San Pedro de Atacama #Chile

Mein Trip im Norden beginnt in Calama. Eine Nacht verbringe ich im kleinen Städtchen, in einem äusserst interessanten „Hostel“. Genaugenommen ist das wohl eher ein Motel und es sieht auf den ersten Blick schon etwas zwielichtig aus, das Ganze. Kommt man rein, hat man nämlich die Wahl zwischen zwei gleich aussehenden Gängen, die mit Türen zu Einzelzimmern gesäumt sind. Die Wände und alles sind Pink. Pink. Genau. Pink. Auch im Zimmer drin ist alles Pink und die Bettdecke ist pinkes Leopardenmuster. Eieiei.

Nun. Es sah zwar aus wie ein Puff, war aber irgendwie keines. Nebst mir kamen hier zahlreiche weitere Reisende unter. Calama ist nämlich ein Durchgangsort für Reisende von oder nach San Pedro de Atacama. Ansonsten ist die Stadt eher schäbig, eher unsicher und eher traurig. Am Morgen ging ich auf die Suche nach Frühstück (alias Banane und Brot) und fand etwa 300% mehr Angebot an betrunkenen Männern (überhaup fast nur Männer hier) und sonstigen Gestalten, die für mich stark nach Drogensucht aussahen, als Panaderias. Wieso das Ganze? Calama ist eine Minenstadt. Unweit von hier liegt die grösste Kupfermine der Welt, Chuquicamata. Das könnt ihr mal googlen, um das Ausmass dieser Katastrophe dort zu sehen. Einst lebten die Minenarbeiter im Dorf Chuquicamata, doch dann wurden sie alle nach Calama umgesiedelt, weil einerseits noch mehr Kupfer unterm Dorf gefunden wurde, aber auch weil die Region „als verseucht“ gilt. Sad story. Calama hat aber noch zwei drei hübsche Bauten und sonst ein Haufen Nix.

Mein Bus verlässt das Städtli aber bald in Richtung San Pedro. Die Fahrt dauert zwar nur etwas über 1,5 Stunden, doch die Landschaft bleibt auch hier spannend. Zuerst fahren wir vorbei an einer endlosen Strecke Landfills. Güsel, soweit das Auge reicht. Dann aus dem nix kommen zig Windturbinen / Windräder. San Pedro selbst ist dann ein kleines Wüstenkaff. Ein paar Hüsli, eine Schule und eine (mehrere) Strasse(n), die ganz dem Tourismus gewidmet wurde. Hach, wie unnatürlich.

Trotzdem hat San Pedro seinen Charme. Wenn man beide Augen in Bezug auf Touranbieter, Shops mit Alpaka Pullis und gemusterten Tüchern zudrückt. Und unser Hostel war echt herzig. „Unser“ bedeutet in diesem Fall: Franzi und meins. Franzi, die liebe Deutsche, mit der ich in Pichilemu die erste Woche zusammengearbeitet und abgehängt bin. Wir haben uns verabredet, dass wir uns für den San Pedro / Uyuni Trip wieder treffen und da sind wir nun! Zuerst war natürlich mal ein laaaanges Update fällig, wer wie wo was wann geschehen ist in der Zwischenzeit. Und glaubt mir, da gabs viel zu berichten. Und wir beide haben auch irgendwie denselben Humor, sind gleich „entspannt“ und interessieren uns für die selben Themen. Also richtig schön, unterwegs Gleichgesinnte zu finden und nicht nur „Zweckbekanntschaften“ zu machen.

An einem Abend waren wir einkaufen und hatten für die staubigen Kartoffeln keinen Platz im Rucksack. So sind wir zurück zum Hostel gelaufen, Franzi (knapp 1,80m mit roten Haaren) mit den Kartoffeln in der Hand. Am Morgen hat schon mal ein Mann gerufen „Felicitaciones a tu padre“ (Gratuliere deinem Vater!). Wir beide nur am lachen.  Dann mit den Kartoffeln wurden die Typen schon offensiver und zwei fragten: Hello girls, want boyfriends? Ehhhh… wir laufen weiter und dann quatschen uns nochmals zwei Typen an. Dieses Mal auf Englisch. Sie suchen ein Kaffee mit WLAN. Mmhh da chani hälfe! So enden wir damit, dass wir eine halbe Stunde mit den Dudes labern. Sie sind maximal posh, der eine ist halb Aussie, halb Schweizer (Romandie) und ist in Südafrika aufgewachsen und lebt in London. Der zweite ist Südafrikaner, Cousin von Dude 1 und lebt auch in London. Start-Up / Tech guys. Der eine hat einen Helikopter, der andere wahrscheinlich nicht. Beide wahnsinnig zu viel Geld und wahnsinnig zu viel Ego. Lustig waren sie trotzdem. Irgendwann auch so: „Mädels, was soll das eig mit den Kartoffeln?!“ Lachnummer schlechthin.

Franzi und ich haben dann am zweiten Tag ein Fahrrad gemietet und sind ins Valley de la Luna gefahren. Fahrradfahren auf 2500m, muss schon sagen, ich habs gemerkt. War ich ja vorher wirklich monatelang auf Meereslevel, darf man hinzufügen. Trotzdem sind wir den Berg hoch geradelt wie die Wilden, teils im Sand. Wir beide hätten aber an einem Punkt wirklich fast die Lungen rausgekotzt. Mussten dann anhalten und atmen. Mensch war das heftig. Dann gab es zwei Spaziergänge / Wanderungen zu den Dünen und zu Aussichtspunkten. War echt schön! Aber die Fotos sagen hierzu mehr 😉

Ansonsten gibts in San Pedro noch tausiiiiiiig Lagunen, Geysire und alles mögliche anzuschauen. Wer aber eh nach Uyuni in Bolivien reist, der wird dort auch noch so viele Lagunen sehen, sodass wir uns das aufsparten (vor allem, weil der Spass nicht gratis bzw. günstig ist).

San Pedro ist aber nebst diesen Sehenswürdigkeiten auch einer der allerschönsten Orte Weltweit zum die Sterne betrachten. Und das mach ich ja so wahnsinnig gern. Nur der Zufall hätte wieder nicht grösser sein können: Ein alter Hostel-Bekannter von Franzi, der Yves, kam mit zwei Mitreisenden ins selbe Hostel wie wir. Der Yves, das war wirklich ein ganz spannender Typ. Brite, blutjung, aber wahnsinnig intelligent, spannend und lieb. So endeten wir damit, dass wir nachts mit dem Auto (das die drei gemietet hatten) in die Wüste rausfuhren, um dort die Milchstrasse z’fötele. Stellte sich heraus, dass Simon, der zweite Mann und Australier, Astrophysik und Astronomie studiert hatte und uns praktischerweise den ganzen Himmel erklären konnte. Zudem verstanden die Jungs auch brutal was von Fotografie und halfen mir, die ganzen Szenen auch fotografisch festzuhalten! GRACIAS CHICOS!

Der Abend endete dann damit, dass wir noch etwas am Lagerfeuer im Hostel sitzen blieben und fast davongeräuchert wurden. Der Yves war aber wirklich eine gute Seele und wird – wenig überraschend – ab September Anthropologie studieren. So coool! Das würde mich ja auch interessieren…aber nomal en Bachelor? Mhhh…. Tatsächlich habe ich in den letzten Wochen ein paar Mal diverse Bachelorprogramme angeschaut, aber näähhh. Vieles kann man sich auch im Selbststudium beibringen, wenns einen interessiert. Bevor ich den Yves traf, hat mich nämlich genau dieses Feld auch interessiert. Drum gabs bei mir vor Kurzem zwei neue Bücher zu human culture und cultural anthropology / ethnology. lol.

Nebst den Jungs haben wir auch noch einen weiteren Fahrradfahrer getroffen, der wirklich auch wiedermal Waaaahnsinniges geleistet hat. Ein 29-Jähriger Typ, glaub er hiess Kyle, ist seit Ushuaia unterwegs mit dem Fahrrad und fährt am liebsten in den Anden auf knapp 4000m. Chamer da no? So hääärt!! Er ist gesponsert von einer Fahrradfirma und macht die coooolsten Fotos ever. He nei, drei Typen, drei Profifotografen. Da fragt man sich manchmal schon, wie viel Talent es eigentlich gibt. Wahnsinn!

Ansonsten wars das mit San Pedro schon und Franzi und ich machten uns ab hier auf den Weg nach Bolivien! Bleibt gespannt!

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA2EB756C9-D37E-45E9-B64A-B3E70033CAD2OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Werbeanzeigen

Valparaiso #Chile

Die Reise ging also weiter…Ciao Pichi, hallo Citylife! Zwei Busse später kam ich spätabends in Valparaiso an. Müde und wahnsinnig erkältet warf ich mich direkt ins Bett, denn ja, meine letzte Surfsession war etwas zu lang, etwas zu kalt, etwas zu viel von allem. Drum: Tee trinken, Ayurveda Balm (den ich immernoch aus Sri Lanka dabei hab) auf die Stirn- und Nebenhöhlen und ab ins Bett.

