Trekking in #Nepal

Also dass ich vor ein paar Tagen trekken war, spüre ich noch immer. Bin eigentlich fast echli enttosche, hani dänkt, ich bin doch ez so duregstretchet vom ganze Yoga. Lol. Aber wer fast 2000m an einem Tag RUNTERWANDERT, dem brennen die Waden. OhjeOhje. Ich sägs eu, explosiv fühlt sich das ah. Ich hätte mich noch ewig in der Natur der Annapurna Conservation Area aufhalten können, doch lag das in Sachen Visum nicht mehr drin. Zugegebenermassen erinnerte mich die Natur auch ganz oft an die Schweiz. Die Berge sehen zum Verwechseln ähnlich aus, wäre da nicht der massive Höhenunterschied. Eigentlich ein Witz, dass bei der Schweiz jeder gleich sagt „Oh ihr habt so hohe Berge!“ und dann misst unser höchster Berg irgendwie knapp über 4800m und ich starre tagelang Berge zwischen 7500m und 8400m an. Ich weiss, auf den Fotos sieht man das irgendwie nicht. Bin halt kein Profifotograf und erst recht schleppe ich für solche schweisstreibenden Aktionen keine Zoomobjektive mit mir rum. Okay, vielleicht hab ich’s oben kurz bereut, aber unterm Strich muss ich sagen: Dieses Annapurna Massiv werde ich sowieso nie vergessen, es war zum Greifen nah. Foto hin oder her. Aber es war auch beängstigend, wie oft wir Rettungshelikopter an uns vorbeischiessen sahen. Und wie schnell das Wetter wechselte! Dass ich mit meinen Legginsli und einem verwaschenen North Face Fleece nicht verfroren bin, wundert mich noch immer. Kaum zog die Sonne weg, fiel das Thermometer auf Antarktika. Merci dänn. Aber eis ums andere.

Für mich gings auf einen Viertagestrip: Mit dem lokalen Bus ab Pokhara nach Nayapul. Die Busfahrt war mein Grauen, so habe ich unterwegs meine Tage bekommen. GAHTS ENART NO!? Für über zwei Stunden in einem Bus ohne Federung eingesperrt zu sein, ist so ziemlich das letzte, was man da will. Dann hatten wir auch noch einen Platten. Isch das es Zeiche? Sett ich nöd go trekke? Drei Ibuprofen und ein emotional wichtiger Bountyriegel später konnte ich meine Krämpfe wieder aushalten. Auf geht’s!

Ab Nayapul trekkten wir entlang des Flusses in Richtung Ghorepani. Unsere erste Station war Ulleri und jeder warnte uns vor den 3500 Treppenstufen. „Das isch s Schlimmste!“ Wir kamen nach Ulleri und ich fands gar nicht so schlimm. Kann ja nur noch easy werden, wenn das „das Schlimmste“ war. Lol, guet simmer halt doch Wanderschwiizer gäll.

Die Unterkunft war herzig, aber eisig. Selten so gefroren. Fleissig alle möglichen Yogamudras probiert, um irgendwie meine Körperwärme zu managen. Morgens aufgewacht und gemeint, dass der Nasenspitz nicht mehr funktioniert. Oder schon abgefallen sei. Aber alles noch dran. Ab Ulleri ging’s dann nach Ghorepani. Und ich sags euch: SELTEN so geflucht. WAS FÜR LÜGNER!!!! Wer auch immer behauptet, die Stufen nach Ulleri seien schlimm, der hat’s nicht nach Ghorepani geschafft. Vonwegen Wanderschwiizer. Schweissausbrüche sondergleichen und emotionale Kämpfe à la „Aber, aber, aaber aaaalli händ gseit es sett jetzt easy werde…!!!!“ Okay, es waren nur 4h (ohne Pause) aber es ging teils so senkrecht hoch, dass ich mich auf allen Vieren hochgezogen habe. Ein Hoch auf kurze Beine. Merci zum Zweite. In Ghorepani checkten wir gleich in eine Unterkunft mit dem allerwärmsten Wohnzimmer ein. Die Zehen mussten eine Stunde lang aufgetaut und wiederbelebt werden. Da erkannte ich dann auch, dass sich eine „kleine Blase“ an meinem Zeh zu einem Blasenmutant entwickelt hat. HOLY SHIT! Ist da noch ein Zehennagel da drunter? Fääääck.

Gut, dass so eine kleine Notoperation ein gediegener Zeitvertreib war. Wildes Rumstochern und Aufstechen später, sieht das ganze schon etwas besser aus. Überhaupt haben wir in diesen Unterkünften immer superlecker gegessen (wer Frühstück und z Nacht isst, schläft gratis!) und es gab sogar eine heisse Dusche! Nur war die Dusche irgendwie halbwegs draussen. Es söll ja nöd z bequem si. Der Eiswind zog durch die Löcher und die Nachbarskuh konnte auch reinspannern. Aber mir glich, hauptsach heiss Wasser.

