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Sweet Kerala #India

Welcome to India. Diesen Satz hörte ich tatsächlich an meinem ersten Abend, doch war es mehr ein Witz des jungen Hostelbesitzers. Er erzählt mir, dass er immer „Indien-Jungfrauen“ verarsche, indem er betone, wie gefährlich hier alles sei und wie sehr man aufpassen müsse. Er weiss genau, dass die Informationen über Indien im Westen schlimmer als die Trump Berichterstattung sind. Seine Strategie besteht darin, die Gäste auf den Arm zu nehmen, damit sie anschliessend selbst merken, wie faszinierend dieses Land ist. Mich konnte er leider nicht schockieren, so versuche ich mittlerweile mehr denn je, neuen Orten und Menschen neutral zu begegnen, und mir erst nach dem Erleben eine Meinung zu bilden. Work in progress.

In Negombo an meinem allerersten Abend lernte ich im Hostel zwei Inder kennen, die ich gleich über meine Indien-Reisepläne ausquetschen konnte. Die zwei supernetten und super gebildeten ITler aus Mumbai konnten mir eine ehrlich Einschätzung geben: Kerala / Bangalore seien kein Problem allein als Frau. Klar, als weisse Frau würde ich schon angestarrt werden, aber das bleibe dann auch dabei. ABER DELHI?? Da würden sie selbst auch als indische Männer niemals alleine hin, weil es offenbar nicht ganz illegal ist, Waffen auf sich zu tragen. Aber zurück zu Kerala.

Ich stieg also in Colombo in den Flieger nach Trivandrum: Männerquote 99%, Westler-Quote 0% – nur ich. Unwohlfühlquote auch 0%. Die Menschen waren supernett, keiner Gaffte und ich bereitete mich seelisch auf die Flughafennummer vor:

Flughafen bedeutet in den östlichen Ländern meist ein riesen Puff, tausend blabbernde Männer, die mir eine Rikschafahrt andrehen wollten und stechende Blicke auf die weisse Haut und schnalzige, glüschtler Geräusche. Ich kam zum Gepäckband, noch immer die einzige Westlerin, und die Inder sassen sich fast gegenseitig auf den Schultern, um ihre Pakete (ja, Päckli. Kei ahnig was die Lüüt im Flugi transportiert hend, aber Koffere sinds nöd gsi) zu erspähen und sich nach vorne zu quetschen. Ich sichtete meinen Rucksack und gab ein „Excuse me“ von mir. Die ganze Meute an Männern drehte sich um, schaute mich einen Moment lang schweigend an und fragte dann „Which one do you need?“ – „The black backpack“ – „No problem Miss“ und sie hievten meinen Rucksack zu zweit vom Band und trugen ihn sogar in eine ruhige Ecke, die nicht an Zustände aus Sodhom und Gomorrah erinnerte. So nett!

Ich war so happy, doch glaubte ich zu wissen, dass jetzt der wahre hassle kommt: Das Abwimmeln von 12’390 Rikschafahrern beim Verlassen des Flughafens. Das ist in Bangkok so, in Bali, in Lombok und auch in Colombo war es des Grauens. Hello Miss. Taxi Miss. Tuktuk Miss. Transport Miss. Accomocation Miss. AAHHHH!!! Ich verliess meinen ersten indischen Flughafen und: Da war keine einzige Nase! Das ist dann wohl der Vorteil, wenn man als wohl einzige Westlerin einen lokalen, kleinen Pupsflughafen aus Colombo anfliegt. Genaugenommen war es sogar schwierig, eine Transportmöglichkeit zu finden. Ups!

Nun sitze ich seit sechs Tagen im sonnigen, sauheissen und feuchttropischen Kerala. Ich komme mir manchmal vor, als wäre ich immer noch in Sri Lanka. Nur fehlen die Touris und die Wellen. Und es ist hier alles etwas lebhafter, es hat überall mehr Menschen. Es wird gebaut, geschraubt und die Strassen werden saniert, bis den fleissigen Einheimischen die Schuhe schmelzen. Kein Witz, der arme Mann hat mit seiner einstigen Sandale lange Fäden gezogen…!. Es ist verhältnismässig krass sauber und an jeder Ecke gibt es Yoga und Jesussandalen, Jesusfrisuren und überhaupt Jesusse (was isch denn da eigentlich gnau d Mehrzahl?). Lucy, falls du das liest: Du wärst längst betrunken – ich glaub, die Jesus-Quote ist hier gar höher als in Kathmandu 😉

Einerseits war ich in Varkala, der Hippiehochburg und der jüngeren, ruhigeren und authentischeren Schwester von Goa, sowie in Alleppey, dem Ausgangspunkt für Backwater-Trips. Zwischendrin bin ich mit dem Zug und Scooter gereist. Überall habe ich tolle Menschen kennengelernt und saugut gegessen. In Varkala gab es noch tolle Yogaerfahrungen mit einem 1,40m grossen Guru: Ich habe einen Kopfstand sowie eine Krähe gemacht und er ist mir so lang auf den Rücken gesessen, bis ich mit dem Kopf komplett in meine Füsse reingefaltet war. Jawohl, läuft bei mir. Er meinte, wenn ich 15 Tage dranbleibe, habe ich Chancen, eine wahre Yogi zu werden. Naja, mal luege =P

Alleppey hingegen ist etwas ruhiger, hat’s hier kaum Touristen und wenn, dann nur für Tagestrips in die Backwaters oder Hausbootmieten. Ich habe einen Tag auf einem Kanu in den Backwaters verbracht, das sind kilometerlange Kanalsysteme, wo die Menschen noch wirklich nah an der Natur leben. Transport ist entweder zu Fuss, mit Scooter oder per Boot. Kleider, Körper und Zähne werden im Fluss geputzt und trotzdem ist dieser erstaunlich sauber. Liegt wohl an den Millionen an Wasserpflanzen, die das Ökosystem reinigen. Ich bin froh, bin ich länger geblieben, so konnte ich auch die Umgebung mit dem Scooter abfräsen. Es empfiehlt sich, durch die Reisfelder zu schlendern, wo gemäss den Einheimischen kaum weisse Frauen auf Scootern aufkreuzten. Ich genoss diese Freiheit ungemein, so habe ich bspw. eine komische Maschine entdeckt, die wie eine riesengrosse alte Nähmaschine aussah. Ich bin zum netten Herrn hingefahren und er hat sich gleich dran gemacht, irgendwelche Spähne zu pressen. Stellte sich heraus, dass dies frischer Saft aus Ingwer, Zuckerrohr und Zitrone war! Mega lecker, aber viel zu süss, wie alles in Kerala. Sweet, Sweet Gwendoline in meinem Kopf.