Am nächsten Tag scheint die Sonne und Valpo ist ready, um erkundet zu werden! Die Stadt liegt am Meer und war einst wichtigstes Handelszentrum mit Hafen & Co. für Chile. Und was eine Hafenstadt so mit sich bringt? Nun: Viele schäbige Ecken. Viele dunkle, verruchte Geschichten. Man liebt sie, oder man hasst sie. Aber die teils sogar noch sehr kriminelle Stadt hat heute durchaus auch mega schöne Ecken. Steil am Hang gebaut, finden sich beispielsweise viele farbenfrohe Strassen und Pflasterstein-Strassen. Valpo ist zwar filthy und bitzli dräckig überall, aber auch kreativ, jung, frech und bitzli verrückt.

Die steilen Hügel haben mir mit meiner maximal verstopften Nase zwar brutal zu schaffen gemacht, aber hey, gaht scho irgendwie. So liess ich mir die Stadttour nicht entgehen, auch wenn das Atmen manchmal nicht ganz angenehm verlief. Lol. Hier ein paar Themen…

Terremoto

Ja in Valparaiso begrüsste mich dann am ersten Tag gleich ein Terremoto (Erdbeben). Obwohl Valpo in der Tat eine Stadt ist, die bereits von verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde, handelte es sich in diesem Fall um keine Naturkatastrophe. Eher um eine Leber-Katastrophe. Der Terremoto ist nämlich ein alkoholisches Getränk, das die Chilenen durchaus feiern. Ich weniger. Das Gesöff aus Pipeño (fermentierter Wein) mit Ananas Glacé ist wahnsinnig stark. Wähhhh.

Architektur

Warum ist Valparaiso also eine so farbige Stadt? Ausnahmsweise nicht nur für das Auge des Touristen ;-)! Im Einsatz sind nämlich oftmals Containermaterialien. Ist ja naheliegend, dass in einer Hafenstadt das Containermaterial für die Häuser verwendet wird, oder?! Das Material war einerseits günstig, aber auch wetterfest. Nur Rost, der machte sich irgendwann bemerkbar. Es regnet und windet hier nämlich gelegentlich. Deshalb wurden die Materialien stets neu gestrichen, mit den Farben, die vom Hafen, von den Schiffen und anderen Containern halt irgendwie verfügbar waren. Mal ein Teil grün, mal ein Teil rot. Ja, die Chilenen mögens praktisch, das kann ich nur bestätigen. Kein Volk, das lange fakelt. Gibts ein Problem, wirds meistens direkt angegangen und pragmatisch gelöst, wenn auch nicht immer langfristig 😉

Streetart

Auf der Stadttour kamen wir wirklich an viel, viel Streetart vorbei. Schon schön, wenn so wahnsinnig viele Farben in der Gegend sind, dann erscheint selbst eine stinkige Gasse irgendwie herzig. Kein Wunder lebte Pablo Neruda, der berühmte chilenische Poet, auch in Valpo. Hier gibts echt viel Inspiration. Mir gefielen aber vorallem ganz kleine Graffitis oder Sticker, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt. Gesellschaftskritisch und philosophisch, das sind sie durchaus, die Chilenen. Nicht selten ist ein eben noch unspekakuläres Gespräch mit einem Chileno in etwas politisches, philosophisches oder soziologisches Abgedriftet. So auch in einem Kafi in Valpo, wo ich ein Buch gelesen habe. Quatschte mich ein älterer Herr an und schlussendlich sass ich 2h bei ihm am Tisch und er bot mir zuerst Wein und irgendwann indigenen Tabak aus dem peruanischen Djungel an. Lol, beides habe ich abgelehnt. Erkältung und so. Trotzem war das Gespräch sehr interessant. Der typische Ex-Business Dude, der wohl irgendwann auf den spirituellen Pfad gekommen ist. Gibts überall 😉 Trotzdem war das ein sehr netter Austausch und für die Spanisch-Practice mache ich bekanntlich alles.

Tattootermin

Und ich hatte sonst in der Tat einen Termin in Valpo einzuhalten, nämlich mein nächstes Tattoo. Lange habe ich daran gefeilt, lange nach einer guten Künstlerin gesucht und endlich eine herzige, junge Dame gefunden, die mir das Kunstwerk auf den Arm fitzen konnte. Die Künstlerin hatte ursprünglich Veterinär-Medizin studiert. Es gefiel ihr, war ihr aber nicht kreativ genug. Von der Tierhaut gings also rüber zur Menschenhaut, oder so. lol. Wie auch immer haben wir uns bestens verstanden (auf Spanisch. lol. ich mache mich langsam) und eine tolle Session gehabt.

Mit meinem neuen „Buch“ bin ich oberhappy. Wofür es steht? Mhhh. Für leere Seiten, die man jeden Moment neu befüllen kann. Für Worte, die zu Taten, zu Blumen werden. Etwas schönes, das aus dem Nichts wachst. Das aus Gedanken wachst. Aus Ideen. Und falls es für jemanden eine Zeitung darstellt, nun, dann ist das wohl so. Denn immerhin würde ich heute wohl nicht mehr diesen Traumalltag leben können, dürfte ich nicht immernoch für die Zeitung schreiben. Eine einmalige Lebenserfahrung und Chance, die mir hier geschenkt wurde. Darf man ja eigentlich auch mit etwas Kunst würdigen, oder?!

Und das wars irgendwie auch schon aus Valpo. Ich war kränklig und habe nicht all zu viel gemacht. Der Bus ging bald zurück nach Santiago, wo ich eine Nacht verweilte, beim Lush Shop eine Gesichtsmaske (ja, was muss, das muss) aufstockte und mich dann auf den Weg Nordwärts machte!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
glaub mis absolute Lieblingsfoti vo Valpo

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA4AAD0316-FC56-4510-8822-807E15FA53AC

1F6F1F02-D0D5-4700-9FF5-738A62A21190
sad but interesting quote
30A851DC-5E70-4420-9CE0-1724DBAF36CC
ein Kaffee in Ehren…

760BA4E2-F40E-49BE-B67A-4CDF4A247696

Oh my video! #Patagonia

Heiiiiiiiiieieiei. Etwas über zwei Monate habe ich gebraucht, um dieses Video endlich, endlich zusammen zu suchen, zu schneiden und auch noch bei anständiger Internetverbindung hochzuladen. Sorry, es isch ziitlich echli es durenand do ufm Blog. Aber, besser spät als nie. Heute, 17. Mai, ist übrigends Tag 500 meiner Reise! Huere geil, nöd?!

Kaum zu glauben, was ich in diesen 500 Tagen erlebt, gesehen, gedacht, getan und gefühlt habe. So viel! Und so viele tolle Menschen kennengelernt, ich weiss gar nicht wo anfangen. Die letzte Woche hatte ich schlechten bis gar keinen Handyempfang. Und jedesmal, wenn ich wieder Empfang hatte, surrten diverse Voicemessages rein. Menschen aus 2018, gar 2017, mit denen ich immernoch eng verbunden bin und die ich zwischenzeitlich wieder getroffen habe, Menschen aus der Schweiz, Familie, Freunde, Menschen aus Pichilemu und Chile, neugewonnene Freunde in Bolivien, dich in Peru wiedertreffen werde, Nachrichten von Freunden, die immernoch in Asien sind. Alle möglichen melden sich, erzählen, fragen nach. Wahnsinnig toll, wie vernetzt man sein kann, dank der Whatsapptechnologie. Und es macht mir so eine riesen Freude, dass ich so oft Voicemessages bekommen, mich mit Leuten „unterhalten“ kann, wenn auch etwas zeitverschoben. Auch lustig ist zum Beispiel, dass Rodrigo, mein ex Spanischlehrer, immer wieder Nachrichten schickt und mich auffordert, spanische Voicemems zu schicken und Nachrichten zu schreiben, damit ich mein Spanish weiterhin verbessern kann. Wie herzig isch das denn!!!

Ich bin ganz aktuell in diesem Moment zwar wieder alleine unterwegs, bin aber doch nie allein. Entweder treffe ich nette Leute auf der Strasse, wie gestern beim Wandern ein britisches Pärchen. Oder ich treffe Leute im Hostel, mit denen ich plötzlich eine Woche verbringe. Und wenn ich doch mal allein oder ewige Stunden im Bus gefangen bin, kann ich all die zig Sprachnachrichten anhören und mich wahnsinnig daran erfreuen. So toll!

Danke dafür und auf weitere 500 Tage oder so. haha!