Als ich mich wiedermal über die hygienischen Zuständen in den Toiletten amüsierte (weiss nöd, öbi söll lache oder brüele) und mich fragte, was dieses ganze schlechte Karma eigentlich soll, musste ich wiedermal allen Respekt den Damen dieser Welt zollen. Ich motze hier wegen vier Tagen trekking inkl. Periode und diese Damen haben das ihr ganzes Leben. Ohne irgendeinen Komfort. Und leider oft ohne das Verständnis der Kultur, der Religion, der Männer. Respekt.

Respekt auch vor der harten Arbeit, die die lokalen Bauern und die Sherpas leisten. Wie man so viel Gewicht rumschleppen kann? Ich weiss es nicht. Aber gesund kann das nicht sein. Einzig die Zementsäcke zum Bauen werden von Ponys getragen, alles andere tragen Frauen und Männer in grossen Körben, die man mit einem Gurt am Kopf befestigt und auf dem Rücken anlegt, den Berg hoch. Da kommt dann auch der Zwiespalt, ob es gut ist, die Locals als „Träger“ zu engagieren, weil sie damit Geld verdienen oder ob’s ethisch einfach nur verwerflich ist, dass jemand seine Gesundheit ruiniert und unverhältnismässig schwere Sachen für einen rumschleppt. Fazit: Gib deinem Sherpa nur, was du selbst auch tragen kannst. Sah leider teilweise gar nicht so aus… Wir haben unsere kurze Trekkingtour ohne Guide und Porter gemacht, so war es einfach in der Navigation und sehr kurz, sodass ich nicht viel tragen musste. Einzig einmal im Wald dachte ich mir: „Mhhh, was, wenn jetzt ein Leopard kommt?“ In Riepe, dem Dorf in den Bergen, haben sie uns nämlich gesagt, dass sie keine Hunde haben, weil die Leoparden sonst kämen. OOOOKAAAAY.

Der Trek führte dann ab Ghorepani via Tadapani nach Ghandruk. Nochmals maximal den Berg hoch auf 3200m und dann alles runter. Ab Ghandruk gings nochmals 4h runter zurück nach Nayapul. Doch nach halbem Weg musste ich mal meinen schmerzenden Zeh konsultieren und mein Mitwanderer meinte: Es ist Zeit für den Bus. Mein Zeh war eine feuerrote, tropfende Mondlandschaft. Jap, ich glaub au nöd, dass ich no wiiterlaufe. Ich nahm den lokalen Bus und bereute es wenige Minuten später. Ganz nach dem Motto: „Mein Leben oder mein Zeh?“ sass ich mit dem grössten Dilemma im lottrigsten lokalen Bus auf den wohl gefährlichsten Strassen, die mir je unters Füdli gekommen sind. WHAT THE FUCK. Ja ich weiss, die fahren da jeden Tag. Aber seit eim ja keine, we oft son Bus s Loch abegheit!?!?!? Der Abgrund sticht direkt neben meinem Fenster 1000m runter. Der Bus fliegt nur so über Schlaglöcher. Ich sags euch: NIEMALS werde ich wieder in einen solchen Bus einsteigen. Wie oft unser Rädli da einen Zentimeter vom Klippenrand entfernt war, möchte ich gar nicht wissen. Ein junger Mann neben mir meinte „Mach dir keine Sorgen, manchmal schliefern wir sogar und es passiert nix.“ WIE BITTE!!!! Oh mein Gott ich will usstiiiiiege. Aber nein, der verdammte Zeh! Falls jemand jemals einen solchen Bus nehmen will: NEIN. Die Antwort ist Nein. NEHMT DEN NICHT.

Aber hey, überläbt hanis. Thanks god, buddha, krishna, vishnu, shiva und wer zur Höll au immer. Der Zeh wurde dann mittlerweile auch nochmals notoperiert (machi halt scho voooll gern). Ob der Nagel bleibt, werden wir in den nächsten Tagen wohl herausfinden 😉 Trekken gehört definitiv zu Nepal und es reut mich, dass ich nicht mehr Zeit hatte. Gern ein anderes Mal!

Da ein paar magere Handyschnappschüsse, ungefiltere Realität und so. Im nächsten Post gibt’s dann das Video 😉

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Aufstieg nach Ulleri

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Veggie Curry
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Am Verfrühre. Inkl allne Chleider und Schal.
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Guten Morgen Sonnenschein.
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Happy Izzy
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Veggie Curry 2
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Aussicht auf 3200m
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Wald oh Wald
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endless Valleys
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Happy Izzy II
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Am Verfrühre zum Zweite
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Adler. Churzi Panik, öber mich als Ziil avisiert. Schnells Handy wegpacke.
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Ghandruk Construction meets old farm houses
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Veggie Curry 3
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Guten Morgen Sonnenschein

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