Angestarrt wird man in Indien immer. Von jedem. Scheint mir, dass mich selbst die Hunde und Katzen anglotzen. Aber hey, auch hier gilt, zurückgaffen und grinsen und alle sind happy 😉 Ich habe zudem sehr viele Inder aus Kalkutta, Mumbai und Bangalore kennengelernt, die genau so westlich drauf sind, wie wir. Man kann also wirklich nicht alle in einen Topf stecken. In Kerala ist es wirklich so, dass man sich als Frau auch mit kurzen Hosen und Trägershirt bewegen kann. Klar, man provoziert die Blicke dadurch viel mehr, aber man muss sich nicht sorgen und man wird nicht blöd angegrabscht. Kerala ist der reichste Staat und hat die tiefste Rate an Personen, die nicht lesen und schreiben können. Also alles in allem recht westlich. Im Norden sind dies und der Status einer weissen Frau hingegen komplett anders.

Heute Abend geht’s nun mit dem Nachtzug während elf Stunden nach Bangalore. Meine erste indische Grossstadt, doch immer noch eine ruhigere und modernere Version als beispielswise Delhi. Ich arbeite mich langsam hoch, seid gespannt, was noch kommt ;-)! Und seid nicht besorgt, wenn es hier wieder ein paar ruhige Tage gibt. Ich werde in den nächsten 2+ Wochen ziemlich wild umherreisen und kaum Zeit bzw. WLAN haben, dies alles zu dokumentieren. Glaube ich zumindest.  bis gli, namaste.

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Surfing South #Sri Lanka

Der Süden Sri Lankas ist ein kunterbunter Mix aus dem traditionellen Sri Lanka, aber es ist auch ein starker, touristischer Aufschwung zu spüren. Zudem baut sich hier eine tolle Surfszene auf, die glücklicherweise noch kein Vergleich zu Hotspots wie Indonesien oder der europäischen Atlantikküste darstellt. Die Wellen sind meist etwas kleiner als in Indo, viel für Longboarder, aber in meinem Fall perfekt für’s Üben. Nach meinem letzten Surftrip im Oktober 2017 bin ich etwas östlich von Matara zum ersten Mal wieder auf ein Brett gesprungen. Seither war ich gefühlt 1000 Stunden im Wasser und habe die gesamte Sri Lankanische Südküste abgefetzt. Scherz, aber es fühlt sich zumindest so an. Hier meine Lieblingsorte, die zum Surfen aber auch zum Entspannen perfekt passen:

Hiriketiya

Eine kleine Bucht mit einer kleinen Welle und einem grösseren Point Break. Gesurft bin ich hier nicht, aber schön geschwommen und Ananassaft getrunken 😉 Der Ort an sich ist wirklich magisch und muss unbedingt besucht werden. Gemäss anderen Feedbacks sei das Dots oder das Salthouse ganz toll, Yoga ist selbstverständlich auch vertreten.

Madiha, Matara

Da waren wir im Doctor’s House in Madiha. Dies ist ein altes Ärztehaus, welches den Tsunami 2004 knapp überlebt hat und dann von zwei Australiern zu einem Traum für Surfer umfunktioniert wurde. Der Style und das Essen ist supercool und lecker, leider preislich nur was für Touristen. Rechts vom House gibt’s nen shallow reef break, der mir aber fiiiix zu heftig war. Mit dem TukTuk gelangt man aber zum SK Town Beach, einem Beachbreak mit starker Strömung aber bestens für Anfänger geeignet. War morgens zu Sonnenaufgang und abends zu Sonnenuntergang alleine surfen – sehr, sehr geil. Brett kann man mieten für 300 Rupees per hour oder 1000 Rupees per day. Gut hat mir ein Local erst zwei Tage später gesagt, dass an diesem Strand kürzlich ein verirrtes Krokodil gesichtet wurde. Määäh!

 

 Weligama

Anschliessend ging’s nach Weligama. Hier unbedingt in’s Layback Hostel einchecken. Der Besitzer Thilina und seine holländische Unterstützung Linda waren echte Engel. Haben sie uns mit der be cool Surfschool bekannt gemacht, wo man für 250 rupees per hour top neue Boards mieten kann oder auch (Riff-)Lektionen buchen kann. Die Schule liegt direkt am Weligama Sandstrand, der ein paar easy Anfängerwellen bietet. Leider aber supercrowded.

Ich habe aber eine Riff-Lektion genommen und bin morgens bei Sonnenaufgang auf’s Riff bei der Fishermen Bay gepaddelt. Das Wasser war beim Point Break tief genug für mich, am Schluss kam aber wieder der Moment, dass man eine Welle bei etwa 50cm Wasserstand fertig fährt was wirklich etwas unentspannt ist für mich =P

Surf Spirit, Unawatuna

Hier ging’s dann richtig ab. Ich habe mir im September eine Woche „Urlaub vom Urlaub“ bei Surf Spirit in Unawatuna gebucht. Meine Güte, das war wirklich die beste Entscheidung ever! Die Villa wird von Deutschen geführt und ist echt genau so der oberknaller, wie sie auf den Fotos aussieht. Täglich gibt’s 1,5h Yoga, drei mal richtig gutes Essen und 2-3h surfen am Mewatta Beach. Noch nie habe ich einen Beach Break gesehen, bei dem die Wellen so geil und gleichmässig brechen. Ich dachte, das gibt’s nur bei point breaks..denkste!

