Cordoba y Mendoza #Argentina

Ohhhh mein Gott! So sorry, ich komm hier überhaupt gar nicht hinterher… eben war ich noch in Cordoba und plötzlich merke ich, dass dies schon über zwei Wochen her ist! Shiiiiit! Aber eins ums andere…

Ab Montevideo nahm ich einen wunderbaren Nachtbus der mich innert knapp 15 Stunden nach Cordoba chauffierte. Bequem inkl. Esse und Wifi. Läuft. Günstigs sinds nämlich au nöd, die Büs. Aber hey, Priis-Leistig stimmt. In Cordoba traf ich Sven wieder und wir nahmen uns endlich die Zeit, den Patagonientrip vorzubereiten. Nebenbei haben wir an „Free Walking Tours“ durch die City teilgenommen und die wunderschönen Parks genossen. Cordoba ist nebst Mendoza die Stadt in Argentinien, die man wirklich besucht haben sollte. Einerseits weil die Universitäten der City einen jugendlichen Charme geben, und andererseits, weil das Viertel Nueva Cordoba / Bohemia wirklich richtig viel Charakter hat. Dort ziert nicht nur Streetart die Wände, sondern es gibt auch sogenannte „Gallerias“. Dabei handelt es sich um versteckte Innenhöfe alter Gebäude und Häuser, die zu verwinkelten Restaurants, Bars, Kaffees und „hipster Shops“ mit lokal gefertigten Produkten umgestaltet wurden. Die einen sind etwas moderner, andere sind eher etwas mehr „shabby“. Aber allemals sehenswert!  Zudem findet am Wochenende immer ein riesiger Flohmarkt mit lauter Krimskrams, uraltem Plunder und neuen, zugegebenermassen recht herzigem Ramsch statt. Zudem besuchten wir das Fotografie Museum, welches in einer alten Villa eingenistet ist. Einerseits waren die Fotoreportagen sensationell, andererseits war das Gebäude an sich EIN TRAUM. Ich wär glatt eingezogen… seht selbst unten!

Etwas Spannendes lernten wir jedoch schon in Cordoba: Nicht all zu lange her, in den 1970ern, erlebte Argentinien eine ziemlich traumatisierende Zeit: Die Militärdiktatur. Zu dieser Zeit wurden viele Menschen verschleppt und ermordet. Ebenfalls gängig war, schwangere Frauen oder Familien oder weibliche Gefängnisinsassen zu verschleppen und dann deren Babys an kinderlose Offiziere oder andere Menschen mit Einfluss abzugeben. Anschliessend haben sich die „Grossmütter“ dieser verschleppten und später adoptierten Kindern jede Woche Mittwochs auf einem Platz, der mit einem weissen Häubchen markiert ist, versammelt, um Fotos ihrer Kinder zu zeigen. Wenn jemand wusste / erfuhr, dass er adoptiert wurde oder Eltern das Gewissen nicht mehr tragen konnte, konnte man sich bei den Grossmüttern melden. Mitterweile steht dahinter eine ganze Organisation, die sich darum kümmert, den Enkeln ihre wahre Identität zurückzugeben. Man schätzt, dass 500 Kinder zwangsadoptiert wurden und davon knapp 400 noch immer ungelöst sind.

In Cordoba haben wir es dann tatsächlich endlich geschafft, unsere „Autosituation“ zu lösen. Nach dem ewigen Hin und Her vonwegen „Auto kaufen“ oder „Auto mieten“, habe primär ich mich entscheiden müssen. Da ich es mir langfristig nicht vorstellen konnte, in den Ländern Peru, Bolivien und Kolumbien allein in einem Auto zu leben und allein zu fahren, haben wir uns praktischerweise fürs Mietauto entscheiden. Eine chilenische Mietwagenfirma schien dann das beste Angebot zu haben und wir haben prompt reserviert. Reservation bedeutet nämlich auch, all die internationalen „Permits“ zu bestellen, damit man mit dem Mietwagen die Grenze übertreten darf. Bhu, endlich geht was! Dann gings erneut darum, Bustickets zu kaufen und mit dem nächsten Nachtbus ab nach Mendoza!

