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On the road – Djupivogur to Myvatn #Iceland

Wie die Zeit vergeht! Schon zwei Monate ist es her, dass wir in Island waren. Irgendwie kam ich mit dem Schreiben einfach nicht in die Gänge – zu viel war los, doch endlich juckt es mich wieder in den Fingern. Eigentlich hoffte ich, dass Michi diesen Streckenabschnitt aus seiner Perspektive beschreibt – spielt er in dieser Teilstrecke nämlich eine ganz besondere Rolle 😉 Doch einmal von vorn…

Wir fanden in Djupivogur einen hübschen kleinen Camping und auch leckeres Essen (sweet potatoe soup die Dritte) – doch das Highlight waren wohl unsere Campingnachbarn. Kurze Eckdaten: Das Wetter war (wiedereinmal) denkbar stürmisch und unglaublich nass. Als wir im Jeep lagen, fühlte es sich an, als wären wir eine Nussschale auf dem offenen Meer, so stark haben die Windböen gegen unsere Seitenwand gepeitscht. Der Weg vom Auto zum WC-Häuschen (ca. 20m) war fast unüberwindbar – eiskalt, pflutschnass und komplett schlammig, da der Boden schon richtig lange und wirklich eifach nume übelscht verschiffet worden ist. Doch jetzt zu unseren Nachbarn: Wir verkrochen uns also im warmen Inneren, plusminus winddichten Jeep. Dann hörten wir Stimmen. Franzosen. Der Gwunder war gross, hissten wir also unsere Vorhängli und konnten es kaum fassen: Die bauten gerade ihr Zelt auf. EIN ZELT! BEI DIESEM WETTER?!

Michi fiel fast aus dem Fenster. Grosses Kino. Die Empörung war riesig. Es folgte ein stummes Beobachten der Szenerie und lustige Kommentare der fieseren Art. Nochmals eine kurze Beschreibung der Situation: Nässe und Sturmböen und Regenpeitschen aus allen Himmelsrichtungen. Der Boden ein einziger See. Herr und Frau Moules et Frites ebenfalls nass bis auf die Knochen. Die Zeltplane pflutschnass. Das Aufstellen unmöglich, da der Wind alles wegfegte. Und da wollen die schlafen????? Grooossses Unverständnis unsererseits. Zuerst dachten wir „Okay, die sind mit den Fahrrädern unterwegs…“ Scheisse gloffe und so. Und dann merkten wir: DIE HABEN EIN AUTO! hahaha waaaaaruuuuum pennet die nöd im Auto? OMG.

Diese Nacht haben die Armen wohl irgendwie überlebt, doch wir sind dann am anderen Morgen sowieso via Egilsstadir nach Myvatn aufgebrochen. Da das Wetter nach wie vor denkbar mies war, legten wir einen entspannten Fahrtag entlang der Ostfjorde (Achtung: Viele Kieswege mit Schlaglöchern und somit etwas Krisenpotential aus Angst vor platten Pneus ;-)). Die Fahrt war zwar etwas neblig, aber immer wieder wunderschön: Kaum am Meer, war plötzlich wieder Schnee in greifbarer Nähe. So schön! Unendliche Weite, halt das ganze Traritrara, das Island zu bieten hat… siehe Fotos am Ende des Posts 😉

Nun der zweite Lacher. (Ja jetzt cha au de Michi drüber lache…) Muss festgehalten werden, da ich Michi schlichtweg noch nie so aus dem Häuschen erlebt habe =P Wir fuhren also in unseren ersten isländischen Tunnel. Dunkel, es geht nach unten. Fahren wir unter der Erde durch das Fjord? Ziemlich sicher. Michi beiläufig: „Wie schnell isch do?“ „Siebezg lueg“ „ah voll“. 2 Minuten später. Michi: „Ahhhh lueg het sogar en Blitzer!! CHEEEESE“ und macht eine megalustige Grimasse in Richtung Blitzer. Corina, die Füsse auf dem Armaturenbrett, irgendwas im Reiseführer am Rumblättern, Sturmfrisur ahoi: „Ah ja säg nüt“ *BLITZZZZZZZZZZZZZZZZ*

„HETS EUS ETZ BLITZT??“ „WE SCHNELL BISCH GFAHRE?!“ „FUUUCK ES ISCH IMFALL ABEGANGE!“ „WE SCHNELL BISCH GSI?!“ „SCHEIIISSSE DE TACHO ISCH ÜBER 90!!!!!“ „WHAAT WE TÜÜR ISCH DAS?“ „HE NEI, DAS ISCH ISLAND! ES BIER KOSTET 12 EUR, WAS KOSTET DENN DIE BUESS?!“ blablabla. hahaha ohjeohje…

Michi bleich. Michi auf 180. Michi, sonst so ein überkorrekter Autofahrer, kann’s einfach nicht glauben, dass ER geblitzt wurde! Corina verkneift sich jeglichen Kommentar à la „Hani nöd vor zwei Minute gseit, dasses 70 isch?“ Uiuiui, die Stimmung ist im Keller. Der Tunnel ist fertig – wir müssen anhalten. Michi muss googeln, wie hoch die Bussen sind. Immerhin hat uns die Autovermietung hier richtig lange einen Vortrag gehalten und ins Gewissen geredet. Nicht blitzen lassen, es ist sauteuer, they said…

Nun – versprochen haben sie uns eine saftige Busse und ein schönes Foto als Andenken. Zum Glück bis heute nix gekommen. Obwohl eigentlich schade, das Foto hätte ich gern gesehen 😉