Während der Retreat Woche konnte ich nicht nur toll entspannen, wir hatten auch eine unglaublich tolle Gruppe mit tollen Mädels und Jungs, die ich so bald nicht vergessen werde 😉 Nach dem gemeinsamen Essen haben wir ab und zu noch Werwolf gespielt, was jeweils komplett ausartete. Dieses Spiel ist echt toll, vorallem, wenn man sich schon ein paar Tage kennt. Dann war das auch noch so, dass wir zwei Geburtstage feiern durften – ganz unter dem Motto: A little party never killed nobody. Die Sri Lanka WG war echt Bombe! Mein lieber Herr Gesangsverein – hahahaha!

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Goodbye #Sri Lanka

WOW! Der erste Monat meiner Reise ist vergangen und ich bin sprachlos. Wie kann die Zeit so schnell vergangen sein? Sie ist wortwörtlich geflogen, so stieg ich vor wenigen Tagen in den Flieger nach Indien und war überhaupt gar nicht bereit, Sri Lanka schon hinter mir zu lassen.

Ich hatte gar keine Chance, das Erlebte setzen zu lassen. Selbst im Retreat waren wir mit so tollen Leuten unterwegs und haben so viel gemeinsam gemacht, dass ich nicht dazu kam, die vorherigen drei Wochen zu verarbeiten. Nach dem Retreat war ich noch knapp eine Woche unterwegs, die ich mit Eline und anschliessend noch mit Lucy perfekt und ehrwürdig abschloss. So viel zum „Alleine Reisen“ – das bedeutet wirklich, nie allein zu sein!

Mein Travel-Fazit zu Sri Lanka: Was für ein Paradies. Gibt’s denn sowas?! Und das Essen erst! Ich bin so happy, dass wir uns am letzten Tag ein kleines Katerfrühstück gönnten und geiles scharfes Curry mit coconut sambal, Roti, Spiegelei und Dhal gönnten. Das Essen ist einfach der Himmel auf Erden.

Wer aber alleine nach Sri Lanka reist, der soll sich im Süden Freunde angeln und dann das Inland erkunden. Ich selbst hätte meine Route höchstwahrscheinlich bereut, wenn ich mit Sebas nicht einen solchen perfect match gehabt hätte.

Und bitte nicht denken, der Süden sei repräsentativ für ganz Sri Lanka. Der Süden ist touristisch, das wahre Gesicht tummelt sich im Inland und ist so wunderbar, so authentisch und so farbenfroh.

Nun aber zum eigentlichen Highlight! Haha, also vielleicht nicht für euch, aber für mich. Endlich habe ich mit Ach und Krach die Tausend Videoclips durchgestrählt und einen Clip zusammengeschnitten. Der Dank gilt hier dem fleissigen Sebas, der die GoPro am liebsten eingepackt hätte. #bedankt

Galle Fort #SriLanka

Erstmals: Ja, es dauerte hier ein wenig mit der Berichterstattung. Ich habe zwar fleissig geschrieben, konnte aber nicht posten, da das WLAN durchs Band so scheisse war, dass es keine Bilder lud, keine Sprachnachrichten verschickte und erst recht keine Videocalls zuliess. Es geht mir aber gut, gar besser denn je. Mein Teint nähert sich einem dunkleren Beigegrad, Sommersprossen sind omnipräsent und die Enden meiner Haare wurden bereits mehr als einmal mit dem Adjektiv „blond“ beschrieben. Surfen tat gut, Yoga tut gut und die spannenden Menschen, die mich jeden Tag begleiten, sind immer wieder wahnsinn. Ich erlebe so vieles und hoffe, euch hier bald noch etwas mehr zu erzählen 🙂 Nun zurück nach Sri Lanka…

Galle Fort – das klingt im Deutschen wie eine Krankheit. Gallensteine mal anders oder so. Galle ist eine Festung, die vom portugiesischen und später vom niederländischen Kolonialismus gezeugt wurde. Galle selbst ist gar nicht wniger typisch Sri Lanka, so ist das Städtchen ein Sitz von supervielen Firmen und hat einen Hafen. Ergo, hier wird etwas anders gearbeitet. Und zwar in internationaler Manier.

Das Fort wiederum, ist ein Abstecher in eine andere Welt. Betritt man die Festungsmauern, taucht man ein in die Kolonialzeit. Gebäude, die glatt in Europa stehen könnten, magische Innenhöfe und zum ersten Mal in Sri Lanka so richtig viele westliche, komplett auf Touristen ausgerichtete Kaffees und Gelaterias.

Allemals einen Besuch wert, um mal eine Pause vom lauten und staubigen Sri Lanka zu haben. Es fiel mir nämlich richtig richtig auf, wie ruhig diese malerischen Gässchen sind!  Aus dem Fotografieren bin ich fast nicht mehr rausgekommen…

Wenn’s euch nach Galle zieht, dann unbedingt:

  • Ein Eis bei der Isle of Gelato gönnen
  • Surfboards und Kleidchen bei Stolen Paradise anschauen oder kaufen
  • Essen by poonie’s kitchen gönnen
  • Einen Blick in die unzähligen Resorts werfen, die wir uns nicht leisten können

Zum Schreien war aber auch wiedermal, was da für Touristen rumlungern. Viele Inder, tausend Hochzeitsshootings auf der Festungsmauer und ein Typ in Badehose, der sich eine ultragoldene Nase verdient. Da krieg ich mich echt fast nicht mehr ein. Der Typ steht auf der Mauer und Touristen zahlen dem Geld, dass er von der Mauer ins Meer springt. Ja, es ist ganz schön gefährlich und felsig im Wasser, aber da fragt man sich schon, wo das mit der Menschheit hingehen soll… Wir standen etwa 10 Minuten da und eine Inderin hat ihn sogar mit dem Handy interviewt. Er hat ganz zufrieden berichtet, dass seine Eltern mega stolz auf ihn seien, dass er damit seinen Lebensunterhalt verdiene. Na immerhin 😉

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Gedanken zu #SriLanka

Wie schon im letzten Post angetönt, haben wir häufig einen Roller / Scooter gemietet und sind einfach mal drauf losgefahren. Dies hat mir wirklich wahnsinnig gut gefallen, denn ich konnte als Beifahrer und Navigator den chilligen Part übernehmen, immer mal wieder einen Fotostopp fordern und rumschreien, wenn uns die TukTuks, Busse und Lastwagen fast abzuschiessen schienen. Ich habe mir in diesen Tagen ein paar Stichworte notiert, zu denen ich euch mehr erzählen will.

