Puyuhuapi, the hanging glacier & Maté

Wo war ich? Ah genau, nach dem Delfinspot haben wir unter einer Brücke tatsächlich recht gut geschlafen. Ein paar chilenische Fischer hatten weniger Glück als ich, die wiedermal Svens Köstlichkeiten geniessen durfte, während die Jungs ewig keinen Fisch fingen. Apropos Campingnachbarn: Am Vortag trafen wir zum ersten Mal auf „die Franzosen.“. Genaugenommen, die Franzosen mit einem MONSTERMOBIL und 2 Kindern. Ich hab die nämlich auf der Fähre schon gesehen. Und genaugenommen hab ich die Mutter und eine Tochter glaub schon im Supermarkt in Puerto Varas gesehen. Aber irgendwie war die Tochter älter, als sie jetzt aussieht. Da wär ich ja mal gwunderig, wie das stets läuft und ob die Kids einfach schulfrei haben oder ob da laufend unterrichtet wird?

Zurück zur Fahrt: Das Wetter war etwas ungemütlich, so regnete es immer mal wieder und wir entschlossen uns drum, sponti einen Fahrtag einzulegen und bis nach Puyuhuapi zu düsen. Das kleine Käffli am Fjord hat mal wieder allergrössten deutschen Charakter. Wie ziemlich überall wird „Kuchen“ auf jedem Menu angepriesen. Ja, deutschgeschriebener Kuchen. Schräg. Im Hostel Allemannia (jep…) gönnen wir uns aber tatsächlich Kuchen und vor allem eines: WIFI. Kurze Lagerecherche, kurzes Arbeiten und ein bisschen Blogschreiben später, trudeln die zwei Iren, von denen ich bereits erzählt habe, ein und wir haben hier einen herrlichen Kafiklatsch. Abends suchen wir etwas planlos einen Campingplatz und enden zum ersten Mal auf einem bezahlten Stellplatz. Doch ich wollte einfach unbedingt eine richtige, heisse Dusche. Seit 5 Nächten habe ich im Gletscherwasser geduscht und wollte echt mal wieder meine Haare waschen. Gesagt, getan. Der Camping lag am Fjord, herrliche Aussicht über die Berge und gleich ums Eck vom „hängenden Gletscher“, der unser nächstes Wanderziel war.

So brache wir am anderen Morgen auf, erwanderten den Gletscher, sahen unterwegs allerlei Pflanzen und mehrere, handzahme mini-Maulwürfe. Auf dem Weg zurück zur Hauptstrasse gabelten wir noch die drei Hitchhiker, von denen ich auch bereits erzählt habe, auf. Gemeinsam ging die Reise nach Villa Manihuales. Dort luden wir die Jungs ab und suchten irgendwie einen Stellplatz ohne Wind. Unmöglich. Warum kein Wind? Einerseits kühlt das Auto runter wie die Sau, andererseits ist das „Outdoor kochen“ wirklich ein pain in the ass, wenn der Wind alle Zutaten wegbläst und die Flamme sowieso nie zum brennen kommt. Und eine Gas-Verschwendung. Und wenn ich hier von Wind spreche, dann meine ich kein schweizerisches Briiisli, sondern ein abartiger Patagonien Windsturm-Stoss-Böe-Tornado, wo du mit dem Auto sponti mal fast die Spur wechselst.

In Villa Manihuales fanden wir nix, also ging die Fahrt weiter. Apropos Fahrt: Mit den Jungs aufm Rücksitz führte die Strasse über einen Pass! Vorbei an zahlreichen, gletschrigen Gipfeln und dichten grünen Wäldern. Steil hoch und dann steil runter. Manchmal hab ich in den engen Kurven schon es bitzli gschwitzt, da es echt grosse Geröllbrocken und Steine und nicht mehr nur Kiesel waren. In engen, steilen Kurven, ohne 4×4 und mit 5 Personen, 5 Rucksäcken, 3 Zelten und einer Ladung Vorräte mitsamt Küchenmaterial im Gepäck, machte unser kleiner Hyundai ab und zu etwas beängstigende Gesten. Aber hey, mir hends gschafft. Runter ging die Fahrt um einiges einfacher, die Bremsen sind bislang glücklicherweise recht zuverlässig. Die Natur hingegen veränderte sich stark: Anstatt grünem, tropischen Regenwald, umgeben uns plötzlich wilde, schon bald gelbe Felber. Die Sonne scheint hier fleissig auszutrocknen. Hohe Berge zieren den Horizont, doch wir befinden uns hier in einem weiten Tal, nicht mehr in einem engen Fjord. Spannend! Auch nach Villa Manihuales blieb die Natur spektakulär. Ebenfall spektakulär war unser Nachtlager. Eigentlich wollten wir in der Region vom Rio Simpson nur Fragen, ob wir Gemüse und selbstgemachtes Brot vom Hof kaufen können. Doch dann stellte sich heraus, dass ein Ehepaar mitten in einem Feld ein „Campingplatz“ aufgebaut hat. In der Mitte der Wiese steht ein grosszügiger Gemeinschaftsraum mit richtig hohen Decken und riesigen Fenstern, sodass man praktisch Teil der Natur wird. Der Mann ist eigentlich Spanier, lebt aber seit 18 Jahre in Patagonien. Warum? Natürlich der Liebe wegen. Er ist laut und lustig, will ständig mit mir tanzen (ja, halbe bsoffe natürlich) und gibt uns einen Einführungskurs in die Gaucho Kultur vom Matétrinken. Die Frau ist eher ruhig und hat im Hintergrund garantiert die Hosen an 😉 Wir gesellen uns zu einer buntgemischten Gruppe Camper: Wie immer gibt’s da die Quotenholländer mit denen wir uns gleich anfreunden, und ein paar rentnerige, halbmötzelnde oder zumindest sehr ernsthaft vergleichende Deutsche, von denen meist keiner so wirklich motiviert-gesprächig ist. Aber was solls. Wir haben einen geselligen Abend, gleich ein zweites Mal in Folge eine heisse Dusche. Ein paar nette Kontakte später, brachen wir am nächsten Morgen nach einer sonnigen Yogaeinheit auf und weiter gings…

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Wanderwege
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hängender Gletscher
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Gletscherfluss
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Achtung: Bulle

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Anderer Gletscher

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Wanderweg
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Rio Simpson Valley
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Rio Simpson Valley
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Rio Simpson Valley
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Camping bei Rio Simpson mit matétrinkendem, tanzendem Besitzer
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Rio Simpson Valley
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Rio Simpson Valley

 

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