Nun viel Freude mit dem Video und ich schaue, dass ich in den nächsten Tagen fleissig weiterschreibe, damit ich hier irgendwann wieder ohne Zeitdifferenz berichten kann 😉

Pichilove zum Dritten #Chile

Nun, es gibt nun schon den dritten Post zu diesem kleinen Kaff am Meer in Chile. Wieso? Ich weiss es nicht, aber Pichi (#Pichilove) hat irgendwas, das ich suchte. Ich kam an. Ich wusste sofort, hier gefällts mir. Die Arbeit ist zwar sekundär, aber im Kom Hostal habe ich so viele tolle Menschen, so eine tolle Community und so viele wertvolle Interaktionen erlebt, wie sonst noch nirgends.

Zudem ist in Pichilemu ein „sehr angenehmes“ Leben möglich. Mein Tag bestand meist aus 6 Stunden arbeit, dann Surfen, (Spanischunterricht), Lesen und Interaktionen mit Menschen. Mittwochs und Samstags ging ich zur Feria – dem Bauernmarkt – für den Grosseinkauf an Früchten, Gemüsen, Quinoa, Linsen & Co. Auch schön: In Pichi gibt’s praktisch keinen Laden mit neuen „Klamotten“. Es gibt stattdessen etwa 6 Secondhand-Läden mit echt viel Auswahl. Da ich mir gut einen abgefroren hatte, gabs bei mir zwei Jacken und für 4 Dollar ein paar Sneakers (hatte nur noch Sandalen und Wanderschuhe). Alles gebraucht, alles cool und noch voll einsetzbar. Warum also wegschmeissen, wenn Klamotten noch ewig ein Leben haben können?! Super Sach!

Als ich mit dem Fahrrad nach Punta de Lobos fuhr und vorher noch einen Velo-Check brauchte, hat mich wohl auch Carlos, der Velohändler, gleich adoptiert. Eine Stunde lang quatschten wir, bis er mir seine Lieblings Wander- und Velowege verriet.

Doch hier gehts natürlich primär auch ums Surfen. Nämlich hat nicht nur Pichilemu, sondern auch der Ortsteil Punta de Lobos, das genaugenommen eine Felsformation und Strand ist, die womöglich besten Wellen Chiles. Mit Sicherheit die Bekanntesten. Ich habe per Zufall bald ein paar lokale Surf-Jungs kennengelernt und schlussendlich einen super Preis für Wetsuit und Brett bekommen. So lag auch dem Surf nix im Wege, obwohl die Erfolge vergleichsweise zu Indonesien eher durchzogen waren. Die Wellen sind hier schnell und steil. Wirklich steil. Und wirklich schnell. Ich erhoffe mir, dass ich nach meiner Zeit in Peru (daazuuu baaald meeehr!!!) mit gestärkten Armen zurückkommen werde 😉 (Spoiler-Alert!!)

An einem anderen Abend lud die Fundacion Punta de Lobos, eine Organisation zum Schutz von Punta de Lobos und den umliegenden Küstengebieten, zum Filmabend ein. Draussen unter den Sternen schauten wir einen Film über die Küstengebiete in Peru, die vor der Wirtschaft geschützt wurden. Nämlich hat Peru das Ley de Rompientes, ein Gesetz zum Schutz von Wellen (für Surfer und Fischer / für Fischer und Surfer) eingeführt. Um wessen Vorteil es hier primär geht, sei offen. Hauptsache, die Küstengebiete werden nicht immer verbaut! Solch ein Austausch mit gleichgesinnter Community ist einfach wahnsinnig bereichernd.

Apropos: Pichilemu ist nicht nur Surf-Capital in Chile, sondern auch Cochayuyo Kapital. Was das ist? Eine Pflanze, die im Meer wächst. Etwas wie eine riesen Alge. Kann man auch essen, muss man aber nicht. Ich habs probiert und vor allem im Sushi als gut befunden. Als Salat riechts etwas stark nach Fisch, ist aber auch sehr lecker, wenn auch mit der nötigen Menge Koriander.

Es scheint, dass dieses herzige Dörfli, nur drei Stunden von Santiago entfernt, einfach alles hat?! Und jaaa, auch tanzmässig ist alles dabei und in Gehdistanz: Sei es im Reaggeton-Heaven Waitara (achtung, niedriger Altersdurchschnitt), im Elektro-Eck vom Costa Maria oder das La Virgen direkt am Beach, wo ich mit Rodrigo und Coca, einer lieben Lady aus Santiago, abtanzen war. Grundsätzlich gilt: Feiern geht hier immer und auf dem Heimweg Falafel-Humus-Wrap essen auch.

Mein Abschied aus Pichi fiel mir entsprechend schwer. Doch ich habe ein Datum einzuhalten, nämlich muss ich am 1. Juni im Norden Perus sein. Unterwegs will ich noch etwas von Chile und Bolivien mitnehmen. Darum machte ich mich Ende April schwersten Herzens auf den Weg. Doch Pichi wäre nicht Pichi, wenn nicht noch ein herrlicher Abend mit leckerem Essen auf dem Programm stünde. Und die KOMmunidad wäre nicht dieselbe, wenn sich nicht alle maximalst ins Zeug gelegt hätten. Rodrigo, el profe, kam nochmals vorbei und kochte leckere Tortillas. Meli und Matti schmissen den Grill an und alle hatten noch irgendwelche Comidas ready, die zum allgemeinen verspeisen aufgetischt wurden. Wein inklusive. Den Abend verbrachten wir draussen, ich genaugenommen bis 7 Uhr morgens, vor dem Lagerfeuer. Mit Musik und guter Gesellschaft, ging irgendwann die Sonne auf. Magisch.

Am letzten Tag organisierte ich meinen Bus nach Santiago und es gab noch eine oberherzige Kuchenüberraschung für Meli, die auch bald loszieht für ein paar Wochen in Cordoba (ihrem Zuhause), und mich. Mit heisser Schoggi und Kuchen im Bauch verabschiedete ich mich von den Menschen im KOM und machte mich schwersten Herzens auf nach Valparaiso. Doch die Erfahrungen, die ich in Pichilemu gemacht habe, werde ich nie mehr vergessen.

Ich kann noch immer nicht glauben, dass es so lange gedauert hat, bis ich den Wert von guter Küche und gemeinsamen Dinieren verstanden habe. Auch hat mir Pichi erneut gezeigt, dass ich in der Zukunft in einem pueblito leben will. An einem entspannten, kleinen Ort aber mit urbanem Flair. Mit Nähe zur Stadt, aber direkt am Meer. Ich habe versprochen, dass ich im September zur chilenischen Nationalfeiertags-Woche zurück bin und gebe mir grösste Mühe, unterwegs nicht nochmals meine Pläne zu ändern. Pichilemu ist nämlich wirklich ein Ort, der absolut zu mir passt und wenn es eine Arbeit erlauben würde, würde ich so gern ein Weilchen dort bleiben. Ciaoooo

8D9C300F-D363-47E9-BD12-3D52CF004EAE
obvio estoy disfrutando la vida
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
los morros
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
big wave surfing in punta de lboos
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
big wave surfing in punta de lobos
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
atardecer in pichi
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
film nacht/noche de la pelicula bide fundacion punta de lobos
8A3CF769-1747-4BF5-B3FC-F65E46020A86
que feliz despues de surfear
8229461A-4E47-4A25-9C39-88E6402EF8AA
los morros a la punta!!!!
CA8B049B-9426-48D5-B45D-AEEBEADA9C6B
s einzig foti vo eusem letste abig am lagerfüür isch, wie de gonza zöpfli bechunnt. das seit alles.
25035354-92ED-4221-9562-6DE43176AFB2
con joanita y melirios
283975B1-84AC-443A-8677-30BE0687C444
bailamos
DA77D786-A4A2-46CC-BFEB-896672BF496D
la torta
8D80EF1D-66A1-4EE2-A0BF-7B28F7612B67
charte und abschiedsgrüess
DC116D20-06F6-4611-A000-C09345255C44
las chicas

Pichilove #Chile

Sodeli, wie beim letzten Post angetönt, hat sich in Pichilemu wahnsinnig viel getan. Nämlich hat alles mit einem chilenischen Ehepaar begonnen, welches im Hostel zu Gast war und uns so gerne hatte, dass sie am letzten Tag für uns gekocht haben. Wir sassen alle gemeinsam am Tisch, die einen (u.a. ich) dezent hungover von der Fiesta vom Samstagabend, assen wir etwa drei Stunden lang alle möglichen Spezialitäten und tranken nachmittags um zwei schon eisgekühlten Margerita mit Salzkruste. Chammer da no? 

Dieser Nachmittag hat irgendwie alle Hebel in Bewegung gebracht. Ich war seit Tagen die Einzige, die nicht Spanisch sprach. Joana, die Schweizerin, kam erst einen Tag später an. Entsprechend war ich wahnsinnig bemüht, aktiv mitzuhören und Worte aufzuschreiben und mir Verben zu merken, damit ich mal einen Satz rausbringe. Leider sprechen die meisten halt echt null English und es ist nach 3,5 Monaten in Südamerika ja auch Zeit, dass ich mal Spanisch lerne.