Doch was wäre ein Island-Beitrag ohne einen Foss? Richtig, gar nix! Natürlich haben wir unterwegs noch einen kleinen Halt eingelegt und den Dettifoss zuerst mal ewiglange gesucht und dann glücklicherweise doch noch besucht. Kleiner Tipp am Rande: Vergesst das Navi, die Route 862 ist die einzig Richtige, alles andere gibt nur Ärger 😉

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Skaftafell, Jökullsarlon & tierisches! #Iceland

Neuer Tag, neues Glück! Vik verliessen wir ohne grosses Zögern und fuhren durch eine Art Mondlandschaft Richtung dem Gletscher Skaftafell, einer von vielen „Gletscherzungen“ des riesigen, 8100 Quadratkilometer grossen Vatnajökulls. Die Fahrt dahin war wirklich nicht von dieser Welt – sowas habe ich noch nie gesehen: Endlose Weite, scharfe Klippen, noch mehr Mondlandschaft, schneebedeckte Vulkane, Gletscherausläufer und das Meer wechselten sich ab. Michi musste etwa 100 Mal anhalten und zur Seite fahren, damit ich alles nur annähernd festhalten konnte. So etwas abartig schönes wie die Aussicht auf dieses Gletscherpanorama habe ich wirklich noch nie gesehen. Kein Foto kann das wiedergeben – aber ich bin mir sicher, wir werden das nienienie mehr vergessen. Wir sind einfach nur dagestanden und haben gestaunt. Und – was in Island im Mai nicht selbstverständlich ist – die Sonne hatte auch noch einen perfekten Einsatz.

Beim Skaftafell haben wir den knapp 2km langen Weg zum Fuss des Gletschers zurückgelegt und unterwegs noch ein Schneehuhn getroffen – jööö! Beim Gletscher und seiner kleinen Lagune wurden wird nochmals mit einer Wahnsinnskulisse belohnt: Ich hätte mich wirklich in dieses Panorama reinlegen können, wenn nur das Schmelzwasser nicht so eisig wäre. Sooo schön!!!!! Auf dem Rückweg haben wir uns nochmals etwa 20 Minuten über die Sonne gefreut und sind sogar kurz im T-Shirt rumgelaufen. Dann ging’s weiter nach Jökulsarlon – der Gletscherlagune.

Im Auto kam dann die Faust ins Gesicht: Orkanartige Winde und Regen ohne Limit. Die Lagune, die für ihre Eisschollen bekannt ist, war somit leider etwas verhangen, aber wir haben gleich beim Aussteigen einen wild lebenden Seehund gesehen!! SO HERZIG zum Zweiten! Wieder auf der Strasse und keine 100 Meter nach der Lagune ruft Michi: „Rentiere!!“ Tatsächlich konnte ich kurz ausstiegen und die hübschen Tierchen anschauen. Ahhh, so viel tierisches Glück auf’s Mal – wie haben wir das verdient? Und wo bleiben eigentlich die Papageientaucher, die Michi schon lange sehen will!?

Wir fuhren also seelenruhig und zufrieden Richtung Höfn und ahnten nichts böses, bis unser Monsterjeep fast von der Fahrbahn geblasen wurde. Michi schreit, ich schreie. Es wurde geflucht (Michi) und dumm kommentiert, dass man halt etwas langsamer fahren soll (mein Job). Die Fahrt war dann wirklich ein reines Selbstmordkommando. Hätte man die Sturmwarnung, die uns mehrere Isländer ans Herz gelegt haben, doch nur etwas ernster genommen. Der Weg führte nämlich an kriminellsten Brandungen und den steilsten Hängen vorbei, die aussahen, als könnten jeden Moment tonnenweise Steinschläge herunterprasseln. Wir mussten also Arbeitsteilung einführen: Michi durfte nur noch geradeaus schauen und dem schmalsten Strässchen der Welt folgen, während ich den in die Strasse mündenden Steilhang beobachten musste, um im Falle des Steinschlags losschreien zu können.

Geschrien wurde noch einige Male, als die Windböen uns fast die Scheiben rausschlugen, doch sonst ist nichts weiter passiert. Schlussendlich sind wir bis nach Djupivogur gefahren, wo Michi unbedingt baden wollte (man erinnere sich, der Camping in Vik hatte keine Duschen…)! Und das war es wirklich wert: Das Bad hatten wir für uns allein und konnten anschliessend endlich wieder unter Menschen! Allgemein ist das herzige kleine Kaff ein absoluter Geheimtipp!

 

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Seljalandsfoss, Skogafoss, Þórsmörk & Reynisdrangar #Iceland

Weiter ging’s zu Wasserfall Nummer 2 – dem Seljalandsfoss. Schön sind sie alle, nass wird man auch jedesmal: Dank kletterunfähigen Chinesen, die beim Umrunden des Wasserfalls nicht vom Fleck kommen, waren wir dem Dunst des Wasserfalls lange genug ausgesetzt, um bis auf die Haut durchnässt zu werden 😉 Kein Problem, somit gleich geduscht.

Weiter ging’s zu Wasserfall Nr. 3 – dem Skogafoss. Unterwegs gab’s doch noch ein ungeplantes Highlight: Das kleine lokale Restaurant Gamla Fjosid mit der besten Suppe, einem hausgemachten Burger mit Fleisch direkt von der Farm und dem nettesten Inhaber. Nachdem wir vergebens einen Kaffee gesucht haben und aufgrund der Vorsaison meist auf verschlossene Türen gestossen sind, war dieses Restaurant echt die Rettung aller Hungersnöte.

Nun weiter mit dem Wasserfall Skogafoss. Er ist wirklich imposant, doch das eigentliche Highlight war die Wanderung entlang dem Fluss Skoga. Die Wanderung führte endlose Kilometer Richtung Ejyafjallajökull und Hochland. Immer wieder zieren kleine Wasserfallspektakel die wunderschöne Landschaft. Die Aussicht und die ganze Wanderung überhaupt sind wirklich atemberaubend und absolut empfehlenswert. Es wäre schade, den Wasserfall nur von unten zu betrachten. Seine „Quelle“ ist wirklich viel imposanter.

