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Plastic Ocean meets Surflife #Bali

Ich verspreche euch, nach diesem Post ist dann mal genug von traurigen Themen und #realtalk und ich erzähle bald wieder etwas unterhaltsameres über meinen Alltag in Indonesien 😉

Plastic, Plastic, Plastic

Dass Abfall im Meer (und auch sonst überall, wo er nicht hingehört) ein Problem darstellt, muss ich euch ja nicht nochmals erzählen. Das weiss mittlerweile hoffentlich jedes Kind. Speziell Bali ist immer wieder in den westlichen Medien präsent, primär aufgrund der durch Abfall verschmutzten Strände. Und lasst euch eines sagen: The struggle is real. Dieses Video ist Realität:

Ich habe selbst an einem Beach Cleanup (das heisst, mit einem Abfallsack bewaffnet am Strand Abfall zu sammeln) teilgenommen und wir haben in einer Stunde zu zehnt über 170kg Abfall gesammelt. Unter den Übeltätern war alles dabei: Unzählige FlipFlops, Zahnbürsten, Strohhalme, Plastikflaschen- und Deckel, Schminkbeutel, alle Arten von Kosmetikverpackungen und Plastikfötzel. Nebenbei findet man auch Glasteile, irgendwelche Drähte, Angelzeugs oder andere Überbleibsel elektronischer Gadgets.

Wir haben gesammelt und gesammelt, doch es war tragisch: So weit das Auge reichte, sahen wir nur noch mehr Abfall, der sich der Küste entlang stapelte. Das Bild gestaltete sich besonders schlimm, weil es am Abend zuvor geregnet und gestürmt hatte und dies den Abfall noch stärker an die Küste schwemmt – vom Meer her, sowie vom Inland her mit den Flüssen.

Der Plastik ist unter all den Übeltätern besonders schlimm. Plastik benötigt ca. 450 Jahre, um durch die Natur abgebaut zu werden. Und selbst dann wird er eigentlich nur in Mikroplastik zerlegt, der nach wie vor schädlich ist für die Natur. Hier seht ihr eine ziemlich neue Grafik vom Umweltbundesamt aus Deutschland, die aufzeigt, was wie lange im Meer vor sich hinvegetiert, bevor es „abgebaut“ ist:

Bildschirmfoto 2018-04-06 um 04.37.46

Quelle: https://www.careelite.de/plastik-muell-fakten/

Vielerorts gibt es im Meer gemäss aktuellsten Studien bereits sechs mal mehr Mikroplastik als Plankton. Und die Prognosen werden nicht besser: Wenn es so weitergeht, gibt es 2050 dreimal mehr Plastik als Fische im Meer.

Für euch klingt das vielleicht alles etwas übertrieben und weit hergeholt. Es ist „ein Problem, dass uns als Binnenland nicht betrifft“. Wir Schweizer sind ja nicht schuld daran, so schmeissen wir ja nichts ins Meer, blablabla… Dass die ganz allgemeine Plastikproduktion ca. 8% der weltweitern Erölverbrauchs ausmacht, lasse ich jetzt mal so stehen. Ich möchte nur jedem ans Herz legen, den Verbrauch zu hinterfragen und mindestens die Entsorgung korrekt auszuführen.

Denn mich betrifft es zur Zeit extrem. Jeden Tag paddle ich auf dem Surfboard ins Meer hinaus und jeden Tag schwimmt mir Plastik entgegen. Nicht gerade im Ausmass wie im oben gezeigten Video, aber machmal annähernd. Vorgestern hat’s wieder gestürmt und das Resultat war heftig: Ich war gestern 3x ca. 2h surfen und haben nach jeder Session einen Leash voll Abfallsäcken aus dem Meer geschleppt. Der Leash ist das Band (jap, en Bestandteil devo isch au Plastik – da hät’s mi!), welches Surfboard und meinen Fuss verbindet. Alles, was mir im Meer entgegenschwimmt, knöpfe ich an meinen Leash, denn die Hände brauche ich ja frei und der Bikini bietet keinen Stauraum 😉 Als ich gestern aus dem Wasser kam, sah ich wirklich aus, als würde ich eine Wäscheleine voll Abfallsäcken hinter mir herziehen. Und das ist kein schönes Gefühl.

Ich selbst versuche, so wenig Plastik wie möglich zu „brauchen“. Trotzdem komme ich immer wieder in eine Situation, in der ich eine PET Flasche oder anderes Verbrauchsmaterial kaufen muss. Aber ich arbeite daran. Bei den Kosmetikprodukten (Seifen, Shampoo, Duschmittel) verwende ich ausschliesslich Lush, tier- und umweltfreundliche Produkte aus fairer Produktion, die sogar ohne Plastikverpackung auskommen! Ich schleppe sie in wiederverwendbaren Boxen herum und kann echt sagen: Der Verbrauch ist so klein, sie reichen mir sicherlich für’s ganze 2018! Schminke und Co. führe ich aktuell sowieso nicht mehr im Sortiment. Sorry, not sorry. Falls ich Gesichtscreme oder etwas für die Haare brauche, verwende ich ein paar Tropfen von einem Kokosöl, welches ich in Sri Lanka geschenkt bekommen habe. Für die Haut gibt’s Aloe Vera, obwohl ich hier auch immer mal wieder was im Laden kaufen muss. In Sri Lanka konnte ich das Gel noch direkt von der Pflanze im Garten beziehen =P

Mein wohl grösster Verschleiss überhaupt ist Sonnencreme: Viele Sonnencremes bestehen aus Mikroplastiken und sind superschädlich für die Natur und auch für unseren Körper. Ich selbst suche immernoch nach einer Sonnencreme, die mich zuverlässig schützt und keine fragwürdigen Stoffe enthält. Aktuell verwende ich ein lokales Produkt aus Indonesien, welches noch nicht 100% ideal ist, doch im Schnitt sicher besser als die grossen Brands wie Banana Boat oder Nivea. Und mit meinem superhellen Teint ist nicht zu spassen, erst recht nicht im Wasser, wo die Sonne auch noch aus allen Himmelsrichtungen reflektiert. Da ist mir die Priorität meiner Haut leider wichtiger, als die Nachhaltigkeit =/ Ich probiere und suche aber fleissig weiter, denn selbst hier ist leider auch nicht alles erhältlich.

Für’s Gesicht habe ich noch eine alte Creme von La Roche Posay aus der Schweiz dabei, die ich längst leer machen müsste. Fakt ist aber: Ich verwende im Wasser nur den Surf-Zink. Ich habe einen älteren von EQ aus Frankreich, der ist grün und ich „bemale“ mich mit ihm an empfindlichen Stellen, sodass ich klar sehe, wann er abgespült ist. Das wäre dann beispielsweise rund ums Bikini Höschen / Oberteil, wenn ich irgendwo einen leichten Sonnenbrand oder empfindliche Hautstellen habe. Im Gesicht habe ich immer einen braunen Zink von Headhunter. Beide sind nicht umweltschädlich und bestehen aus natürlichen Inhaltsstoffen. Man kann diese Zinkcremen übrigens auch fürs Skifahren / Wandern benutzen. Sie lohnen sich eigentlich immer, sobald man extremer Sonne exponiert ist. Ich komme oft abends nach Hause, gehe duschen und stelle nach dem Duschen fest, dass mein Gesicht immernoch voll Zink ist. Das Zeug hält wirklich hammermässig und ich muss es oft mit Kernseife und einem Frottetuch wegrubbeln 😉 Defür hani nonie en Sunnebrand im Gsicht gha…

Ein anderes Verschleissprodukt ist Surfwachs. Diesen schmiert man aufs Brett, damit man im Wasser nicht von der schlieferigen Oberfläche des Surfbretts runterrutscht. Aktuell verwende ich noch einen in Zürich hergestellten Wachs, den ich geschenkt bekommen habe (merci Kevin!) 😉 Sobald der durch ist (bald…), kaufe ich mir einen Neuen von Bees Knees oder ähnlichem Label, dass 100% abbaubar ist.

Für die, die es noch mehr interessiert: Es gibt auch Finnen, Leash und Boardbags aus nachhaltiger Produktion. Da ich mein Surfboard „komplett ausgestattet“ gekauft habe, werde ich es erst mit diesen nachhaltigen Produkten aufrüsten, sobald ich meinen Leash ruiniere oder die Finnen kaputt gehen. Eine Finne hatte schon einen kleinen Riffunfall (jap, auch mein Surfboard war auch schon in der Reparatur für mein erstes Dings…) – ich bin also zuversichtlich, dass ich bald Ersatz brauchen werde… es isch ja zum bruuche do!