Natur vs. Chaos

Ich war nun schon wirklich an vielen, verschiedenen Orten auf diesem Planeten. Aber ich glaube, ich habe noch nie eine so grüne, von Palmen und anderen Pflanzen übersäte Insel gesehen. Die Natur ist atemberaubend und wunderschön, so auch die Fauna: Affen, Warane, Eichhörnchen, Büffel, Schildkröten, tausende Vögel, bspw. Eisvogel, Adler und Pfaue. Sogar einen Elch haben wir im Horton Plains Hochplateau gesehen! Die Strände sind leer und endlos. Die kleinen Strässchen durch die Natur sind ruhig, Menschen laufen auf den Strassen und tragen Baumaterialien wie 4m lange Bambusstäbe herum. Alles ist noch jung, es wird überall mehr oder weniger fleissig gearbeitet und gebaut, der Standard ist sehr einfach, aber den Umständen entsprechend doch irgendwie recht sauber. Klar hat’s überall Staub, bzw. kein weisses T-Shirt bleibt weiss, aber das kommt halt durch die Natur. Bleibt man in einer Stadt bzw. einem städtischen Ort hängen, sieht das anders aus: Alles ist laut, es wird gehupt wie am Spiess, es wird rumgeschrien, Betelnut gekaut und gespuckt, wirklich viel und laut gespuckt. Irgendwie scheint es extra cool zu sein, wenn man den chöder von ganz tief unten hochholt und mit allen Kräften rausspudert. WTF! An das gewöhne ich mich wohl nie. Es reihen sich Läden mit Utensilien und Kleidungsstücken, die in Europa seit 30 Jahren nicht mehr verkauft werden, aneinander. Alles ist wirklich sehr, sehr geschäftig. Doch das gibt mir den Eindruck, dass es den Menschen hier nicht so mega schlecht geht.

Abfall

So kommen wir gleich zum nächsten Thema, das die oben erwähnte Flora und Fauna meines Erachtens gefährdet: Abfall. Nicht ganz überall, aber fast überall. An Strassenrändern und entlang der Zuglinie häufen sich die Müllberge. Dies, obwohl überall Abfalleimer sortiert nach „Pet“, „Glas“, „organic“ bereitstehen. Der Wille wäre da, aber es klappt einfach nicht. Touristen wie auch Locals schmeissen alles irgendwo hin, in der naiven Annahme, dass es sich wohl selbst recycelt? WTF! Ich habe einen Müllberg gesehen, auf dem die Kühe standen und den Plastikabfall gefressen haben. Ich hätte wirklich losheulen können, fühlt man sich so hilflos gegenüber diesem wirklich grossen Problem. Ich hätte es für euch fotografieren sollen… Immer wieder denke ich, ich möchte ein Start-Up oder sonst eine NPO unterstützen, die sich diesem Abfallproblem widmet. Vielleicht findet sich ja da noch was.

Weiss vs. Schwarz

Nun, wie man offensichtlich sieht, bin ich weiss. Auch meine Haare werden jeden Tag heller und die Augen sind anders, als hier üblich ist. Dies bringt die Kinder dazu, mir wie wild zuzuwinken und zu strahlen. Junge Mädchen im Bus sind verlegen, üben ihre ersten Sätze in English und sagen zu mir „Miss, you are beautiful“. Da es offensichtlich ist, dass ich nicht aus Sri Lanka stamme, will mir jeder helfen. Am Busbahnhof muss ich nie suchen, jeder fragt gleich, wo man hin will und zeigt, welches der richtige Bus ist. Wichtig, da Busse oft chaotisch beschriftet sind 😉 Jeder will eine TukTuk-Fahrt oder eine Unterkunft verkaufen. Doch es bedeutet auch, plötzlich selbst der offensichtliche Ausländer zu sein. Dies in einem Land, in dem Touristen und Weisse noch nicht überall zur Tagesordnung gehören. Nicht wie bspw. in Thailand oder Bali. Immer kriegt man einen teureren Preis vorgeschlagen und immer, aber wirklich immer, wird man zuerst mal gründlichst angestarrt. Das Starren ist so eine Sache: Auf den ersten Blick schauen die Menschen immer streng, misstrauisch und ein bisschen verurteilend. Sobald man selbst aber lächelt oder die Hände zusammenlegt und sich leicht verbeugt, kriegt man ein Strahlen oder mindestens ein Lächeln zurück.

Hierzu noch ein Paradebeispiel: In einem Dorf weit ausserhalb von Ella sind wir mit dem Roller in den abendlichen Chaosverkehr geraten. Ich hatte die kleine Go Pro Kamera in meinem Daypack zwischen Sebas und mir. Man sah sie nicht offensichtlich, so ist sie mit ihren 3x4cm ja ein kleines Ding. Zudem habe ich auch nicht mehr bewusst gefilmt, sondern mich aufgrund des krassen Verkehrs festgeklammert. Anschliessend bin ich die Aufnahmen durchgegangen und fand folgendes Bild. Es zeigt, wie jeder, aber wirklich jeder, zu mir starrt. Okay, der kleine Junge schaut zu Sebas 😉 Man könnte meinen, die Menschen seien uns böse gestimmt, doch als ich freundlich lächelte, hat nachher jeder zurückgelächelt und gar gewunken. (siehe Bild unten)

Das Kopfschütteln

Wenn man eine Frage stellt, wird die Antwort fast immer von einem wackligen Kopfschütteln begleitet, das für uns nach einem „Nein“ aussieht. Es ist aber meistens ein „Ja“. Wenn dazu einigermassen freundlich geschaut wird, ist es fast sicher ein „Ja“. Es könnte aber auch immer ein „Nein“ sein. Mhh, genau. Ich schnalls selbst nicht.