Ebenfalls ungeplant erspähte ich einen Gletscher, und weil ich noch nie einen Gletscher von nahem gesehen habe, musste M. – der fleissige Fahrer – natürlich sofort abbiegen und wir wurden nicht enttäuscht 🙂 Der Þórsmörk legte gleich noch einen Regenbogen vor und ich dachte, das sei das höchste der Gletscher-Gefühle. Falsch gedacht, Tag 4 brachte erst recht absolute Gletscher-Sprachlosigkeit, doch mehr dazu bald…

Unser nächstes, eigentliches Ziel war dann Vik. Dort gab es auch nochmals verschiedene Sehenswürdigkeiten, wie lustige Gesteinsformationen im Meer und am Strand. Die Stadt selbst ist für die Katz, der Camping erst recht. Keine Duschen und überhaupt ganz fragwürdige sanitäre Anlagen (und das würde ich auch sagen, wenn ich nicht für Geberit arbeiten würde!) keine geheizten Räume und WLAN nur beim ungeheizten Raum. Yeih! Aber nicht schlimm, am anderen Morgen brachen wir ja sowieso gleich wieder auf…

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Steam Valley, Gulfoss & Geysir #Iceland

Über ein halbes Jahr haben wir auf diesen Urlaub geplangt und endlich ist es soweit – wir sitzen in unserem nigelnagelneuen, umgebauten Mitsubishi Pajero und düsen durch die epische Weite Islands. Nachdem wir den Mietwagen alias Camper alias Zuhause auf vier Rädern bei KuKu Campers – die wirklich ziemlich verpeilt waren – abgeholt haben, sind wir spontan Richtung Osten aufgebrochen und haben unsere erste Nacht in Selfoss (dem Ort, nicht zu verwechseln mit dem Wasserfall) verbracht. Dies war die ideale Ausgangslage für den ersten Tag. Doch zuvor kam die erste Nacht: Arschkalt. Wir haben dann unsere Standheizung entdeckt, doch fragen uns auch jetzt, drei Tage später, noch immer, ob diese mit dem Diesel vom Tank läuft oder ob sie irgendwann wohl keine Batterie mehr haben kann? Denn ohne diese wären wir mit grösster Sicherheit schon in der ersten Nacht erfroren.

Trotzdem sind wir in aller Herrgottsfrüh in den ersten Tag gestartet – was wohl auch an der ewigen Helligkeit des Nordens liegen mag. Spontan ging der Weg nach Reykjadalur. Eine gute kleine Wanderung führt zu einem heissen Fluss im sogenannten Steam Valley, wo effektiv überall Rauch aus dem Boden qualmt. Die Bächlein müssen mit Vorsicht berührt werden, so könnten sie durchaus bis zu 100 Grad heiss sein. Doch der intensive Schwefelgeruch dient schon als Vorwarnung, dass man nicht zu nahe ran geht 😉

Bei den Quellen angekommen, haben wir glatt ein erstes Bad in der Wildnis Islands genommen und uns gefreut, dass wir praktisch alleine da waren. Vorsaison sei Dank! Wieder unten angekommen, ging’s auch schon weiter nach Geysir (zwei Geysire: Strokkur und Geysir) sowie dem Wasserfall Gulfoss, die zwei ganz tolle Naturschauspiele sind.

Übernachtet haben wir anschliessend im Camping Skjol, der wirklich sehr zu empfehlen ist. Easy Infrastruktur, gemütliche Bar und mega cooler Besitzer. Mit ein paar Dänen, die uns schon beim Duschen Wein angeboten haben, und dem Isländischen Besitzer sowie weiteren Gästen haben wir dann lauthals den Eurovision Song Contest geschaut – die Schweiz war ja sowieso draussen, also wurde solidarisch für alle vertretenen Nationalitäten gefant 😉

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the movie(s) #NZ

Wie vielleicht bereits auf meiner Facebookseite gesehen, habe ich ein kleines Neuseelandfilmchen über meine Wander- und Entdeckungsabenteuer gedreht. WICHTIG: Die besten, lustigsten und herzerwärmendsten Momente kommen nicht vor, da ich diese lediglich mit den tollen Menschen oder alleine, ganz ohne Kamera, genossen habe.

As you may already have seen on my private facebook account, I made a short movie about my NZ adventures with some scenes showing me hiking (tramping) and exploring the North Island. However the movie doesn’t show the best, funniest and most heartwarming moments as these were the ones that I have enjoyed without a camera, just with the people I’ve met or on my own.

Allgemein sind Filme in Neuseeland ein grosses Thema, vor allem die „Eigenproduktionen“. Der Kiwi Humor selbst ist schon mal total anders, als was wir Westeuropäer gewohnt sind und auch die Inhalte sind eigen: Während den letzten Jahren haben neuseeländische Filmemacher sehr gute aber auch tiefgründige Filme über Alltagsthemen in Neuseeland gedreht, so beispielsweise die Problematik mit Alkohol und Drogen, psychischen Krankheiten oder häuslicher Gewalt. Doch die Kiwis lachen auch gern über sich selbst oder über die Eigenheiten der Polynesier, da man in Neuseeland auch viele Insel-Maoris von den Cook Islands hat, die irgendwie nochmals ein bisschen anders ticken 😉 Wenn du mehr über NZ wissen willst, als nur die touristischen Highlights, dann schau diese Filme:

once were warrios – sackstark, die nackte Wahrheit über den Alltag (leider) vieler Familien in den ärmeren städtischen Gebieten in den 70, 80 und 90ern. Leider gibt es solche Situationen in vielen Ländern noch heute. Der Film ist ziemlich gewalttätig, aber man lernt unglaublich viel. Wie Elli sagte: „Jeder von uns (Maori) kennt eine Familie wie diese.“ Es ist wie Star Wars bei 9Gag: Du musst diesen Film einfach schauen, um nur schon die Hälfte der Witze unter Kiwis und Maoris zu verstehen. Teil 2: What Becomes of the Broken Hearted?

