Flores Roadtrip Teil 2 #Indo

Wie in meinem letzten Beitrag eingeleitet, befinden wir uns jetzt also kurz vor der Autofahrt nach Moni. In Flores gibt es unterschiedliche Mittel des öffentlichen Verkehrs. Entweder grosse „Busse / Laster“ auf deren offenen Ladefläche du mit bis zu 30 anderen stehst / sitzst / liegst oder den kleineren Bemo Bussen, die entweder frontal oder seitlich ausgerichtete Sitzbänke haben und so prall gefüllt werden, wie möglich. Oder normale, schon fast langweilige Autos, die man mit anderen Reisenden teilt. Diese „Shared Cars“ sind preislich nicht viel teurer als Busse und zudem viel zuverlässiger und weniger chaotisch. Für mich auch ein Faktor: Weniger Risiko für Übelkeit 😉

Werden wir gekidnappt?!

Wir gönnten uns zu sechst also einen Shared Car. Zwei Passagiere in der „hintersten, schmalen Reihe“ des Autos, quasi zwüschet de Pneu uf Höchi vode Rädli, drei auf der mittleren Sitzbank und ich neben dem Fahrer. Front Row vowäge „Mir wird schlecht“. Seelenruhig tuckerten wir los, bis unser Fahrer nach etwa 10 Minuten mitten auf der Strasse stoppte. In einem Satz kamen aus allen Himmelsrichtungen Typen angerannt. Ich dachte „Mh, die wollen Reis oder Getränke verkaufen“. Und dänn risst en RIESE FÄTZE VOME TYP d Fahrertüüre uf. Ich „Öhhm, oke, was gaht etz?!“ und dann steigt unser Fahrer auch noch aus! Ok, jetzt war auch ich 100% wach und alarmbereit. Meine Türe sowie die Türe der hinteren Reihe wurde geöffnet und die Typen „zeigten“, dass sie auch noch bei uns sitzen möchten. Mhh – wo denn gnau bitteschön?! Wie stellet ihr eu das vor? Ah moment, redt ja ken Mensch Englisch vo dene und mis Bahasa isch wiedermal für d Füchs.

Ein Herr navigierte deutlich, dass er neben mir sitzen will. Uf de Handbrems? Vo mir us, ich hock det sicher nöd. Als er andeutete, dass er tatsächlich auf die Handbremse sitzen will, wurde mir das doch zu bunt, so mussten wir immerhin ca. 4 Stunden durch eine Passregion fahren! Ich gab zu verstehen, dass er dort auf GAR KEINEN FALL sitzen werde. Verstande hätters. Schlussendlich sass der „riise Fätze“ hinter dem Lenkrad, und drei Typen quetschten sich noch auf die anderen Sitzbänke. Ich war beladen von allen kleineren Rucksäcken und Taschen, die meine Mitreisenden zuvor gemütlich auf ihren Beinen gelagert hatten. Dort, wo jetzt fremde Typen sassen. Läuft bei uns!

Gekidnappt wurden wir nicht, schnell lernten wir nämlich, dass jedes Auto mit „leeren Plätzen“ von Locals mit „Transportbedarf“ eingenommen wird. Auch unser Fahrer wechselte noch ein weiteres Mal. Ein weiterer Typ, der keinen Platz in unserem Auto fand, fand sein „Plätzli“ aber darauf. Genaugenommen dahinter, so klemmte er sich nämlich an unsere Dachvorrichtung und hing etwa eine Stunde lang hinten am Autofenster. OHNI SCHEISS! Die Scheiben waren leider zu schwarz, um diese Kamikaze Szene zu filmen. Irgendwann schrie er laut (mir grauste es, dass es runtergefallen sein könnte), wir stoppten und er sprang in alter Frische runter und mit dem nächsten Satz in einen lokalen Bus rein, wo er hoffentlich etwas weniger gefährlich ans Ziel kam.

Über Schwefel, Grabsteine, Rastas und Sternenhimmel

Unser eigentliches Ziel war aber Moni, ein Kaff in den Bergen Flores‘. Dort hin verschlägt es einen, wenn man die Kelimutu Vulkankrater besuchen möchte. Lustigerweise hatten wir dieselbe Unterkunft wie unser englischsprechendes Französisches Pärchen (Johann und Sophie) gebucht und so schlossen wir uns bald zu einem Team zusammen. Wir besuchten die dreifarbigen Vulkankrater, atmeten raue Mengen Schwefel-Luft ein und wanderten während drei Stunden zurück zu unserer Unterkunft. Durch dichten Djungel, tiefe Täler und durch oberkatholische Dörfer. Auch hier wieder: Wie in Maumere, findet man nicht nur „zentrale Friedhöfe“. Meister werden die Grabsteine direkt vor dem Haus platziert. Grabstein ist auch irgendwie das falsche Wort dafür, bestaunt man hier vielmehr das „Grab“. Es isch wiä en überdimensionale plättlete Sarg. Das Kuriose daran: Man chillt, trinke, isst, schläft oder spielt darauf. Der Sarg ist keine „Ruhestätte“, er ist Mittelpunkt des Alltags und wird in jegliches Zusammensein integriergt. Mal was anders, oder? 

Zurück in Moni mussten wir unsere Mägen füllen. Das beste Lokal dafür: Das Moby’s! Die Dichte an Männern mit Rastas ist womöglich höher als in Jamaica selbst. Dazu gibt’s richtig richtig gutes indonesisches Essen, aber auch einen Australischen Einfluss wie Banana Bread, Cookies und Kaffee. Leider musste ich mich bis zum nächsten Cappucino noch etwas gedulden, denn die Kaffeemaschine sei seit Wochen kaputt.. nevermind! Bei Livemusik, einer Partie Scrabble und guten Gesprächen kann ich da ein Auge zudrücken 😉

Unsere Unterkunft „Gecko Homestay“ war also nicht nur in den höheren Bergen Flores‘, sondern auch noch ausserhalb des Dorfes. Nebst dem Vergnügen von kalten Outdoor-Duschen bei ca. 14 Grad, bedeutete das aber auch: Eine wunderschöne Sicht auf die Milchstrasse und zigtausend Sterne. Draussen zu duschen, wenn über dir die Sterne nur so funkeln, das ist einfach Magie pur. 

Ende!

Nein, wir sind noch lange nicht am Ende. Aber mit leichtem Muskelkater vom dreistündigen, steilen Abstieg ging es für uns weiter ins Städtchen Ende. Dort versprach man Johann eine SIM-Karte, mir einen Cappucino, Sven ein WiFi und Sophie, mh, Sophie wollte eigentlich nur endlich wieder heiss duschen (Auch in Maumere gab’s kein heiss Wasser). Doch darauf mussten wir uns aber noch ein Weilchen gedulden. In Moni warteten wir also wie die Locals am Strassenrand darauf, dass ein Büssli mit echli Platz an uns vorbeidüste bzw. noch besser, für uns anhielt. In der Tat ist das auch relativ schnell passiert und wir sicherten uns eine Fahrt nach Ende. Sophie, Johann und ich zuhinterst, Sven auf einer Art „gepolstertem Schämeli ohni Halt“ neben drei Locals und vorne nochmals ein paar Locals und die offene Türe.

Im Abstand von 30 Minuten verloren wir immer mal wieder Material, das eigentlich auf unser Dach gebunden war. Dieses Material wurde anschliessend vor Sven’s Füsse gepappt, wodurch sich sein Bewegungsfreiraum noch mehr eingrenzte. In Ende angekommen, waren wir froh, uns endlich wieder körperlich entfalten zu können. Ziel war, das Moccha Café. Wir waren überrascht, wie modern der Laden daher kam und ich trank gleich zwei Cappucino. Gad d Reserve müesse uffülle, wänni schomal chan.