Leash vo Rewolve

Wiiteri Goodies für Surfer

 

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Surfupdate #Bali

Hallihallo! Seit etwas mehr als einer Woche bin ich zurück in Bali und ich war jeden Tag am Surfen, Surfen, Surfen… Daher geht’s bei meinem ersten Post aus Bali auch um nix anderes. Wen das nicht interessiert, der kann jetzt schon mal dieses Browserfenster schliessen – denn es wird wahrscheinlich sehr sehr einseitig =P

Kurz als Intro: Gebucht habe ich eine Woche „Intermediate Surftraining“ bei Lapoint in Gianyar, im Osten Bali’s. Ich war schon in einigen Surfcamps und Lapoint hat einen mega guten Ruf. Sie arbeiten in Bali mit Ripcurl zusammen und haben daher auch super Instruktoren. Das ist das erste Mal, dass ich bei einem Camp ein „Level“ auswählen konnte. Level 1: Noch nie gesurft. Level 2: Kann hüfthohe Wellen surfen und allein aufstehen. Level 3: Kann kopfhohe Wellen surfen und will Cutbacks lernen. (Cutbacks sind „Kurven zurück zum brechenden Punkt der Welle.) Ich habe mich zu Level 3 eingeteilt und war dort auch genau am richtigen Ort.

Der Ort Gianyar hat zur Regenzeit eine gute Ausgangslage für die Spots rund um Sanur, bspw. Serangan, Baby Reef, KFC oder den World Surf League Championship Spot Keramas. Spannend war: Alle Spots waren Riffspots – also kein sandiger Untergrund, der jeden Fehler verzeiht. Das Camp selbst war eine traumhafte Villa mit ca. 18 weiteren, ganz lieben Gästen und 3 Schweden von Lapoint: Vanessa, die liebe Campmanagerin und Stina und John, die beiden Social Hosts. Ich habe mich beim Reinkommen schon perfekt aufgenommen gefühlt und auch meine Zimmermitbewohner waren bereits auf den ersten Moment mega sympatisch!

Nun zu den Wellen: Der forecast sagte, dass wir mit Wellen um 6-8ft rechnen können. Das bedeutet, zwischen dem Wasserspiegel und dem oberen, brechenden Punkt der Welle liegen bis zu 2,5m Distanz. Ich war bisher in 4ft ganz sicher unterwegs und weiss gar nicht, wie oft ich überhaupt eine grössere Welle gesurft bin. Zudem war mein Ziel eigentlich: Cutbacks üben, schneller nach rechts oder links wenden und herausfinden, welches Board ich kaufen soll, um die nächsten Monate an meinen Skills arbeiten zu können. Ebenfalls hinzu kommt, dass ich zwar ziemlich safe auf dem Wasser bin, wenn ich mal stehe, aber das Anpaddeln, das richtige Timing und die „Weitsicht“ für die „perfekte Welle“ sind wichtige Faktoren, die mir noch gar nicht gut liegen. Dazu wollte ich nochmals viel Input von den Instruktoren erhalten.

Nun war es so, dass Johan und ich die einzigen im Level 3 waren, also die „Fortgeschritteneren“. Da wir uns auch ein Zimmer teilten, sind wir super schnell gleich ein mega gutes Team geworden! (#TeamChanelCharging, if you read it 😉 ) Wir haben zusammen einen Instruktor gehabt, der uns konstant korrigiert und Feedback gegeben hat. Auch die Fotoanalyse war wirklich super hilfreich, daher habe ich  überhaupt alle diese vielen Bilder. Auf einigen Bildern seht ihr auch, dass andere Surfer in meine Welle reindroppen oder ich reindroppe – haha. Das bedeutet, ich oder andere haben die Vorfahrtsregeln im Wasser missachtet. Das ist superwichtig, um keine Unfälle zu haben und auch Respekt vor anderen Surfern zu haben, die lange auf „ihre“ Welle warten. Vorfahrt hat grundsätzlich jener Surfer, der am nächsten am brechenden Punkt der Welle ist. Ich kommentiere das gleich unten bei den Fotos.

Für mich ist es wirklich krass zu sehen, wie ich Fortschritte mache, wie die Wellen grösser werden und ich mich auch darin sicherer fühle. Die Wucht einer Welle, wenn man einen Nosedive (Boardspitze taucht und man wird kopfüber durchgespühlt) macht oder sonst einfach ein unnötiges wipeout hat, ist massiv. Ich hatte diese Woche die wohl längste Dauer unter Wasser, den längsten Kampf in der impact Zone (wo die Wellen gebrochen sind und mit voller Wucht auf einen zubrettern, wurde zum ersten Mal gegen das Riff geschmissen (nix passiert, alles gut!) und – hört, hört – bin zum ersten Mal ein Shortboards gesurft!

Das Shortboard war wohl das Highlight meiner bisherigen „Surfkarriere“. Alles hat damit angefangen, dass ich mich über das lange Brett beklagt habe, da die Wellen für solche Boards schlichtweg zu steil wurden und ich mehr Spass wollte. Dann hat der Instruktor gemeint: Morgen nimmst du ein 6’6. Ein spitzes Shortboard. Ich habe ihn eher ungläubig angeschaut, da ich überzeugt war, mit diesem Brett weder genug Kraft zum Paddeln, noch genügend Technik zum Surfen zu haben. Der Sprung erschien mir schlichtweg zu gross. Zudem landeten wir an besagtem Morgen dann effektiv am Keramas Beach: Einem weltklasse Surfspot mit massivsten Wellen und einem Riff, das vielleicht einen knappen Meter tief war. Nicht beste Voraussetzungen, für mein Übungstag auf einem Shortboard. Meine Stimmung war, sagen wir mal so, dezent kritisch.

Die Freude war dann umso grösser, dass es geklappt hat: Ich bin gestanden und habe gewendet. Einigermassen. Und es war eine kleine, aber steile Welle. Der Adrenalinkick hingegen war maximal massiv und selbst am Tag danach war ich giggerig wie noch nie auf’s Surfen, auf das Board und einen neuen Surfspot im an der Westküste Bali’s. Dort ist dann auch das Video unten entstanden, auf dem ich die Cutbacks geübt habe, also einigermassen am kürveln arbeite. Sieht scheiss langsam aus, ich weiss. Aber die Uhr, die Johan und ich jeden morgen gekriegt haben, hat bei dieser Welle meine max. Geschwindigkeit von 22,3km/h aufgezeigt. Ganz okay für mich, wenn man vergleicht, dass Profis mit ca. 40km/h surfen.

Zusammenfassend kann ich sagen, ich habe nochmals mega mega viel Vertrauen in meine Fähigkeiten gewonnen, kann immer schneller in eine Welle einstechen (Front- oder Backside surfen) und fühle mich auf Left- wie Righthandern sicher (das heisst, ob die Welle nach links oder nach rechts bricht) und habe – oho oho – mein ERSTES SURFBRETT GEKAUFT!

Das gute Stück ist 6’4ft lang, also ein Shortboard. Damit mir das Paddeln alleine im Line-Up aber auch an Tagen, an denen die Wellen schnell kommen, oder an Spots, an denen sie hohler brechen, leichter fällt, habe ich mich für so viel Volumen wie irgendwie möglich entschieden. Mein Board fasst nun 43l und ist daher sogar einfacher zu Paddeln als das leicht längere 6’6, was man auf den Bildern / Videos sieht. Das liegt primär an der breiteren Nase meines Boards und daran, dass es minimal dicker ist.

So, das war das Update aus Surfseite. Nun die Bilder, an denen ich selbst wirklich eine MEGA FREUDE habe, da es für mich einfach schön ist, zu sehen, dass ich jeden Tag im Wasser etwas dazulerne 🙂 Und es folgen auch noch das Video mit dem ersten „effektiv erfolgreichen Ride“ des Shortboards, sowie einige Failvideos, die ich euch auch nicht vorenthalten wollte. Immerhin gehört das auch dazu und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie oft ich bei Keramas in den Rifffelsen aufgelaufen bin… Ich war kurz vor’m Aufgeben und Flüchten, bevor ich dann meine erste erfolgreiche Welle hatte 😉

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Wahrschindlich mini grössti Welle ever 🙂 Man beachte, dass ich mini Hand ha chönne im Wasser nahzieh – unbeschriblich!!!!!!
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Man beachte auch wie wunderschön s Wasser isch und wie glasig d Welle brechet 😉 TRAUMHAFT!!!!!!
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Üebe mit Schuss tüüf zgah und s Wasser berüehre 😉
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Eusi Uhre am istelle – d Ripcurl Surfwatches messet Gschwindigkeit, Paddeldistanz (über 7km a eim Tag…hallo Monstermuskelarme) und Azahl Welle pro Tag.
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Da gseht mer, wie mer nomal Inputs bechömet, bpsw. dass d Gwichtsverlagerig zum Tempo gwünne mitm chline Brett anderst muen stattfinde 😉 Physik!
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Da gseht mer au, dass ich en chline Sicherheitsabstand inimme zum brechende Punkt vode Welle, will die würklich riesig und au bitz hohl broche sind. Di meiste Welle a dem Tag sind über oder knapp Kopf höch gsi.

