It’s movie o’clock! #Nepal

It’s showtime! Obwohl, noch nicht ganz. Zuerst möchte ich ein paar Themen anschneiden, die mich immer wieder zum Nachdenken anregen. In Nepal sass ich nämlich – wie fast überall – eine gute Zeit lang in Bussen fest und da kann man sich halt wirklich immer den Kopf über Gott und die Welt zerbrechen.

The drama goes on: Abfall

Besonders, wenn die Strassen stundenlang von Abfall gesäumt sind. Immer wieder wird einem das Ausmass der Katastrophe vor Augen geführt. So viel Abfall. Kilometer an Kilometer häufen sich Plastikflaschen, Plastiksäcke, Chipssäckli, Aluminiumdosen und alles, was man sich so vorstellen kann, an den Strassenrändern. Vor mir sitzt eine Frau mit ihrem Kind und wirft fleissig ihren Güsel aus dem Fenster. Mir rutscht ein „HEY!“ raus, doch ist mir mittlerweile auch klar, dass das nix bringt. Man macht das halt einfach so. Dass sich kein Schwein um den Güsel kümmert, interessiert offenbar auch keinen. Die Hunde, Kühe und Ziegen versuchen, zwischen all dem Güsel noch etwas essbares zu finden. Wie lang kann das noch so weitergehen?! Es gibt bereits erste Initiativen, Nepal sauber zu kriegen. Ich drücke die Daumen. Aber nach dem ganzen Abfall all over asia muss ich sagen: Ich weiss nicht, ob ich da noch eine saubere Welt erleben werde. Es geht nicht nur ums Wegwerfen. Es geht vorallem auch ums Konsumieren. Alle leben sie von Fast Food / Chips und Guetzli. Alles wird zwanzigfach verpackt. Da steht so viel Arbeit bevor, um dieses Handeln und Bewusstsein zu beeinflussen. Und in Ländern wie Nepal, muss ich sagen: Klar, die haben andere Probleme. Die Natur macht immer mal wieder Hürden: Erdbeben, Landslides und manchmal endloser Regen. Plus die Infrastruktur und überhaupt…

Ich weiss, für euch klingt das langsam vielleicht langweilig. Es klingt nach einem Klischee „Ja, der Abfall ist halt da.“ Me wüssets alli fängs, isch ez öppe gnueg Corina. Wenn ich so tun könnte, als hätte ich das alles nie gesehen, als wäre es nicht da, dann würde es mir wahrscheinlich besser gehen. Stattdessen bricht es mir das Herz, diese Bilder jeden Tag zu sehen. Denn der Abfall bleibt. Jahrelang bleibt er dort liegen. (Noch) keiner räumt das auf. Vielleicht sieht’s in Nepal dann auch irgendwann so aus wie in Sihanoukville, wo die Menschen auf dem Abfallberg leben. Hoffentlich nicht.

Wichtig ist für alle Trekker und Touristen: Höret gopferdammi damit auf, Plastikflaschen und den ganzen Snack-Scheiss zu kaufen. Unterstützt die lokalen Mamas mit dem feinen Essen und nehmt wiederauffüllbare Flaschen und Wasser-Reinigungs-Tabs zum Trekken mit. Meine Krisen-Bountyverpackung habe ich immernoch im Rucksack und werde sie in Kuala Lumpur am Flughafen wegwerfen.

Wie siehts mit der Armut aus?

Auf den ersten Moment ist Nepal ein armes Land. Menschen, die an schwer erreichbaren Orten leben haben kaum Zugang zu Bildung, Infrastruktur und Co. Trotzdem erklärte man, dass in Nepal eigetlich keiner hungern muss, so hat fast jeder ein Haus / Land ausserhalb der Städte und kann (könnte) dort fast selbstversorgend leben. Ebenso hat theoretisch jeder ein Dach über dem Kopf. Dass man die Wäsche in den Flüssen wascht und sich oft auch dort duscht, ist teil der Kultur / Religion. Viele migrieren aber in die Städte, um dort besseres Geld zu verdienen. Dort lebt man dann auch in anderen Standards. Teils besser, teils viel schlechter.

Luftschutzmaske ahoi!

Am allerschlimmsten ist aber die Luftverschmutzung. Ob’s von Staub aus Bauarbeiten kommt oder von den Fahrzeugen ohne jegliche Filter, weiss ich nicht. Fakt ist: In Kathmandu läuft man am besten mit einer Lutzschutzmaske rum. KEIN WITZ. Wenn ich die Nase schnäuze, ist alles schwarz. Zwischen den Zähnen fühlts sich nach Kies an und meine Augen brennen abends. Nachts muss ich husten. Zwei Wochen in Kathmandu und man merkt, wie stark der Einfluss ist. Kaum ein paar Tage in den Bergen und der Spuk ist vorbei.

Vorallem in den armen Ecken von Kathmandu, die direkt am Highway (eher eine Bergstrasse) nach Pokhara liegen, ist das Bild erschütternd. Der Staub ist so dick, dass Fahrzeuge mit einer 5mm Staubschicht bedeckt sind. Ebenso die Früchte und das Gemüse, dass Strassenverkäufer verkaufen. Alles ist braun/grau. Menschen atmen diesen Staub teils den ganzen Tag ein. Vorallem die Strassenarbeiter ohne jegliches Equipment, ohne Arbeitskleidung und Schutz. Aber auch Kinder, die im ganzen Güsel meets Staub spielen. Das ist so herzzerbrechend. Ich muss dringendst bald die Gesundsheitsstatistiken prüfen, so bin ich überzeugt, dass dies alles zu erschreckenden Zahlen führen muss.

Jetzt aber genug.

So, das wars mit der Negativität. Unterm Strich soll man Nepal ja wirklich besuchen, aber es ist halt nicht alles so perfekt, wie es im Video aussieht. Zu jedem Yin sein Yang oder so. Ich drücke diesem Land die Daumen, dass es besser wird. Ganz fest.

Viel Spass mit dem Video – ich bin mittlerweile wahrscheinlich zurück in Phnom Penh. (Schreibe euch hier noch aus Kathmandu). Entweder am Ausschlafen meines ewigen Fluges oder auf bestem Weg zurück nach Kampot 😉

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