Nachdem alle ihre To Do’s abgehackt hatten, schnappten wir uns einen Fahrer nach Bajawa. Doch bevor ich euch von Bajawa erzähle, hier noch ein paar wenige Bilder aus Moni und Co. 😉

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Kleine Büssli Situation, während laufend Material vom Dach flog
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Bemo Bus mit seitlicher Bank 😉
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Tempe Satay mit Erdnuss Sauce – ich bin im Himmel
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Grabsteine ganz „dezent“ vor dem Haus
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Etwas Wetterpech bei den Kraterseen
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Aussicht beim Abstieg von Kelimutu
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Sternenhimmel (by Sven)

 

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Flores Roadtrip Teil I #Indo

Welcome back! Genaugenommen grüsse ich mich hier selbst, denn ich bin die, die offline war. Teilweise freiwillig, teilweise gar nicht freiwillig, weil mein Handy in ein Aquarium fiel. Ich schwör, es hät usgseh, als hettis det e Glas-Schiibe druff gha…! Genaugenommen habe ich mein Handy also aus lauter fehlender Achtsamkeit in ein Aquarium fallen lassen. Oder mit Schwung inegrüehrt. No dümmer gahts fast nöd. Ich, sowie alle am Drama Beteiligten, glaubten, mein „vielleicht doch noch nasses Handy“ habe anschliessend mein MacBook zerstört. Doch dieses ist nun, nach einer Woche erschütterndem Dornröschenschlaf, mysteriöserweise plötzlich wieder zum Leben erwacht! HALLELUJA!

Es juckte mir schon längst in den Fingern und während jetzt parallel etwa 29384 Back-Ups laufen, schreibe ich hier endlich wieder. Was in den letzten 18 Tagen so gelaufen ist? Voilà – Teil 1!

Zwischen Pater, Politiker und Menschenrechtler

Denpasar – Maumere. Wir versuchten, Flores so östlich wie möglich anzufliegen, um die bitzeli langgezogene Insel dann über Land bis ganz in den Westen zu durchqueren. Im Flugzeug selbst merkte man schon, hier hin verirren sich nicht so viele: Die Passagiere waren 0% westliche Touristen, zahlreiche Indonesier und etwa 5 Nonnen. Genau, Nonnen. Katholische Nonnen. Schnell bestätigte die übernatürliche Anzahl Kreuze, Katholischer Kirchen und Grabsteine, dass hier maximale Missionarsarbeit geleistet wurde. Doch dazu später mehr.

Unsere Unterkunft buchten wir vor Ort spontan und diese entpuppte sich bald als Glückgriff. Ignatius, unser Gastgeber, lud uns am Abend überraschenderweise zur „Erst Kommunion“ seines Neffen ein. Erst Kommunion wird hier riesig gefeiert, etwa 100 Familienangehörige und „Einflussreiche“ werden eingeladen. Und man kann sich vorstellen, wer mit weissen „Freunden“ aufkreuzt, hat seinem sozialen Status grad noch mal ein Upgrade gegeben. Wir sassen am Tisch mit den „wichtigen Männern“ und mussten eine dezente Menge Arak Shots trinken. Mit von der Partie waren der Pater höchstpersönlich, ein einflussreicher Politiker und Kandidat für die aktuellen Gouverneurs-Wahlen sowie Otto, ein gebildeter Herr, der jahrelang Menschenrechte in München und Wien studierte und jetzt an der Hochschule in Flores lehrt. Otto und ich unterhielten uns lange auf Deutsch, was wirklich beeindruckend war. Nebenbei wurde fleissig Karaoke gesungen, was mir fast ein taubes Ohr verschaffte. Denn – ohni Scheiss ez – für diese „Erst Kommunion“-Events werden massive Lautsprecher-Wände aufgebaut. Bestehend aus etwa 16 Stück 70x70cm Lautsprecher wird einem der Tinitus gleich kostenfrei mitgeliefert.

Alles in allem war das aber echt eine kleine Sensation. Da fliegst du ans gefühlte Ende der Welt und findest dich am Abend in einer solchen Situation wieder. He nei!  

Aber nochmals zurück zum Thema der Katholiken: In Flores gibt es wohl mehr Kirchen, Kloster und Kreuze, als sonst irgendwas. Der Einfluss der Portugiesen, die hier einst „regierten“ ist ganz stark präsent. Auch die Namen der Menschen zeugen von europäischer Herkunft: Ignatius, Franziskus, Oscar, Victor, Gertrudis. Es ist keine Seltenheit, wenn man auf Handybildschirmen den Papst entdeckt. Es wurde hier ganz klar stark missioniert. Doch spannend ist auch die Durchmischung der „Ethnien“. Dumm und ganz platt gesagt: Die Menschen sehen anders aus, als auf den anderen indonesischen Inseln.

Wo in Bali, Sumbawa, Lombok und Java viel stärker ein „asiatischer“ Look herrscht, findet man auf Flores Gesichter, die ihre afrikanische, indische und europäische Abstammung nicht verleugnen können. Grosse Augen, krauses Haar, riesige Lippen. Auch die Körperformen sind plötzlich anders. Frauen haben Kurven! Dies fällt einem aber erst so richtig heftig auf, wenn man zuvor monatelang von asiatischen Fliegengewichten umgeben war 😉

Bule, Bule! 

Nein, das Bule ist kein Poulet. Die Bule, das sind wir – weisse Touristen. Auf unserem Roadtrip von Maumere nach Larantuka, in den abgelegenen Ostzipfel Flores‘, wurden wir erstmals mit dem Begriff konfrontiert. Ich kannte ja von meinen Trips nach Lombok und Sumbawa, dass man mir laufend „Hello Mister!“ zuschrie. Hier wurde dies noch ergänzt mit „Bule, Bule!“

Ich war zuerst etwas unsicher, ob der Begriff eine Beleidigung war oder nicht. Denn genau genommen kommt Bule von Belanda, was „Holland“ bedeutet und sich auf den kolonialen Einfluss der Holländer bezieht (die Holländer kamen in Flores nach den Portugiesen, also ist deren Einfluss noch eher präsent). In Larantuka sind wir vorallem mit dem Roller umhergecruist und haben Ecken erkundet, wo gefühlt wiedermal alle Schaltjahre ein Weisser hinkommt. Dann fährst du durch den Djungel (erstaunlich gute Strassen!) und denkst, du bist im Umkreis von 10km ganz allein, doch plötzlich hörst du aus dem Nirgendwo: „Bule!“ und dann kommen die wie die gestochenen aus allen Ecken gerannt. Nei, aso in Flores isch mer nie elei. 

Eine liebe junge Lady hat uns in Larantuka einen „guten“ Warung gezeigt und ich habe sie auf ihr gutes Englisch angesprochen. Sie meinte, sie mache einen Englischkurs und sei mega happy, „eine Bule wie mich zu treffen! Das käme in Larantuka eher selten vor.“ Dem entnehme ich, dass Bule einfach weisser Tourist und nichts böses bedeutet 😉 Auf unserem Rückweg kreuzten wir dann aber tatsächlich ein sehr sportliches Bike mit zwei „Weissen“, wobei diese bereits so braungebrannt waren, dass sie fast als Locals durchgingen. Sie hupten und winkten wie wild und wir auch! Am anderen Morgen sassen wir dann so beim Frühstück und dann plötzlich kommt eine ältere Frau zu uns und fragt: „AAahhh das wart ihr gestern auf dem Roller, oder?!“ Wir kamen ins (französische) Gespräch (da der Herr nur Französisch sprach) und es entpuppte sich: Die beiden leben seit ein paar Jahren auf Flores. Die Lady hat ein Importbusiness für lokale Handgefertigte Produkte und oh wunder, führt das Geschäft in der Schweiz! Die beiden sind nämlich aus Lausanne 😉 Wir mussten uns dann doch noch kurz gemeinsam über das Klischee amüsieren, dass Französischsprechende einfach NIE Englisch können.

On y va

Zurück in Maumere konnte ich kaum mehr sitzen und laufen, denn die stundenlangen Rollerfahrten haben meinem Füdli bzw. Sitzbeinhöcker gadechli zugesetzt. Wir checkten für eine Nacht in eine andere Unterkunft ein und genossen dort ein letztes Bad im Meer bei Sonnenuntergang sowie nebenan ein exzellentes Gado Gado, womöglich das Beste in ganz Flores. Beim Frühstück arrangierten wir einen Transport mit zwei französischen Pärchen (wovon eines tatsächlich Englisch sprach) und waren bald ready, nach Moni aufzubrechen. Bevor ich euch aber mehr von der abenteuerlichen Fahrt sowie Moni und Co. berichte, gibt’s hier die ersten wenigen Bilder. Beim Roadtrip war mehrheitlich die GoPro im Einsatz wodurch es kaum Landschaftsaufnahmen gibt. Diese seht ihr dann aber bald noch in einem Video. Zudem isch d Handyqualität dänkbar schlächt und ich üebe grad mitm Schwarz Wiss Edit, okaaay?!

