Sirocco & Bangkok

Es gibt doch diese Szene von Hangover 2, in der die Jungs auf einer Treppe hoch über Bangkok  sitzen und der Verzweiflung so nah sind wie noch nie. Da waren wir. In einem ähnlichen Zustand wie die Hangover Jungs. Naja, nicht ganz, aber hört selbst…

M. wollte mich in Bangkok überraschen und buchte schon Monate im Voraus einen Tisch für ein Dinner im Lebua. Das empfiehlt sich übrigens auch, sonst müsst ihr euch in die für Touristen zugängliche Bar quetschen. Und dort ist es wirklich sehr eng. Bei ca. 45 Grad. Toll!

Nun, zurück zum Wesentlichen. Tagsüber haben wir in Bangkok gemacht, was man dort eben so macht: Tempel, Buddhas und die Klongs besucht, betrachtet, fotografiert und vor allem zwei Dinge: geschwitzt und uns von frechen TukTuk Fahrern verarschen lassen. Am Tag zuvor waren wir in einem der bekannten Shoppingcentren, wo ich einen mega Jumpsuit von Calvin Klein ergattert hatte. So nice und perfekt für ein so einmaliges Dinner an einem so spektakulären Ort.

(Ich muss jetzt meinen Frust hier noch kurz ablassen: Ich hatte dieses sündhaftteure Stück nach einmaligem Tragen in unserm Hotel in Koh Samui noch mass-anpassen lassen, sodass es PERFEKT sass. Zuhause brachte ich es zur wohl professionellsten Textilreinigungsfirma der Schweiz und holte es dort auch wieder ab. Verstaut im Staubbeutel fasste ich es ein Jahr nicht mehr an, bis ich einen passenden Anlass hatte. Jumpsuit aus dem Kleiderschrank genommen und festgestellt: der Gute ist um die verd****** Hälfte geschrumpft!!! Und nein, so dick bin ich definitiv nicht geworden. Und wie dumm von mir, dass ich es nicht sofort geprüft und gemerkt hatte. So. wütend. war. ich. (auf mich und die Reinigungsfirma). Aber: zu spät. Goodbye my lover…du hängst jetzt (über 2,5 Jahre später) noch immer im Kleiderschrank, da ich mich von dir nicht trennen kann. Zeit heilt offenbar nicht alle Wunden…)

Nun jedenfalls genossen wir dann einen sagenhaften Abend – im weissen Jumpsuit – bei einer Flasche Rotwein und mehreren minimalistischen Gängen zu exorbitanten Preisen und überaus übertriebener Bedienung. Kein Schritt kannst du tun, ohne dass die Kellner helfen möchten. Der Gang zur Toilette gestaltet sich folgendermassen: Person A zieht den Stuhl weg, sobald du dich in Bewegung setzst oder Anzeichen von „Aufstehen“ machst. Person B fragt, wohin du möchtest und zündet mit der Taschenlampe auf den Boden, damit du siehst, wohin du läufst. Person C öffnet dir alle Türen und sagt brav „Be careful, Miss, here is a step, Miss“. Irgendeine Person wartet auf der Toilette bis zu fertig bist und trocknet dir die Hände nach dem Waschen mit einem Waschlappen. Und dann sind wieder alle eingespannt, damit du heil zurück zum Tisch kommst. Noch nie wurde ich so zuvorkommend beherbergt. Natürlich waaaaay too much. Aber hey, was für eine Erfahrung. So fühlen sich die Royals.

Und was mir beim Gang zur Toilette als „way too much“ vorkam, das brauchte ich beim Verlassen der letzten Bar. Das Lebua beherbergt mehrere Bars und wir genossen an jeder (!) noch einen Drink. Für mich, die ja wirklich fast nie etwas trinkt, war das ganz schön genug. Ziemlich beschwipst stakselte ich mit schmerzenden Füssen in meinen 10cm-Jeffrey Campbells, die ich ebenfalls spontan zu einem guten Preis ergattert hatte, die Treppen hoch und runter, dankbar um den Kollegen, der mit der Taschenlampe vor mir rumhüpfte und rief: „Be careful, Miss, there is another step, Miss, may I help you miss?“

Am liebsten hätte ich ihn gleich gebeten, ob er mich nicht Huckepack ins Taxi tragen könne. Aber das wäre wohl auch „way too much“ gewesen.

Trotzdem: Danke Lebua für einen Abend im puren Luxus, der wirklich eine ganz andere Erfahrung war, auf die ich aber bis zum Honeymoon gerne wieder verzichten kann. Nachfolgend ein paar Impressionen. Leider denkbar schlechte Fotoqualität der Nachtbilder – sorry!

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