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Da gseht mer schön, wie öpper i mini Welle inedroppt, obwohl ich fix druff bin
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Und da gseht mer, wie ich am Kollega hinde dra dri droppe und de Gilles mir auna dri droppt…also gnau gnah en dopplete Drop-In
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…und das chunnt denn debi use: de Kolleg hinter mir regt sich wahrschindlich uf, das ich so langsam bin und ich flitze haarscharf am Gilles verbi und rüefe „Achtuuuuuung!“ und de armi Gilles het wahrschindli es Herzchriesi und zieht, wenner chan, sis Brett zrugg 😉
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Das isch de Start i mini ersti, erfolgrichi Welle ufm Shortboard. Me gseht, wie unglaublich hohl und glasig d Welle dur de perfekti Offshore Wind bi Keramas sind. Was mehr nöd gseht, isch das beschissne Riff, wo vor minre Nase uf mich gwartet het 😉 Ich weiss, es geht da nöd höch us, aber es isch e schnelli Welle und es chan ufme Foti fast nöd festghalt werde, wie schnell da alles muen gah zwüschet paddle, ufstah, dreihe und fahre!
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Freud und Schock sind glich gross gsi wie d Überraschig, dass ich’s gschafft han ;-)!

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Und da hettemer no di besagte Fail- und Erfolgsvideos 😉 Enjoy!



Gewusst? #travellersthoughts

Reisen ist nicht immer nur Abenteuer und Spass. In meinem Fall ist es auch sehr viel Reflexion. Stundenlange Busfahrten, Wartezeiten oder Abende in doofen Hostels ohne spannende Gesprächspartner bieten viel mehr Zeit, als mein ehemaliger Alltag, um Nachzudenken. Und ich bin durch und durch ein Denker. Ich reflektiere, was ich erlebe, wer ich bin, wie ich bin und was ich möchte. Und manchmal entspringt einem kurzen, banalen Gedankengang eine mehrstündige oder gar mehrtägige Recherche.

Grundsätzlich muss ich sagen: Ich möchte mehr denn je zuvor etwas zur Entwicklung der Menschheit beitragen. Ich möchte Gutes und Sinnvolles leisten. Ich habe aber meine Passion noch nicht so recht gefunden. Ja, ich achte auf meinen Abfall, kaufe wenn möglich Fair Fashion, kaufe Zuhause Bio (hier grad schwierig, aber wir wissen ja alle, dass ich organic hipster cafés liebe und da viel Geld liegen lasse…) und hatte kein Auto, weil ich keines brauchte. Trotzdem habe ich noch keinen Verein oder keine Organisation gefunden, die mich sofort mitgerissen und zum Mitarbeiten überzeugt haben.

Vielleicht liegt meine Aufgabe aber heute genau darin, diesen Post zu verfassen. Zu einem Thema, über das ihr (vor allem die Männer unter euch) wahrscheinlich nicht nachgedacht hättet und ich vielleicht auch nicht im selben Umfang.

Nun, dass wir Reisenden aufgrund der mangelhaften Hygiene immer mal wieder krank werden, wisst ihr ja bereits. Doch wie machen das die Locals mit der Hygiene im Alltag? Ich war beeindruckt, wie die Frauen nur schon ihre langen Haare anständig waschen können. Als ich beim Trekken jeweils drei Tage lang nur einen Brunnen mit Kübeli hatte, habe ich meine mittlerweile zu Stroh mutierten Haare kaum bis zur Kopfhaut nassgekriegt. Doch gerade als Frau wird man monatlich vor eine ganz andere Herausforderung gestellt! In unserer Kultur kein Geheimnis und kein Tabuthema, stellt die Monatsblutung in anderen Ländern und Kulturen aber ein riesiges Problem für Mädchen und Frauen dar.

So wird beispielsweise im Hinduismus und Buddhismus häufig immer noch geglaubt, dass Mädchen und Frauen während ihrer Tage „schmutzig und unrein“ sind. Sie dürfen dann keine heiligen Stätten wie Tempel besuchen oder tägliche Rituale wie das „Spenden der Gaben“ vollziehen. Das Problem geht so weit, dass Mädchen teilweise nicht mal mehr zur Schule gehen können, weil sie keinen Zugang zu geeigneten Hygieneartikel haben oder sich schämen. Auch in Myanmar habe ich festgestellt: Es gibt nirgendwo Hygieneartikel für die Frau zu kaufen. Andere Reisende stiessen vor das Problem, dass die Suche nach Tampons selbst in Apotheken nur zu verdutzten Gesichtern führte und meist mit einem Schwangerschaftstest in der Hand erfolglos endete.

Was macht man also als Frau in Myanmar auf dem Land? Ich habe unterschiedliches herausgefunden. Vom worst case Szenario mit „einfach laufen lassen“ bis zu Teeblätter, die in die Unterwäsche gelegt werden, über waschbare Einlagen ist alles dabei. Eine saubere Lösung ist davon aber nichts, vor allem, weil die Frauen meist körperlich Arbeiten und kaum Kleidungsstücke zum Wechseln haben. Zudem das Waschen der Einlagen im Brunnen- oder Flusswasser nicht wirklich zu deren langfristigen Sauberkeit beiträgt.

Wer Zugang zu Hygieneartikeln hat, beispielsweise einen Kiosk im Dorf hat, der Binden im Sortiment führt, steht vor einer anderen Herausforderung: Wird man beim Einkaufen von den männlichen Artgenossen gesehen, muss man im schlimmsten Fall mit Spott, Hohn oder Übergriffen rechnen. Auch das Waschen der schmutzigen Kleidung oder Einlagen sei ein beschämendes Ereignis, so wolle man dabei nicht gesehen werden. Dasselbe gilt beim Entsorgen: Einige schleichen sich nachts raus, um den Abfall im Wald zu vergraben – was natürlich auch nicht ungefährlich ist. Solche Zustände sind leider Realität und das in einer Zeit, wo auf allen Ebenen für die Gleichstellung der Frau gekämpft wird.

Die Aufklärungsarbeit ist jedoch in vollem Gange. Beispielsweise gibt es die „The Cup Foundation“, die sich in Entwicklungsländer für die Bildung und den Einsatz des Ladycups einsetzt. Der Cup ist auch meine erste Wahl im Westen sowie auf Reisen, generiert er keinen Abfall, ist nicht gesundheitsschädigend und für mich persönlich praktisch in der Anwendung. Ob er das auch für Mädchen in Myanmar wäre, weiss ich nicht. In einem Land, in dem man zuerst heiraten muss, bevor man bei einem Jungen zuhause übernachten oder sich näher kommen darf, ist mir fraglich, wie akzeptiert die Anwendung des Cups wäre.

Trotzdem finde ich „The Cup Foundation“ eine super Institution und das dachte sich wohl auch Monki, ein cooles Label der H&M Gruppe, die gemeinsam mit Lunette und der Foundation insgesamt 5000 Cups in Kenia spendeten und auch noch eine Awareness Kampagne lancierten. Das wäre mal ein Job für mich gewesen, Mensch! Nebst dem Training im Umgang mit der Menstruation und der Anwendung des Cups gehören auch ganz viel Aufklärungsarbeit zu Themen wie ungeschützter GV, Geschlechtskrankheiten, Schwangerschaft, Menschenrechte, Geschlechterrollen und sexuelle Gewalt dazu. Die Jungs werden natürlich auch aufgeklärt, sonst wäre das alles nur die halbe Miete.

Unter dem Strich hilft das, nebst den offensichtlichen Verbesserungen im Alltag, den Mädchen ein gestärktes Selbstvertrauen in der Gesellschaft zu vermitteln. Zudem können sie dadurch auch ohne Sorgen den Schulunterricht besuchen. Ich hätte nie gedacht, dass „die Tage“ in anderer Kultur einen solchen Teufelskreis an Herausforderungen generieren können und schätze einmal mehr, im privilegierten Westen aufgewachsen zu sein, der solche Probleme nicht kennt.

Wer mehr dazu wissen will:

https://www.thecup.org/cup-program

https://www.monki.com/we-are-monki/monki-thinks/periods-are-cool-period/

 

Goodbye #Myanmar!

So meine Lieben, macht euch auf ein langes Wort zum Sonntag gefasst 😉 Am besten holt ihr euch noch einen Kaffee, bevor ihr euch diese 1322 Wörter zumutet…

Dreiundzwanzig Tage in Myanmar und meine Zeit hätte vielseitiger nicht sein können: Tagelanges Wandern durch trockene Ebenen, auf und ab im dichten Jungle, eine Grossstadt, einer der heiligsten, buddhistischen Orte und verlassene Traumstrände. Dies kombiniert mit unzähligen Menschen, die kamen und gingen. Die einen begleiteten mich immer wieder, andere nur für einen Abend oder ein Gespräch. So ist das, mit dem „alleine reisen“. Viele Hallo’s, viele Goodbye’s. Fakt ist aber, man sieht dieselben Reisenden immer wieder und irgendwann hat man gefühlt mit jedem gequatscht und kennt in jeder Unterkunft irgendwen von irgendwo her.