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Hammock Life bei Santi Santi, etwas östlich von Maumere
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Jung und Alt beim Fischen
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Sonnenuntergangsstimmung
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GADO GADO LOVE!
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Ken schlächte Ort, zum Wösch ufhänke, oder?
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Sonnenuntergang eimal meh (NO FILTER!!)
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Lila Wolken (NO FILTER)
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Beach-ing (NO FILTER!!!)

Life update! #Indonesia

Ihr lieben! Keine Sorge, alles ist gut. Ich komme leider nicht wie gewohnt dazu, fleissig zu berichten. Ich arbeite noch immer an einem Video-Clip zu Sumbawa, habe noch etwas Surfmaterial aus Lombok und bin mittlerweile zurück in Bali. Doch eins ums andere.

Nachdem ich von Sumbawa zurück nach Lombok gereist bin, habe ich in Lombok meinen Surfbuddy und mittlerweile sehr guten Freund Jeremy am Flughafen abgeholt. Spontan ist er von Sri Lanka zurück nach Bali geflogen und hat meinen Spruch „Hey, komm doch nach Lombok zum Surfen“ gleich in die Tat umgesetzt. Ich kannte von meinem Lombok Trip ja noch einige Locals und so hatten wir die Surfcrew gleich zusammen und sind viermal um 04.40 Uhr aufgestanden, um als erste, teilweise noch vor dem Sonnenaufgang zu Surfen. Ganz legendär, im dunkle z surfe, wemmer bi Tagesliecht scho nöd würkli gueti Augä hät.

Lustig war auch: Auf dem Weg zum Flughafen ist mir eine Biene in den Helm geflogen und hat sich in meinen Haaren verfangen. Ich habe diese dann irgendwie dezent panisch mit der Hand versucht abzuschütteln und zack, Bienenstich. Ich dachte mir nicht viel dabei, nuggelte etwas an meinem Finger und musste dann mitansehen, wie sich meine Hand in den kommenden zwei Tagen auf ungefähr dreifache Grösse aufblies. Meine Finger wurden so dick, ich konnte sie nicht mehr schliessen und keinen Löffel mehr halten. Es wurden fleissig Witze gerissen, dass ich mit diesem Hand-Paddel ganz klar mehr Wellen kriegen würde 😉 Irgendwann wurde mir das Ganze dann zu bunt und ich besuchte meine Lieblingsapotheke zum dritten Mal und kriegte Antiallergikum. Drei Tage später war die Hand wieder normal 😉 Und dann schickte mir Jeremy eine Whatsapp, dass er in der lokalen Klinik sei, weil er mit dem Roller-Ständer seinen Fuss aufgeschlitzt hatte und nähen musste. Lol. Ich also wiedermal unterwegs zum Notfall. Der Fuss sah weniger schlimm aus, als erwartet.

Dann hiess es für uns auch schon bald: Zurück nach Bali! Mein zweimonate Visum neigte sich dem Ende zu und ich musste am 16. Mai aus Indonesien ausreisen. Doch hey, ich liebe Indo. Ich habe nicht annähernd so viel gesehen, wie ich wollte. Doch ich habe mich in Land, Leute und meine Bali-Family verliebt. Ich habe noch so viele To Do’s für dieses Inselparadies! Und wer sich erinnert: Vor etwa einem Monat habe ich euch mal von Sven, dem reisenden Holländer erzählt. Nun, nachdem ich einen Monat in Lombok und Sumbawa war und er in Vietnam arbeitete, sind wir nun auf Bali „wiedervereint“ und haben uns für die nächsten zwei Monate als Reisegrüppli zusammengeschlossen! Jeremy reist leider am 28. Mai aus, doch bis dahin gehört er natürlich auch noch zu meiner Bali-Family. Am 16. Mai ging’s also für eine Nacht nach Kuala Lumpur, einen sogenannten Visa Run zu machen. Das heisst, ausreisen, chillen und wieder einreisen und hoffentlich ein neues zweimonates Visum kriegen!

In KL hatten wir ein mega schönes AirBnb mit Rooftop Pool für wirklich kein Geld der Welt. Doch das Wichtigste: Wir sind zurück in Bali! Der Immigration Officer hat mich gefragt: „You have been here before, have you…“ und ich meinte nur „Jap, I love Indonesia.“ und schwupps hatte ich den zweiten 2-Monatsstempel im Pass. Ich könnte glücklicher nicht sein, bin aber noch nicht sicher, wohin es uns verschlagen wir. Wir möchten etwas Untouristisches, Unbekanntes erkunden. Irgendwelche Inseln von denen wir selbst noch nie gehört haben. Oder vielleicht nach West Papua? Oder Borneo? Sumatra? Ich weiss nur, im Juli möchte ich in Java sein und nochmals surfen… Ihr könnt also gespannt bleiben, was hier noch kommt!

Und dann gibt’s noch andere Breaking News! Inspiriert von meinen digial nomad friends hat es mich in den Fingern gejuckt, wieder irgendeine Arbeitsverpflichtung zu haben. Reisen ist schön. Und weil es so schön ist, will ich es so lange wie möglich machen. Und Reisen ist noch viel schöner, wenn man gleichgesinnte Menschen um sich herum hat und gemeinsam spontan sein kann. Spontan habe ich deshalb der Südostschweiz einen Artikel gesendet, mit der Anfrage, ob sie Lust hätten, ein oder zwei Artikel über das Sommerloch hinweg abzudrucken. Die Antwortmail war dann etwas umfangreicher: Hey Corina, wir mögen deinen Schreibstil, willst du nicht wöchentlich eine Kolumne schreiben? Nun, die Antwort wurde letzten Monat bereits gedruckt und veröffentlicht. Ich bin seit einer Woche offiziell Autorin einer Reisekolumne und hoffe, so lange wie irgendwie möglich von meinen Abenteuern berichten zu können! Als Mami mir die Zeitungsseite gedruckt hat, bin ich fast vom Stuhl gefallen und konnte etwa 12h lange nicht aufhören zu lachen. Wir haben das ganze Abends noch ein bisschen gefeiert und es ist besonders schön, diese Meilensteine hier mit so tollen Menschen teilen zu können 🙂

Jetzt gilt es aber: Nochmals 10 Tage Bali! Und zwar etwas anders als sonst. Denn, es kommt höchster Besuch aus der Schweiz! Wer die Besucher sind, nun, die einen wissen’s, die anderen werden bald davon lesen..;-)

Liebs Grüessli, Corina

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the crew

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How I roll…

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AirBnb porn in KL
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bromance-ing

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bester streetfood in Kuta Lombok

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Ulas always freezing…;-)

West Sumbawa #Indo

Heute gibt’s FOTOS FOTOS FOTOS! Jap, wir befinden uns immernoch in Sumbawa, also zumindest in Bezug auf die Berichterstattung, die hier ist etwas verspätet unterwegs ist. Einerseits, da ich einfach zu vielbeschäftigt war, andererseits, da auch das WiFi immer mal wieder für nix zu gebrauchen ist.

In Sumbawa angekommen, war ich erstmals nur überrascht. Überrascht von den äusserst guten Strassenzuständen und der Anzahl an Pferdekutschen aus dem gefühlten Mittelalter und Ziegen. Ich düste von der Fähre während ca. 2h nach Maluk – dem grösseren Örtchen im Süden der Westküste Sumbawas. Ich erwartete Bambushütten und Sandstrassen. Doch die komplette Strecke war schön geteert – klar, hier mal ein Schlagloch und dort mal eins, aber sonst wirklich einwandfrei! Und die Häuschen waren auch „europäischer“, als ich sie erwartet hatte! Später habe ich erfahren: Westsumbawa hat dank riesigem Gold- und Kupfermienen Abbau ein sehr hohes Durchschnittseinkommen und gilt auch etwas als die Schweiz Indonesiens.

In Sumbawa musste ich zuerst auf’s Surfen verzichten, weil sich meine Arm von einer durchschnittlichen Schürfwunde aufgrund fleissiger Surfsessions zur eitrigen Kraterlandschaft entwickelte. Ich holt mir vor der Abreise in Kuta Lombok in der Apotheke Gasen und Wundreiniger und Tapes. In Sumbawa empfohl mit eine Deutsche die Salbe „Plazenta Extrakt/Bioplacenta“, die die Wunde dann innerhalb von 4 Tagen komplett heilte! KRASSE SCHEISS! Ich darf fast nicht sagen, dass ich es bei meiner einzigen Sumbawa Surf Session dann sogar geschafft habe, mir im Korallenriff meine ersten superscharfen und bitzeli tiefen Reef-Cuts geholt zu haben. Übermütig bin ich eine Welle viel zu weit ins Riff reingesurft und strandete wie der grösste Volltrottel überhaupt auf dem knietiefen Riff. Nun, habe gelernt, chunnt nümme vor.

