Oh my mosquito #Cambodia

Hallihallo aus Kampot. Jap. Wiedermal Kampot. Vor zweieinhalb Wochen bin ich zurückgekommen und es hätte besser nicht sein können. Das Wiedersehen mit alten Bekannten war lustig und herzlich. Und wie Kampot halt so ist: Anstrengend und ungesund. Zu wenig Schlaf und zu viel Ausgang. Abend Nummer Eins war zugleich auch Halloween und wer die Expatszene im Kampot kennt, der weiss, dass da eh immer Gestalten rumlaufen, bei denen jahreinjahraus Halloween herrscht.

Glücklicherweise habe ich aber am ersten Nachmittag den lieben Marco, einen saucoolen Schweizer aus Hinwil (Zuefäll gits gäll), kennengelernt. Er hat dasselbe Volounteering gemacht, bei dem ich war und reist seit zwei Jahren durch Asien. Davon fast ein Jahr mit dem Motorrad in Vietnam. Wie cool isch das dänn?! Er ist der Typ Reisende, der NUR an lokalen Strassenständen isst und im Gaggo bei den Locals zuhause unterkommt. Überhaupt fährt er mit dem Töff in die hinterletzten Bergdörfer, findet sich dort eine Unterkunft, spricht zwar die Sprache nicht, aber arbeitet einen Tag später dann auf der Farm mit. Was füre Legände! Nachdem wir ein paar lustige (unter dem Motto: let’s go all in!) Nächte hatten, habe ich ihm einen Metallstrohhalm geschenkt und er mir gezeigt, wie er sich die Haare mit rohen Eiern und Limetten wäscht. Intimer als Bluetsbrüederschaft, sowas. Friends forever oder so hahaha!

Dann gings für ihn zurück nach Vietnam und für mich nach Koh Rong Sanloem. Eine kleine, supereinfache Insel. Dort war ich mit einem Yoga Studio in Kontakt, die mich tatsächlich als Yoga-Lehrerin engagieren wollten. Ich skeptisch, aber offen, ging frohen Mutes nach Koh Rong Sanloem! Ich kam an, traf die lieben Inhaber des veganen Restaurants / Yoga- und Tattoostudios und lernte auch gleich die Yogalehrerin kennen, die dort fix unterrichtet. Alles schien perfekt, ich checkte in meine Unterkunft ein und ging früh schlafen. Morgens wachte ich auf und fühlte mich mässig. Ich erkundete die Insel, traf mich zum Yoga und fühlte mich abends, als hätte mich ein Lastwagen überfahren. Dann gings los: Fieber, Fieber, Fieber. Kopfweh. Schmerzen hinter den Augen, so fest, als würde es mir diese gleich mit 180 km/h vorne rausschiessen. Dann Gliederschmerzen überall, wo es rein phyisch überhaupt so geht. Ich ging um 18 Uhr ins Bett, schlief bis morgens um 8 Uhr. Der Hostelinhaber Danny, en riese Schatz, nur dezent besorgt: Alles okay bei dir? Nein, nix okay bei mir. Er macht mir Tee, ich schlafe nochmals 4h fiebrig vor mich hin. Alles tut mir weh. Ich geh beim Yoga vorbei, um zu sagen, dass ich krank bin. Dann treffe ich per Zufall ein paar Mädels, komme ins Gespräch und fädle mir einen Job bei einem mega tollen Hostel ein. Irgendwie schräg, dass ich trotz allem noch diesen Job auf die Beine stellen konnte, bevor ich frierend bei 30 Grad einen heissen Tee trank und wieder schlafen ging.

Am anderen Morgen startete dann schon mein Volounteering-Job: 8 Uhr bis 14 Uhr Frühstück machen, Kaffee servieren, Check-ins, Check-outs und das an der allerschönsten Location auf ganz Koh Rong Sanloem. Gegenleistung: Unterkunft und 3 Mahlzeiten pro Tag. Was für ein Glückspilz ich doch bin! Mit Ach und Krach schleppte ich meinen Rucksack den Hügel hoch zum The Cliff Hostel und kriegte eine superschnelle Einführung ins System und alles, was es so zu wissen gab. Coole Sache: Der Inhaber Mai ist Kambodschaner, ebenso seine zwei Mitarbeiter Rashan (Kei ahnig wiemers schribt) und Pot. Pot ist gehörlos und spricht / versteht entsprechend natürlich auch kein English. Rashan’s English war gut genug, aber sagen wir mal so: Unsere Kommunikation fand vorallem in Form von Tänzen und schauspielerischen Darbietungen statt. Wir verstanden uns bestens und nach einem halben Tag angewöhnen klappte alles wie geschmiert.

Ansonsten ging es mir weniger geschmiert. Ich konnte nichts essen (vonwegen drei Mahlzeiten pro Tag) ohne beim Anblick des Essens schon fast zu erbrechen, bekam Durchfall und hatte die schlimmsten Schmerzen in meinen Beinen und im unteren Rücken. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich gesagt, ich bin schwanger. Bini natürlich nöd. Denn als hätte ich nicht schon das Langzeit-Tief meines gesundheitlichen Wohlbefindes erreicht, habe ich nach nur 17 Zyklustagen auch noch meine Tage bekommen. SUPERSCHRÄG!!! Und ganz, ganz würklich uhuere-sau-uncool, wenn man krank ist und die hygienische Infrastruktur auf einer einsamen Insel etwa genau unterirdisch daherkommt. Hatte ich doch das Vergnügen erst grad schon beim Trekken und jetzt schon wieder? F*** you mother nature!!

Ich ging wieder früh zu Bett und fühlte mich am nächsten Morgen nur minimal besser. Ich wusste: „Ich muss arbeiten“, raffte mich in die Kaltwasser-Dusche, schlotterte trotz 30 Grad vor mich hin und schleppte mich runter zum Restaurant. Mal kurz locker 100 eiskalte Liter geschwitzt und dann wurde mir schwarz. Am Boden sitzend kam ich wieder zu mir, nur um festzustellen, dass meine Haut komplett von roten Punkten übersät ist. Upsi. Da lauft öppis ganz schief. Leider waren aber der Inhaber und ein Staff auf einer andere Insel und ich musste die Morgenschicht mit Rashan allein schieben. Also nöd schwächle Corina. Ich zogs durch und kroch um 14 Uhr zurück ins Bett. Abends half ich nochmals an der Bar aus, weil ein anderer Helfer ausfiel. NO IDEA, wie ich das gemacht habe. Am Tag danach dieselbe Story, dann konnte ich nicht mehr und machte einen Tag „krank“. Als mein allgemeiner Zustand auch einen Tag später nicht besser wurde, wusste ich: Ich muss weg von dieser Insel und zum Arzt.

Ich schnappte mir das nächste Boot, höckte mich in den Bus nach Kampot und fuhr in direktem Weg ins Spital. Dort nahm man Blut und diagnostizierte: Dengue Fieber. Jaaaaa merrrcccciiiiii. Nebst utopischen Gliederschmerzen und dem Ausschlag, der nun auch noch wie die Hölle juckte, kommt das Fieber auch mit Blutungsneigungen. Deshalb löst das bei Frauen oftmals eine frischfröhlich tschodernde Zwischenblutung aus. Jetzt isch alles klar. (Sorry, sicher too much information für d Manne unter de Leser!) Aber liebe Ladies: Falls ihr mal dieselben Symptome habt, it’s dengue! Wartet nicht so lange wie ich, bis ihr ins Spital fährt. Lol. Obwohl, machen kann man ja trotzdem nix. Aussitzen bzw. ausschlafen und irgendwann kommen die Kräfte zurück. 12 Tage ist der Ausbruch des Fiebers her und ich habe noch immer fast ein Herz-Chriesi, wenn ich ein paar Treppen hochsteige. Es hat mich definitiv mehr mitgenommen, als ich mir jemals hätte vorstellen können. Ansonsten geht es mir wieder bestens. Keine weiteren Beschwerden mehr 🙂

Aber oooh mein Gott, ich bin mir den Wert meiner Gesundheit mal wieder sehr, sehr, seeehr fest bewusst geworden. Die Krankenkasse, die ich leistungsmässig fürs 2019 eigentlich reduzieren wollte, habe ich grad wieder hochgeschraubt. Wenns einem mal wieder so richtig beschissen geht, auch wenns nur ein paar Tage sind, weiss man halt doch, dass die Gesundheit das allerwichtigste Gut auf Erden ist. Und hooooly shiiit ich bin soooo heilfroh, war es nur Dengue Fieber. Mein dezentes Hypochonder-Ich hatte zwischenzeitlich natürlich leichte bis allergrösste Panik, dass es etwas richtig Schlimmes sein könnte. „Mein Leben läuft ja zuuu perfekt, es musste ja früher oder später etwas kommen“…und so Gedanken. Entsprechend habe ich Mami und Papi natürlich auch keinen Mucks erzählt, bis ich die Diagnose im Spital hatte. Sonst wären wir schon zu Dritt am Hypern gewesen und das hätte auch keinem was gebracht 😉

Noch kurz zu den häufig gestellten Fragen: Nein, Dengue (sowie Zika) kann man nicht impfen. Sonst hätte ich das nebst meinen 123’980 andern Impfungen sicher gemacht. Es ist eine Mücke und man kann sich mit Antibrumm schützen. Und glaubet mer, ich antibrumme jeden Tag eine Tonne Deet auf meine Haut, sodass ich zwischenzeitlich längst erwartet habe, davon irgendwann eine Vergiftung davon zu tragen. Auch in Sachen Heilung gibts bei Dengue nix, ausser abwarten und Tee trinken. Gegen die Schmerzen und das Fieber kann man was nehmen, ich hab das aber auf der Insel und mit meinen zwei übriggebliebenen Panadol ausgesessen. Immun ist man nach dem Dengue Fieber leider auch nicht, im Gegenteil: Eine erneute Infizierung könnte zu grösseren Problemen führen. Darum kümmere ich mich aber, falls es mal soweit wäre. Bis dahin suhle ich mich im Antibrumm und warte darauf, dass meine Kräfte wieder ganz zurückkommen. Schade, um das perfekte Volounteering und die Yogastunden, die ich nicht geben konnte. Aber ich werde für die Dauer meines Visums wohl noch in den Ecken Kampot’s am Pool verbringen, die Batterien wiederaufladen und in aller Ruhe meine nächsten Steps planen 🙂

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Marco beim Markteinkauf (Limetten)
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Eier für die Haarwäsche
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Blurry nights. „Gömmer all in“, seit si. ohjeohje.

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Min Arbeitsplatz – wenn leider au nume für zu churz…

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Beste z Morge in ganz Kampot vom Market (siehe Fotos oben)
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Dengue-Paradise…
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