Wieder habe ich mir einige Stichworte notiert, zu denen ich etwas schreiben wollte. Ganz unten findet ihr dann noch meinen Myanmar Clip, doch zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen, gället 😉

Abfall

Es ist wieder soweit. Das leidige Thema Abfall, omnipräsent in Myanmar. Jeder schmeisst alles zum Fenster raus. Aus den Augen, aus dem Sinn. Erwachsene machen’s vor, Kinder machen’s nach. Ich bleibe sprachlos. Abfalleimer gibt’s vielerorts gar nicht. Es gibt improvisierte Plastikboxen, doch was passiert anschliessend mit dem Abfall, der primär von uns Touristen reingepappt wird? Wird wahrscheinlich mitsamt allem anderen Güsel gleich in den Strassengraben geleert… Es ist ein endloses, leidiges Thema. Und es ist allerhöchste Eisenbahn, etwas dagegen zu unternehmen. Kleine Schritte, wie im Restaurant beim Bestellen zu sagen, dass man keinen Strohhalm möchte. Diese sind nämlich die schlimmsten kleinen Biester. Und keine PET-Flaschen kaufen, immer mit der reusable bottle rumlaufen (merci übrigens Ale, ich han immer wunderbar kalt’s Wasser 😉 )! Wer das Allergeilste will: Lifestraw! Mit dem Ding chasch würklich usem Ganges süüffle! Der integrierte Filter reinigt jedes Hahnen- und Flusswasser und schafft so überall Zugang zu Trinkwasser. Sinnvolles Teil, kaufe ich mir, sobald ich irgendwann wieder Geld verdiene oder das Gefühl habe, ich müsse mir etwas gönnen^^ Ich weiss, in der Schweiz auf die Abfallproduktion (Miis Lieblingsbiispiil: Plastiksäckli für Gmües und Frücht im Coop / Migros) zu achten, erscheint lächerlich, wenn man bedenkt, wie viele Unmengen an Tonnen von Abfall in Asien vor sich hinvegetieren. Aber steter Tropfen höhlt den Stein, würkli…!

Betelnut / Spucken

Wieder ein Land (nebst Sri Lanka und Indien), in dem primär die Männer Betelnut kauen. Diese Alltagsdroge ist vor allem unter Busfahrern aufgrund der verlängerten Aufmerksamkeitsspanne beliebt. Sie macht nicht nur superhässliche rote und irgendwann ganz ausfallende Zähne, nein, sie fordert auch auf, wiedermal richtig zu chödern. Aber nein, dieses verdammte Chödern ist nicht nur den Männern und nicht nur denen mit einer Schwäche für Betelnut vorenthalten. In Myanmar scheint es ein richtiger Volkssport zu sein. Je lauter und je tiefer unten man alles rausholt, desto besser. Ich zucke selbst nach 23 Tagen immer noch zusammen, wenn eine kleine herzige Frau aus dem Nichts mit Ach und Krach ihren ganzen verrotzten Sabber mit 150 km/h neben mich auf den Boden pfeffert. FUCK MANN ECHT! Ich werde mich in meiner Lebenszeit nie nie nie an das gewöhnen und es ist wirklich das einzige, was mich abgrundtief stört. Hupen, Squattoilets, der ewige Dreck, die Luftfeuchtigkeit, die mangelnde Hygiene, biestige Moskitos oder das lüsterne Schnalzen einiger grüseliger  Typen, das alles sind langweilige Banalitäten im Vergleich zu diesem sauwüeschte Gspuder!!!!! Vorallem hängen dann immer noch so Spuckfäden am Gesicht und wenn die Leute Betelnut kauen, ist der ganze Sabber rot und sieht auch noch blutig aus. Ah echt, es isch eifach s’Hinterletste. So, sorry, rant over. Es hät ez eifach mal use müesse.

Hygiene als Frau

Hier begann ich zu schreiben und merkte schnell: Wow, dieses Thema ist so spannend und ufert komplett aus! Ich mache dazu einen eigenen Post – upsi =)

Politische Situation

Vor Myanmar fragte jeder: Ist es sicher? Willst du da wirklich hin? Willst du so eine Politik unterstützen? Als ich in Myanmar rumreiste, erhielt ich Zeitungsartikel aus westlichen Medien und die Frage: Bist du an sicheren Orten? Merkst du etwas von den Spannungen?

Nun. Worum geht’s überhaupt? Myanmar ist mehrheitlich ein buddhistisches Land. Doch es gibt eine muslimische Minderheit, die Rohingya. Seit Mitte 2017 wird in den Medien intensiv über die gewaltsame Attackierung und Vertreibung der Rohingya durch das Militär in Myanmar berichtet. Der Konflikt geht aber gemäss Berichten zufolge schon auf den zweiten Weltkrieg zurück, wo Rohingya auf Seiten der Briten und die Buddhisten auf Seiten der Japaner kämpften. Wie so oft hatte England die Finger im Spiel und als sie das Land verliessen, wurden die Rohingya an Myanmar und nicht, wie von ihnen erhofft, an Pakistan angegliedert. Wer die Situation im nahen Osten zu Israel und Palästina kennt, dem kommt das Ganze sicher bekannt vor.

Nun, ich habe diverse Locals, mit denen ich viel Zeit verbracht habe, irgendwann auf die Problematik angesprochen. Doch man bekommt nur wenig Fleisch am Knochen: Entweder mangelt es am Englisch, sich über diese Themen zu unterhalten. Oder sie haben Angst, etwas falsches zu sagen. Grundsätzlich ist die Haltung aber: „Rohingya sind anders, sie wollen den Islam verbreiten. Wir möchten auch keinen Krieg, aber das ist halt unser Land.“

Ich selbst war mehrere Tage in Ngwesaung, im südlichen Teil des Krisengebiets. Komische Situationen hatte ich keine. Traurig war aber: Die Region leidet massiv unter dem eingebrochenen Tourismus. Allgemein haben in Myanmar die meisten, die ihr Geld mit Tourismus verdienen, schlechtere Zahlen zu verzeichnen. Doch die Rakhine Küste, wo das Problem am stärksten ist, leidet am meisten. Ich war froh, konnte ich hier nochmals richtig viele Locals kennenlernen und mich austauschen. Ich bin froh, nach Myanmar gereist zu sein und den Locals doch irgendwie etwas Gutes getan zu haben. Denn wie das so ist, nicht jeder ist böse und es leiden auch ganz viele unter der Krise, die nix damit am Hut haben.

Doch ist es schon so: Ich habe mich nicht getraut, in die nördlicheren Gebiete nach Sittwe und Mrauk U zu reisen. Und in Lashio, unweit von meinem Aufenthaltsort Hsipaw, ist in einer Bank eine Bombe explodiert. Ich habe mich dazu mit Derek, dem Holländer, und TonTon, einem Local, unterhalten. Spannend war dabei etwas, dass ich zuvor noch nie gehört hatte: Die Cronies.

Myanmar ist ein Drittweltland. Es gibt unzählige Arme, dann ganz lange nix und dann kommen die Cronies. Die Cronies sind superreiche Familien, die dank Wirtschaftsimperien, und wohl auch dank ihrer Zusammenarbeit mit dem Militär, die ultimative Elite Myanmars bilden (vrgl. the company bei Prison Break). Ihnen gehören Medien, Telekommunikationsfirmen, Baufirmen, Gebäude, Hotelketten, Inseln oder eben auch Banken. Es wird gemunkelt, dass die einen ihre eigenen Hotels abfackelten, um neue Bauten hinzustellen und andere für die Taten anzuschwärzen. Krieg im modernen Sinne. Und es könnte genau so gut sein, dass eben diese Bankbombe eine Warnung an einen Crony war oder gar selbst von einem Crony gelegt wurde, anstatt etwas mit den Rohingya zu tun zu haben. Denn Lashio ist rein distanzmässig ganz weit weg von den Rohingyagebieten. Klar ist auch, Militär gibt es überall in Myanmar und es ist aktiv. Doch was hinter verschlossenen Türen alles ablauft, ist für normale Touristen nicht transparent. Und als Journalist outet man sich sicherheitshalber besser nicht.

Für alle, die mir aber sagten: Warum reist du da hin? Du finanzierst damit einen Völkermord! Ich kann getrost sagen: Das Geld für den Krieg haben sie sowieso. Und die Vielen, die nichts haben, die können wir mit dem Tourismus direkt unterstützen. Aber nicht, indem wir in Resorts absteigen, die die Cronies bauen. Sondern in dem wir in einfachen Homestays ohne Strom und fliessend Wasser übernachten. In dem wir lokale Agenturen wählen. Indem wir unsere Wäsche bei der alten Dame nebenan und nicht im teuren Hotel mit Waschmaschine waschen lassen. Die Wäsche wird eh nie mehr wirklich sauber und die Frau kann sich mit dem Geld einen Tag ihres Lebens finanzieren. Das zumindest ist meine Ansicht der Dinge.