An meinen „trockenen“ Tagen bin ich mit dem Roller stundenlang durch’s Paradies gefahren. Sumbawa ist komplett untouristisch. Die einzigen „Weissen“ waren eine Handvoll Surfer auf allerbestem Niveau und zwei Deutsche Reisende ohne jegliches Interesse am Surfen. Ich dazwischen =P Für die Ausflüge habe ich mich mit den zwei Ladies zusammengeschlossen und einen Wasserfall und das wohl sauberste Dorf Indonesiens erkundet. Vor jedem Haus standen Abfallkübel und es lag fast nix rum – sowas habe ich bislang in ganz Asien noch nie gesehen! Wie überall waren die Leute superfreundlich, überaus begeistert über unser Erscheinen und mit wenigen Worten Bahasa flippten sie komplett aus. Wir haben das wohl schärfste Nasi Campur ever gegessen und die Besitzerin hat wiedermal den Fan neben meinem Schweissgesicht platziert. Gnützt hät’s aso nüt.

Ansonsten ist Sumbawa ein Paradies für Strände und Dschungel. Affen jucken über die Strasse und die Echsen-Sichtungsquote war selten so hoch. Am Surftag fuhren wir zu fünft während 1,5h nach Kertasari im Norden Westsumbawas. Die Jungs von Dreamtime (Iann und Yanni) sowie ein Australier Cory und eine deutsche, die in Australien lebt, Jana und ich. Die Jungs Surfen alle seit Geburt und Jana macht seit drei Jahren nix anderes. Ich war der absolute Looser im Team, wurde aber trotzdem aufgenommen und mitgeschleppt 😉 In Sumbawa ist aber aufgrund des fehlenden Tourismus auch der Umgang mit weissen / Surfern manchmal schwieriger, so wird oft geklaut. Wir haben deshalb fast keine Wertsachen und nur Bargeld und Rollerschlüssel mitgenommen und diese in Abfall, der am Strand rumliegt, versteckt. Oder in mitgebrachten Döschen verbuddelt.

Der Pointbreak selbst war nicht gross, kleinere bis durchschnittliche Funsize mit grösseren Sets zwischendurch. Das Wasser und Riff hingegen waren nochmals eine Steigerung zu dem, was ich von Lombok her kannte. Ich glaube sogar, dass ich per Zufall eine Seeschlange mit der GoPro filmte. Zum Glück sah ich das erst im Nachhinein… eieiei! Obwohl ich verglichen zu den anderen keinen Plan vom Surfen habe, gab ich mein bestes und kriegte viele Inputs und gutes Feedback. Die Jungs surften mit der GoPro in der Hand und machten Tricks wie die Wilden. Ich war zufrieden, dass ich nur einmal im Riff landete ^^ Irgendwann sah ich jedoch, dass Cory und Yanni wie zwei Wahnsinnige zum Strand paddelten. Als wir alle draussen waren, hörten wir: Cory hat sein Handy in einer Tasche vergessen und diese wurde geklaut. Yanni hat den Dieb mit GoPro zu Fuss verfolgt. Vom Dieb und dem Handy gab’s aber keine Spur. Schad, wär sicher es geils GoPro Video worde! Shit happens. Cory nahm’s entspannt und für uns hiess es: Nasi Campur. Geiles geiles Indo Essen von der Strasse mit Erdnuss-Sauce. Must try when in Indonesia!

Mittlerweile bin ich zurück in Lombok und melde mich bald wieder! Es gibt wieder viel zu berichten, so habe ich meine Lieblingsapotheke mittlerweile zum dritten Mal besucht (immerhin die Jungs freuts!) und dank meinem verrückten Buddy Jeremy wird’s sowieso nie langweilig. SEA you soon!

 

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Abfallkübel vorem Hüsli

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Morning Surf
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Sunset
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Sunset
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Kertasari

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Close to Supersucks, Maluk
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Corals at Low Tide
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Beachiiiiiin
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Corals at Low Tide
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De gits no für’s Protokoll 😉 s Problem mit Reef-Cuts isch, dass im Riff teils ultraresistenti Bakterie lebet, wo sich chönd im Körper usbreite und drum müend so Cuts mit stärkstem Alkohol-Desinfektionsmittel greinigt werde. Brännt hät’s we nonie, aber es heilt recht guet.

Hello Sumbawa #Indo

Nein, nicht Simbabwe. Überhaupt gar nix mit Afrika. Sum-ba-wa. Ja, ich geb’s ja zu. Vor einigen Wochen hätte ich auch nicht recht gewusst, wo ich Sumbawa einordnen soll. Fakt ist: Indonesien ist jedem ein Begriff, so war oder ist gefühlt jeder auf Bali. Wer da war, kennt auch das östlich davon gelegene Lombok. Einigen ist Java ein Begriff, vorallem aufgrund von Mt Bromo und Borobudur. Reisebegeisterte kennen den Komodo-Nationalpark mit den Waranen und Flores, als Ausgangspunkt dafür. Tauchbegeisterte kennen Sulawesi. Aber Sumbawa? Das war zumindest in meinem Umfeld bislang nie ein Thema.

Nun. Sumbawa liegt zwischen Lombok und Flores und ist eine ziemlich grosse Insel mit fast 1,5 Millionen Bewohnern! Ich selbst habe mich in Bali spontan entschieden, ab Lombok einen Trip nach West Sumbawa einzulegen. Ich bin ja bekanntlich mit dem Roller unterwegs, also brach ich am Morgen früh auf, um in den Nordosten Lomboks zum Fährhafen Labuan Lombok zu fahren. Durch endlose Reisefelder, Palmenwälder und vorbei an unzähligen Moscheen ging’s während fast 3h inkl. Verkehr und Tankstellenstopp zur Fähre. Natur und Chaos pur vereinen sich auf Lombok in der Tat;-)

Die Fahrt war so witzig: Viele Mädchen (99% verschleiert) sind auf ihren Rollern neben mich hergefahren und haben gerufen: „Where you go?!“ „Sumbawa!“ „Cool, have fun! Hati hati!“. Doch auch Jungs und Familien (ja, ganze Familien auf Rollern sind normal) taten nix anderes. Alle haben irgendwas gerufen. „Hey Miss!“ „Selamat Bagi!“ „Hee!“ oder es wird einfach wie wild gehupt. Zuerst habe ich gedacht, irgendwas stimmt mit meinem Gepäck nicht. Hängt mein Surfbrett in der Strasse? Ist mein Rucksack offen? Habe ich den Blinker vergessen? Hää!? Bis ich gemerkt habe, dass einfach jeder die komische Weisse auf dem Roller anschreit. Es ist in der Tat so, dass ausserhalb Kuta’s (Lombok) auch sehr wenige Touristen rumschwirren. Und das merkt man sofort – man kriegt wieder brutal viel Aufmerksamkeit. Aber ich nehme es amüsant, rufe jedem irgendwas zurück und kann mittlerweile ganze Gespräche auf dem Roller mit meinen Nachbars-Fahrern führen und gleichzeitig Hupen und Winken und Überholen. Mein Fahrstil hat sich komplett angepasst, ich wäre in der Schweiz längst nicht mehr zugelassen. Der Finger sitzt so locker auf der Hupe, ich glaube, ich hupe öfters, als ich bremse.

Auf der Fähre habe ich wiedermal den kompletten Bonus der alleinreisenden Weissen gekriegt: Die Crew hat mich schon beim Reinfahren erspäht, mir den Roller abgenommen, alles sauber geparkt und mich gleich in die klimatisierte Steuerzentrale eingeladen. Der Captain war, typisch für Indonesier, 24 und sah aus wie 15. Im Cockpit herrschte ein Zustand, wie er in der Schweiz vielleicht in den 80er Jahren noch denkbar war: Uralte Infrakstruktur, alle rauchten während der Arbeit und überhaupt, es wurden Witze gerissen, Fotos gemacht, rumgechillt und ab und zu hat einer einen Finger gerührt. Hier ein Funkspruch, dort ein bisschen Steuern, aber vorallem Witze reissen. Ich wiedermal mittendrin statt nur dabei. Alles wollten sie wissen. Doch eins sag ich euch, mit indonesischen Männern kann man keine zwei Minuten sprechen, bevor die Frage kommt: You travel alone? You married? You single? 