Die kleinen Strassenstände

An jeder Ecke gibt’s kleine Kioske mit Roti aller Art, falafelähnlichem Gebäck und lustigen Kreationen von salzig / scharf bis süss. Spottbillig und meistens mega fein. Die Locals kommen auf ein Gespräch vorbei. Die Männer tragen ihren Sarong um die Hüfte. Man fährt entweder Motorrad oder Fahrrad. Bananen gibt’s hier auch die allerbesten, ganz kleine, süsse. Eine Frucht, die ich in der Schweiz nie freiwillig gegessen hätte.

Kühe vs. Hunde

Eigentlich pflegen die Menschen hier einen eher todessehnsüchigen Fahrstil. Doch steht eine Kuh auf der Strasse, hält plötzlich jeder gern an. Theoretisch könnten sie also bremsen, man will sonst einfach nicht. Wenn beispielsweise ein Hund in der Strasse liegt, wird frischfröhlich drauflosgefahren. Daraus resultiert, dass fast jeder Hund ein gebrochenes Bein mit sich rumschleppt. Klar, es gibt zu viele Hunde hier. Viel zu viele. Wilde, in Rudel, die ihre Quartiere verteidigen und nachts heulen wie Wölfe. Trotzdem ist das kein Umgang.

Abgase / Luftverschmutzung

Und zu guter Letzt: Die Luftverschmutzung. Eieiei. Beim Rollerfahren ist mir das am allermeisten aufgefallen. Mein Gesicht nach einem Tag auf dem Scooter: Schwarz. Wenn man die Nase schneuzt: Alles schwarz. Der Geruch nach Benzin ist omnipräsent, vorallem, wenn man hinter einem Lastwagen herfahren muss. Gut, habe ich ein Bandana mitgenommen, in das ich frischfröhlich inhalieren konnte. Die Abgase kommen wirklich pechschwarz aus dem Auspuff, Filter oder sonst was dieser Art gibt’s hier nicht. Liegt wohl an den Fahrzeugen, die so alt sind, dass sie auf CH-Strassen längst keine Daseinsberechtigung mehr hätten. Und davon gibt es viele, richtig unzählig viele. Überall. Ich weiss nicht, wie viele tausende TukTuks, Motorräde und andere fahrbare Untersätze aus dem letzten Jahrhundert ich hier schon gesehen habe. Nochmals: Schade um die tolle Natur und sicher nicht gesund für die Menschen und Tiere.

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Strassenstände mit Motorrad und Männer im Sarong
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Kuh auf der Fahrbahn
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Schulkinder im Bus, die für ein Foto posierten
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Strände
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Besagtes Foto mit den Blicken 😉
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Natur pur

Ella, oh Ella. #SriLanka

So ziemlich jede Reiseroute durch Sri Lanka erwähnt Ella als Zwischenstopp der atemberaubenden Zugfahrt zwischen Colombo und Badulla. Für uns galt Ella als Endstation im Hochland, bevor es anschliessend in den Süden Sri Lanka gehen sollte. Ella, ein schöner Name für ein kleines Kaff in den hohen, mit Teeplantagen überzogenen Bergen.

In Negombo lernte ich Stefan kennen, der vom Tomorrowland Hostel schwärmte: Man schlafe in Zelten unter dem Sternenhimmel! Diesen sieht man in Sri Lanka sonst aufgrund des Sandes/Staubes und der Luftverschmutzung selten. Er selbst ging zuerst noch eine Woche nach Indien, sei aber am 12. Januar zurück in Ella. Notiert! Ziel war also, Stefan in Ella zu treffen.

Nach ruhigen Tagen in der Natur um Nuwara Eliya, Hatton und Dambulla, während denen wir oftmals, wenn nicht fast ausschliesslich, die einzigen Weissen waren und der Alltag der Locals wirklich authentisch war, kamen wir also in Ella an und waren etwas überrascht über diese neue Welt: Viele Backpacker, Touristenpärchen, Restaurants und Kafi’s im westlichen Standard. Ich sah mich schon meinen ersten, langersehnten Cappucino schlürfen, während Sebas nur meinte „This is just a touristy town, that’s not Sri Lanka“. Wie wahr. Das war wirklich nicht dasselbe Sri Lanka, das wir während den ersten 10 Tagen erlebten. Die einzige Strasse, aus der Ella besteht, war 100% auf Touristen ausgerichtet. Zum ersten Mal waren wir an einem Ort, der wirklich hip und nicht mehr 100% authentisch war. Ich habe mir anschliessend viele Gedanken darüber gemacht und war froh, hatte ich die Möglichkeit, dank den Rollerausflügen zuvor an Orte zu gelangen, an denen Touristen noch eher eine Seltenheit waren und wir das alltägliche Leben in Sri Lanka beobachten konnten.

Der busy main street drehten wir bald den Rücken zu, da unser vielversprechendes Hostel weit ausserhalb des Dorfes lag. Wieder schnappten wir uns einen Roller für zwei Tage und machten uns mit Sack und Pack auf zum Tomorrowland. Man stelle sich vor: Eine Alubüchse auf zwei Rädern mit 19’999km, deren Zähler wohl schon vor Jahren stehengeblieben ist, Sebas am Steuer mit einem 12kg Backpack zwischen den Beinen, ich hinten mit zwei Daypacks vor bzw. neben mir und meinem eigenen 12kg Backpack auf dem Rücken. Unser Fahr- und Transportstil hat sich schon beeestens den lokalen Standards angepasst 😉 Mit Ach und Krach kämpfte sich der Roller die Strassen hoch, denn das Tomorrowland liegt wirklich am Arsch der Welt und die Strassenzustände waren eher schlecht als recht. Wir fuhren und fuhren und fuhren, immer höher und immer weiter ins Niemandsland hinaus. Das letzte Stück war so steil, dass wir die Rucksäcke einzeln hochfahren und ich gar hochlaufen musste =P Oben angekommen erwartete uns das Paradies: Eine grosse Villa mit einem ca. 8-10m hohen Hauptraum, einer Bar, vielen Kissen und Hängematten, alles farbenfroh gestrichen und verziert, entspannende Musik, und ein warmer Empfang der Gäste und des Inhabers: viele Aussteiger, Hippies, aber auch normale Reisende wie ich.