Nun aber genug der anspruchsvollen Themen. Ich hatte auch viel Spass in Myanmar und bei den lustigen Aktivitäten immer mal wieder die Kamera gezückt. Viel Spass und bis gli! 

Magic in Bagan #Myanmar

Wer Myanmar googelt, kann Bagan unmöglich übersehen haben. Die Stadt mit über zweitausend Tempeln, beziehungsweise Pagoden, wurde vor allem auf Instagram zum neuen Lieblingsfotosujet der Reiseblogger. Das selbstverständlich nicht umsonst, denn die Sonnenaufgänge mit den Heissluftballons sind wirklich ein Erlebnis. Eines, das auf Fotos unmöglich so magisch festgehalten werden kann, wie es in der Realität wirkt. Ausser man ist Profifotograf und beherrscht Photoshop in Perfektion. Mein Weitwinkelobjektiv war leider alles andere als brauchbar bei den Entfernungen, die man in Bagan aufgrund der endlosen Weite erlebt.

Nun fangen wir aber nochmals in Hsipaw an, wo Valentina und ich den lokalen Zug wählten, um nach Mandalay zu reisen. Dort blieben wir eine Nacht, bevor sich unsere Wege trennen sollten. Die Zugfahrt erinnerte mich an Sri Lanka, was schön ist, denn Sri Lanka ist bis jetzt ganz weit vorn in meinen Lieblingsländern (nebst Neuseeland und Island, versteht sich). In Mandalay selbst habe ich nicht viel gesehen, so hörte ich, dass die Sehenswürdigkeiten eigentlich keinen Besuch wert sind und ich hatte eh immer noch eine Städte-Übersättigung aus Indien. Sorry not sorry. Daher ging’s für mich direkt weiter nach Bagan!

In Bagan habe ich eine Gruppe Chinesen kennengelernt, die wirklich einmal das Gegenteil der gängigen und meist auch zutreffenden Stereotypen sind. Die vier waren bestimmt ziemlich wohlhabend und sie alle waren wirklich ein andere Liga von blitzgescheit, da kann man selbst als einigermassen gebildeter Schweizer grad einpacken. Was die Elite in China kann, bzw. wie hart die Chinesen schon im Kindsalter gegeneinander antreten müssen, ist wirklich fragwürdig. Einerseits schöpft man effektiv die Potentiale der Kinder aus, andererseits geht das krass zulasten einer entspannten Kindheit. Geschädigt ist mir von den Vieren aber keiner vorgekommen. Wir haben uns dann mit ein paar Iren, die in HongKong leben, zusammengeschlossen, um die Tempel zu Sonnenaufgang auf dem E-Bike zu erkunden.

Die E-Bikes in Bagan sind effektiv elektrische Roller. Man hat also die Optik und das Fahrgefühl eines Rollers, aber keinen Ton. Passt perfekt zur Umgebung und trägt gut einen zur magischen Stimmung bei. Unvorstellbar, wenn da alle mit den normalen Motorrollern rumdüsen würden, das wäre so laut!  Yumei und ich haben dann zu Zweit vier Stunden lang einen Tempel nach dem anderen erkundet, weil der Rest schon abreisen musste. Die Tempel sind wirklich schön, aber im Vergleich zu den Gebäuden in Indien, eher schlecht erhalten. Auch ist das Besteigen der Tempel offiziell nicht mehr erlaubt, da eine Touristin bei einem prekären Selfieversuch zu Tode gestürzt ist. Macht aber auch Sinn, da die guten Dinger echt alt und null restauriert sind. Die Klötzlisteine sind teilweise sehr lose und brüchig – ich war leider selbst auch Zeugin, wie eine junge Deutsche abgerutscht ist.

Zum Sonnenuntergang habe ich mich mit Arthur, einem Brasilianer, der drei Jahre in Australien gelebt hat, zusammengeschlossen. Endlich konnte ich auch wiedermal auf einem Roller mitfahren – yeih! Für den Sonnenuntergang haben wir dann tatsächlich eine Tempelruine entdeckt, die beim letzten Erdbeben beschädigt wurde und dadurch leicht zu besteigen war.

Mein zweiter Tag in Bagan fiel dann leider aufgrund von Übelkeit ins Wasser. Ich weiss nicht, was los war. Aber ich glaube langsam, dass die Reisenden sich alle gegenseitig ansteckten. Alle sind irgendwie kränklig und wer’s noch nicht ist, wird’s ganz bestimmt. Ich lag also den ganzen Tag bei 37° auf einem Bett in der chill-out Area, weil ich ja schon aus-checken musste, und habe mir maximal einen abgeschwitzt. Arthur war echt ein Engel, hat er mir gelegentlich Cola und Tee gebracht und mich gezwungen, abends mindestens eine Banane zu essen. Denn: Ich musste um 7 Uhr los, meine zehnstündige Busfahrt nach Yangon antreten. Super Timing wiedermal, gell! 

Mit Motilium, Bioflorin und Irfen gegen die massiven Gliederschmerzen habe ich mich dann in den Bus gesetzt und war guter Dinge. Bis zum ersten WC-Stopp ging alles gut. Kaum fuhr der Bus los, merkte ich, da kommt was. Und somit habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Kotzsäckli aus einem Bus/Flugzeug gebraucht – hahahhaa. Zum Glück haben alle um mich herum geschlafen. Ich wusste gar nicht, dass ich so mucksmäuschenstill vor mich hin kötzeln kann. Weniger lustig wurde es dann, als ich merkte, dass ich nochmals muss. Und wer sich erinnert, die Busfahrten sind radikal und grenzen an Kamikazefahrten. An’s Aufstehen und Rausrennen war also nicht zu denken. Mit Handzeichen und in grösster Not habe ich dann die Französin hinter mir aufgeweckt und um ihr Säckli gebeten. Auf die letzte Sekunde hat’s gereicht… Die Gute war dann auch so lieb und hat bei allen leeren Plätzen die Säckli eingesammelt, sodass ich für den Rest der Nacht ausgestattet war. HAHAHA, OH MANN! Wiedermal sooo typisch…!

Habe aber alles gut überstanden – keine Sorge. Jetzt sitze ich gerade – na, ratet mal – in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias. Nachdem zuerst mein Handyladekabel in Sri Lanka kaputtging und dann mein Go Pro Ladekabel in Indien verloren ging, habe ich bei einer alten Steckdose in Myanmar auch noch mein Macbook Ladekabel in Funken aufgehen lassen. In Myanmar ist mir dann auch noch das iPhone abgekratzt, wodurch ich in KL erstmals alle meine technologischen Gadgets wieder aufrüsten musste. Mann mann mann. Zusammengefasst: Ich hatte bisher keinen Akku mehr, um am GoPro Movie zu arbeiten oder Beiträge zu schreiben. Das wird jetzt aber alles bei einem feinen Kaffee, Klimaanlage und wiedermal richtig gutem westlichen Essen aufgeholt!

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Jungle Trek in Hsipaw #Myanmar

Uiiiiii, das waren wirklich die perfekten drei Tage. Ich weiss gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Ein paar Facts vielleicht: Hsipaw ist ein kleines Kaff im Nordosten Myanmar’s, verhältnismässig nah an der chinesischen Grenze. Nebst meiner Unterkunft, Mr. Charles, gibt’s da ein Resti Mr. Shake, ein weiteres namens Ms. Popcorn mit traumhaften Garten und auch ein Mr. Food ist vertreten. Und dann gibt’s den legendären Mr. Bike. Mr. Bike war der erste, der Motorräder aus China nach Hsipaw importiert hatte – daher sein Name. Heute hat er jedoch den Ruf, die besten Jungle Trekkings in Hsipaw anzubieten. Ich war zwar etwas verunsichert, ob mir das nicht „zu touristisch“ ist, aber liess mich aufgrund aller guten Reviews drauf ein.

Unsere Gruppe war eine ganz tolle Mischung: Valentina, die ich in Yangon auf der Strasse kennengelernt habe. Suzie, eine Journalistin aus England. Derek, ein junger Holländer, der für 1,5 Jahre in Yangon arbeitet und gerade seine Eltern, Hans und Maria, zu Besuch hatte. Sowie zwei ganz ruhige Spanier, die in Yangon lebten. Wieder waren es drei Tage, zwei Nächte. Aber nicht wie in Kalaw, ein ausdauerndes Trekking in der prallen Sonne über trockene Ebenen, sondern wirklich quer durch den dichten Djungel. Tag eins bedeutete: Den Berg hoch. 900 Höhenmeter haben wir in kürzester Zeit hinter uns gelegt. Selten so geschwitzt, doch die Belohnung war’s wert: Mr. Bike hat ein Bamboo-Baumhaus mitten im Nirgendwo mit einer Wahnsinns-Aussicht gebaut. Nach Ankunft haben wir erstmal unsere Beine hochgelegt, einen Tee getrunken und den Ausblick einfach nur aufgesaugt. Duschen und Strom sind hier wiedermal Fehlalarm, daher mussten wir uns mit einem Füächttüechli minimalst frischmachen. Selbst mein Gesicht stand vor Dreck, keine Ahnung, wie das in diesem Land immer möglich ist. Aber man ist wirklich dauerhaft voll mit Staub / Dreck / irgendwelchen Flecken.