Boyfriend ist keine Option. Entweder man ist single oder married. Wenn ich mir die Horde vom Hals halten will, habe ich am Anfang immer boyfriend gesagt. Bis ich gemerkt habe, dass das genau garnichts Wert ist. Genaugenommen ist nicht mal married etwas Wert, da diverse Männer immernoch mehr als eine Frau haben. Whatever. Manchmal bin ich halt verheiratet, manchmal bin ich single und manchmal habe ich einen boyfriend. Ich passe das immer entspannt der Lage an, ob ich einem oder mehreren Typen gegenübersitze und ob er ein kleines sprenzliges Würstli ist, denn mit dem käme ich noch locker klar, da ich oft grösser und breiter bin. Ich beantworte die Frage aber mindestens einmal täglich. Einmal sogar auf dem Roller fahrend in Sumbawa. Fahren zwei Typen neben mich ran und rufen:

„Mister! Where you going?“ „Miss, I am a woman! Hahaha!“ „Sorry, hihihi, Misses! You travel alone??“ „Yes!“ „Are you married?“ „What!? Hahaha“ „WhatsApp Number?“ „TIDAK!!!!!“ „hahahahaha! bye!“ „Bye! Selamat siang!“ (tidak = Bahasa Indo. für „Nein“)

Normalerweise will jeder nur wissen wohin ich fahre oder eine gute und sichere (hati hati) Reise wünschen. Aber die zwei gingen innerhalb von wenigen Sätzen grad mal alles abchecken, ich habe so gelacht! Und sie auch, denn die Frechen wissen genau, dass sie das bei einem indonesischen Mädchen nie machen würden / dürften. Aber das Image der weissen Mädchen ist halt ein anderes.

So ist auch die Interaktion mit dem anderen Geschlecht eher schwierig. Die Kultur ist anders als unsere, die Geschlechter werden überall getrennt. Man sieht Jungs mit Jungs und Mädchen mit Mädchen spielen, zur Schule gehen, Rollerfahren. Auch die Eltern reden nicht über Sexualität, es wird erwartet, dass man vor der Ehe nichts macht. Die Insel ist primär Muslimisch, so auch Lombok und ein grosser Teil Indonesiens, ausserhalb Balis. Ich habe diesbezüglich eine aktuelle Story gehört, in der ein Australier ein Mädchen über eine längere Zeit datete, dann Schluss machte und anschliessend die Familie für die „Ehre“ bezahlen musste und das Mädchen wurde nach Hongkong verheiratet. Autsch. Und das war im 2017!

Nun, ich bin heil in Sumbawa angekommen. Was ich dort erlebte, hört ihr bald!

Bis gli,

Corina

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Fährenfahrt
90013EB2-9656-4879-845D-4F895A01573E
Boys working hard

Coconut life #Lombok

Hallo aus Lombok! Eine Woche ist schon vergangen, vieles ist passiert und doch hat sich nix geändert. Das wohl Schönste am Zurückkommen in Lombok war, wie herzlich ich von den Locals begrüsst wurde, die mich noch von meinem letzten Aufenthalt kannten.

Ich ging kurz im Nalua Shop vorbei und schon als ich den Blinker stellte, hörte ich wie mein Name gerufen wurde. Umarmung hier, Umarmung da, blabla. Einfach Wahnsinn, so begrüsst zu werden. Dasselbe dann abends beim Surfen mit Royce, meinem „neuen“ Surfbuddy, erneut Amerikaner aber nicht ganz so ein verrückter Vogel wie Jeremy, sind wir an einem ruhigen Abend nach Gerupuk Inside gefahren. Schon als ich ins Line-Up paddelte, hörte ich „Corina! Is it Corina?“ und ich „WTF? Ja?“ (ohni Brülle natürli blind…) und dann erkannte ich meinen alten Surfinstruktor von letztem Jahr, der seinen neuen Schülern stolz erklärte, dass ich letztes Jahr auch bei ihm war. Die dritte Begegnung war an der (Beschneidungs-) Zeremonie in einem ziemlich abgelegenen Dorf, zu der wir nach dem Surfen spontan eingeladen wurden (siehe Video). Ich stand mitten in den Dorfbewohnern, lauschte der Musik und Parade, als jemand über alle Köpfe hindurch winkte. Ein weiterer Surfinstruktor, der sich noch an mich erinnerte! Er kam hin, grüsste und wir quatschten kurz. Ich kann es fast nicht fassen, so bin ich mit ihm weder auf Instagram, Facebook noch sonst wo verbunden und trotzdem erkannte er mich auf Anhieb. Gemäss Royce’s „Männerperspektive“ liegt das daran, dass sich Männer primär an die Füdli der Frauen erinnerten. Jawohl genau. Ob das so stimmt oder nicht, habe ich nicht weiter abgeklärt. Fakt ist, ich trug anständige Shorts während dieser Zeremonie 😉

Royce ist also mein neuer Surfbuddy und der absolute Wellenkönig. Ohne Witz, der Typ hat so viele Wellen, wie alle anderen im Line-Up zusammen. Sein Feedback ist soo hilfreich und wir gehen jeden Tag zusammen surfen. Ich habe ein Vorbild und er hat einen Gefährten. Irgendwie so. Jedenfalls haben wir uns gegenseitig gefordert und sind an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen total ca. 5,5h im Wasser gewesen. Entsprechend war die Luft abends dann raus und nebst einem komatösen Schlaf hat’s nicht einmal für eine einzige Tanznacht gereicht. Doch das kann sich noch ändern!

Ganz typisch für Indonesien hatte ich dann auch noch meinen ersten kleinen Rollerunfall, als zwei Halbschlaue vor mir umfielen und ich reflexartig so schnell bremste, dass es mir auf der Sandpiste das Hinterrad wegzog. Mein Surfboard hat mich ziemlich gut geschützt, weshalb es dann einen Reparaturtag einlegen musste, ich hingegen habe nur Schürfungen am Arm, einen grossen Blauen Fleck am Hintern und „Muskelkater“ im Nacken.

Zudem habe ich endlich geschnallt, dass ich ja diese GoPro Halter nur aufs Brett kleben und kein Loch dafür reingebohrt werden muss (kei Ahnig wasi da gstudiert ha…), wodurch ich auch noch einige Aufnahmen machte. Es war kein Tag mit grossen Wellen, dafür umso besser zum Üben, wie ich mehr Tempo gewinnen oder schneller wenden kann. Leider hatte ich die GoPro genau bei der b e s t e n  Welle der Woche nicht eingeschaltet. Ich sag’s mal so, beim Zurückpaddeln hatte ich das Herz in der Hose und der Bootsfahrer hat wie wild gejubelt. Royce und ein herziger Schwede meinten nach meiner Rückkehr im Line Up nur: „Wir hätten beide niiieee gedacht, dass du das durchziehst….! Wir sassen nur so hier und sagten „Das macht sie eeeh nicht…und weg war sie!! Und wir nur so: Wooaaaaahh shiiiiit!!!““ Sagen wir’s mal so: Mein Ego wuchs innerhalb von einigen Sekunden, wenn auch nur temporär, exponentiell!

Der „Drop“, also dieses „reinfahren“ in die Welle, war so steil und hoch, ich dachte selbst nicht, dass ich auf dem Brett stehen bleiben kann und siehe da. Dann der offenen Schulter der Welle entlang zu fahren, die selbst immer noch ca. eine Handlänge über meiner Kopfhöhe hoch war, wäre einfach nur PERFEKTES GO PRO MATERIAL GEWESEN!!!!! Was für eine Schande, aber ja… Die Erinnerung bleibt im Kopf, wie so manche andere 🙂

Wie mein Coconut Life in Lombok so aussieht, habe ich in einem Clip für euch zusammengeschnitten. Viel Spass =)

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Nei das ist kei Make-Up, das isch 50+ Zink 😉

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autschi – aber merci, gueti Platzierig zwüschet allne Tattoos 😉

Schwertransport #Lombok

Na, wen wunderts, worüber sich dieser Blogpost handelt? Ich schreibe euch mittlerweile aus Lombok – der Nachbarsinsel Bali’s. Nebst dem ökologischen Aspekt versuche ich vorallem zugunsten meines Surfboards und Budgets unnötige Flüge zu vermeiden. Deshalb habe ich mich vor wenigen Tagen mit meinem Roller, Backpack und dem Surfbrett bewaffnet auf den Weg nach Lombok gemacht. Travel itinerary: Canggu – 2h Rollerfahrt nach Padang Bai – 4h Fähre nach Lombok – 1,5h Rollerfahrt nach Kuta Lombok

Nun bin ich morgens um 7 Uhr in Canggu aufgebrochen und habe nach circa 15 Minuten festgestellt, dass mein „ach-so-leichter“ Rucksack plötzlich gopferdammi schwer isch. Ich habe ihn dann so festgebunden, dass er auf dem Rollersitz hintermir „sitzen“ kann und trotzdem genug eng an meinem Rücken anliegt, um nicht zur Seite runterzukippen. Denn wenn dieses Ding mal Seitenlage kriegt, dann bin ich geliefert. Und mitsamt Surfbrett umzufallen, ist so ziemlich das Letzte, was ich erleben will.