Dark horse – basierend auf der wahren Geschichte von Schachprofi Genesis Potini. Behandelt Themen wie psychische Krankheiten und die immernoch aktuellen Probleme mit Gangs (Maori Gangs) und deren kriminellen Machenschaften.

Sione’s Wedding – Komödie mit lustigem Humor „über“ die Samoaner in NZ.

Whale Rider – preisgekrönte co-Produktion mit Deutschland, die viele spannende Einblicke in Maori Traditionen gibt. Du wirst sofort ein Flugticket buchen wollen bei all den wunderschönen Landschaftsaufnahmen.

Boy -ein bisschen Maori, ein bisschen Fantasy (okay, viel Fantasy) ein bisschen polynesische Musik. Ein anderer preisgekrönter Film, der dich in die Gedankenwelt eines jungen Bubs eintauchen lässt. Du wirst die Welt durch seine Augen sehen – in einer irgendwie tragischen und traurigen und doch komischerweise lustigen, ungewöhnlichen Art und Weise.

Wenn du diese Filme geschaut hast, stellst du schnell fest, dass es einen Stern am Schauspielhimmel gibt: Cliff Curtis! Mache nie nie nie den Fehler und frage einen Neuseeländer, wer denn dieser Cliff Curtis ist…oder du kriegst den bösen Blick ;-)!

In general, movies are one big topic in NZ, especially the kiwi made movies. The kiwi humour as such is totally different to what western europeans usually watch. But also the topics are quite diverse: during the last couple of years NZ filmmakers made really good and intense movies about the daily life in NZ, showing critical but crucial topics like alcohol & drugs, violence at home or gang fights in NZ. Kiwis are also good at laughing about themselves, or especially about some polynesian habits, as there are many (Cook) Island Maoris as well as Samoan and from the other pacific Islands living in NZ. Movies you must have seen if you want to know more about en zed (yes!) than just the touristy highlights:

Once were warriors – insane, the naked truth about the life of many families in suburban areas in the 70ies / 80ies /90ies. Unfortunately, in many countries families still have to deal with these issues today. Really violent and strong, but awesome as you learn a lot. As one family member said: „everyone of us (Maori) knows/knew a family like this.“ It’s like Star Wars on 9gag: You have to watch to movie to understand half of the kiwi / Maori jokes =P Followed by What Becomes of the Broken Hearted?.

Dark Horse – based on the true story of chess pro Genesis Potini. Covering Topics like mental illnesses as well as the still very current issues with gang fights and trelated crimes.

Sione’s Wedding – funny Comedy „about“ the Samoan society in NZ.

Whale Rider – award-winning co-production with Germany that gives interesting insights to Maori traditions. LOTS of scenic landscapes that make you wanna book your flight ticket immediately.

Boy -a bit of maori, a bit of Fantasy (alright,a LOT of fantasy) and a lot of polynesian soundtracks. Another award-winning NZ movie that invites to dive into the mind of a young boy and see the world through his eyes. A little bit tragic and sad but also funny in an unsual weird way.

When you have watched these movies, you realize that there is one main actor in the scene: Cliff Curtis! So pls make sure you NEVER ask a kiwi who cliff curtis is….or you will get the evil eye 😉

When in Taranaki #NZ

Wer an Neuseeland denkt, denkt zuerst an die Naturgewalten der Südinsel. Oder an die Bay of Islands im Norden mit ihren unzähligen Inseln und Delfinen. Oder die vulkanisch aktive Region um Rotorua, dann irgendwann an Auckland, Wellington oder Christchurch. So sieht auch die übliche Reiseplanung durch Neuseeland aus: Dem Süden wird grundsätzlich, nicht nur wegen der Grösse sondern auch wegen der unzähligen Sehenswürdigkeiten, viel mehr Zeit zugewiesen.

So kommt es, dass weniger als 2% der Neuseelandtouristen auf ihrem Trip die Region Taranaki im Südwesten der Nordinsel besuchen. Gut für mich, so bleibt diese Region wirklich ein Geheimtipp und eine besondere kiwi experience, die ich euch aber wärmstens empfehlen möchte. Nicht umsonst hat lonely planet Taranaki als zweitbeste Reiseregion (weltweit) für 2017 empfohlen!

Auf das Leben der Einheimischen von „the Naki“ gehe ich noch in einem eigenen Post ein. Hier eine kleine To Do Liste für Taranaki 🙂

Mount Taranaki

Unübersehbar ist das Wahrzeichen und der Namensgeber der Region, der Mount Taranaki. Eine Pracht eines Vulkans, doch ziemlich launisch was Wetterschwankungen angeht, so kann sich der Mountain, wie ihn die Locals nennen, innerhalb von wenigen Minuten in Wolken hüllen. Nebst den bekannten Tramps wie dem Summit Track zum Gipfel, welcher nur im Februar-März gegangen werden sollte, oder einem Besuch der Dawson Falls gibt’s noch einige besondere Empfehlungen meinerseits:

Wasser aus einer, unter den lokalen Maori sehr spirituellen, Quelle, das über mehrere Etagen in Naturpools fliesst und zu einem mutigen Sprung einlädt? Das sind die Wilkies Pools. Ein kurzer, ca. halbstündiger Walk ab dem Dawson Falls Visitor Center. Wem das zeitlich zu wenig ist, der geht anstatt direkt zu Wilkies Pools den dreistündigen loop walk zur Waingongoro Hut und auf dem Rückweg erst zu den Pools. Dann hat man sich die Abkühlung auch wirklich verdient 😉

Noch mehr Lust auf Wandern? Ab dem Visitor Center in North Egmont gehst du 1,5  Stunden hoch zur Tahurangi Lodge. Aber Achtung, das sind die anstrengendsten 1,5h deines Lebens, denn die Steigung war wirklich so krass, dass ich beinahe hintenraus gekippt wäre und mir sehnlichst Treppenstufen anstatt eines Pfades gewünscht hätte. Von der Tahurangi Lodge kann man dann im Februar entweder den Gipfel besteigen oder innerhalb von 1,5h via einem kleinen Schneefeld und dem Manganui Skifield zum Stratford Plateau laufen. Schöne Aussichten und viel Sonne. Wichtig: Anfangs- und Endpunkt sind nicht dieselben, daher Abholtransport organisieren 😉

Surfen

Nicht umsonst heisst die Küstenstrasse Surf Highway 45. Nicht nur in New Plymouth, sondern entlang der ganzen Küste gibt’s immer wieder tolle Surfspots. Für mich ein Highlight war der Opunake Beach. Dunkler Vulkanstrand, glasklare Wellen und keine Felsen im Wasser. Und nur eine Handvoll Surfer, dh. genügend Platz im Lineup! Yeih! Wetsuit und Board für NZD 40 pro Tag (CHF 30.-) bei Dreamtime im Centrum mieten.

Surfen lässt es sich aber auch sonst praktisch überall, z.B. bei den bekanntesten Hotspots in New Plymouth bei Fitzroy oder in Oakura, ca. 15-20 Min. südlich von New Plymouth. Da steht sogar das grösste Surfboard der Welt ;-)!

New Plymouth

Die Küstenstadt hat einen besonderen, etwas anderen Vibe als der Rest von the naki. So gibt es hier ziemlich viele Villen mit beach view und sehr hübsche Nachbarschaften. Es hat einen leicht kalifornischen Touch, aber viel weniger als Mount Maunganui. Vielleicht mausert sich NP in den nächsten 5 Jahren Richtung Mount Maunganui, wer weiss?

Der wunderschöne Park und botanische Garten „Pukekura Park“ ist ganzjährlich ein Treffpunkt und im Dezember bis Januar mit dem Festival of Lights einen besonderen Besuch Wert: Nachts ist alles beleuchtet und jeden Abend spielen Livebands aus der Region – kostenlos! Wer noch mehr Musik will, besucht an Silvester das Reaggefestival beim Butler’s Reef oder das noch bekanntere Womad Festival im März! Ein anderes, besonderes Festival in New Plymouth ist das Tattoo Art Festival, welches jährlich im November stattfindet und Künstler aus aller Welt anzieht.

Für einen aktiven Tag in der Stadt eignet sich der Coastal Walkway. Vom Port Taranaki im Süden der Stadt geht’s über 10km der Küste entlang, vorbei am „Wind Wand“, Fitzroy sowie der Te Rewa Rewa Bridge bis hin zum Rugby Stadion. Geeignet zum Joggen oder Inlineskaten. Hin und zurück versteht sich!

Ab dem Port Taranaki können mit Chaddys Charters auch die lokalen Seelöwen besucht werden. Mega schöner Ausflug, ca. 1h auf dem offenen Meer mit einem uralten Tuckerböötli. Und man sieht gleich auch die ikonischen Felsen New Plymouth’s und erfährt Spannendes über die Maori Legenden der Felsen.

Dam dropping

Eine sehr lokale Freizeitbeschäftigung für Mutige ist das Dam Dropping, wo man nach starken Regenfällen mit Wetsuit und Bodyboard die Flussdämme hinter rasen kann. Leider hatte ich zu wenig Regen, ansonsten hätte ich das definitiv auch gemacht! Beim nächsten Mal dann 😉

Hawera

Ein perfekter Tag in Hawera beginnt mit 205 Treppenstufen auf den historischen Watertower, auf dem die Aussicht besonders gut und windig ist. Mittags wird bei Rimi Sushi das beste Sushi überhaupt gegessen (Chicken Crumble mit Avo und Cream Cheese) und am Nachmittag am Ohawe Beach entspannt oder gesurft. Check!

Hunting and Fishing

Die absolute Lieblingsbeschäftigung der Locals. Wenn nicht gefischt wird (z.B. am Kaupokonui Beach), werden die Possums, Hasen oder Igel geschossen. Klingt schrecklich, ist bei der Überpopulation aber notwendig, da diese süssen Beisser viele Krankheiten auf die Tiere und Pflanzen übertragen oder die Ernten wegfuttern… Natürliche Feinde gibt’s nicht und weil sich die Hasen bekanntlich wie wild fortpflanzen, muss der Mensch hier leider eingreifen.

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Magic Raglan #NZ

Hätte ich gewusst, was mich in Raglan erwartet, hätte ich eine ganze Woche oder noch besser, eine ganze Unendlichkeit dafür eingeplant. Doch zurück zum Anfang: Ich alleine in Hamilton, auf der Suche nach einem Mietwagen. Nicht ganz so einfach, spontan einen Mietwagen zu finden, und das während der Hauptsaison. Doch wie immer sind die Neuseeländer super freundlich und auch hier wurde mir sehr zuvorkommend geholfen und bei der Mietwagenfirma habe ich schlussendlich sogar noch sehr nette Bekanntschaften gemacht. Mensch!