Nun, es war eine lustige Runde an diesem Abend, bevor wir dann alle in unseren Bamboo-Zimmerchen schlafen gingen. Suzie, Valentina und ich teilten uns ein „Zimmer“ und es war wirklich Gruppenkuscheln im besten Sinne: Saueng zu dritt mitsamt den Rucksäckli. Wir haben uns wirklich einen abgelacht, sind dann aber irgendwann eingeschlafen. Wiedermal war’s eisig kalt in der Nacht, da keine Isolation sondern purer Bambus, dem dann das Gruppenkuscheln wiederum zugute kam 😉

Am zweiten Tag ging’s den Berg runter, so steil, dass diverse Mitwanderer abgeschlipft sind, Bäume touchiert oder gar umgerissen haben. Ich musste mich echt auf jeden Schritt konzentrieren, weil der Untergrund so trocken und steil war und null Grip bot. Alle freuten sich riesig auf unser Ziel: Unser Nachtlager läge wohl an einem Fluss, der uns als Dusche dienen wird. Ich war aber etwas kritisch, wurde hier auch schon ein seichtes Bächli als Fluss bezeichnet. Also mal besser ruhig Blut bewahren.

Doch als wir endlich ankamen, bin ich echt fast ausgeflippt: EIN RIESEN FLUSS! Wunderschöne blaugrüne Farbe, tiefes Wasser und unsere Bambushütten mit direktem Blick auf’s Wasser. Es vergingen maximal 30 Sekunden bis ich mich ins Bikini geschmissen hatte und reingesprungen bin. AHHHHH HAMMER! Wir sind alle gemeinsam an einen Baum gehangen und haben einfach nur gut gequatscht. Abends hat Derek dann noch ein paar legendär-lustige Trinkspiele durchgeführt und ich hab mir wirklich fast in die Hosen gepinkelt. Hans, der bärtige Holländer-Papa, sass neben mir. Wir hatten eh schon einen lustigen Draht zueinander und er und Maria sind bei den Spielen echt komplett abgegangen. Ich wäre teilweise fast vom Bänkli gefallen, weil Hans so viel Körpereinsatz beim Klatschen und Zeichen-Spielen gab. Geschlafen haben Derek, die Spanier und ich dann in der Hängematte. Das war bis jetzt die mit Abstand allerkälteste meiner durchgefrohrenen Nächte. Aber was für eine kraaasssseeee Atmosphäre unter dem Sternenhimmel. Mamma Mia!

Am dritten Tag folgte dann das grosse Chillen, nachdem wir an den Tagen vorher jeweils 15+km mit bemerkenswerten Höhendifferenzen gemacht hatten: Wir liefen ca. 30 Minuten dem Fluss entlang, bis wir auf Pneu-Schläuche stiessen, die wir zum Tuben verwenden konnten. Wir sprangen also in den Fluss und liessen uns stundenlang treiben. Einige Stellen waren wirklich richtig seicht und hatten wilde Strömungen und man musste mega aufpassen, dass man nicht vom Tube fiel oder mit dem Rücken einen Stein touchierte. Ansonsten war es absolut wunderschön. Wir haben gequatscht, gsünnelet, gelacht und einfach nur genossen. Besonders schön war, dass wir einzig ein paar Einheimische trafen, die auch mit einem Tube unterwegs waren. Sonst keine Touristen, absolut nichts ausser Vögel, sogar einen Eisvogel!

Irgendwann sah man aber, dass nebem dem Fluss eine Strasse gebaut wird. Ich habe unseren Guide TunTun darauf angesprochen und er meinte, dass die Regierung des Shan-States hier vor einem Monat angefangen habe, eine Strasse zu bauen, um hinten beim Fluss einen Staudamm einzurichten. Wenn das Projekt fertiggestellt würde, wird der Fluss austrocknen. Vielen Bauern und der Flora und Fauna im Djungel wird Wasser fehlen. Die Regierung jedoch will noch mehr Elektrizität produzieren und das, obwohl es im Shan State schon ein Werk gibt, welches so viel Strom produziert, dass gar nach China exportiert werden kann. Also geht’s unterm Strich mal wieder nur ums Geld und die Bewohner der Umgebung sind der Situation ausgeliefert. Schade, wer weiss, wie das dort weitergeht. Kann also sein, dass es gar dieses Erlebnis, das wir hatten, nicht mehr so lange gibt.

Abgesehen davon, gibt’s in Myanmar politisch gesehen noch einige Themen, die Fragen aufwerfen. Antworten sucht man aber vergebens, die Einheimischen können aufgrund des limitierten Englisch’s nicht wirklich vermitteln, wie sie zu den westlichen Berichterstattungen stehen. Und überhaupt, ist vieles kontrovers. Fakt ist, es gibt hier Entwicklungsbedarf. Dazu gehe ich aber in einem anderen Post ein. Beim Jungle Trek hatte ich meine Kamera nicht am Start, sondern nur die Go Pro. Daher gibt’s im Myanmar-Filmchen am Schluss mehr zu sehen, hier lediglich ein paar Schnappschüsse und Handyfotos von Valentina =)

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Das Grüppli 😉
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Das Baumhaus
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DER FLUSS!
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Aussicht vom Treehouse
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Aussicht am Fluss
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the girls
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chillen chillen chillen
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Dreck im Gesicht, Dreck an den Beinen, aber überglücklich =P
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Unsere engste Nacht und die schlechtesten Selfies – ever =D
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Hängematte mit Schlafsack und einer Bettdecke drüber – läuft.
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Guten Morgen, definitiv keine Sorgen 😉
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immer noch mein Lieblingsfoto hahahaha

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Inle Lake und Hsipaw #Myanmar

Nach dem Trek habe ich zwei Nächte am Inle Lake in Nyaung Shwe verbracht. Das Hostel ist eine klassische Backpacker Unterkunft und die einzige Art von gut organisierten Hostels mit brauchbaren Duschen in Myanmar (ausserhalb von Yangon): Ostello Bello. Zackig habe ich Emily aus den Staaten und Gillad aus Israel kennengelernt. Zusammen mit ein paar Briten, Franzosen und einem Japaner haben wir für einen Tag ein Boot gemietet und den Inle Lake erkundet.

Grundsätzlich: Der Inle Lake ist supertouristisch. Es ist wunderschön, mit dem Boot durch die Dörfer, die auf Stelzen ins Wasser gebaut wurden, zu düsen. Wenn man denkt, dass diese Stämme wirklich komplett auf dem Wasser leben, ihre Gärten im Wasser anpflanzen und wirklich wahnsinnig talentiert auf den schmalsten Booten balancieren können, ist das echt beeindruckend. Doch leider verlieren diese Stämme nach und nach ihre Einzigartigkeit auf Kosten von Resorts und dem westlichen Tourismus. Viele kleine Handwerksbetriebe, die Seide aus Lotusblüten spinnen oder Silber schmieden, richten sich komplett auf Touristen aus. Ebenso touristisch präsentierte sich uns der Stamm der Long Necks, die ganz viele Ringe um ihren Hals tragen und ihn so über viele Jahre hinweg verlängern.

Es gäbe wohl schon einige Fischer, die nur noch für Touristen posieren und gar nicht mehr klassisch mit dem Korb Fischen. Sowas bricht mir schon etwas das Herz, sind wir ganz klar Schuld daran, dass diese Leute ihre alten Traditionen na dis na aufgeben und nur noch für uns „spielen“, um besseres Geld zu verdienen. Klar ist es vielleicht effizienter, wie wir fischen und sind sie auch happy, zu mehr Geld zu kommen. Doch ist es auch super schade, dass so eine Kultur eines Stammes langsam aber sicher untergeht.