Die Balinesen sind ja bekannt für ihren rücksichtslosen Fahrstil – so muss ich aber gestehen, dass es mir so vorkam, als wäre ich mit meinem Schwertransport etwas mehr akzeptiert gewesen. Klar, ich sah schon sehr „local“ aus mit meinem übergrossen Pilz-Kopf-Helm, dem Monster auf dem Rücken, dem Surfboard und meinen Flipflops. Nur die Hautfarbe stimmt selbst nach einem Monat im Wasser noch nicht. Doch bei jedem Rotlicht grüssten mich die Rollerfahrer neben mir freundlich und grinsten mich an. Die einen warteten wohl nur darauf, dass ich umkippte oder sie waren ehrlich erstaunt, dass weisse Mädchen so einen Transport auf sich nehmen. Es kam mir vor, als hätte ich mir ein bisschen den lokalen Roller-Respekt verdient – ha!

Nach etwas mehr als zwei Stunden bin ich tatsächlich in Padang Bai angekommen. Google Maps in den Ohren sei dank, war das eine einfache aber laaangwierige Fahrt. Mein Gesicht stand nur so vor Dreck, hat mich immer mal wieder eine Staub und Abgaswolke eingenebelt. Und immer wenn ich fünf Minuten an einem Rotlicht warten musste, schwitze ich mir in der prallen Sonne so dermassen einen ab, dass sich Schweiss und Dreck verbünden konnten und dann während der Fahrt durch den Wind so richtig tief in meine Poren eingearbeitet wurden. De Alptraum vo jedere Kosmetikerin!!! 

Am Fährhafen wurde dann zum ersten Mal in meiner Reisekarriere überhaupt mein internationaler Führerausweis kontrolliert, zudem musste ich die Papiere des Rollers aufzeigen und wurde dann endlich ich ins Terminal gelassen. Dort kaufte ich ein Ticket für den Roller und mich und konnte mich nebst einer wild plappernden, wartenden Gruppe Balinesen mit ihren Rollern einreihen. Ich wurde wiedermal kritisch beäugt und ich bin sicher, es wurde etwa fünf Minuten lang über mich gelästert, denn jeder schaute mich an und laberte dann irgendwas mit seinem Kumpel. Aber hey, immer lächeln und nicken. 

Dann ging’s überraschenderweise gar nicht lange und wir konnten in die Fähre reinfahren: Über irgendwelche Schiffsseile hinaus eine wackelige, supersteile Rampe hoch. Da zweifelte ich dann zum ersten Mal an meinen Fähigkeiten im Bereich Roller-Gewichtsmanagement. Doch es hat geklappt. Im Inneren der Fähre haben mir die Jungs dann gleich einen guten Platz zugewiesen, wo ich den Roller inkl. Board parkieren konnte. Wieder haben sich alle bestens ab mir amüsiert und innerhalb von fünf Minuten die klassischen Fragen gestellt: Woher? Wie alt? Alleine unterwegs? Verheiratet? Jajaja, beruhiget eui, ich hürate keine vo eui!

An Bord der steinalten Fähre gab es nebst den normalen Metallsesseln dann tatsächlich eine Ecke mit Polstersessel. Die habe ich mir glatt geschnappt, da ich inkl. Wartezeiten etwa fünf Stunden darauf verbringen musste. Die Fährfahrt war ruhig und idyllisch – keine anderen Touristen und nur eine Handvoll Locals. Alle kamen bei mir vorbei, um mich aktiv anzuschauen, die einen trauten sich sogar, ein Gespräch zu starten. Ich habe die Zeit genutzt, endlich wieder etwas zu lesen. Ein ehemaliger Reisekumpane von Sven hat seinen Anwaltsjob verlassen, ist jetzt Autor auf endloser Weltreise und hat kürzlich sein erstes Buch veröffentlicht (Reading Seraphina von Tiago da Silva). Sven hat mir dieses in Bali hinterlassen, bevor er nach Vietnam aufbrach und ich lese es jetzt, bevor ich es ihm dann Mitte Mai zurückgeben werde.

Nun, in Lombok angedockt ging es keine 10 Minuten und ich konnte mit all meinen Habseeligkeiten die Fähre verlassen. Ich hatte mich seelisch darauf vorbereitet, dass die Situation auf der Fähre wahrscheinlich Chaos pur sein wird. Verspätungen, irgendwelche Verkäufer und Taxifahrer en masse. Nichts davon ist eingetroffen und ich kann euch das superbillige Transportmittel nach Lombok wärmstens empfehlen ;-)! Natürlich lohnt es sich nur, wenn ihr auf so viel Bagage mitschleppen wollt, wie ich… Wenn ihr „nur“ euer Touristenköfferli und echli meh Budget habt, dann schnappt euch das Speedboat.

In Lombok selbst navigierte mich erneut das Navi im Ohr durch die Strassen, welche das pure Gegenteil vom hektischen Verkehr in Bali waren: Ich passierte mehr Kühe, Hunde und Hühner als Menschen. Ich sah 99% Locals,  keine Touristen und weit und breit keine Surfbretter! Zudem war die Umgebung noch sooo ursprünglich – die einfachen Häuschen und die Kinder, die am Strassenrand spielten, die Menschen, die auf den Feldern arbeiteten. Als ich im letzten Jahr in Lombok war, erschien aufgrund der Trockenzeit alles in Brauntönen. Jetzt befinden wir uns am Ende der Regenzeit und alles ist noch grün und blüht – wunderschön! Doch passend zum Stichwort Regenzeit bin ich dann auch noch in einen maximalen Monsun geraten, wurde verregnet und habe eine halbe Stunde Unterschlupf neben ein paar Hühnern gefunden. Zwei Jungs mit ihrem Roller haben sich dann auch noch zu mir gesellt, doch aufgrund von fehlendem English haben wir einander einfach nur angegrinst und dem Regen zugeschaut.

Nach knapp neun Stunden unterwegs habe ich endlich mein Hostel in Kuta erreicht und nur noch ein Ziel: Duschen. Ich war so unfassbar dreckig und müde, aber auch superhappy, alles ohne grössere Zwischenfälle gemeistert zu haben!

Bald geht’s weiter mit News auf der Surffront und ja, ich schulde euch noch einen Bali Bericht zu „Flashpacking und Sehenswürdigkeiten“, der kommt dann bald auch noch…;-)

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Der Fährhafen

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Happy mit Schlafgsicht und Buech!
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und da hät’s mi…

Gedanken zu Minimalismus #Bali

Schon länger interessiere ich mich für Minimalismus. Das lag ursprünglich vorallem daran, dass ich unordentlich war (genau, war!) und schlichtweg zu viel Zeugs hatte. Zeugs, das ich zwar irgendwie wollte, aber nicht gebrauchen konnte. Schnickschnack, hübscher Kram von irgendwo und irgendwem und überhaupt. Als ich letztes Jahr in meine 2,5-Zimmerwohnung gezogen bin, hatte ich zum ersten Mal richtig viel Material reduziert und anschliessend hatte sich das Problem mit der Unordnung wie von allein gelöst.

Minimalismus ist die Beschränkung auf das Nötigste und das Wesentliche.

Beim Packen für’s Reisen habe ich mich dann noch mehr mit Minimalismus beschäftigt und mich ganz fest gefragt: Was darf mit? Was kann ich überall und immer tragen? Was lässt sich schlau kombinieren? Wie kann ich möglichst wenig Gepäck mitnehmen und trotzdem alles dabei haben?

Ich bin, verglichen zu meinen männlichen Mitreisenden, immernoch als Schwergewicht unterwegs. Meine ca. 14kg (Backpack und Daypack inkl. Laptop, Kamera, GoPro…) plus Surfboard sind immernoch viel, wenn ich die Jungs sehe, die mit zwei Boardshorts, 5 T-Shirts, Laptop und Board rumreisen. Verglichen zu meinen weiblichen Gefährtinnen bin ich aber ganz weit vorn in der „kleines Gepäck“-Crew. Die einen toppen sich wirklich selbst: So verfügen sie über ein grösseres Make-Up Sortiment als jeder MAC Store hergibt und eine Kleiderauswahl, die mehrere Outfits pro Tag ohne wöchentliches Waschen zulässt. Das sind aber oft die Girls, die drei bis vier Monate nach ihrem Schulabschluss rumreisen und zum ersten Mal „rauskommen“ und etwas wildes, aufregendes erleben und dabei bestmöglich aussehen möchten.

Nun komme ich wieder darauf zurück, weshalb ich ursprünglich etwas zu Minimalismus schreiben wollte. Vor luuter blablabla wieder vom Thema abgschweift. Warum macht man denn das? Warum wollen wir weniger oder nur das Nötigste besitzen? Nebst den praktischen Gründen ist es für viele eine Art „Freiheit“, nicht vom Wesentlichen abgelenkt zu werden. Sich nicht über Unwesentliches zu definieren. Es gibt meiner Meinung nach kein richtig oder falsch, wie man minialistisch leben kann. Viel wichtiger ist der Gedanke dahinter.

In meinem Fall möchte ich wegkommen vom „Kleider machen Leute“: Sich nicht so stark über Äusserlicheiten definieren und diesen materiellen Dingen zu viel Wert zukommen lassen. Aber versteht mich nicht falsch: Ich gebe immernoch gern und verhältnismässig viel Geld für Kleider und „herzige Sachen“ aus! Als ich in Kuala Lumpur meine kaputten und ewig dreckigen Klamotten ersetzen musste (wollte), bin ich nicht in die billigsten, sondern die von mir als cool erachteten Läden gegangen. Es ist nicht so, dass ich mich nicht mehr an Klamotten und Schmuck, an Interior Design und allerlei Oberflächlichem erfreuen würde. Das ist nun halt ein Fetisch von mir und ich werde, wenn ich wiedermal eine Wohnung habe, immernoch zu viel Geld für Stühle und artsy stuff ausgeben. Ich werde in alle möglichen Bücher vom gestalten Verlag investieren und nicht einfach möglichst billig bei Ikea einkaufen. Und ich freue mich, irgendwann wieder andere Schuhe als meine FlipFlops tragen zu können. Und wenn ich denke, was ich zuhause für Zeugs auf mich warten habe, dann läuft mir das Wasser im Mund zusammen 😉

Aber ich habe das Bewusstsein erlangt, dass das nicht alles ist. Oft habe ich mich blenden lassen, von schönen Menschen und schönen Dingen. Bis ich irgendwann gemerkt habe, dass dies oftmals die Menschen sind, die damit eine andere Unsicherheit oder Sorgen verstecken. Warum ich überhaupt jetzt darüber schreibe? Noch nie war mir das ganze Thema so präsent wie hier in Canggu. So unglaublich, unglaublich viele junge Menschen, die sich ganz offenbar durch Äusserlichkeiten definieren, die sich auf Social Media vermarkten (#Influencer), die aber alle wirklich fast identisch rumlaufen. Jungs wie Mädels. Man geht aus, um gesehen zu werden und jemanden abzuschleppen, der ebenso cool ist. Und glaubt mir: Es sind alle, aber wirklich alle, wunderschön. Die Dichte an schönen Menschen ist hier mindestens so hoch wie in Skandinavien oder Australien, wenn nicht höher (da eh alle Scandis und Aussies hier rumhängen haha). Da kommt manchmal schon das Gefühl auf, dass man beim Verteilen der Gene mit deutlich mehr Pech gesegnet war.

Am Freitag war ich mit Sven im The Lawn (bester Passionfruit Daiquiri!) und nach etwa 20 Minuten sagte er zu mir: „Die sind alle so künstlich hier. Du bist mir damals aufgefallen, weil du einfach so normal warst und ehrlich Spass hattest.“ Irgendwie süss. Und das höre ich nicht zum ersten Mal! Auch Jeremy hatte letztens gesagt, dass er mich vom ersten Moment an gemocht hatte, weil ich so „non-girly“ und unkompliziert sei. Dass ich auch schon als „Bro“ bezeichnet wurde, lässt dann wohl darauf schliessen, weshalb ich so oft mit Typen unterwegs bin.

Trotzdem: Es ist für mich unvorstellbar, mein Interesse an schönen Dingen und Materiellem abzulegen. Das will ich gar nicht! Jedoch versuche ich jeden Tag, das ganze Materielle kritisch zu hinterfragen und mich nicht blenden zu lassen. Ich versuche, hinter die Fassaden zu schauen – sei es bei Menschen, beim Essen oder bei Unterkünften. Nicht alles, was auf den ersten Blick gut aussieht, ist es auch 😉 Deshalb möchte ich jetzt auch noch dieses Zitat teilen, welches mich schon einige Jahre begleitet und nun endlich in versinnbildlichter Form ein ewiges Plätzli auf meiner Haut gefunden hat. Und ja, das Tätowieren ist wohl auch so eine „oberflächliche Kunst“, die mich seit Jahren fasziniert. Immerhin geht die Tinte ja unter die Haut, also unter die Oberfläche. Ha!

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. – Antoine de Saint-Exupéry

Und damit ihr hier noch was für die Augen habt, möchte ich unbedingt Rena’s Kitchen & Coffee in Jimbaran mit euch teilen! Wir haben diese kleine Perle entdeckt, als wir zum Immigration Office gingen, um mein Visum zu verlängern. Das Interior ist genau so, wie ich meine nächste Wohnung einrichten würde. Viele der Dinge, die da rumstanden, habe ich sogar ähnlich oder identisch bei Mami und Papi eingelagert. Aber an dem Punkt, dass ich wieder irgendwo sesshaft werden will, bin ich wahrscheinlich noch länger nicht. Und bis dahin erfreue ich mich an der schönen Einrichtung in den Kafis 😉

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Scooter Adventures #Bali

Das beste Hauptverkehrsmittel auf Bali ist und bleibt der Scooter. Man steht nicht stundenlang im Stau, sondern quetscht sich durch die Blechschlangen hindurch. Dank den Racks kann das Surfboard mittransportiert werden und dank den Fähren kann man den Roller sogar auf andere Inseln mitnehmen und dort rumreisen. Superpraktisch! Parken geht auch fast überall sorgenfrei, der einzige Nachteil ist und bleibt: Der Fahrstil muss dem indonesischen Kamikaze-Stil angepasst werden. Wer hier zögert, verliert.

Diese Woche habe ich mich dank meiner Klimaanlage leider ziemlich übel erkältet, wodurch ich einen Tag nicht surfen konnte bzw. durfte. Ohren- und Naseninfektionen sind hier kein Spass, daher hat die Vernunft ausnahmsweise gesiegt 😉 Stattdessen habe ich mich mit Sven, einem Holländer, der seit 1,5 Jahren auf Reisen ist und von unterwegs an einem Software Start-Up arbeitet und ursprünglich Grafiker war, auf ein Scooter-Abenteuer gewagt. Wir sind stundenlang nordwärts den Anweisungen von Google Maps gefolgt und haben uns zum grossen NungNung Wasserfall und dem verwunschenen Tempel Pura Ulun Danu Bratan in den „hohen“ Bergen Bali’s führen lassen. Dieser Trip ist wirklich einen Tagesausflug wert!

Zudem war dringendst nötig, die GoPro zu zücken. Nicht, dass das gute Stück noch einrostet! Daher gibt’s heute wiedermal ein Video für euch – enjoy!

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Peacefully enjoying the waterfall. Und nei, das Foti isch nöd gstellt. terima kasih Sven =)

Plastic Ocean meets Surflife #Bali

Ich verspreche euch, nach diesem Post ist dann mal genug von traurigen Themen und #realtalk und ich erzähle bald wieder etwas unterhaltsameres über meinen Alltag in Indonesien 😉

Plastic, Plastic, Plastic

Dass Abfall im Meer (und auch sonst überall, wo er nicht hingehört) ein Problem darstellt, muss ich euch ja nicht nochmals erzählen. Das weiss mittlerweile hoffentlich jedes Kind. Speziell Bali ist immer wieder in den westlichen Medien präsent, primär aufgrund der durch Abfall verschmutzten Strände. Und lasst euch eines sagen: The struggle is real. Dieses Video ist Realität:

Ich habe selbst an einem Beach Cleanup (das heisst, mit einem Abfallsack bewaffnet am Strand Abfall zu sammeln) teilgenommen und wir haben in einer Stunde zu zehnt über 170kg Abfall gesammelt. Unter den Übeltätern war alles dabei: Unzählige FlipFlops, Zahnbürsten, Strohhalme, Plastikflaschen- und Deckel, Schminkbeutel, alle Arten von Kosmetikverpackungen und Plastikfötzel. Nebenbei findet man auch Glasteile, irgendwelche Drähte, Angelzeugs oder andere Überbleibsel elektronischer Gadgets.

Wir haben gesammelt und gesammelt, doch es war tragisch: So weit das Auge reichte, sahen wir nur noch mehr Abfall, der sich der Küste entlang stapelte. Das Bild gestaltete sich besonders schlimm, weil es am Abend zuvor geregnet und gestürmt hatte und dies den Abfall noch stärker an die Küste schwemmt – vom Meer her, sowie vom Inland her mit den Flüssen.

Der Plastik ist unter all den Übeltätern besonders schlimm. Plastik benötigt ca. 450 Jahre, um durch die Natur abgebaut zu werden. Und selbst dann wird er eigentlich nur in Mikroplastik zerlegt, der nach wie vor schädlich ist für die Natur. Hier seht ihr eine ziemlich neue Grafik vom Umweltbundesamt aus Deutschland, die aufzeigt, was wie lange im Meer vor sich hinvegetiert, bevor es „abgebaut“ ist:

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Quelle: https://www.careelite.de/plastik-muell-fakten/

Vielerorts gibt es im Meer gemäss aktuellsten Studien bereits sechs mal mehr Mikroplastik als Plankton. Und die Prognosen werden nicht besser: Wenn es so weitergeht, gibt es 2050 dreimal mehr Plastik als Fische im Meer.

Für euch klingt das vielleicht alles etwas übertrieben und weit hergeholt. Es ist „ein Problem, dass uns als Binnenland nicht betrifft“. Wir Schweizer sind ja nicht schuld daran, so schmeissen wir ja nichts ins Meer, blablabla… Dass die ganz allgemeine Plastikproduktion ca. 8% der weltweitern Erölverbrauchs ausmacht, lasse ich jetzt mal so stehen. Ich möchte nur jedem ans Herz legen, den Verbrauch zu hinterfragen und mindestens die Entsorgung korrekt auszuführen.

Denn mich betrifft es zur Zeit extrem. Jeden Tag paddle ich auf dem Surfboard ins Meer hinaus und jeden Tag schwimmt mir Plastik entgegen. Nicht gerade im Ausmass wie im oben gezeigten Video, aber machmal annähernd. Vorgestern hat’s wieder gestürmt und das Resultat war heftig: Ich war gestern 3x ca. 2h surfen und haben nach jeder Session einen Leash voll Abfallsäcken aus dem Meer geschleppt. Der Leash ist das Band (jap, en Bestandteil devo isch au Plastik – da hät’s mi!), welches Surfboard und meinen Fuss verbindet. Alles, was mir im Meer entgegenschwimmt, knöpfe ich an meinen Leash, denn die Hände brauche ich ja frei und der Bikini bietet keinen Stauraum 😉 Als ich gestern aus dem Wasser kam, sah ich wirklich aus, als würde ich eine Wäscheleine voll Abfallsäcken hinter mir herziehen. Und das ist kein schönes Gefühl.

Ich selbst versuche, so wenig Plastik wie möglich zu „brauchen“. Trotzdem komme ich immer wieder in eine Situation, in der ich eine PET Flasche oder anderes Verbrauchsmaterial kaufen muss. Aber ich arbeite daran. Bei den Kosmetikprodukten (Seifen, Shampoo, Duschmittel) verwende ich ausschliesslich Lush, tier- und umweltfreundliche Produkte aus fairer Produktion, die sogar ohne Plastikverpackung auskommen! Ich schleppe sie in wiederverwendbaren Boxen herum und kann echt sagen: Der Verbrauch ist so klein, sie reichen mir sicherlich für’s ganze 2018! Schminke und Co. führe ich aktuell sowieso nicht mehr im Sortiment. Sorry, not sorry. Falls ich Gesichtscreme oder etwas für die Haare brauche, verwende ich ein paar Tropfen von einem Kokosöl, welches ich in Sri Lanka geschenkt bekommen habe. Für die Haut gibt’s Aloe Vera, obwohl ich hier auch immer mal wieder was im Laden kaufen muss. In Sri Lanka konnte ich das Gel noch direkt von der Pflanze im Garten beziehen =P

Mein wohl grösster Verschleiss überhaupt ist Sonnencreme: Viele Sonnencremes bestehen aus Mikroplastiken und sind superschädlich für die Natur und auch für unseren Körper. Ich selbst suche immernoch nach einer Sonnencreme, die mich zuverlässig schützt und keine fragwürdigen Stoffe enthält. Aktuell verwende ich ein lokales Produkt aus Indonesien, welches noch nicht 100% ideal ist, doch im Schnitt sicher besser als die grossen Brands wie Banana Boat oder Nivea. Und mit meinem superhellen Teint ist nicht zu spassen, erst recht nicht im Wasser, wo die Sonne auch noch aus allen Himmelsrichtungen reflektiert. Da ist mir die Priorität meiner Haut leider wichtiger, als die Nachhaltigkeit =/ Ich probiere und suche aber fleissig weiter, denn selbst hier ist leider auch nicht alles erhältlich.

Für’s Gesicht habe ich noch eine alte Creme von La Roche Posay aus der Schweiz dabei, die ich längst leer machen müsste. Fakt ist aber: Ich verwende im Wasser nur den Surf-Zink. Ich habe einen älteren von EQ aus Frankreich, der ist grün und ich „bemale“ mich mit ihm an empfindlichen Stellen, sodass ich klar sehe, wann er abgespült ist. Das wäre dann beispielsweise rund ums Bikini Höschen / Oberteil, wenn ich irgendwo einen leichten Sonnenbrand oder empfindliche Hautstellen habe. Im Gesicht habe ich immer einen braunen Zink von Headhunter. Beide sind nicht umweltschädlich und bestehen aus natürlichen Inhaltsstoffen. Man kann diese Zinkcremen übrigens auch fürs Skifahren / Wandern benutzen. Sie lohnen sich eigentlich immer, sobald man extremer Sonne exponiert ist. Ich komme oft abends nach Hause, gehe duschen und stelle nach dem Duschen fest, dass mein Gesicht immernoch voll Zink ist. Das Zeug hält wirklich hammermässig und ich muss es oft mit Kernseife und einem Frottetuch wegrubbeln 😉 Defür hani nonie en Sunnebrand im Gsicht gha…

Ein anderes Verschleissprodukt ist Surfwachs. Diesen schmiert man aufs Brett, damit man im Wasser nicht von der schlieferigen Oberfläche des Surfbretts runterrutscht. Aktuell verwende ich noch einen in Zürich hergestellten Wachs, den ich geschenkt bekommen habe (merci Kevin!) 😉 Sobald der durch ist (bald…), kaufe ich mir einen Neuen von Bees Knees oder ähnlichem Label, dass 100% abbaubar ist.

Für die, die es noch mehr interessiert: Es gibt auch Finnen, Leash und Boardbags aus nachhaltiger Produktion. Da ich mein Surfboard „komplett ausgestattet“ gekauft habe, werde ich es erst mit diesen nachhaltigen Produkten aufrüsten, sobald ich meinen Leash ruiniere oder die Finnen kaputt gehen. Eine Finne hatte schon einen kleinen Riffunfall (jap, auch mein Surfboard war auch schon in der Reparatur für mein erstes Dings…) – ich bin also zuversichtlich, dass ich bald Ersatz brauchen werde… es isch ja zum bruuche do!

Leash vo Rewolve

Wiiteri Goodies für Surfer