Ja, der Inhaber gab dem Tomorrowland den Namen aufgrund des Festivals in Belgien, welches ich ja bekanntlich auch schon besucht habe 😉 Und ich kann euch sagen: Genau so war auch die Stimmung, die Musik, die Atmosphäre. Wir hatten ein Zelt in der ersten Reihe mit direktem Blick auf den Sonnenaufgang. Gegessen haben alle Gäste zusammen, scharfes Curry und Dal zum Frühstück und zum Z’Nacht. Man gewöhnt sich an alles 😉

Am Abend kamen jeweils DJs vorbei und es wurde wahnsinnig, wirklich ausserirdisch getanzt. Leben und Leben lassen auf höchstem Niveau: Diese Vögel, die sich da rumgetrieben haben, waren wirklich eine neue Liga, selbst für mich. Wir haben viele Kartenspiele und Karom im Schummerlicht gespielt, der eine hat sich währenddessen selbst Kreise und roten Beeten tättoowiert und ein anderer hat sich die Seele aus dem Leib getanzt. Welche Substanzen da im Umlauf waren, möchte ich gar nicht wissen. Bei den einen gab’s den Joint schon zum Frühstück.

Eindrücklich war einfach wieder, wie die unterschiedlichsten Menschen miteinander auskommen können. Wie spannend die Charaktere sind, obwohl sie auf den ersten Eindruck ein ganz anderes Bild abgeben. Daran muss ich wirklich arbeiten – mich nicht vom ersten Eindruck abschrecken oder blenden zu lassen.

Nun, Stefan stiess zu uns und wir trafen Lucy, eine junge Deutsche, die vier Monate in Kathmandu in einem Waisenhaus gearbeitet hatte. Nach einer langen bzw. kurzen Nacht brachen wir am anderen Tag auf und erkundeten die Highlights von Ella. Anstatt den bekannten Ravana Falls gab es einen secret waterfall, der wirklich perfekt war. Abgesehen von meinem ungeplanten Sturz ins Gewässer (es isch würkli schlieferig gsi – no comment) war dieser wirklich eine Oase, fast einer Fata Morgana gleich. Ein grosses Becken zum Schwimmen, in das der Wasserfall reinplätscherte, und keine Menschen weit und breit. Doch zuvor noch die Pflichtbesuche bei der Nine Arch Bridge und auf dem Little Adams Peak.

Am späteren Nachmittag nahmen wir die Kamikaze-Fahrt nach Ella nochmals auf uns und gönnten uns einen guten Cappucino und spielten Karten, bis der Sonnenuntergang eintraf. Im Nachhinein muss ich sagen: Ella ist wirklich Pflicht. Es ist ein doch eher westlicher Hub, und trotzdem noch lange kein Vergleich zu bspw. Bali. Der Ort versprüht einen tollen Backpacker Vibe, es gibt endlich mal einen rechten Kaffee und trotzdem ist man, wenn man das will, mit dem Roller innert 15 Minuten wieder in einer anderen Welt. Im richtigen, oftmals stinkigen, lauten und immer abenteuerlichen Chaos von Sri Lanka.

 

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Nine Arch Bridge
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View from Little Adams Peak
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Morning View

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Optischi Tüüschig 😉

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Adam’s Peak #SriLanka

Eins im Vorab: Es sind zwei Tage vergangen und ich kann immer noch kaum Treppen steigen – die Waden brennen, wüsste ich es nicht besser, hätte ich gesagt, sie sind innerlich explodiert.

Aber alles zurück auf Anfang. Wir reisten mit dem Zug von Kandy nach Hatton, um dort mit einem grausigen Bus nach Delhousie zu gelangen. Die Busfahrt war wirklich eine Odyssee, war es eine halbe Passstrasse, teilweise saueng und sausteil und der Bus war eine alte Krake, der m.E. ein paar mal zu oft rückwärts anstatt vorwärts rollte. Das Dörfchen selbst ist winzig aber sehr, sehr friedlich. Unsere Unterkunft hatte einen kleinen Balkon direkt am Fluss – würklich mega schön! Doch eins ist klar: Hier her kommt man nur, um den Adam’s Peak zu besteigen. Diesen sieht man nämlich bereits vom Dorf aus in seiner mächtigen Präsenz über alle anderen Hügel herausragen. Diese 2243m sollten also morgen bzw. in der Nacht bestiegen werden – das war unser Ziel. Der Wecker war um 02.00 Uhr gestellt, Abmarsch war um 02.30 Uhr. Geschätzte Gehzeit für bergige Schweizer: 2-3h, geschätzte Gehzeit für die flachen Holländer: 3-4h – scherz 😉 Sonnenaufgang war um 06.22 Uhr, also mussten wir zwischen 3-3,5h haben, um zeitig oben zu sein, so die Rechnung.