Überhaupt macht mir das manchmal etwas zu schaffen: Wir sehen hier so viele tolle Dinge, beispielsweise die Gesichtsbemalung aller Menschen in Myanmar gegen die Einwirkung der Sonne. Irgendwann wir aber auch hier die Sonnencreme ankommen und dann ist das einfach weg. Alle die technischen oder modernen Hilfsmittel, die wir langsam nach Myanmar einführen, werden hier so viele schlaue, natürliche lifehacks, die die Stämme über Jahrhunderte gepflegt haben, eliminieren. So, wie es in allen industrialisierten Ländern zuvor schon stattfand. Genau diese Diversität macht doch das Reisen so spannend. Aber ja, grosses Thema…

Grundsätzlich war der Inle Lake schön, aber ich hatte dann auch genug und wollte nach Hsipaw. Einem kleinen Dorf in den Bergen, wo ich mal einen Tag durchchillen und lesen wollte, bevor mein zweites Trekkingabenteuer starten sollte! Mit Emily und Hans Gustav, einem Norweger, haben wir dann den nächsten Nachtbus genommen: Diesesmal 13 Stunden. Morgens um 4 Uhr sind wir bei Mr. Charles in Hsipaw angekommen und durften kostenlos auf einem Bänkli vor dem Hostel schlafen. Eine Decke und ein Kissen gabs dazu. Die Temperatur war gefühlt beim Gefrierpunkt und Emily lachte sich kaputt, als sie aufwachte und von mir nur noch zwei Augen zu erkennen waren. So fest hatte ich mich mit allem möglichen eingewickelt. Warum schaffe ich es nur, in Ländern, in denen eigentlich dauerhaft über 30 Grad herrschen, immer in Situationen zu geraten, in denen ich mir den Hintern abfriere!?

An unserem gemütlichen Tag haben wir gelesen, sind zu Ms. Popcorn auf einen Avocado Salat (DIE SIND RIESIG UND SO FEIN DO!) und Pineapple-Juice gegangen. Abends dann noch ein Highlight: Es fand etwas ausserhalb von Hsipaw ein „Jahrmarkt“ statt, den wir uns nicht entgehen lassen wollten. Tatsächlich haben wir mit einer Gruppe Burmesen ein Tuktuk (hier sind die grösser als in Sri Lanka oder Indien: wenn man gut quetscht, kriegt man etwa 10 Leute rein) geschnappt und sind etwa 30 Minuten zu diesem Event gefahren. Hans Gustav, ein ziemlicher Wikinger, passte kaum ins TukTuk und war mit seinen langen lockigen Haaren und seiner Grösse von etwa 1,89m das Highlight aller Ladies.

Am Jahrmarkt ging dann echt die Post ab. Keine Touristen, alle Burmesen in Feierstimmung, Schnaps und Bier überall, irgendwelche komischen Speisen und ein riesen Krawall dank schrecklicher Musik aus Lautsprechern der Steinzeit. Angeboten wurden beispielsweise Schweinsfüsse und irgendwelches anderes Zeugs, von dem ich garantiert die Finger liess. Hans Gustav hat aber tatsächlich ein Töpfli von würklich sauhässlichem Zeugs probiert: Das eine war Schweineleber und das andere – man weiss es aber nicht genau – ziemlich sicher Darm. Gegessen hat er’s fast ganz und den obligaten Whiskey, den Emily sowieso immer im Rucksack hatte, gab’s gleich hinterher. Etwas übermotiviert haben wir dann das Riesenrad gesehen: Aus Holz und ein paar rostigen Metallschrauben, mit Sicherheit das erste seiner Art, dass je gebaut wurde. Angetrieben wurde es manuell aus fünf Jungs, die am Gestänge hochkletterten und sich dann schwingend an die Gondeln hingen, um eine Art Drehmoment zu erzeugen. WHAT THE FUCK, wo gibt’s denn sowas!?!??!!? Ich hab mir maximal in die Hosen gemacht, bin dann aber mit den beiden in eine Gondel gekraxelt und habe mich mental schon mal für mein tolles Leben bedankt. Die ganze Angelegenheit sah super unstabil aus aber hey, man ist ja nur einmal halb betrunken vom ganzen Desinfektions-Whiskey in Myanmar an einem solchen Event, gell…. Wir haben’s überlebt 😉 ein paar miese Handyfotos gibts unten 😉

Am nächsten Tag ging’s für Emily und Hans Gustav nach Mandalay und ich erwartete Valentina, mit der ich mich für’s Trekking bei Mr. Bike verabredet hatte. Damit geht’s beim nächsten Post dann weiter… da da!

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Kalaw to Inle #Myanmar

Myanmar ist das erste Land, in dem ich mich auf das klassische Backpacking einliess. Ich hatte überhaupt gar nichts geplant. Keine Unterkunft, keine Route, nix. In Sri Lanka wusste ich genau, was meine Route sein wird, ich hatte als Back-Up Unterkünfte vorreserviert, wiel ich nicht wusste, was Hauptsaison wirklich bedeutet. Ich hatte eine Woche im Surf und Yoga Retreat gebucht. Aber dann habe ich Seb getroffen und gemerkt, dass es am besten ist, alles bis auf’s Surfen über den Haufen zu werfen und spontan rumzuziehen und dass man IMMER ein Bett findet.

Für Myanmar hatte ich lediglich Ideen, was ich machen wollte. Ich wollte trekken, zum Inle Lake und in Hsipaw, und ich wollte nach Bagan, der Stadt mit über 2000 Tempeln. Ich bin also in Yangon angekommen und hatte keinen Plan, wie ich am besten von A nach B kommen soll. Und wie das halt so ist, unterhält man sich mit anderen Reisenden und schwups sass ich im Nachtbus nach Kalaw. Verkauft wurde mir zwar ein Bus, der Yangon um 14 Uhr hätte verlassen und um 21 Uhr in Kalaw hätte ankommen sollen. In der Tat spricht hier aber kaum einer English und ich musste dann einen anderen Bus nehmen, der um 19 Uhr losging und um 4 Uhr in der Früh ankam. Rüttlig und schüttlig waren diese 9 Stunden, ich habe mich wortwörtlich von den Motilium Anti-Kotz-Tablettli ernährt. Ein Satz der jeder Reisende in Myanmar mindestens einmal fallen lässt: That guy was recklessly passing every fricken vehicle he could possibly pass!!!!

Nun, als ich dann am Nachmittag ein paar Stunden länger auf meinen Bus warten musste, habe ich kurzerhand eine Trekkingtour bei Ko Min gebucht. Start 8 Uhr morgens, nachdem ich um 4 Uhr ankommen werde. Passt schon. Für den halben Preis, also knapp 5 USD pro Nacht, habe ich mir noch für knappe 4h ein Bett in einem Hostel organisiert. Läuft bei mir. SIM Karte sei dank, kann ich mit dem Handy alles spontan regeln. WiFi ist hier super unzuverlässig. Lustigerweise sind Bus und Leute aber meist echt pünktlich. Doch zurück zu Ko Min: Er hat den Ruf, die teuerste Trekkingagentur in Kalaw zu sein, doch als einziger eine andere Route zu laufen. Ich war gern bereit, mehr zu bezahlen (80 USD für 3 Tage, 2 Nächte inkl. food & boattrip) aber dafür ein authentischeres Erlebnis zu haben.

Ko Min holte mich am Morgen um 8 Uhr also mit seinem Roller ab, sattelte mich samt meinem Backpack und Daypack hinten rauf und lud mich noch sponti zum Shan Noodle Frühstück ein, bevor ich mein grosses Gepäck abgab und drei Tage aus meinem kleinen Rucksäckli lebte. Ich traf meine Mitwandernden: Niall und Adria, ein junges Ehepaar, sie aus den Staaten, er aus Schottland, getroffen haben sie sich in Australien, lebten in Neuseeland bevor sie nach Vietnam umsiedelten und jetzt dort als Englischlehrer arbeiten. Wo kann ich mich für euer Leben anmelden? So viel zum Thema. Wir verstanden uns bestens, teilten wir ganz offensichtlich dieselben Interessen. Somit war auch die kleine Gruppe ein Glücksgriff, ebenso unser Guide Leo. 23 Jahre jung und wirklich ein Sonnenschein. Wir halfen ihm, so gut es ging, seine Englischaussprache zu verbessern und er erklärte und alles andere.

Der Trek an sich war fordernd in Sachen Ausdauer, wanderten wir bei 30 Grad plus über 20 Kilometer pro Tag. Mal hoch mal runter, grundsätzlich in der Sonne exponiert und auf wirklich trockenem Terrain. Wir passierten unzählige Dörfer des Stammes Pa-O, die Bewohner sind sich noch nicht an Touristen gewöhnt und hatten riesige Freude, wenn sie uns sahen. Wir wurden zum Tee eingeladen. Ich werde immer, aber wirklich immer gefragt, warum ich denn noch nicht verheiratet sei. Sie hätten sonst noch einen Sohn… Jajajaja – geeeenau. Und wie es denn ist, in einem Flugzeug zu fliegen. Und wie Myanmar sei. Und wie die Welt so sei. Diese Menschen leben in ihrem Dorf und wenn’s ganz hoch kommt, können Sie einmal nach Mandalay, die grösste Stadt im Norden Myanmars. Alles andere ist komplett ausser jeglicher Reichweite ihrer Möglichkeiten…

Die Kinder kamen angerannt, waren aber scheu und fingen wie wild an zu kichern, wenn wir sie mit mingalabar begrüssten. Wir sahen besonders viele Frauen auf den Feldern arbeiten, doch auch die Männer waren tatkräftig am Werk. Hier gibt es wirklich eine Art Gleichheit unter der Arbeitsleistung – alle sind mega fleissig. Man sieht, nicht wie in Indien, beide Geschlechter überall vertreten. Auch beim abendlichen Schnaps greifen die Frauen wacker zu 😉

Traktoren oder andere automatische, technische Hilfsmittel sah ich während den drei Tagen keine einzigen. Ebenso keine anderen Touristen. Ko Min war ein Glücksgriff, konnten wir ohne Strom und fliessend Wasser bei den Familien zuhause übernachten. Geduscht wurde mit einem Kübeli aus dem Brunnen. Wie die sich so sauber kriegen, ist mir ein Rätsel. Ich sah nach den drei Tagen aus, als wäre ich super braun geworden, doch leider war das einfach nur brauner Staub, der sich von oben bis unten in meine Poren eingenistet hatte 🙂 Nebst dem tollen Trek und der Ruhe, die wir auf den endlosen Feldern und in den Dörfern geniessen konnte, wurden wir auch noch hervorragend verpflegt. Ich schlug maximal zu, litt ich sowieso immernoch unter den indischen Nebenwirkungen. Sagen wir’s mal so: Das Beintraining fand nicht nur beim Laufen sondern auch bei den zahlreichen Squat-„WCs“ statt.

