit weg.

Auch in Sachen Lombok Earthquake wird auf Bali immer noch gespendet. Es ist zwar jetzt wieder ruhiger um Lombok, aber die Situation ist noch nicht „gelöst“. Hilfte wird in verschiedenen Formen benötigt, sei es in Geld, um Sachen zu kaufen, aber auch in Essen, Kleidung, Verbrauchsartikel. Bei mir gabs wiedermal eine Kleiderspende und die übrigen Rupien. hati hati!

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1 Kommentar zu „Recyceln in #Kambodscha“

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