Wir zogen also los und sahen im Finsteren schon die Lichter des Weges, die auf den Berg hochgingen und es sah von unten schon wirklich sehr steil aus. In Sebas Augen flackerte leichte Panik, ist man sich dieses Territorium im Flachland ja kaum gewohnt. Zuerst ging’s gemächlich los, stetig nach oben. Irgendwann sind’s dann nur noch Stufen. Steile, hohe Stufen. Irgendwas zwischen 4500 und 5000 Stufen. Hätte er noch Luft gehabt, hätte er mir bestimmt seinen Unmut kund getan, denn auch ich hatte einen Puls im Grenzbereich 😉 Ab und zu haben wir bei kleinen Teestuben einen Halt eingelegt, eine Milo und Tee getrunken oder etwas Roti gegessen. Um 5.30 Uhr waren wir oben und hatten Zeit, uns neben unzähligen anderen Touris einzurichten, bevor die Sonne aufging. Bis dahin war es etwa 0 Grad und kalter Wind. Wir waren eingemummelt mit allem was wir hatten, haben wir ja beide mehr oder weniger für 30 Grad gepackt 😉

Der Sonnenaufgang war wunderschön, aber viel zu überlaufen. Die Menschen können einfach nicht geniessen, sondern müssen immer überall drängeln, schupfen und überhaupt, Mensch sein. Wir sind dann gleich wieder abgezottelt und hatten beim Runterlaufen wohl den schönsten Teil des Sonnenaufgangs ganz für uns allein 😉 Voila!OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAProcessed with VSCO with c1 presetProcessed with VSCO with c1 preset

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Zugfahren in #SriLanka

Ja – überall steht’s geschrieben: Die Zugfahrten sind das Highlight in Sri Lanka. Wenn man die Erwartungen so hoch pusht, kann man ja fast nur enttäuscht werden, oder? Nun, ich wusste, in der 2. & 3. Klasse kann man bei offener Türe in die Natur blicken. Doch ich stellte mir auch ein riese Chaos, Geschrei, Hühner und alles mögliche auf Beinen vor, das um einen der beliebten Plätze kämpft.

Doch das ganze war ganz anders: Bei drei Zugfahrten haben wir es tatsächlich 3x geschafft, ohne Probleme den Platz an der offenen Türe zu erhalten. Ich denke, die Zugfahrt von Hatton nach Nanu-Oya war die allerschönste, doch auch Kandy – Hatton war toll. Weniger zu empfehlen ist m.E. Nanu-Oya bis Ella, da die Horton Plains doch sehr an Europa erinnern 😉 Unbedingt zwischen Kandy und Nanu-Oya in Fahrtrichung rechts sitzen 😉

Die Stimmung selbst im Zug war toll, es werden leckere Snacks verkauft (Fazit: 1 Woche nur lokales Essen und noch keine Magenverstimmung – ha!), mal wird gesungen oder man chillt einfach nur in der frischen Luft und lässt die atemberaubende Natur wirken.

Tickets kauft man problemlos am Abreisetag direkt am Bahnhof, wenn man keine reservierten Plätze will / braucht. 1. Klasse mit reservierten Plätze sei wohl schon seit Ewigkeiten ausgebucht, für uns aber kein Problem, wir sind immer 2. Klasse gefahren =)

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Dambulla & Pidurangala Rock / Sigiriya #SriLanka

Dambulla ist ein kleines, geschäftiges Kaff. Gefallen hat’s mir nicht wirklich, war es eher ein Durchfahrtsort ohne Charme. Jeder wollte etwas verkaufen und es fehlte mir an Authenzität. Zudem gab es erneut keine anderen Solo-Traveller und keine Hostels, daher war ich wirklich happy, dass Sebas nun zu mir gestossen ist und wir gemeinsam unterwegs sein können. Sonst wäre Sri Lanka wohl wirklich ein ermüdender Start in dieses Abenteuer geworden.

Dambulla besucht man eigentlich nur, da dort der Bus von Kandy her stoppt, um dann weiter zum bekannten Lions Rock / Sigiriya zu reisen. Die Felsenfestung ist aufgrund ihrer Bauweise sehr bekannt, aber auch geologisch spannend, da der Fels massiv aus der umliegenden Landschaft herausragt. Da der Lions Rock aber 1. USD 35 Eintritt kostet, 2. total überlaufen ist und 3. man auf dem Felsen oben ja den eigentichen Felsen nicht sieht, war für mich von Anfang an klar, dass ich da gar nicht hin will. Unser Ziel war nämlich der weniger bekannte Pidurangala Rock. USD 2.50 Eintritt und kaum Menschen. Eine schwitzige, kurze Wanderung und eine kriminelle Kletterpartie später standen wir oben auf dem Felsen und hatten die Aussicht auf den Lions Rock fast für uns allein. Hammer! Somit waren auch die Waden schon aufgewärmt, was uns ein paar Tage später noch zu gute kommen sollte…

Anschliessend hat uns der TukTuk Fahrer noch auf einer Gewürzfarm abgeladen, wo wir nicht nur verschiedene Gewürze er-riechen konnten, sondern auch noch eine klassische Ayurveda Therapie inkl. Kopf-, Nacken-, und Fingermassage erhielten. Mein ganzer Kopf hat nach curry gestunken, haben die irgend so ein Pulver in meine Haare eingerieben. Da hat selbst all das Duschen und Schwitzen nix gebracht, ich riech‘s irgendwie heute noch😂 Jetzt ist auch klar, warum die Inder & Tamilen oft nach diesen Gewürzen riechen 😉

Tipp: ein Tagesauflug rund um Dambulla inkl. Pidurangala, Spicefarm und See mit TukTuk Fahrer: 2500 Rupien total = ca. CHF 10 pro Person, Essen wie immer lokal  am billigsten zwischen 100&300 Rupees (0.80-2.50 CHF)

In Dambulla haben wir sonst noch den Höhlentempel besucht, der auch mit einem schweisstreibenden Treppenaufstieg verbunden war und unzählige Buddhas beherbergt. Fotos habe ich da leider keine 😉 Die Aussicht war erneut wunderbar, bevor es mit dem Bus zurück nach Kandy ging.

Wir hatten dort eigentlich ein billiges Hostel gebucht, doch stattdessen fanden wir eher ein Abbruchhaus ohne Gäste, ohne Türen und ohne Personal vor. Daher haben wir dieses kurzerhand gecancelled und sponten für einen Schnäppchenpreis eine tolle Residenz mit Pool gefunden – ha! Kandy ist ja bekanntlich nicht mein Lieblingsort, war es aber essentiell für uns, um die Zugfahrt nach Hatton am anderen Morgen früh anzutreten 😉 Dazu bald mehr!