Bevor es aber losging, habe ich in Hamilton die liebe Amélie aufgeladen. Wir haben uns in Auckland im Hostel kennengelernt und sie hat spontan dieselben Nächte in Raglan gebucht, wie ich, damit wir uns wieder treffen können. Nun machten wir uns also auf den 45-minütigen Weg nach Raglan, vorbei an den Bridal Veil Falls, den 55m hohen Wasserfällen, und weiteren unendlich saftigen grünen Hügeln und Tälern. Raglan selbst ist ein kleines Kaff, voller Surfshops und Cafés. So, wie es mir am allerbesten gefällt. Ich wäre am liebsten schon ausgestiegen, doch ich wusste noch nicht, was mich in unserer Unterkunft erwartete… Wir fuhren also durch’s Dorf, 6km durch’s Niemandsland den Hügel hoch, bis es endlich vor uns lag: Solscape. (Sol von Sonne und scape von Landscape)

Es prallte uns eine volle Ladung fassbarer Perfektion entgegen. Ein Haupthaus mit der Rezeption sowie einem veganen Restaurant, der grosszügigen Terrasse, einem Yogastudio in der oberen Etage und einer Wiese umgeben von wunderbaren Blumen mit Blick auf den Surfstrand und prachtvoller Sonnenschein. Dahinter war das Areal für Parking sowie Campervans. Dann kam unser Bereich: Riesige Tipis, Lehmhäuschen und alte Zugwaggons, die zu Schlafsälen umgebaut wurden. In der Mitte ein Gemeinschaftsraum mit Küche und grosser Terrasse, die zum gemütlichen Sein einlud. Ich wusste innert einer Sekunde: Das ist es. Das werden zwei perfekte Tage. Hierher komme ich zurück und jeder, der einen Fuss nach Neuseeland setzt, muss mir garantieren, mind. 2 Nächte in Solscape zu verbringen.

Ich buchte die täglichen Yogastunden sowie eine Halbtagesmiete für Surfboard und Wetsuit. Yoga war toll, Surfen war super, doch am allerbesten waren die Menschen. Ich kann gar nicht alle beim Namen nennen, Emily aus Vancouver (weitere Traumdestination), Stephan aus Innsbruck, Valentin aus Deutschland, die surfenden Geschwister aus Deutschland, die süsse Familie mit dem Vater, der seiner Tochter immer Geschichten vorlas, Anna aus den Niederlanden oder Chantal, die liebe Schweizerin. Wir alle verbrachten die Tage surfend am Strand und die Abende auf der Terrasse mit Bier, Cider und endlosen Gesprächen über das Leben, das Reisen, Gott und die Welt.

Am inspirierendsten war für mich Stephan. Auf den ersten Blick ein typischer sportlicher Snowboarder und Surfer, lange dunkle Haare und Bart. Man denkt „Der ist zu cool, um nett zu sein.“ Doch nach zwei Sätzen ist klar, dieser Typ ist unglaublich herzlich, nett und aussergewöhnlich positiv. Mich hat das verwundert, habe ich doch öfters festgestellt, dass  die „coolen Surftypen“ meist etwas arrogant wirken, so, als würden sie nicht mit den „Anfängern“ abhängen wollen. Er hat dann erzählt, dass er seit Monaten um die Welt reist: USA, Südamerika, Hawaii, Australien und jetzt Neuseeland. Zuvor war er wahrscheinlich schon an allen anderen Orten, wo es Wellen gibt, zumindest erzählte er von Bali, Sri Lanka undundund.

Er erklärte mir dann, dass er auf Reisen jeden Tag versuche, alle Menschen mit offenen Armen zu empfangen und keine Vorurteile zu haben. Doch selbst ihm falle es manchmal schwer, über die arrogante Ausstrahlung der Surftypen oder anderer männlicher Genossen hinweg zu sehen. Ich musste dann wirklich ganz laut lachen und habe ihm gesagt, dass er 1:1 genau so wirke und er war entsetzt. Er sah sich selbst weder als besonders cool, noch sonst irgendwas. Und das glaubte ich ihm sogar, denn nach wenigen Gesprächsminuten war klar, dass er total „normal“ ist.

Doch die Hemmschwelle, mit jemandem, der so „cool“ wirkt, ins Gespräch zu kommen, wäre für mich allein zu gross gewesen. Niemals hätte ich ein Gespräch angefangen oder überhaupt in Erwägung gezogen. Die Realität hingegen war, dass er jeden Menschen mit offenen Armen empfang, mit jedem ins Gespräch kam und eine wirkliche Inspiration für mich wahr, in Zukunft immer zu versuchen, niemanden nach dem 1. Eindruck zu beurteilen.

Raglan und die Menschen haben mich derart in einen Strudel gezogen, dass ich leider kaum Fotos geschossen habe. Ich kann es aber jedem nur wärmstens empfehlen, selbst in die magische Welt von Solscape einzutauchen und hoffentlich genau so tolle Menschen kennenzulernen, wie ich es durfte.

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Te Araroa inspiration #NZ

Nachdem ich Mount Maunganui frühzeitig verlassen und Hals über Kopf eine Nacht in einem kleinen Hostel in Hamilton gebucht habe, sass ich also im Intercitybus und fuhr vorbei an Hobbiton sowie endlosen grünen Hügeln und toller Landschaft. Von Hamilton habe ich mir nix erwartet, ich wollte nur ein Auto finden, mit dem ich nach Raglan fahren konnte. Dort hatte ich nämlich zwei Nächte in einer etwas aussergewöhnlicheren Unterkunftt gebucht.

