Yoga Teacher Training Teil 1 #Nepal

Namasté aus Nepal! Seit 16 Tagen bin ich nun in der Hauptstadt Nepals, in Kathmandu. Mittendrin statt nur dabei, liegt auch unser Yogastudio: Nämlich im Viertel Thamel. Thamel ist die touristische Hochburg Kathmandu’s, aber verhältnisweise zum „wahren Kathmandu“ super sauber und super schön. Ich bin kein Fan, aber ich hab’s auch ganz gut ausgehalten. Unterm Strich ist Kathmandu ein organisiertes Indien. Alles hat einen Touch von Indien, aber ist niemals so hektisch, niemals so grüslig und niemals so dreckig wie Städte in Indien teils waren. Aber ein grosser Unterschied muss ich von Beginn an klarmachen: Der Umgang gegenüber weissen Frauen kann man in keinster Weise mit Indien vergleichen. Man wird kaum angestarrt und überhaupt kriegt man viel weniger Aufmerksamkeit. Klar will ein Verkäufer etwas verkaufen, das ist halt überall eine regelrechte Volkskrankheit. Abgesehen davon, sind wir beispielsweise an einem Nachmittag 5km durch die Stadt gelaufen und kein einziger Typ hat unangenehm geschaut, geschnalzt oder sonst irgend eine Geste fallen lassen. Sowas schätze ich nach den unterschiedlichen Erfahrungen in asiatischen Ländern dann mittlerweile doch sehr!

Nun aber zurück zum Yoga Teacher Training (YTT): Wir sind eine bunt gemischte Gruppe von 18-60 Jahren. Die einen haben noch nie Yoga gemacht (unser Quotenmann), andere sind superpassioniert und nochmals andere haben die physischen Übungen seit 30 Jahren im Griff, aber jeglichen spirituellen Akt regelrecht vernachlässigt. Uf die einzelne Persönlichkeitä chani au gar nöd wiiter igah, das wär Material für 2 neui Blogposts und wür mis Karma au langfristig schädige. Es ist aber definitiv eine Lehre, die mich maximal in meiner Geduld übt. Doch es zeigt mir auch deutlich, dass ich mittlerweile tatsächlich ein sehr toleranter, verständnisvoller und unkomplizierter Mensch geworden bin. Mich über negative / respektlose Personen nicht zu ärgern, da ist jetzt wohl die Frage, was besser ist. Wenn einem diese 100% egal sind oder wenn man sich für die Menschen um einen herum etwas besseres wünscht? Mh.

So. Nochmals zurück zum YTT: Der Kurs dauert 200 Stunden, dabei sieht ein Tag wie folgt aus: 6.30-8.00 Ashtanga; 8.00-9.00 Flexibilität; 9.30-10.00 Frühstück 11.00-12.30 Yoga Philosophie, 12.30-13.30 Anatomie; 14.00 Lunch; dann Selbststudium; 17.00-19.00 Yoga Asanas; Hatha / Vinyasa und 19.30 Uhr Dinner. Eine Sekunde später könnte ich bereits einschlafen. Der Tag ist wirklich ziemlich gepackt und wir haben Hausaufgaben, müssen eine Meditation oder ein Yoga Flow vorbereiten und Sanskrit Terminologien auswendig lernen. Ich säg eui, es wird nöd langwilig.

Ich liebe die Asana’s / der physische Yogateil, da es teils in Sachen Flexibilität eine echte Challenge für mich ist. Meine Muskeln am Hintern und an den Beinen sind wirklich stark und ausgeprägt/gross, aber auch sehr „verkürzt“. Entsprechend bin ich manchmal den Tränen nahe, wenn ich das alles durchdehnen muss. Explosion hinterem Chnüglänk. Aber der Fortschritt nach zwei Wochen zeigt, dass es schon möglich ist, sich da etwas aufzulockern. Hingegen bin ich in Sachen Kraft und Ausdauer locker dabei, kann meine Plankposition easypeasy ewig halten. Surfen sei dank 😉

In der Yoga Philosophie geht’s primär um die Geschichte, den Hinduismus und den Yogic Lifestyle: Ein Leben nach bestimmten Prinzipien wie gesundem Essen, regelmässigen Körperlichen Übungen, Meditation, Atemübungen und einer Lebenseinstellung wie bspw. „Nicht immer den Sinnen nachgeben sondern bewusst handeln“, Selbstdisziplin, keine Gier / Ansammlung von Besitz und die Aufteilung von „mein Körper“ und „mein Geist“. Es wird geglaubt, dass jede Person eine Reinkarnation ist, dass Karma wichtig ist und dass man diesen Körper irgendwann verlässt, die Seele aber bis zur Erleuchtung gelangen kann. Dass man durch Meditation eine neue Liga an „Bewusstsein“ erlangen kann, die einen spirituell ins Jenseits befördert oder so. Ihr ghöret villicht, ich bin da irgendwie au nöd di Richtig defür.

