Cerro Castillo, die Nachbarn und los Manos #Patagonia

Auf nach Cerro Castillo! Zuerst in Cohaiyque, einer für patagonische Verhältnisse richtig grossen Stadt, noch etwas vegane Falafel essen und Gemüse einkaufen, bevor wir nach Cerro Castillo fahren. Dort schlafen wir ausserhalb vom Dorf, neben einem alten Schulmuseum und essen bei Sonnenuntergang mit Blick auf die Cerros unseren zNacht. Dahin werden wir am nächsten Morgen hinwandern. Doch zuvor noch zwei lustige Geschichten: Geschichte Nr. 1:  Wer campt mal wieder neben uns? Die Franzosen! Aber irgendwie sinds jetzt plötzlich drei Kids. Da sind nämlich wieder die Kids vom Strand und noch ein Baby! Ha! Wir werweisen wie die Wilden, ob die wirklich im Supermarkt vor uns an der Kasse waren und ich bin mir todsicher, dass die Tocher älter und grösser als ich war… stundenspäter des Rätsels Lösung: Ein viertes Kind kommt aus dem Höllencamper raus. Okay. Jetzt bini aber echt gwunderig, wie zur Höll das do funktioniert mit vier Chind uf Reise im Weltallmobil. Die Mutter ist am Unterwäsche waschen (im Scrubba!) und irgendwie bin ich so gar nicht neidisch. Ich seh ja nur schon, wie ultradreckig meine Klamotten die ganze Zeit sind und möchte mir nicht vorstellen, wie oft diese Mami die Handwäscheprozedur auf dieser Reise wohl schon durchgemacht hat. Lol.

Geschichte Nr. 2: Dann, als wir knapp fertig gegessen haben, taucht plötzlich ein Herr auf. Entpuppt sich, dass der gute Domingo unser Nachbar bzw. womöglich gar Besitzer des Parkplatzes ist. Er erzählt, dass wohl sein Grossvater das Dorf Cerro Castillo gegründet habe und bladibla. Er ist maximal angetrunken und möchte uns laufend motivieren, mit ihm ins Dorf zu kommen, weil dort eine grosse Fiesta stattfindet. Notiz am Rande: Das Dorf ist 10 Fahrminuten entfernt, wobei diese Fahrminuten ziemlich offroad sind, an einem steilen Hang entlang und auf engem Kieswegli, wo kreuzen fast nicht möglich ist. Es ist 23 Uhr, die Sonne ist fast nicht mehr da und Beleuchtung gibt’s abgesehen vom Auto nirgends. Nach dem dritten Nachfragen wird klar: Der gute Mann braucht einfach ein Taxi ins Dorf. Der nette Sven gibt nach und ich müffle ganz leicht vor mich hin. Nei ernsthaft etz. Ein Freudentänzli mache ich nicht wirklich, im dunkeln diese Gruselstrasse zu fahren und hinten einen besoffenen Fremden im Auto sitzen zu haben. Aber es könnte schlimmer sein, also los gehts. Wir laden den guten Herren ab und fahren zurück zu unserem Nachtlager. Sven pumpt die Matraze auf und ich versuche, mich auf dem Vordersitz umzuziehen. Dann kommt plötzlich ein Auto angedüst und ein andere besoffner Nachbar steigt aus. Ohje was isch denn do los?! Es ist schon dunkel, und ich mache schnell das Licht im Auto aus, damit wir weniger ausgestellt sind. Der Typ nähert sich uns in gefährlich betrunkenen Stürchel-Schritten und ich möchte unauffällig die Autotüren von innen schliessen. In meiner kleinen Stresssituation drücke ich den Schliesskonpf auf dem Schlüssel und vergass natürlich komplett, dass dann die ganze Karre nochmals in allen Regenbogenfarben aufleuchtet. Scherz. Aber Front- und Rücklicht sowie Innenraum (weil wir diesen manuell angemacht hatten) erstrahlten in vollster Pracht . Top. Läuft. Einmal kurz die ganze Aufmerksamkeit auf uns gezogen: Hallo Nachbar! Gut war der Herr so besoffen, dass ihm nicht mal das aufgefallen ist 😉

Ansonsten verlief die Nacht gemütlich und wir brachen am anderen Morgen nach sensationellem Frühstück mit Blick auf die Bergkette auf zum Wandern! Am Abend kamen wir dann kurz zurück, um die Los Manus zu begutachten. Neben unserem Stellplatz startete nämlich ein kurzer Trail zu den „Los Manos“. So entdeckte man in Cerro Castillo Handabdrücke von Ureinwohnern, die hier vor ca. 3000 Jahren lebten und damals mit roter und grüner Farbe (aus Guanacofett und Eisenoxid) negative (rund um die Hand herum „gesprayt“, indem durch einen Guanacoknochen geblasen wurde) und positive (farbige Hände an die Wand gepresst) Handabdrücke hinterliessen. Dies war ein Teil eines kulturellen Rituals. Spannend!

Zurück auf dem Parkplatz treffen wir eine chilenische Grossfamilie und ein Herr – wohl der Vater – beginnt uns stolz zu erzählen, dass dies sein Land sei und sein Grossvater das Dorf gegründet habe. Mhhh… kommt uns irgendwie bekannt vor?!

8F5F42D5-9A78-45DC-B7B9-0B24DDC04992B898C60F-2008-4320-A27E-00E1DDFDD5554EBA4B16-8A58-4AD6-A079-7DEF07CECF6695D48600-F298-46A9-8194-AD7A89BA93E2OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s