Wenn ihr jemals nach Kalaw geht: Unbedingt bei Ko Min buchen. He’s the man. Ich habe mich noch mit anderen Reisenden unterhalten, die alle bei Jungle Trek liefen und das waren zwar lustige, grosse Gruppen, aber die Erlebnisse in den Dörfern und mit den Menschen standen in keinem Vergleich zu unseren.

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Zuckerrohrproduktion

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Jaipur #India

Bevor ich mit Jaipur loslege, noch kurz zur Vollständigkeit: Nach Agra ging’s für uns nach Tordi Garh – einem kleinen abgelegenen Dorf in der Wüste von Rajastahn. Perfektes Timing, dachte sich meine Magengegend, um mal richtig auf den Putz zu hauen! Schon morgens bei der Abfahrt in Agra wusste ich, mir geht’s nicht gut. Gar nicht gut. Die sechsstündige Fahrt überlebte ich mehr recht als schlecht und in Tordi Garh angekommen, war ich komplett im Fieberdelirium und konnte kaum mehr gerade laufen. Die Toilette wurde mein bester Freund und genau so ging’s dem armen Simon. Eher gar noch schlimmer. Der bristol stool chart war schon die ganze Reise über der running gag, haben wir unsere Gesundheitszustände jeweils mit Nummern bewertet. Irgendwann kam jeder mal bei der Sieben an, ausser die liebe Ruby. Wenn ihr‘s nicht kennt, googelt’s nicht. Isch nüt schöns. In meinem Falle gab’s dann aber hinzu noch echt heftiges Fieber und einen komatösen, ca. 15 stündigen Schlaf, der mich wahrscheinlich rettete. Und ganz viele Kohletabletten. Leider verpasste ich dabei zwei komplette Tage mit einer kleinen indischen Hochzeit. Ich habe Ruby gebeten, hier einen Gastartikel für euch und auch für mich zu schreiben 😉 Ich hoffe, sie macht’s! Nun sitze ich in Bangkok am Flughafen und es sind schon 6 Tage vergangen und ich bin leider noch nicht gesund, aber habe immerhin schon länger kein Fieber mehr. Der Rest wird sich dann schon ergeben.

Jaipur. Pink City. War schön, mol. Das Amber Fort war wirklich ganz mächtig und stand dem Agra Fort und dem Taj Mahal in nichts nach. Die Hawa Mahal war auch ganz nett und alles in allem war Jaipur eine der „schöneren“ Städte. Sauberer, weniger runtergekommen und ein Einkaufsparadies für jedermann mit ganz vielen Bazaren und Märkten. Wir gönnten uns als Abschluss unseres gemeinsamen Trips ein richtiges Highlight, welches ich einmal im Leben machen wollte, aber überhaupt nicht für Indien vorgesehen hatte: Einen Heissluftballonflug! Die Aussicht, die Ruhe und die Bewohner auf den Feldern, die uns morgens beim Zähneputzen zuwinkten, waren wirklich eine so tolle, einmalige Atmosphäre. Überall sind Menschen und Kinder aus ihren Häusern und Höfen gerannt, um uns zuzuwinken, als wir ganz tief über die Felder flogen. Plötzlich sind wir dann wieder ganz schnell hochzogen in den Himmel. Wahnsinnig, welche Flughöhe wir erreichten und das nur in diesem Korb!

Irgendwie war ich selbst aber langsam etwas müde, immernoch gesundheitlich angeschlagen und nicht mehr bereit zum pausenlosen Kampf gegen die unzähligen Inder, die irgendwas wollen. Keine Lust mehr auf das Gehupe, die dauerhafte Achtsamkeit, nicht umgefahren zu werden und auf meine sieben Sachen zu achten. Den letzten Tag in Jaipur widmete ich der Erholung und diesem Blog. Sonst hättet ihr hier noch ein Weilchen nix gelesen. Aber ganz typisch für die Stadt: All dies tat ich auf einer der unzähligen Dachterassen. Da kann Jaipur wirklich was – fast jedes Hotel hat eine wunderschöne Dachterasse mit Unsummen an Pflanzen und Laternen und vernünftigen Preisen für leckeres Essen. Mit etwas WiFi perfekt für einen Bürotag 😉

Nun, die Posts plane ich natürlich für unterschiedliche Tage ein, sodass ihr etwas länger zu lesen habt! Wenn ihr das lest, bin ich dann wohl schon irgendwo in Myanmar am rumtingeln, wo ich in der Tat wieder alleine rumreisen werde. Ehrlichgesagt, habe ich mal richtig Lust, auf’s komplett alleine sein. Ich habe noch immer fast nix in meinem Buch gelesen und muss Indien doch irgendwie etwas setzen lassen. Immerhin habe ich wieder ein GoPro Kabel! Dieses ging in Indien leider verloren, daher kein Filmchen. Seid aber ganz gespannt auf News aus Myanmar, ich freue mich wahnsinnig und werde euch hoffentlich bald bald berichten!

Namasté und ganz viel Sunneschii bi 38 Grad us Bangkok (jetzt grad, woni das schribe, sitzi bim Stop-Over in Bangkok ;-))

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Agra #India

Agra besucht man vorallem wegem dem weltberühmten Taj Mahal. Das imposante Bauwerk aus der Mogulzeit ist ein Zeichen der Liebe vom damaligen Shah für seine verstorbene Frau. Die winzigen, Millionen von Details, die Gartenanlagen, die ergänzenden Gebäude und die Gestaltung des Areals sind wirklich wuuunderschön. Es gibt so viele kleine Dekorationen und Verzierungen und gleichzeitig ist alles so mächtig, prunkvoll, man kann fast nicht glauben, dass dieses Gebäude etwas über 350 Jahre alt ist und ohne heutige Hilfsmittel erbaut wurde. Bei diesen Bauten konnte ich mir immer richtig gut vorstellen, wie die Menschen hier gelebt hatten. Wie reich Indien oder zumindest diese Mogule waren und wie sie mit ihrem Harem das Leben genossen.

Doch Agra ist, zu meiner Überraschung, nicht nur das Taj Mahal. In Agra gibt es auch noch ein Agra Fort! Und dieses ist, im Gegensatz zum Red Fort in Delhi, wirklich auch wunderwunderschön. Riesige Parkanlage, schöne Moschee und weitere wunderschöne Räumlichkeiten. Der Bau vom Agra Fort wurde schon früher, im 16. Jahrhundert, gestartet, doch erst später fertiggstellt. Der Shah, der das Taj Mahal gebaut hatte, wurde von seinem Sohn zu seinem Lebensabend ins Fort verbannt und verstarb sogar da. Ein kleiner Trost: Vom Agra Fort aus gibt’s ganz viele Aussichtspunkte auf’s Taj Mahal.

Dank den Guides, die wir jeweils nahmen, erhielt jeder Raum eine Bedeutung und uns wurde erklärt, wie damals geduscht oder eine Art Klimaanlage genutzt wurde. Es war wirklich spannend, wenn auch anstrengend, in der brennenden Sonne auf der weiten Anlage rumzustampfen. Der Guide lohnt sich aber wirklich und kostete uns sage und schreibe nur 300 Rupees, also nicht mal 1 Franken pro Person. Einzige Lachnummer: Die einen Guides haben wirklich ganz gaaaaanz intensive indische Akzente oder vielleicht sogar kleinere Sprachfehler. Das macht das Zuhören zur richtig aktiven Gehirntraningsnummer und man wird gleich nochmals herausgefordert. Ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass wir bei unserem Freund vom Agra Fort nur etwa 50% verstanden haben 😉 Aber hier möchte ich mich jetzt eh kurzfassen, die Bilder sollen sprechen.

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