Ich kam also im Hostel an, einer kleinen abgefuckten Bude. Das Zimmer mit sechs Betten ohne Fenster und die „Managerin“ rauchte einen Joint auf dem Balkon. Uöhm, jawohl. Mir egal, dachte ich. Ich machte mir mein Müsli (musste sparen und mich zwei Tage von Müsli left overs und raw fruit bars ernähren, da ich in Auckland und Mount Maunganui zu viel für vegane Köstlichkeiten ausgegeben habe) und setzte mich zur kleinen Runde auf die Terrasse an der Hauptstrasse. Schnell kamen wir ins Gespräch: Alex aus Kalifornien, James aus England. Die angestellte „Managerin“ des Hostels kiffte fröhlich vor sich hin, bis sie irgendwann einen – von mir sehr begrüssten – Abgang machte. James war der typische Engländer: klein, etwas dick, sehr bleich und optisch ein typischer IT Nerd. Ich hätte alles darauf verwettet, dass er noch zuhause wohnt. Während dem Abend hat sich herausgestellt, dass er in der Tat zuhause wohnt, aber auf seine altersschwache Mutter schaut. Auch IT Nerd war nicht ganz weit hergeholt, doch sein Job war total faszinierend: Er leitet ein Team von criminal analysts, die im Auftrag von Banken terrorverdächtige Personen überprüfen, digital über ihre Transaktionen verfolgen und Tatsachen aufdecken. Mega spannend!

Doch noch mehr aus den Socken hat mich Alex gehauen. Lebt in Kalifornien, geboren in Russland. Zuerst habe ich mir bei ihm gar nicht viel gedacht bzw. ich habe nicht darauf geachtet, wie er aussah. Zur allgemeinen Beschreibung: Er war sehr hager und hatte einen unglaublich braungebrannten Kopf, doch beim Hals war er schneeweiss. Seine Haare waren kurz geschoren und er war ziemlich hager und sah doch irgendwie athletisch aus. Und irgendwann fiel mir auf: Er trug lange Unterhosen und ein Funktionsshirt. WTF, ungewöhnlich für eine gemütliche Runde mit Bier auf der Terrasse, selbst in Neuseeland, wo es jedem egal ist, wie du aussiehst.

Als ich ihn fragte, was seine Neuseelandpläne seien, erzählte er mir vom Te Araroa Trail. Natürlich hatte ich davon gehört, es ist eine 3000km lange Wanderung durch ganz Neuseeland von Cape Reinga im Norden bis Bluff im Süden. Ich fragte dann ganz dumm, wieso er das in Neuseeland mache, wo er ja den noch viel anspruchsvolleren und abwechslungsreicheren pacific crest trail in den Staaten habe. Seine Antwort: „Den PCT habe ich im September beendet und ich wollte noch nicht zurück zur Arbeit“ (IT bei United Airlines). WOOOHOOOOOOO, wie krass ist das denn! Ich konnte es kaum fassen, vor mir sass ein „finisher“, ein Vorbild, eine lebende Inspiration. Ich fragte ihn alles, was mir einfiel. Bären, Schlangen, Verpflegung, Psychopathen im dunklen Wald, Frauen die den Trail laufen, Blasen an den Füssen, Filtern von Wasser, Sonnenbrand undundund…

Zusammenfassend: Bären haben Angst vor Menschen, wer sein Wasser nicht filtert kriegt innerhalb von zwei Wochen den schlimmsten Durchfall überhaupt, weil die Tiere ins Wasser pinkeln und scheissen, die Füsse sind sowieso recht schnell zur Sau und das meiste outdoor equipment, dass es in den Läden gibt, braucht man gar nicht. Kleidung ist auch überbewertet: 1 Hose, 1 Merino Shirt, 2 Unterhosen und 2 paar Socken und lange Merino Unterwäsche für die Nacht. Diese Klamotten waren übrigens gerade in der Wäsche beim Hostel, deshalb hatte er nix anderes zum Anziehen als seine lange Unterwäsche, während wir draussen auf der Terrasse sassen 😉

Ganz wichtig: Sonnencreme. Jetzt war mir auch klar, warum sein Kopf und seine Hände so ledrig braun und der Hals oder Arme so gar nicht braun waren =P Übel: Während dem PCT mussten er mehrere Tage ein Schneefeld überqueren. An besonders viel Sonnenschutz hatte er nicht gedacht.  Doch der Schnee reflektierte von unten und er hatte den schlimmsten Sonnenbrand überhaupt, sein Gesicht habe sich „vollflächig geschält“. Yummie!

Den Lacher des Abends hatten wir aber, als plötzlich die Türe aufging und ein 2m grosser, blonder Holländer reinlief. Alex und Sander (sein Name) schauten sich an und fingen an zu johlen – er ist auch ein Wanderer des Trails! Sie haben sich im Norden kennengelernt, doch Alex war schneller und nun haben sie sich beide per Zufall am gleichen Ort für eine Pause entschieden. Sander wanderte zum ersten Mal überhaupt, hatte die am schlimmsten verbeulten, gelbblauen Zehen, die ich je gesehen habe, hat Angst vor den possums und allem anderen, was in der Nacht so kreucht und fleucht, und fluchte in jedem „fu**ing“ Satz. Seine beste Anekdote: Er kaufte hier ein Zelt, möglichst klein und möglichst leicht. Problem: Er war zu lang für das Zelt und musste immer sehr verwinkelt schlafen, denn der Backpack muss ja auch mit rein 😉 Nach einer Woche hatte er Nackenschmerzen und schnitt kurzerhand ein Loch aus dem Zelt und verlängerte es mit einem Plastiksack vom Supermarkt und etwas ducktape, damit er nachts seine Füsse reinstecken konnte und sich so auch mal strecken kann.