Am Montag kam dann Joana, eine 20 Jährige, herzige Baslerin und ich habe mich bemüht, sie gleich bei allem mitzunehmen und ihr Pichilemu zu zeigen. Zudem haben Clementine und José abends angefangen, immer für alle gemeinsam zu kochen und so wurde aus einer scheinbar unüberwindbaren Sprachbarriere, plötzlich eine Familie. Ich weiss nicht, wie und wann es geschehen ist. Irgendwann fand ich mich mit José in der Küche stehen, habe gelernt, wie man venezuelanische Arepas formt und konnte mich aus Mal auf Spanisch mit Meli unterhalten. Und mit Ana. Und Dilan.

Plötzlich waren wir alle ein Herz und eine Seele. So viele Frauen auf einem Haufen. Aber es gab keinen Zickenkrieg, sondern feministische Diskissionen, Austausch über spannende Themen und natürlich das übliche Gelächter über die Männer dieser Welt. Offenbar seien die Chilenen nämlich schreckliche Liebhaber und die Männer entlang am Äquator hätten viel mehr Feuer. Da waren sich zumindest die eifrige Ana und der herzliche José einig. Ich konnte nur die Augen verdrehen, bin ich ja bekanntlich eher ein Nordlicht ^^ Und sowieso kein Kommentar zu den chilenischen Männern, hier liest ja schliesslich die halbe Verwandtschaft mit!

Aber ich bin ja eh nicht den Typen wegen hier. Sondern weil ich Spanisch lernen will. Ansonsten suchte ich nix, fand aber vieles. So lernte ich zum Beispiel – klassisch für Reisende – ein Lied auf der Guitalele zu spielen. Ich lernte, wie man mit dem Skateboard die Runden dreht und ich lernte, wie Kochen und gutes Essen die Menschen zusammenbringt. Sharing is caring ist keine leere Redewendung. Es ist absolut eine Lebenseinstellung. Ich erlernte aber nicht nur neue Fähigkeiten, sondern auch viele neue, spannende Menschen kennen. Und lustigerweise Menschen, die alle wahnsinnig herzlich und aufrichtig waren. Es ist kein Mythos, dass im KOM Hostel good vibrations herrschen, so war wirklich jeder, der durch diese Türe kam, einfach nur ein toller, positiver Mensch.

An einem Abend kamen beispielsweise Felipe und Matias ins Hostel. Zwei blauäugige, braungebrannte Chilenen, die einen Inline Skate (freestyle) Film in Südamerika drehen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, die zwei seien wilde Hippies mit ihren Rastas bzw. Wuschelhaaren. Doch falsch gedacht. Die beiden sind aktiv, intelligent, enthusiastisch und vor allem von tiefstem Herzen liebe Menschen. Sie sind offen, interessiert und herzlich. Wir hatten einen lustigen Abend alle miteinander, bei dem es unter anderem um Sternzeichen ging und dass man diese bei der Partnerwahl ebenfalls miteinbeziehen soll. Die einen hielten davon mehr, andere weniger. Ich hingegen habe zum ersten Mal herausgefunden, dass mein Aszendent definitiv einige wahre Eigenschaften mit sich bringt. Nun, der Abend ging mit Wein zu Ende, das sagt wohl alles. Tage später traf ich Felipe per Zufall auf der Strasse wieder. Dieses Mal gabs kein Wein, sondern Sushi. Und zwar das Beste, dass ich in meinem Leben je gegessen habe. Anschliessend kam er spontan ins KOM und ich habe ihm noch – multifunktional wie ich bin – die Haare rasiert. Das klingt jetzt etwas zweideutig, grundsätzlich geht es aber darum, dass die Latinos ja wirklich eine Tonne Haare auf dem Kopf (!) haben. Diese hatte er auf den Seiten bereits etwas rasiert und oben ziemlich lange, wilde Locken. Nun ging es darum, dass jemand die Seiten stutzen musste. Und ich hatte frei, entsprechend habe ich diesen Job gern übernommen. Man soll ja jeden Tag etwas Neues lernen, gäll ;-)! Hihihi-

Später kam noch Nico, derSushi-Kellner hinzu und wir haben mit all den Hostel Mädels mitten in der Nacht chilenische Fladenkuchen mit Pebre gekocht. Solche Momente sind einfach wahnsinnig verbindend. Das gemeinsame Schnippeln, Weintrinken und Essen zu guter Musik. Da kann ich nur eine Ode an Rodrigo, meinen Spanisch Lehrer singen. Nämlich habe ich meine Pichilemu Zeit um insgesamt drei Wochen verlängert. Bei den letzten zwei Wochen dachte ich mir dann, warum eigentlich nicht hier schon Spanisch lernen, anstatt in Bolivien? Gedacht, gemacht. Bei der Pichilemu Language School habe ich dann tatsächlich einen Privatkurs gebucht. Zwei Wochen bin ich mit Rodrigo zusammengesessen. Man muss sagen, schon bei der ersten Lektion war klar: Wir werden uns bestens verstehen. Einerseits hatte der gute Mann ein Tattoo einer weintrinkenden Katze (halloo!?) und zweitens hat er Philosophie in Paris studiert, trug minimalistisch all black (nur, weil alles andere in der Wäsche war) und hatte einen solch guten Lacher, dass man ihn einfach ins Herz schliessen musste. Zudem arbeitet er an den Wochenenden im Weingut und gab mir schon an Tag 1 Weintipps. Yumm! Wir beide tauschten uns dann bestens übers Schreiben und Poesie aus. Nur irgendwann ging es um Artischocken und ich sagte, dass ich diese noch nie selbst zubereitet hätte. Und er meinte: Ich komme bei dir im Hostel (er kennt die KOM Leute von anderen, ehemaligen Schülern)  kochen!

So startete das Kapitel Linsensalat und Schoggimousse. Beides habe ich mir nämlich für besagten Abend vorgenommen. Das Schoggimousse endete als Parfait, nachdem ich nämlich die erste Ladung Rahm anstatt steif, direkt zu Butter geschlagen habe. Fail! Der Linsensalat hingegen war erste Klasse, inspiriert von Sven’s Kochschule habe ich diesen nämlich mit getrockneten Aprikosen und Cranberries, mit Gurken und Peperoni sowie mit Koriander angerichtet. Dazu etwas Limetten, Honig und Salz und fertig war die Pracht. Übrig hatte ich auch noch ein paar Bohnen von einem Chili, dass ich an einem anderen Tag mit Wraps und Frischkäse serviert habe. Stellt. Euch. Vor. Der Kochbanause macht jetzt endlich auch mit!

Apropos Sven: Dieser war heute Abend auch mit von der Partie! Nämlich lebte der gute Mann seit kurzem etwa 2 Stunden von Pichilemu entfernt auf einer Farm und erhielt das Angebot, diese bis im September zu hüten, während der Besitzer die europäische Sommerzeit in Holland (Halb Holländer, halb Chilene) verbringt. Sven hat zugesagt, wollte trotzdem aber nochmals in die Zivilisation und unter Menschen und wohl auch mich besuchen, bevor wir uns definitiv ein Weilchen nicht mehr sehen werden. Nämlich liegt die Farm mitten im Campo, 1,5 Stunden Fussmarsch zur Hauptstrasse, von dort Autostopp ins nächste Dorf. Jap, mega cool! Nun war er aber in Pichilemu, ich habe ihm meine liebsten Spots (dazu beim nächsten Post mehr) gezeigt und an diesem lustigen Abend durfte er auch nicht fehlen. Ich würde sagen, wir hatten alle einen guten Weinkonsum und am Schluss wurde beim Abwaschen guter Elektro (von Moderat und Baxter) gehört, bis irgendjemand (ich) das Licht ausmachte und die Küche in eine Disco verwandelt wurde. Da besteht Wiederholungsbedarf!