Mendoza selbst ist wohl die Weinhauptstadt Argentiniens schlechthin. Malbec überall, so weit das Auge reicht. Wir haben uns hier für ein AirBnb entschieden, weil die Hostelpreise im Verhältnis zur Leistung und im Vergleich zu einem AirBnB wirklich nicht so günstig sind. Und haben es keine Sekunde bereut. Malena, unsere Gastgeberin, war eine rüstige, quickfidele 78-Jährige Lady, die ziemlich verständlich Spanisch und noch viel besser Englisch sprach! Aufgewachsen in Buenos Aires, zog sie später mit Mann und drei Söhnen nach Mendoza. Hier lebt sie nun allein in einem grossen Haus mit wunderschönem Garten, einer recht grossen Schildkröte und der Katze Pimienta. Nebenan steht das (riesige) Haus zweier Söhne, die beide Psychologen sind. Ihre Praxisräumlichkeiten sind ebenfalls dort untergebracht. Der dritte Sohn ist Zahnarzt und hat seine Praxis anderswo. Ziemlich schlau, diese Familie.

Argentinien ist

Bei Malena lebt es sich wirklich sensationell. Sie ist spannend, gerissen und witzig. Tagsüber nahmen wir an Stadtführungen teil, mieteten ein Fahrrad und fuhren durch die Weingüter oder erkundeten den riesigen Park Mendozas, der gefühlt fast so gross wie die Stadt selbst ist. In Sachen Weintour muss ich sagen: Schatten ist ein rares Gut und wenn man so feuchtfröhlich vor sich hin degustiert, dann kann das schon ein bisschen brenzlig werden. Sonnenstich und angetrunken zu sein, das ist keine empfehlenswerte Kombi. Aber wir haben zwei Flaschen superleckeren Wein vom kleinen feinen Weingut CARINAE gekauft: Einen Moscato (anders, wein-iger und süsser als unserer) und einen Rosé. Ansonsten erschien uns dieses Wine & Bike etwas überbewertet, so kümmerten sich die Weingüter nämlich nicht wirklich um unser Interesse oder leibliches Wohl.

Am letzten Abend haben wir (okay, Sven hat) ein Chili sin Carne gekocht und wir haben mit Malena lecker gegessen und einen guten, lokalen Weisswein getrunken. Das war wirklich mega toll und man merkte, wie sie uns ein bisschen ins Herz geschlossen hat. Spannend war auch, dass sie seit vielen Jahren „Auslandstudenten“, die in Mendoza studieren, aufnimmt und quasi in den leeren Zimmern unterbrachte. Zuvor in einem anderen, noch grösseren Haus. Jetzt hat sie nur noch das AirBnb und erklärte, dass sie es etwas vermisst, weil die Studenten jeden Abend mit ihr zNacht gegessen hatte und die AirBnb Leute halt eher machen, was sie wollen. So herzig!

Ich für meinen Teil habe natürlich sofort eine ewige Freundschaft mit Pimienta, der Katze, geschlossen.  Sobald ich nach Hause kam, sass sie bei mir und haarte mich voll. Massage inkl. Krallen inklusive, man (Frau / Katze) muss sein Territorium halt schon markieren, gell. Dann gings auch schon wieder ans Organisieren: Wie kommen wir nach Puerto Montt? Von dort haben wir nämlich den Mietwagen. Des Rätsels Lösung war eine Bus-Odyssee, die Landschaftlich eine Pracht, Sitztechnisch eher eine Qual war. Etwas mehr als acht Stunden dauerte die (PANORAMAREICHE, siehe Fotos) Passfahrt über die Anden von Mendoza nach Santiago de Chile. Dort harrten wir knapp 3 Stunden rund ums grauenhafte Busterminal aus, bevor wir um 21 Uhr mit dem knapp 13-stündigen Nachtbus aufbrachen. Patagonien, wir kommen!

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Cordoba
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Park in Cordoba
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Mendozas Weingüter
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Bester Vegi Food on earth
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Fotografiemuseum in Cordoba
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Fotografiemuseum in Cordoba
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Mendoza
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Degustation verschiedener Liquöre in Mendoza
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Mendoza
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Mendoza
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Treffpunkt der Grossmütter
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Passfahrt über die Anden
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Passfahrt über die Anden
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Passfahrt über die Anden
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Passfahrt über die Anden
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Mendoza
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