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Ankommen #SriLanka

Am 1. Januar dachte ich wirklich, ich kriege das nicht hin mit dem Abflug und dem Alleine-durch’s-Gate laufen. Zu perfekt war unser Silvester bzw. Neujahrsmorgen: Der meiner Meinung nach überbewertetste Anlass im Jahr war einfach nur ein riesen Spass und ein wirklich einmaliger Abend, der mich am 1. Januar schon etwas wehmütig stimmte. Doch dann kam das grosse „Nochmals-Alles-Neu-Einpacken“, letzte T-shirts und Jäckli und Shorts wurden nochmals ausgemistet und am 2.1. stand ich also wirklich mit 11,7kg Backpack und 4kg Handgepäck am Flughafen. Selbst für mich ein Packrekord und das für diese Zeitspanne – ha!!

Die grosse Überraschung für mich selbst, das „Durch-die-Schranke-Laufen“ hat gar nicht mal so weh getan und konnte mit nur wenigen Trändli hinter mich gebracht werden. Die Flüge liefen gut und auch Negombo war ein gelungener Start. Die Umgebung hat wenig Charme, ist es ein Vorort von Colombo und als ich durch die Gassen zog, war ich durch’s Band die einzige Touristin, Weisse, oftmals auch Frau. Ich sollte mich wohl gleich dran gewöhnen, aber dazu nachher mehr. In Negombo hatte ich auch mit dem Hostel wirklich ein mega Glück, coole Lage und coole Infrastruktur. Es sieht aus wie der Freitagstore in Zürich, ganz aus Containern zusammengebaut. (Für alli Geberitler: Jaaaa ich han churz ad WC Oase müesse denke – hahaha die verfolgt mi immerno!!

Gestern bin ich dann mit dem Bus von Negombo nach Kandy gereist. Ich war wirklich im Fun Bus: Eine super klapprige Angelegenheit, aber eigentlich noch komfortabel, alle Fenster und Türen offen, laute Musik, einmal sogar live Musik. Beim Fahrer hingen nebst den Standard-Buddhas noch etwa 10 Girlanden – das hat auch durch und durch seine Daseinsberechtigung bei diesem Fahrstil, eieiei! Besser ist Buddha mit all seinen Anhängern da mit von der Partie. Aber bei 3h Busfahrt für CHF 1.20 heil anzukommen, da chame aso nüt säge!

Kandy selbst war kein Burner, ist’s halt eher ein Durchgangsort, aber ich hab’s mir trotzdem angeschaut und mit netten Locals Zeit verbracht. Ich blieb nur eine Nacht, die ich dann aber auch noch draussen auf einem Sofa verbrachte, weil eine in meinem Zimmer (6er Schlafsaal, nur Frauen) die ganze Nacht durchgekotzt hat und es nur eine halbe WC Türe gab 😉 poor her… aber ich wollte mich nicht schon am 2. Tag anstecken =P! Safety first…

Heute ging’s dann nochmals mit derselben Art Fun Bus (es gibt auch minimal komfortablere Busse mit AC und WiFi, aber irgendwie nie bei meinen Strecken haha) nach Dambulla, wo wir morgen endlich richtig aktiv werden! Genau, wir! Dazu gleich mehr. Aber zuerst möcht ich noch was festhalten:

Ich bin froh, bin ich gestern allein nach Kandy gereist und heute allein weiter nach Dambulla. Ich sass nämlich zwei mal 3h in einem lokalen Klapperbus mit 100% Locals, davon ca. 95% Männer, und keinem einzigen weiteren Touristen. Einmal sogar ca. 1,5h richtig schweissig eng eingepfercht zwischen zwei Männern. Und nein, es gab keinen einzigen komischen Moment, kein Unwohlfühlen und rein gar nix. Auch sonst hatte ich bisher nur interessierte, angenehme Gespräche und keine unangenehme Situation. Aber jetzt kommt das grosse ABER: Das gilt wirklich nur, wenn man sich korrekt kleidet. Das heisst, lange Hose und T-Shirt mit Ärmelchen. Ich habe gestern einmal kurze Hose und Shirt mit Ärmel und heute lange Hose mit Spaghettiträger-Shirt (es isch ja immerhin 30 Grad) probiert, doch das ist wirklich ein No Go. Ich werde sonst schon aus Prinzip angestarrt, aber so wird’s richtig schlimm. Jeder scannt einen ab, ob Mann oder Frau macht da gar keinen Unterschied. In den städtischen Gebieten und hier im Hochland, wo ich noch immer keine weiteren Touristen getroffen habe, ist es wirklich ein No Go, sich nicht an die Kleiderordnung zu halten.

Nun, wie ihr lest, finde ich nebst mir kaum andere Touristen und wenn, dann sind sie schon in geschlossenen Päärchen / Grüppchen unterwegs. Gut, habe ich an meinem ersten Tag in Negombo einen supercoolen Holländer kennengelernt und wir waren uns schon gestern, kurz nachdem wir uns am Busbahnhof getrennt hatten, einig: Wir legen unsere Pläne sobald wie möglich zusammen und reisen ab sofort gemeinsam weiter. So macht’s einfach mehr Spass, vorallem weil hier selbst in den Hostels kaum Kontakte geschlossen werden können. Jetzt sitze ich hier in einem süssen Guesthouse und warte, bis er eintrudelt und dann geht’s morgen richtig los!

Ich freue mich riesig auf die kommenden Highlights, denn ich habe mir diese ersten paar Tage bewusst ruhig gestaltet, damit ich etwas ankommen, mich mich ans Klima gewöhnen (still working on that one…), eine SIM Karte organisieren oder mich mit den ÖV Angeboten zurechtfinden kann. Doch damit bin ich jetzt durch, es kann losgehn – Sri Lanka wir kommen!

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sorry für de Fleck uf de Linse.. mueni dringendst putze =P

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