#Pichilove

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
las chicas
2C77D62E-3F2B-40FE-9CE2-C97A678BEB2D
comidas
93825B24-A39F-47DE-853F-EE0ABC81735E
de berüehmti linsesalat
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
comidas
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
comidas

D3405A44-DBE1-45A0-9740-16DE7A8B0B4F

9C32373A-19E8-40A6-B5C7-F3FF573EDE34
mini chili sin carne wraps
2327BD30-6F58-4F88-BD4C-D253752F483C
cumpleanos anita chicita
51555FA7-E410-4041-835B-62D62ACCB963
felipe muen sini haar falle lah
E972F225-7141-47D4-BA5C-0C8B06411077
pebre und chilenischs fladebrot
C12A2C39-7211-4B6A-8E15-9C500C41CA97
wenn chrank bisch, gits es rund um sorglos paket vode joanita
31601AB2-2D1C-4BDA-8E4E-E5839EDA6834
margeritas um 14 uhr
C164C9DF-55CC-4A3A-BB90-035FD200F6BF
Es isch halbi 2 am Morge und ich trinke Wii usem Kafitassli. Läuft.
4426EDB5-C4E6-44FF-803A-2C285C11255C
la luchi
E4D5DF34-7E4A-402F-A7D9-C929CB550609
s beste sushi in town
06EC14CE-46B9-483F-BFB0-A44878A80F97
John Coffee el perrito grande

Pichilemu Nr. 1 #Chile

Ich verabschiedete mich in Santiago also von Sven und höckte mich allein in den Bus nach Pichilemu. Was ich dort mache? Nun, ich suchte lange nach einem Volounteering. Einerseits, weil ich Geld sparen wollte, da Patagonien (obwohl günstiger als erwartet), recht teuer war. Andererseits war es mein Ziel 2019, in sozialer Hinsicht mehr zurückzugeben. Ich durchforstete also diverse Projekte in der Region Pichilemu – dem Surf Capital Chile’s. Da wollte ich nämlich einfach wirklich hin. Basta. Ich fand zwei, drei Natur-Projekte, doch keiner antwortete mir schlau. Ich sendete nämlich tolle Emails mit vielen Fragen und als Antwort erhielt ich: Hoi, klar, chum. Ehm, hallo? Lest ihr meine Mails? Mir kam da grad die Erfahrung aus Kambodscha in den Sinn und ich musste sagen, dass ich nicht nochmals bei ein paar Dauerjunkies arbeiten wollte.

Nun fand ich auf den letzten Drücker ein Hostel, das wirklich super interessant geklungen hatte. Einerseits gibts da Yoga und Pilates, sie legen Wert auf positive Energie und sie brauchen jemanden, der Marketing versteht und mit English helfen kann. Well, here I am! Ich schrieb und bekam umgehend die Zusage, dass ich kommen darf. Drei Wochen habe ich mir vorgenommen, in Pichilemu zu leben. Nun, ich kann nur sagen, es sind am Schluss sechs geworden und wenn alles rund läuft, bin ich im September zurück. Doch wie es soweit kam? Nun,..

KOM Hostal und Work

Ich kam also an und am ersten Tag war schon klar: Hier ist alles ziemlich gut organisiert. Es gab einen Einführungsplan, ich war bereits für die Frühstücksschicht am nächsten Tag eingetragen, es gab 6 weitere Freiwillige und José, der Manager, hat mich mitsamt den Mädels herzlich willkommen geheissen. Plus die drei Hunde: Osita, Luccha und Cojin. Zudem lebt hier auch noch Nico, ein Surflehrer / Surfshop Mitarbeiter, der immer mal wieder mit uns rumhängte, wenn auch nie viel sagte 😉

Arbeitsmässig war entweder 8.30-14.00 Frühstück und Putzen der Badezimmer angesagt. Je nach Wochentag machte man beides, am Wochenende wurde der Job für zwei Personen aufgeteilt. Eine andere Schicht ist Check-Out von 12 – 17 Uhr, das Wechseln von Betten und allgemeines Putzen. Die dritte Schicht ist Rezeption von 16.00 – 21.30 Uhr inkl. nochmals Putzen. Jap gefühlt wird hier der ganze Tag geputzt, entsprechend ist das Hostel wahnsinnig sauber! Aber mit drei Hunden und Gästen, die Surfen und Sand reintragen, muss man auch auf der Achse bleiben 😉 Fünf Tage die Woche hatte man eine der Schichten, zwei Tage frei.

Die erste Woche war etwas zum Akklimatisieren. Alle Volounteers sprachen Spanisch und die einen von ihnen waren null interessiert, am Austausch ausserhalb ihrer Clique. Die Frauen haben sich da etwas abgeschottet. Aber mir war das recht Wurst, ich war froh, endlich wieder in einem geilen Bett zu schlafen, ein Zuhause zu haben und dann war da noch Franzi. Eine Deutsche, junge und supercoole Socke. Sie und ich hatten zusammen eine wahnsinnig gute Zeit. Wir arbeiteten, gingen surfen, mit den Hunden an den Strand. Sie zeigte mir die Feria, den lokalen Markt der Bauern mit Früchten und Gemüsen und allem, was man irgendwie kaufen möchte. Immer Mittwochs und Samstags. Und dann kam noch ein deutscher Gast und zu dritt gingen wir feiern, bis die Sonne aufging. Oh du lieber Reaggeton, jetzt weiss auch ich, warum ich einen grossen Hintern habe. Bailamos bailamos du… Entgegen all den Vorurteilen muss ich sagen, dass das Feiern hier maximal angenehm ist. Frau und Männer tanzen, keiner steht wie verloren im Raum rum. Und wenn die Männer mit dir tanzen wollen, dann kommen sie hin und halten dir die Hand hin. Da wird noch gefragt! In anderen Ländern – auch der Schweiz – drückt sich irgendwann einfach eine fremde Hüfte an deinen Hintern, sowas kann ich wirklich gar nicht ausstehen. Aber nein, hier wir nicht nur getanzt, es wird auch gefragt. Und selbst wenn man Nein sagt, wird nicht rumgemault und frau wird nicht als „dumme Schnepfe“ beschimpft, was in der Schweiz schon ab und zu mal passiert ist. Aber ja. Zurück zu Pichi.

Nach knapp einer Woche reisten ein paar Argentinierinnen ab und ein paar Tage später Franzi und Marisa leider ebenso. Das war zwar sehr schade, aber zudem auch Wendepunkt in Pichilemu, ab dem sich alles nochmals komplett auf den Kopf gestellt hatte. Nämlich kamen dann Ana, eine Soziologin aus Kolumbien (kein Wort Englisch), Dilan, ein DJ aus Kolumbien (kein Englisch), Clementine, ein französischer Gast und Joana, eine Schweizerin mit brasilianischen Wurzeln. Geblieben sind Lucia, eine Psychologin aus Argentinien und Meli, eine Grafikerin aus Argentinien und ich. Und natürlich José, unser Chef, ein Ingenieur (mechanical engineering) aus Venezuela. Und ein paar Tage später kam noch Paula, eine Krankenschwester und Massagetherapeutin aus Chile. Die „neue“ Gruppe war vollkommen und was dann geschah, war einfach nur der Hammer. verzelle gli meh!

E4883338-8CAB-4C6F-8640-B14502E71438
ciao Franzi!
FD1C504F-BBFA-4134-8350-9A2F83190F72
ciaoooo

A45A9DFE-7923-44EE-AB5A-79CD441EE1A1270EFE37-0F44-4618-9659-DD89BED2F1393012E60D-3681-48F6-91B3-D77FF25FBAF4

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
sunneuntergangs eckli
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
el jardin
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
kom hostal

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA4DFD4DD2-03D5-4524-A174-4DBD8F7C165FAF070C4E-B706-4C3B-89DE-A396EA65359F

F5E6984A-0771-4A54-8776-7218CA671844
cojin und osita
EE1FD9B0-0018-47D6-B9EF-A1FF0CFA75FB
finde den Fehler

FB117841-E1E5-4971-A16A-710BA39DD2F7

 

Santiago Cityguide #Chile

Hui, da sind wir nun. Verpennt, verdrückt und durchgefrohren vom Nachtbus, stehen wir nach 14 Stunden endlich in der warmen Haupstadt Chiles. Beim letzten Mal in Santiago waren wir am Terminal del Sur, was einfach nur ein Krisengebiet-Katastrophenregion ist. Viel zu viele Menschen, riesen Chaos, riesen Hitze. Dieses Mal verlassen wir den Bus zentraler, in einer bereits sehr hübschen Region der Stadt. Kein Ghetto, keine Agglo. Eine kurze Metrofahrt bringt uns nach Lastarria, wo wir ein AirBnB gebucht haben. Jap, 5 Tage heiss duschen und ein grosszügiges Bett, bevor ich die Privatsphäre wieder abgebe. Aber dazu bald mehr.

Lastarria ist ein ziemlich touristisches Viertel, super hübsch, super kulinarisch, aber auch eher teuer. Unser Wöhnigli gehört Daniela. Sie begrüsst uns auf Spanisch und ich verstehe kein Wort. Der Nachteil, wenn man mit einem Holländer reist und nur Englisch labert. Unterm Strich versteh ich wohl definitiv besser Niederländisch als Spanisch. Scheisse, gäll. Aber zurück zu Daniela. Sie wechselte dann ins Englische und schon nach den ersten drei Sätzen, die musste ich sie fragen: He sorry, bisch du us de Schwiiz?!  Und siehe da, ja! Sie ist tatsächlich Schweizerin und lebt hier in Santiago. Leider haben wir grad zu wenig Zeit, tauschen aber Nummern aus und möchten in Kontakt bleiben!