So bin ich bekanntlich 0,0% religiös und bezweile solche Dinge nach wie vor etwas. Genau so, wie es für mich keinen Himmel gibt, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass meine Seele dann theoretisch im afrikanischen Hinterland als Nomadin wiedergeboren werden könnte. Whatever. Spannend ist es trotzdem und ich nehme einzelne Lektionen daraus mit. Vorallem das „sich trennen von den Emotionen“, dass „nicht Urteilen (über sich selbst, über andere, über wasauchimmer), oder das Loslassen von Beziehungen zu Materiellem oder Menschen, die einem nicht gut tun. Und keine Erwartungen mehr zu haben, mit offenem Geist auf Sachen zuzugehen. Keine Standards setzen. Es sind Kleinigkeiten.

Wir lernen auch viel über die Chakras, über 5 Elemente aus denen „alles Sein und Nichtsein“ besteht und bladiblada. Es ist wirklich spannend. Aber selbstverständlich kann man sich fragen, ob denn dies oder das nun eher stimmt. Dasselbe mit Ayurveda, einer natürlichen Präventions- und Heilmethode für allerlei Sachen. Es ist spannend und ich nehme Vieles für mein weiteres Leben mit. Anderes ist wohl eher nix für mich.

Auch immer wieder ein Thema ist „Non-Violence“, keine Gewalt. Yogis sind Vegetarier / Veganer, weil sie den Konsum / das Töten oder verzehren von tierischen Produkten als Gewaltakt am Tier ansehen. Fleisch ist für mich sowieso gestorben, ebenso Eier. Habe ich euch von dem Küken-Fötus in Eierschalen in Kambodscha erzählt? Scho gäll. Nur so zur Erinnerung. Es ist also nur Milch, Yogurth / Käse, dass ich in Sachen tierischer Produkte verzehre und mega gern hab. Vor Jaaahren habe ich die China Study gelesen und bin eigentlich überzeugt, dass sie wahr ist. Dass tierische Proteine in unserem Körper das Wachstum / die Mutation von bereits vorhanden, schwachen Zellen zu bösen Krebszellen fördern. Trotzdem bin ich zu bequem oder noch zu ignorant, um den strikten Veganismus wirklich durchzuziehen. Doch das Thema holt mich immer wieder ein und vielleicht brauche ich in dieser Hinsicht doch eine Erleuchtung, die mir den letzten Arschtritt gibt. Mal schauen.

Nun ist das Training auch noch nicht vorbei! Da aber ab morgen ein grosses, mehrtägiges Nepalesisches Festival stattfindet, gehen wir mitsamt unseren Inhabern in ein abgelegenes Dorf im Annapurna Gebirge. Dort werden wir die letzten Tage bis am 22.10. verbringen und dann auch unsere Prüfung absolvieren. Es stehen noch ziemliche Hürden auf dem Programm, von denen ich euch aber später noch berichten werde.

Ich für meinen Teil habe heute meine erste kleine Meditation geleitet. Eine spezifische Art von Meditation, an die ich 100% glaube. Da ich selbst ganz generell Mühe hab mit Meditieren und mir das ganze noch gaaaar nicht liegt, kann ich schlecht etwas „lehren“, das ich selbst gar nicht praktiziere. Aber es gibt so viele spannende Ansätze, vielleicht kann ich euch das alles sonstmal zeigen 😉 Ebenso habe ich eine erste kleine Yogapraktik vorgezeigt und das Feedback bekommen, definitiv Lehrermaterial zu sein. Läuft also bei mir.

Zum Schluss muss ich dann aber doch immer wieder etwas schmunzeln, da ich ja eigentlich gar nie Yogalehrerin sein wollte. Finde das unter dem Strich schon immernoch etwas zum Schreien, dass man mit einem 200h Kürsli „Yogalehrerin“ sein kann. Das, obwohl diese Philosophie tausende Jahre alt ist und so viel Inhalt hat, dass die einen hier (unsere Lehrerin) seit etwa 25 Jahren nichts anderes studieren und sogar einen PhD (Dr.) darin abschliessen. Und wir Westler kommen da kurz vorbei und machen unseren „Lehrerschein“. Dasselbe mit den unzähligen Hausfrauen, die ein Ayurvedakürsli machen. Und glaubet mer, ich nehme mich in diese Ironie 1000% mit rein. Ich bin mir bewusst, dass ich nach diesem Kurs im Verhältnis zum grossen Ganzen noch immer keinen Schimmer habe. Ich schämte mich zu Beginn fast etwas, hier auf dem Blog oder allgemein den Leuten zu sagen, dass ich einen Yoga Teacher Kurs mache. Aber unterm Strich ist es halt das, was ich tue. Basta. Und auch wenn ich es 100% für mich allein, für meine „innere Ruhe“ und etwas für den Ausgleich in meinem doch aktuell SEHR abenteuerlichen Leben mache, bin ich mittlerweile nicht mal mehr abgeneigt, das Gelernte auch weiterzugeben. Und darum geht es ja unterm Strich: Weitergeben von Wissen, Erfahrungen und Sachen, die einem gut tun 🙂 Namasté.

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