Montevideo & so. #Uruguay

In Montevideo wohne ich mit Carla bei ihrer Mama zuhause. Carla lebt dort vorübergehend, bis sie weiss, wohin mit sich. Haha, kommt uns ja irgendwie bekannt vor, oder?! Ihr Bruder lebt dort auch noch. Die Schwester, der Vater und so gefühlt jeder andere lebt in nächster Distanz. Denn: Montevideo ist mini. Überall trifft man jemanden, den man kennt. Mega cool, für eine Hauptstadt! Bitzli wie in Züri, usser, dass Züri halt ke Haupstadt isch…

Ein weiterer Unterschied zu den Zürchern: An Gastfreundschaftlichkeit ist das hier wirklich kaum zu toppen. Ich fühle mich wahnsinnig willkommen. Trotz Sprachbarriere und Co. fühle ich mich wie Zuhause. Montevideo selbst liegt am Meer, wodurch es eine Art „Promenade“ gibt, wo jeder Joggen, Fahrradfahren oder Inlineskaten geht. Voll cool! Die Altstadt selbst ist vorallem eins: Alt. Die alten Hüsli sind nicht so herzig rausgeputzt oder gestrichen, wie man es von anderen Städten aus der Kolonialzeit kennt. Alles ist ziemlich „raw“, ehrlich. Runtergekommen. Ich finds cool. Und zwischendurch gibts doch eine gute Handvoll „hipsterige“ Lokalitäten, wo ein runtergekommenes Gebäude zu einer Bibliothek, zu einem Kaffee oder zu einem Foodmarket umfunktioniert wurde. Es gibt tonnenweise coole Bars und so. Me gusta mucho!

Tüüüpiiiisch Uruguay!

Dann gibts ein paar lustige Dinge, die in Uruguay sofort auffallen. Und dabei meine ich nicht das Spanisch, dass absolut unverständlich scheint. Jedes „ll“ (Doppel-L) und y (wie bei yo / ich) wird wie folgt ausgesprochen: sch

Hühnchen ist also poscho, die Zwiebel ist ceboscha. Ich bin „scho“ und „to go“ heisst neu „para schevar“. Ohhhhmyyyyyy, mein Spanisch ist eh erst in den Babyschuhen und dann auch noch sowas. Uuuuund dann öffnen die auch nie den Mund beim superduberoberschnell sprechen. Halleluja.

Aber zurück zum Wesentlichen. Es scheint, dass es in Uruguay, nebst dem Fussballstadion in Montevideo, zwei Dinge gibt, die zum absoluten Nationalstolz zählen: Mate und Dulce di Lecche. Mate, der Tee aus Yerbas Kräutern, ist affenstark und oberbitter. Nichts für schwache Nerven, so kann das starke Matein (ähnlich wie Koffein) sogar Angstzustände, Schlaflosigkeit und Co. auslösen. Ich hab zweimal probiert. Beim ersten Mal fast rausgespudert, beim zweiten Mal fand ichs schon etwas besser. Aber ja, nöd für jede Tag. Das sieht aber so mancher hier anders. Wenn man nach draussen geht, ist praktisch JEDER am Mate trinken. Dabei wird der Mate Cup mit einem speziellen Röhrli sowie eine Thermoskanne mit stets heissem Wasser rumgeschleppt. Natürli gits dadefür spezielli Tragtäschli. Eieiei. Mate ist aber eher etwas, dass sozial genossen wird. Also bspw. mit Freunden geteilt wird. So trifft man sich anstatt auf ein Bier, halt auf einen Mate. Findi guet!

Dulce di Leche hingegen ist obergigalecker. Manch einer würde sagen, schmeckt wie Caramel. Hören die hier aber gar nicht gern! Das süsse, geschmolzene, milchige zuckrige Etwas ist gefühlt in jedem Dessert. Bevorzugt genossen und überall erhältlich ists in einem Alfajore, zwischen zwei Maizenaschichten eingeklemmt. Es gibt aber auch Alfajores mit Kokosnuss und Schoggiüberzug. Ohhhjeeeee. Hani doch nach de Schwiiz eigentlich gnueg gha vo Schoggi.

Bei beiden Spezialitäten besteht eine eingefleischte Rivalität mit den Argentinier. Denn die haben ihren eigenen Mate und ihr eigenes Dulce di Leche. Überhaupt merkt man manchmal, dass hier ein bisschen eine Nachbarschafts-Hassliebe herrscht. So chli Sprüchli-mässig. Etwa so, wie bei uns und den Deutschen. So heisst hier „Weisch, alles voll mit Argentinier wo do hii chömet go Schaffe, wills meh verdiene chönd.“ Lol.

Auch sonst gibts gaaaanz viele Gründe, warum Uruguay als die „Schweiz Südamerikas bezeichnet wird. So scheint hier die allgemeine Lebensqualität wirklich nicht all zu schlecht zu sein. Vorallem im Vergleich zu den Nachbarn, wo die Politiker ja scheinbar komplett am spinnen sind. Und es gibt eine Region, die heisst Colonia Suiza und „Nueva Helvetica“, wo Hüüsli stehen, die glatt in der urchigen Schweiz sein könnten. Offenbar gabs hier auch mal einen Schub Schweizer Auswanderer, die sich niedergelassen haben. Ebenso à la Neuseeland 😉 Offenbar werde auch da immernoch der 1. August gefeiert und in der Tracht getanzt. Lol.

Trotzdem hat auch Uruguay noch viele Baustellen, beispielsweise hat mich das öffentliche Spital zu tiefst schockiert. Ich so: „Was isch denn das?!“ Carla: „Der öffentliche Spital“ Ich: „Steht der leer?!“ Und sie: „Nein, der ist pumpenvoll mit Menschen. Pumpenvoll.“ Aber aussehen tuts, als würde das Gebäude seit 100 Jahren leerstehen und jeden Moment zusammenkrachen. Ohhhmannnn. Wer kann, leistet sich in Uruguay private Krankenversicherung.

Alles in allem gefiel mir Uruguay meegaaa gut. Und einmal könnt ihr raten: Ich werde auf jedenfall zurückkommen! Einerseits zum Surfen, andererseits um besser mit Carlas Mami quatschen zu können. Denn mit meinem inexistenten Spanisch war das manchmal echt schlimm. Ich kannte dieses Gefühl gar nicht mehr, dass ich mich nicht verständigen kann. Di ganz Ziit hani so halb Französisch gredt. Ooohhhh Lord. Für Bolivie hani also scho mal e Spanischschuel im Hinterchopf 😉

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überall gibts artesanal cervezas… 12h Blähige inklusive.

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