Sven und ich machen dann erst Mal Wäsche, Duschen und gehen auf Nahrungsbeschaffung. Dann wird spaziert, die Region erkundet. Und was wir so erlebt haben? Nun falls einer mal nach Santiago geht, hier meine Tipps:

Barrio Lastarria

Hübsche Region zum Kaffeetrinken, für hipsterige Empanadas (mit schwarzem Teig bspw.) und für einen künstlerischen Flohmarkt. Hier gibts auch gute Tattoostudios, Fair Trade Shops und diverse Bars, um das ein oder andere Artesanal Cerveza zu kippen. Zu  höheren Preisen, versteht sich. Ist ja alles hübsch hier.

Barrio Brasil

Spaziert man von Lastarria durch Bellas Artes weiter westlich, kommt man früher oder später in die Nachbarschaft Barrio Brasil. Etwas weniger touristisch und im Gegensatz zum Zentrum um Bellas Artes, der busy area zum Einkaufen, ziemlich authentisch wirkte. Wir fanden hier an einem herzigen Strasseneck ein Restaurant mit einem vegetarischen und veganen Tagesmenu, wo auchd er 80 Jährige Nachbar zu Mittag ass. Mit Postre (Dessert), versteht sich. Richtig herzig. Hier wird auch eine Eiscreme verkauft, wo so viele Menschen anstanden, dass wir sie einfach probieren mussten. War gut! Weiter gehts östlich, durch herzige Gassen und hübsche Nachbarschaften, bis zum Barrio Yungay.

Barrio Yungay

Im Barrio Yungay treffen diverse Kulturen aufeinander. Einwanderer von überall her, wohnen hier. Sonst ist Santiago ziemlich in „Schichten“ und „Nationalitäten“ aufgeteilt. Leider. Die Reichen wohnen in Las Condes, die Haitianer in den schwierigen Gebieten. Es ist schon krass. Daniela und ihr Freund Daniel (jep, lustig gäll) ziehen aber um, ins Barrio Yungay. Dort wohnt Daniel bereits und dort trafen wir die beiden nochmals auf ein Bierchen. Später hingen wir noch etwas in seiner Wohnung rum, die richtig geil eine alte Loft in einem Kolonialhaus ist. Mit zwei Katzen. Chani bitte iizieh? Yungay ist so das aufstrebende Quartier mit vielen jungen Leuten und wenn ich nach Santiago ziehen würde, dann klar hier hin. Ich hoffe jedoch, dass diese Gentrifizierung kein Lastarria 2.0 mit tausend Touristen und teuren Cafés kreiert, sondern Yungay so eine herzige Nachbarschaft mit Kätzli und alten Herrschaftshäusern und erschwinglichen Wohnungen bleibt.

Menschenrechtsmuseum

Direkt am östlichen Ende von Yungay befindet sich ein riesiger Park (Haltestelle Metro Quinta Normal) und das Menschenrechtsmuseum. Dieses dokumentiert einerseits die Diktator unter Pinochet und weist auch auf andere Menschenrechtsdelikte weltweit hin. Kann ich absolut empfehlen. Es geht unter die Haut, aber niemals vergleichbar mit dem Museum Tuol Sleng in Kambodscha, wo ich echt fast zwei Stunden durchgeheult hatte, weil alles so grausam war. Trotzdem sind die Taten, die während Pinochets Zeit geschahen, nicht wenig tragisch und diverse Menschen wurden gefoltert, verschleppt und ermordet. Wieso wiederholen sich diese Geschichten nur überall ständig?!

Fahrradtour in den Osten / Parks

Zu guter letzt: Santiago ist eine Fahrradstadt! Nehmt euch eines der verschiedenen Citybikes und radelt dem Fluss entlang in Richtung Osten. Richtig toll! Die Stadt hat auch sooo viele tolle Parks, dass man mit dem Velo einen Park-Roadtrip machen kann. Im Osten gibts dann einen riesigen Park mit kleinen Seen und gratis Liegestühlen. Mega toll auch, zum einfach hinliegen und lesen. Zwischen dem Osten und dem Zentrum gibts dann noch diverse Geschäftsviertel, wo man abends herzige Bars zum After-Work Bier findet. So gingen Sven und ich mit Ignacio, einem jungen Chilenen, den Sven einst beim Reisen kennenlernte, noch auf ein Bierchen. An einem Ort, wo sich definitiv die bessere Jugend Santiagos trifft. Und so manch ein Tinderdate stattfindet, wie bei uns am Tisch nebenan. LOL.

und ja, nach langem fotografischem Tüüfflug hani Santiago würklich eifach gliebt, zum Fötele.  voila! Es letsts Mal am Sven sini 50mm Lens klaut und ja, wenni irgendwenn Geld übrig han oder bim Pokere gwünne, kaufi mir definitiv au so eini. ❤

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Lastarria
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Lastarria
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Lastarria
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Plaza des Armes
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Plaza des Armes
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Walking to Barrio Brasil
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Walking…
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Hüsli
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Vegi Food im Barrio Brasil
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Barrio Brasil
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Barrio Brasil
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Barrio Brasil

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Beschts Glace!

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
casual streetart

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
menschenrechts museum
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
night skies
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
bye see you

 

Bis bald #Patagonia!

Wir sind also wieder in Chile, in der Region der Seen, wo unser Roadtrip vor sechs Wochen startete. Die zweitletzte Nacht verbringen wir auf einem Bauernhof mit zwei Hunden, sechs Welpen, einem riesigen Schaf und einem Pferd. Jap, geht tierisch zu und her hier. Der Hof gehört einem neuseeländischen, jungen Paar, das sich hier niederliess, um den Traum vom Farmleben zu leben. Als chönnt me das in Neuseeland nöd? Wie au immer… Schon nach fünf Minuten bietet der Typ uns zwei Welpen an. Diese seien hier nämlich auf der Strasse ausgesetzt worden und sie würden jetzt zu ihnen schauen. Aber sie können halt langfristig auch keine 8 Hunde haben, gäll… Ich war schon ziemlich am kämpfen, so liebe ich Hunde und Katzen und alles, was irgendwie Fell dran hat, mittlerweile wirklich aus ganzem Herzen. Es hat einen Moment gedauert, ja womöglich hat es zuerst die Indy gebraucht (hoffe, es geht ihr gut?), damit ich eine Verbindung zu solchen Fellknäueln aufbauen konnte. Vorher war ich stets eher weniger begeistert. Und es Meersäuli oder en Haas sind halt nöd s glich.

Wir erkundeten das andere Seeufer, das wir noch nicht kannten und waren lustigerweise ein weiteres Mal sprachlos, wie wunderschön Chile einfach ist. Das nördliche Patagonien ist grasgrün, weit, hügelig, mit tiefblauen Seen und dem Vulkan Osorno. Das verleidet einem einfach nicht. Und nach sechs Wochen hätten wir uns keine schönere Szene für den Abschluss wünschen können. Nach wie vor neugierig besuchten wir Frutilla (Chileno für Erdbeere), eine richtig authentische chilenische Stadt. Scherz. Richtig Deutsch hier alles. Genau, wir sind hier wieder im deutschen Territorium. Man munkelt, dass sich hier in der Gegend sehr viele Ex-Nazis verstecken. Auch sonst steht an manch einer Türe „Deutscher Verein“ oder „Nur für Mitglieder des Deutschen blablabla“ und der Adler ist auch allgegenwärtig. Eieiei. Gefunden haben wir aber dafür auch richtig guten Apfelstrudel 😉

Am nächsten Tag gabs noch eine letzte Wanderung zu einem hübschen Wasserfall. Mit Regenbogen! So lucky! Die allerletzte Nacht verbrachten wir dann nochmals in der puren Natur, an einem kleinen Strand, direkt am See. Ein letztes Mal wild Campen! Beim Sonnenuntergang trinken wir noch eine Flasche Wein und bleiben am Wasser liegen, bis der Sternenhimmel über uns leuchtet. Das werde ich im Leben nicht vergessen. Was für ein perfektes Ende für einen sechswöchigen Roadtrip! Trotzdem schwingt natürlich auch etwas Wehmut mit, so ist das Ende des Roadtrips auch fast das Ende vom gemeinsamen Reisen von Sven und mir. Aber erst fast! So tranken wir unterm Strich auf so manches gemeinsames Erlebnis. Wir tranken auf Bali, auf Flores, Java, Thailand, Kambodscha, aufs Snowboarden in der Schweiz, auf Rotterdam und etwa 100x auf Patagonien. Eine der besten Reisen unseres Lebens, da sind wir uns einig. Für uns beide hat sich in diesen sechs Wochen nämlich ziemlich viel getan. Jeder geht jetzt wieder seinen eigenen Träumen und Zielen nach.