Für mich ist klar, ich möchte auch mal eine Langdistanzwanderung machen. Vielleicht starte ich ja schon im 2017 mit einer Woche in der Schweiz?

Leider keine Fotos 😉

Mount Maunganui #NZ

Sonne, weisser Strand und Wellen, so habe ich mir Mount Maunganui vorgestellt. Leider gab’s keine Wellen, da das Wetter zu gut war und das Meer flach wie ein See war, doch die Stadt überraschte mit etwas ganz anderem: mega coolem Surfvibe und chilligen kleinen Street Food Festivals. Nachdem man den Mauao, den kleinen Stadtvulkan erklommen und im Meer gebadet (und sich einen unmöglichen Sonnenbrand geholt) hat, gibt es nichts gemütlicheres, als sich abends in mitten der Locals auf eine Wiese zu setzen, einem talentierten Livesänger zuzuhören und das Leben einfach nur zu geniessen.

Überrascht hat mich die no-alcohol policy. In Neuseeland gibt es sehr viele Probleme mit Alkohol, Alkohol am Steuer und Drogen. Daher gibt es immer mehr Restriktionen und solche Events, die sich ausschliesslich gegen den Konsum von Alkohol positionieren und nur Softdrinks ausschenken und somit eine friedliche Atmosphäre für Jung, Alt, Familie (und Hunde) schaffen möchten. Find ich gut!

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Coromandel Roadtrip #NZ

Nach dem Pinnacles hike (NZ engl.: tramp; tramping) ging’s auf einen kleinen Roadtrip rund um die Halbinsel Coromandel. Gesehen habe ich nebst sagenhafter Natur und unzähligen Vogelarten und Hasen (sind soooo herzig, aber verbreiten leider Krankheiten, fressen die Gärten, sind daher im Volksmund „pest“ und werden entweder abgeschossen oder gnadenlos überfahren…) sogar einen Pfau, der auf der Strasse rumstand. Ich habe ihn dann kurz mit dem Handy fotografiert, doch irgendwann kam er gefährlich auf mich zugesprintet und da machte ich grad noch einen Abgang, kurz bevor er sein Federkleid entblössen konnte!

Coromandel bietet viele tolle Highlights, einerseits nur schon das Fahren durch die malerische Landschaft – ich hätte an jeder Kurve einen Fotostopp einlegen können, doch ich wollte es einfach nur geniessen – und verschiedenen Stränden, von weiss und fein bis schwarz und aus Lava, war alles dabei. Das erhoffte Highlight Hot Water Beach, wo man sich im Sand einen warmen Pool buddeln konnte, war wirklich ein kleiner Reinfall, da sich dort etwa 10 Personen auf einen Quadratmeter gestürzt hatten und das war mir dann doch zu blöd. Dafür waren der New Chum’s Beach, die Cathedral Cove und mein AirBnb absolut schön bzw. einmalig.

Zum Airbnb…ich habe ein „Basic Eco House“ in Whenuakite gebucht, soll gemäss Beschreibung sehr idyllisch im Kiwi Forest gelegen sein und nah zu den Stränden. Ich dachte mir, Fussmarsch-nah und so. Nun, der Weg zum Airbnb gestaltete sich schonmal ziemlich herausfordernd, fuhr ich über einen ca. 10km langen Kiesweg und musste irgendwann in den dicksten Urwald abbiegen auf einem „Strössli“, dass so schmal ist, dass mein kleiner Mietwagen kaum Platz hatte. In der Wegbeschreibung hiess es dann „stay right and head up hill“, alright, ich blieb also rechts und fuhr den „Hügel“ hinauf, wobei das wirklich eine üüübeeelste Steigung war. Nach ca. 4 Metern dann der Moment des Schreckens: Der vorher ziemlich stabile Kiesweg wechselte plötzlich und das Kies wurde etwa 15cm Tief, wodurch meine Räder anfingen, durchzudrehen. Das Auto wackelte wie auf Wolken von rechts nach links und mein Herz raste. Ich überlegte einen Moment, ob Bremsen nun die richtige Reaktion wäre, merkte aber sofort, dass mein kleiner 90PS Wagen dann niemals mehr anfahren konnte. Also blieb ich auf dem Gas und fuhr in Wellenbewegungen den Hügel hoch, versuchte, nicht in den Busch reinzuragen und erreichte nach gefühlten 5 Minuten, realistisch betrachtet aber wohl eher 50 Sekunden, kreideweiss und schweissüberströmt das Häuschen. Oben angekommen hätte ich am liebsten geheult, denn das AirBnb war leer und offen. Es gab keinen Schlüssel, kein WLAN, keinen Telefonempfang und es hatte etwa siebentausend Spinnen. All good, sagte ich mir. Bis ich das Auto und den Kiesweg anschaute und merkte, dass ich mich nie im Leben getrauen werde, den „Schlieferweg“ wieder hinunterzufahren. Auf der Veranda erspähte ich dann ein anderes Hausdach, ca. 300m weiter im Busch. Ich rutschte also den Hügel hinunter und rannte schnurstracks zum Haus, wo mich ein nacktes Baby und sein Vater erwarteten. Der Vater erahnte schon, dass ich vom AirBnb kam und lachte, als ich ihm mein Dilemma erklärte und meinte nur „you definitely need a 4 wheel drive, sweetheart“. Und nein, natürlich hatte mein kleiner Automat keinen Allradantrieb, also war ich überglücklich, als er mir das Auto nicht nur nach unten fuhr, sondern ich es auch dort stehen lassen durfte. Kiwi’s sind einfach so nett und hilfsbereit und selbst im tiefsten Busch hatte ich keine Bedenken, an einem fremden Haus um Hilfe zu bitten.

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