Aber ich bin sehr happy, mit Sven einen engen Vertrauten in meinem Leben haben zu dürfen. Auch weiterhin, wenn auch mit etwas mehr räumlicher Distanz. Und obwohl oder gerade weil wir oft nicht einer Meinung waren, ist das wohl genau der Grund, warum wir unterm Strich so wahnsinnig viel voneinander lernen konnten. Keiner hat ein Blatt vor den Mund genommen in diesem (beinahe!) Jahr, das wir immer mal wieder gemeinsam verbracht haben. Es gibt wahnsinnig viele Themen, die ich mit Sven besprechen und (vorallem) diskutieren konnte und kann. Ich kenne niemanden, der so viel weiss (oder glaubt, es zu wissen ;-)), offen für unkonventionelle Themen und Ideen ist und grundsätzlich zwar stets kritisch, aber stets neugierig bleibt. Und ich kenne niemanden, der so filterfrei kommuniziert. Und für jedes Mal, bei dem wir uns nicht einig waren, gab es zehn weitere Male, bei denen wir einfach nur eine haaammer Zeit hatten. Vor allem in Patagonien, als wir 24/7 gemeinsam in diesem Auto lebten, gab es trotz so mancher Hürde und abenteuerlichen Umständen wahnsinnig viele Momente, bei denen ich mir keinen besseren Partner hätte vorstellen können. Thanks for the incredibly good times, Schwingy. I know you will read this at some point 😉 Stalker.

Doch zurück zum Wesentlichen. Am Abgabetag mussten wir dann nicht nur das Auto, sondern auch unseren ganzen Kram (Luftmatraze, Köcherli, Campinggear) loswerden. Dazu haben wir auf Facebook einen Post in der Overlander Patagonia Gruppe gemacht und schwupppps einen willigen Abnehmer gefunden. Das Paar traf uns wie vereinbart in Puerto Montt und zu allem Witz haben wir dann beim Einfahren ihres Vans gemerkt, dass wir mal neben den Zwei geparkt hatten! Nämlich sind wir gerade abgefahren mittags, als sie unseren Platz als Stellplatz für die kommende Nacht betrachteten. Lustig! Wir verbrachten dann den ganzen Tag mit ihnen. Es gab ein paar Bier und Pizza und sonstiges, reudiges (würkli wüeschts) Essen. Sie selbst sind Schotten und langfristig im Van unterwegs. Zwei ganz tolle, lustige Personen und es gab verdächtig viele Parallelen zwischen Dave und Sven. So haben die Jungs eh grad gebondet, als sie beide Vivo Barefoot Schuhe trugen. Zudem teilen sie den trockenen Humor und sonstige Eigenschaften, wo Jen und ich nur die Augen verdrehen konnten. Da haben wir nämlich auch grad gebondet 😉 haha

Nun, Patagonien kommt zum Ende und für uns gabs nur eines: den nächsten Nachtbus nach Santiago! Ab in die Wärme, in die City!

A3F65E63-AFDC-46D1-A1FE-6C4D8FDFB99F4F3FF048-C184-4ADB-832F-BB4A2EF11666DCA92F2B-FC18-4A62-92CD-13D1EA564168A5BAC8C5-E244-4E7B-921F-DBC69690D2667C1808B4-3804-4AC0-8CF0-FE536EF650C273937CD1-44F3-4CB8-AEE1-832A54BC4584650AE8E9-3E02-48CC-9C92-BE1B541CF028973447C3-AFAF-4E77-BC09-415EF22299C24D3518DD-FD30-4C39-8E8D-9230998B23092CE6A32F-85C0-4DCD-9905-15CFF48640C1

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Health Update #Travellife

Hallihallo. Okay, wooow. Mein gestriger Post scheint für leichte Besorgnis gesorgt zu haben. Danke für all die Nachrichten (soo herzig!!) und die Nachfragen, wie es mir denn jetzt gehe. Denn in der Tat ist der Blog zeitlich massiv hiinedrii! Nun: Ich gebe euch eine kurze Zusammenfassung der Vorkommnisse. Das Drama Haarausfall ging ungestoppt weiter. Jap. Zudem fühlte ich mich emotional manchmal wirklich schwierig, kaputt und energielos. Im Spiegel sah ich oft ein weisses, müdes Gesicht mit dunkeln Schatten unter den Augen. Klar war auch die Schlafqualität im Auto richtig kacke aber hey, das kann ja bei einer 25-Jährigen nicht Grund genug sein, oder?!

Nach dem Patagonien Trip, von dem ich euch noch in weiteren Posts erzählen werde, haben Sven und ich ein paar Tage in Santiago verbracht. Dort sind gefühlt die letzten Büschel Haare gefallen und ich stand zum ersten Mal heulend vor dem Spiegel. Die Dusche punpenvoll mit Haaren, obwohl auf dem Kopf fast nix mehr da ist. Bin ich krank? Jap, ich glaub ich bin krank. Scheisse. Wieder holte mich die Tatsache ein, dass mein Leben wohl zu perfekt ist und irgendwann ja irgendetwas schief gehen musste. Ich nahm mir vor, sobald wie irgendwie möglich einen Arzt aufzusuchen. Nun stand aber mein Volontariat in Pichilemu an und ich dachte mir, wenn ich da schon für drei Wochen bin, kann ich ja dort zum Arzt. Gesagt, getan. Ich besuchte das lokale Hospital, wo zuerst kein Mensch English sprach. Ich kein Wort Spanisch. Halbfranzösisch habe ich dann erklärt, dass ich, wenn ich hier noch lang warten muss, bald eine Glatze habe. Irgendwer schickte mich dann in den Notfall und dort gab es die wohl liebste Empfangsdame der Welt, die mich gleich einem jungen, halbwegs Englishsprechenden Arzt zuwies. Dr. Felipe schaute mich an und fragte nach 3 Minuten: Bist du Vegetarierin? Ich so: Jap. Er fasst mich bei den Händen, bei den Füssen und schaut mir ins Gesicht und sagt: Ich glaube du hast einen Vitamin B12 Mangel.

Aber er will sich sicher sein. Er nimmt Blut und eine Urinprobe und checkt alles. Wirklich alles. Die einen Resultate habe ich noch am selben Tag gekriegt, Fazit: Alles gut. Das Bluteisen ist sehr, sehr tief, aber gerade genügend. Also Entwarnung, es kann nichts schlimmes sein. Doch auf die Ferritin (Speichereisen) und B12 Werte muss ich eine Woche lang warten. Er verschreibt mir trotzdem schon Vitamine und ich saaag euch: In diesem Moment hätte ich wohl alles genommen, was der Gute mir verschrieben hätte.

Ich nahm die Tabletten und muss sagen, dass bereits ab der ersten Nacht mein Schlaf viel besser war. Entweder wegen dieser Tabletten, oder wegen dem Gewissen, dass das Blut- sowie Urinbild sagte: Corina, alles sowiit so guet.

Eine Woche später habe ich im Labor die Resultate abgeholt und mich wieder mit dem herzigen Doktor Felipe (ein etwas zu grosser, zu pummliger, blauäugiger Arzt mit schwarzen Strubbelhaaren und Brille. Ein verrückter Professor, wie er im Bilderbuch steht.) getroffen. Die Resultate erklärte er mir stolz: B12 sollte in meinem Alter zwischen 400 und 800 liegen. Ich habe ein Wert von 160. Ok. NÖD GUET. Ebenso ist mein Speichereisen soweit so leer. Ich war ja soooooo erleichtert, dass wir jetzt das Problem kennen und die Lösung leicht ist. Zwar bedarf es Geduld, bis meine Speicher wieder gefüllt sind und ich muss wahrscheinlich drei Monate lang Tabletten einnehmen, aber wenns nur das ist????????? Zudem sollte ich als Vegi den Rest meines Lebens zweimal wöchentlich eine B12 Tablette nehmen… Ich kann kaum glauben, dass ich so ignorant gelebt habe und dachte, dass ich mit Milchprodukten genügend Vitamine abbekomme und im Leben nie an einen Bluttest gedacht habe.

Im Nachhinein bin ich so wahnsinnig froh, dass ich nur die Haare verlieren musste. B12 kann nämlich auch die Nerven stark beschädigen und ich hoffe, dass da nix passiert ist. Ganz klar erklären das B12 sowie Eisen auch, weshalb ich mich körperlich sowie emotional manchmal so so sooo fertig fühlte. Mittlerweile nehme ich die Tabletten seit zwei Wochen (ich erzähle euch bald mehr zu Pichilemu) und es geht mir so gut! Nur die Haare, ja die sind natürlich nicht mehr da, gäll…

Ich hab vor allem vorne (nei eigentli überall) vieles verloren und so 3-5cm lange Babyhaare gekriegt, die wieder nachgewachsen sind. Hinten hatte ich noch am „meisten“, wenn man das überhaupt so nennen kann. Die letzten Wochen trug ich meine Haare dann ausnahmslos mit einer Klammer zusammengesteckt, da alle meine alten Haargummis rausgefallen sind, weil zu gross, weil keine Haare mehr da.. Vor zwei Tagen konnte ich diesen Anblick aber nicht mehr ertragen und schrieb meinen besten Freundinnen, was sie an meiner Stelle tun würden. Ich schickte zum ersten Mal ein wirklich grausames, wahnsinnig entblössendes Video der auch sehr unangenehmen Haarsituation und der Fall war klar: Schneid den Scheiss ab. Eine Haarschere habe ich zum Glück in Santiago schon gekauft, denn ich musste immer mal wieder kaputte Enden abschneiden. Denn ja, B12 transportiert die Nährstoffe in die Haare und das hat bei mir wohl seit laaaaangem nicht mehr stattgefunden.

Meine liebe Freundin Joana hat dann also den Part übernommen und mir nach der Dusche die Haare abgeschnitten. Zuerst dachte ich: Scheiss druff, machemer halt gad e Glatze. Ich bin mittlerweile so emotionslos mit dieser Situation, vonwegen: Schlimmer kanns gar nicht werden, hahaha, wieso eigentlich nöd gad komplett driischüsse. Aber die Vernunft kam grad noch rechtzeitig und wir entschieden uns, einfach mal das gröbste abzuschneiden. Mit dem Resultat bin ich waaaahnsinnig happy. Joana hat wirklich eine Stunde lang Spliss abgeschnitten und jetzt habe ich das Gefühl, dass vielleicht bald wieder normale Haare wachsen können. Und wenn nicht, dann halt eben nicht. Sind ja nur Haare. Hauptsache gesund. Bin also wirklich happy hier und freu mich wahnsinnig, bald mehr davon zu erzählen =)!!!! Bis gliiiiiiiiii

Ach und apropos: Find ich ja no de Gipfel, hab ich einfach noch ein graues Haar entdeckt. Scho bitz fräch, alli gheiet uns und sones Graus wachst eifach. he nei.

Und sorry, das sind jetzt keine herzigen Fotis…;-) sondern eine wahre Handyrealität…

1FD9680E-09BB-455E-987C-12D7F617D267
Vorher mit nassen Haaren (ja, das ist alles, was da noch war)
7F47143C-D390-479A-876B-D3A74317CB35
Alle Haare vorher von hinten
34EA07F6-0562-4A3A-9E00-B890CA82F61A
Der ganze Pferdeschwanz….
47D2FD9C-644F-4DDB-8EFB-91DFAC5D00A6
Joana am Werk
D118BD27-F68C-4001-B20B-0EEF67F21187
Nachher
54A9C8FF-D504-4826-BAD2-3B995C788184
Nachher mit Pferdeschwanz
55578208-A5E2-4A9D-A13E-76EA0269BCCB
happt happt happy
74572906-B1E1-42A8-AC6A-4041F79B5F28
Und offen – es lebe das Glarnertüechli!!!!!!!

Back to Punta Arenas #Patagonia

Hola, buenos dias! Jap, die Patagonienreise geht weiter – Ushuaia war noch nicht das Ende… Schwersten Herzens verlassen wir die Stadt „am Ende der Welt“. Es gefällt uns gut hier, obwohl es wahnsinnig kalt ist. Und obwohl es eine Stadt ist, fühlt man sich der Natur so wahnsinnig nah hier. Aber auf dem Weg zurück in den Norden steht uns auch noch spannendes bevor, so möchten wir mit einer anderen Fähre über die Magellanstrasse nach Punta Arenas, das südlichste Städtchen in auf Chiles Festland, ebenfalls ein historisch wichtiger Ort aus der Seefahrt anno dazumals.

Es geht also zurück durch die Bergwelt an einen abgelegenen Fährhafen. Die Fahrt dahin raubt mir etwas die Nerven, so bin ich langsam etwas durch vom „lange Fahren“. Kurzstrecken sind kein Problem, aber die Sechsstünder alle paar Tage liegen mir auf. Auch sonst fühle ich mich momentan nicht so gut. Irgendwie scheine ich ab und zu nicht mehr mich selbst zu sein, bin unglücklich, obwohl ich glücklich sein sollte und weiss nicht wieso. Habe keine Geduld und Energie für Dinge, obwohl ich genau wüsste, dass ich hier im „Normalzustand“ Geduld dafür hätte. Irgendwas läuft schief mit mir, aber ja. Mal abwarten. Beobachten.

Die Fährfahrt an sich war sehr schön, Wale haben wir leider keine gesehen aber dafür Delfine. Einen mega happy Delfin sogar, den man dann auch im Video – an dem ich seit 209340293 Stunden schneide (sorry, gaht no es Momentli) – sehen wird. In Punta Arenas sind wir nachts angekommen. Es gibt so ziemlich genau eine superwichtige Faustregel beim Wildcamping und die heisst: Vor Sonnenuntergang einen Schlafplatz suchen und finden. Denn nachts sieht alles richtig gfürchig us und man weiss schlichtweg nicht, ob die Orte safe sind oder nicht. Heute funktioniert das aber leider nicht, wir kommen an und alles ist dunkel. Sven lotst uns zu einem Supermarkt-Parkplatz, doch dort dürfen wir nicht parken. Ich kurve im Stockdunkeln hin und her, dann endlich auf einer „Hauptstrasse“. Dann kommt ein Rotlicht und am Strassenrand steht ein Typ. Er trägt eine Maske. Ich sehe ihn schon aus der Ferne und mir läuft der Schauer den Rücken runter. Wie im Horrorfilm steht er da, mit seiner ultragrusligen Maske und ich schreie in kompletter Panik: „SVEN! Siehst du den? Sind die Türen geschlossen?! Kann man von aussen öffnen?!“ In meinem Kopf sehe ich schon, wie wir vor dem Rotlicht stoppen müssen und der Typ uns angreifen will. FUUUUUCK!

Zum Glück wirds, als wir uns dem Fussgängerstreifen nähern, grün. der Typ steht noch immer da, aber ich kann mit etwas Schuss vorbeifahren. Als ich ihm von ganz nah ins Gesicht schaue, merke ich: Die Gruselmaske ist eine Art Gesichtsprothese. Was auch immer der arme Mann hatte, ich fühlte mich eifach nur sooo schuldig. Ich fühle mich immernoch schlecht, wenn ich daran denke. Ich hatte solche Angst vor ihm. Dabei muss dieser Mensch (aller)höchstwahrscheinlich aus gesundheitlichen Gründen mit einer solch verrückten Maske rumlaufen. Scheisse. Es tut mir noch immer so leid und ich will mir gar nicht vorstellen, wie oft dieser Herr dumme Kommentare, dumme Blicke oder einfach ungewollte Aufmerksamkeit bekommt. So sorry.

Später finden wir dann einen „Stellplatz“ halbwegs in einem Gebüsch, neben einem Park. Wir schlafen dort und am anderen Morgen merken wir, dass Punta Arenas eigentlich bei Tageslicht ein richtig herziges Städtli ist. Direkt am Wasser gelegen, sichten wir schon in den ersten Minuten weitere Delfine. Wir machen uns auf den Weg zu einer bekannten Wanderung zu einem Leuchtturm, haben aber nach der Hälfte genug, weil der Wind uns das Gesicht mal wieder mit Sand paniert. Und ich irgendwie einfach nicht fit bin.

In Punta Arenas arbeiten wir etwas und ich muss zum Friseur. Jap. Jetzt wirds traurig, haltet die Nasetüechli bereit. Seit letztem Jahr habe ich festgestellt, dass meine Haare kaputt sind. Zuerst dachte ich, dass das viele Salzwasser und die Sonne Schuld daran sind. Nun seit Ende 2018 hatte ich vermehrt Haarausfall. Und in den letzten Wochen seit Südamerika, habe ich büschelweise Haare verloren. Und mit Büschel, meine ich Büschel. Die Dusche ist voll, das Auto ist voll, wann immer ich mit der Hand durch die Haare fahre, kommt so viel raus, ich frage mich, woher das überhaupt noch kommen kann. Ich ging also zum Friseur und fragte ihn, ob er mir alles kaputte abscheiden kann. Er meinte, dass das hier richtig crazy sei, mit der Schere wäre da nicht viel zu retten und ich soll unbedingt meine Vitamine oder Eisen checken soll. Okay, in Chile kostet das etwas mehr als in Argentinien, also warte ich noch einen Moment, bevor ich das abklären lasse… Ein kleines Kriseli hatte ich aber schon, denn ich verliess den Friseur mit der klaren Realität: Irgendwas stimmt hier nicht.

Doch die Reise geht weiter, Haare hin oder her. Wir brechen auf, zum nächsten Grenzübergang nach Argentinien. Und zu den Pinguinen! Jaaa!!! Bleibt gespannt! OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA