Movie o’clock #Uruguay

Hola amigos! Und jetzt kommt auch noch dezent verspätet das Video zu Uruguay… das meiste habt ihr schon in Bildern gesehen, aber trotzdem. Einfach nochmals zum Mitfühlen =)

Die liebe Sonia hat mich noch gefragt, wie es denn politisch und schulisch gesehen in Uruguay so aussieht. Denn hier wie auch in Europa wird fleissig über den crazy Präsi in Brasilien sowie die katastrophalen Verhältnisse in Venezuela berichtet. Nun, Südamerika ist nicht gleich Südamerika. Es gibt ärmere Länder und es gibt reichere Länder. Uruguay ist definitiv die Schweiz Südamerikas, obwohl es vor einigen Jahren gemäss Carla um einiges sicherer war. Heute findet sie nämlich, dass man nachts allein als Frau nicht nach Hause laufen soll. Ebenso sollte man sein Auto in gewissen Nachbarschaften nicht draussen parkieren. Schon etwas ungewöhnlich für uns Schweizer, aber verhältnismässig zu anderen Ländern trotzdem sehr geringe Kriminalität.

Das Schulsystem ist sehr gut, so sind hier, wie in der Schweiz, die öffentlichen Schulen und Hochschulen besser als die Privaten. Das Bildungslevel ist sehr hoch, wenn man sich denn auch entsprechend anstrengt. Denn der Druck auf den Studenten ist gross, wenn man sich gegen die halbe Bevölkerung durchsetzen muss. Denn: Die meisten Menschen leben und studieren in Montvideo.

Politisch ist Uruguay ziieeemlich links. Sie hatten einmal einen Präsidenten, José Mujica, der mal im Knast war. Lohnt sich, etwas mehr über ihn zu lesen, lustige Sache. Immerhin hat er auch Cannabis legalisiert, was wohl jeder in Uruguay immernoch feiert =P Zudem ist Uruguay ziemlich offen in Sachen „Residency“. Wenn man dort arbeiten möchte, muss man grundsätzlich fast nur Spanisch sprechen und kann einen Job suchen. Trotzdem gibts Baustellen: Diebstähle, Armut, es gibt Menschen die Obdachlos sind und viele Immigranten aus Venezuela. Viele finden einen Job, andere finden keinen… Und wie gesagt, das „Public Hospital“ war wirklich ein Schock und es ist schon so, dass es einen grossen Gap zwischen den Reichen und den Armen gibt.

Nun genug, geht selbst hin und schaut’s euch an 😉

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Montevideo & so. #Uruguay

In Montevideo wohne ich mit Carla bei ihrer Mama zuhause. Carla lebt dort vorübergehend, bis sie weiss, wohin mit sich. Haha, kommt uns ja irgendwie bekannt vor, oder?! Ihr Bruder lebt dort auch noch. Die Schwester, der Vater und so gefühlt jeder andere lebt in nächster Distanz. Denn: Montevideo ist mini. Überall trifft man jemanden, den man kennt. Mega cool, für eine Hauptstadt! Bitzli wie in Züri, usser, dass Züri halt ke Haupstadt isch…

Ein weiterer Unterschied zu den Zürchern: An Gastfreundschaftlichkeit ist das hier wirklich kaum zu toppen. Ich fühle mich wahnsinnig willkommen. Trotz Sprachbarriere und Co. fühle ich mich wie Zuhause. Montevideo selbst liegt am Meer, wodurch es eine Art „Promenade“ gibt, wo jeder Joggen, Fahrradfahren oder Inlineskaten geht. Voll cool! Die Altstadt selbst ist vorallem eins: Alt. Die alten Hüsli sind nicht so herzig rausgeputzt oder gestrichen, wie man es von anderen Städten aus der Kolonialzeit kennt. Alles ist ziemlich „raw“, ehrlich. Runtergekommen. Ich finds cool. Und zwischendurch gibts doch eine gute Handvoll „hipsterige“ Lokalitäten, wo ein runtergekommenes Gebäude zu einer Bibliothek, zu einem Kaffee oder zu einem Foodmarket umfunktioniert wurde. Es gibt tonnenweise coole Bars und so. Me gusta mucho!

Tüüüpiiiisch Uruguay!

Dann gibts ein paar lustige Dinge, die in Uruguay sofort auffallen. Und dabei meine ich nicht das Spanisch, dass absolut unverständlich scheint. Jedes „ll“ (Doppel-L) und y (wie bei yo / ich) wird wie folgt ausgesprochen: sch

Hühnchen ist also poscho, die Zwiebel ist ceboscha. Ich bin „scho“ und „to go“ heisst neu „para schevar“. Ohhhhmyyyyyy, mein Spanisch ist eh erst in den Babyschuhen und dann auch noch sowas. Uuuuund dann öffnen die auch nie den Mund beim superduberoberschnell sprechen. Halleluja.

Aber zurück zum Wesentlichen. Es scheint, dass es in Uruguay, nebst dem Fussballstadion in Montevideo, zwei Dinge gibt, die zum absoluten Nationalstolz zählen: Mate und Dulce di Lecche. Mate, der Tee aus Yerbas Kräutern, ist affenstark und oberbitter. Nichts für schwache Nerven, so kann das starke Matein (ähnlich wie Koffein) sogar Angstzustände, Schlaflosigkeit und Co. auslösen. Ich hab zweimal probiert. Beim ersten Mal fast rausgespudert, beim zweiten Mal fand ichs schon etwas besser. Aber ja, nöd für jede Tag. Das sieht aber so mancher hier anders. Wenn man nach draussen geht, ist praktisch JEDER am Mate trinken. Dabei wird der Mate Cup mit einem speziellen Röhrli sowie eine Thermoskanne mit stets heissem Wasser rumgeschleppt. Natürli gits dadefür spezielli Tragtäschli. Eieiei. Mate ist aber eher etwas, dass sozial genossen wird. Also bspw. mit Freunden geteilt wird. So trifft man sich anstatt auf ein Bier, halt auf einen Mate. Findi guet!

Dulce di Leche hingegen ist obergigalecker. Manch einer würde sagen, schmeckt wie Caramel. Hören die hier aber gar nicht gern! Das süsse, geschmolzene, milchige zuckrige Etwas ist gefühlt in jedem Dessert. Bevorzugt genossen und überall erhältlich ists in einem Alfajore, zwischen zwei Maizenaschichten eingeklemmt. Es gibt aber auch Alfajores mit Kokosnuss und Schoggiüberzug. Ohhhjeeeee. Hani doch nach de Schwiiz eigentlich gnueg gha vo Schoggi.

Bei beiden Spezialitäten besteht eine eingefleischte Rivalität mit den Argentinier. Denn die haben ihren eigenen Mate und ihr eigenes Dulce di Leche. Überhaupt merkt man manchmal, dass hier ein bisschen eine Nachbarschafts-Hassliebe herrscht. So chli Sprüchli-mässig. Etwa so, wie bei uns und den Deutschen. So heisst hier „Weisch, alles voll mit Argentinier wo do hii chömet go Schaffe, wills meh verdiene chönd.“ Lol.

Auch sonst gibts gaaaanz viele Gründe, warum Uruguay als die „Schweiz Südamerikas bezeichnet wird. So scheint hier die allgemeine Lebensqualität wirklich nicht all zu schlecht zu sein. Vorallem im Vergleich zu den Nachbarn, wo die Politiker ja scheinbar komplett am spinnen sind. Und es gibt eine Region, die heisst Colonia Suiza und „Nueva Helvetica“, wo Hüüsli stehen, die glatt in der urchigen Schweiz sein könnten. Offenbar gabs hier auch mal einen Schub Schweizer Auswanderer, die sich niedergelassen haben. Ebenso à la Neuseeland 😉 Offenbar werde auch da immernoch der 1. August gefeiert und in der Tracht getanzt. Lol.

Trotzdem hat auch Uruguay noch viele Baustellen, beispielsweise hat mich das öffentliche Spital zu tiefst schockiert. Ich so: „Was isch denn das?!“ Carla: „Der öffentliche Spital“ Ich: „Steht der leer?!“ Und sie: „Nein, der ist pumpenvoll mit Menschen. Pumpenvoll.“ Aber aussehen tuts, als würde das Gebäude seit 100 Jahren leerstehen und jeden Moment zusammenkrachen. Ohhhmannnn. Wer kann, leistet sich in Uruguay private Krankenversicherung.

Alles in allem gefiel mir Uruguay meegaaa gut. Und einmal könnt ihr raten: Ich werde auf jedenfall zurückkommen! Einerseits zum Surfen, andererseits um besser mit Carlas Mami quatschen zu können. Denn mit meinem inexistenten Spanisch war das manchmal echt schlimm. Ich kannte dieses Gefühl gar nicht mehr, dass ich mich nicht verständigen kann. Di ganz Ziit hani so halb Französisch gredt. Ooohhhh Lord. Für Bolivie hani also scho mal e Spanischschuel im Hinterchopf 😉

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überall gibts artesanal cervezas… 12h Blähige inklusive.

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Rocha, tu eres muy bonito! #Uruguay

Guete Morgä! Knapp zehn Tage war ich in Uruguay, einem Land, an das ich auch im Leben nie gedacht hätte. Was häts do? Dschungel? Irgendwie war mir nur der Fussballer Suarez ein Begriff, der einst einen italienischen Spieler gebissen hatte. Aber als ich sah, wie nah Uruguay zu Buenos Aires liegt, musste ich die Chance einfach packen. Carla ist zum Glück erst grad vom Reisen nach Hause gekommen und schwebt auch noch etwas planlos durch die Gegend, wodurch sie reichlich Zeit und Lust hatte, mich zu empfangen. muchas muchas gracias already. Ich nahm also die Fähre von Buenos nach Colonia und von dort einen Bus nach Montevideo. Vier Stunden später empfängt sie mich am Terminal und zeigt mir in den daraufolgenden 10 Tagen ihre Heimat.

Im ersten Moment muss ich sagen: Uruguay erinnert mich maximal an die Schweiz und noch mehr an Neuseeland. Alles ist grün, weit und überall hats Kühe. Der Baustil, der manchmal etwas heruntergekommen ist und oftmals an die Kolonialzeit erinnert, hat wahnsinnig viele Parallelen mit Taranaki in Neuseeland. Wie in NZ stehen auch an vielen Orten suupeeeralte Autos, komplette Grabstätten urältester, verrosteter Modelle, rum. Definitiv sehenswert für Autofreaks.

In Montevideo planen wir zackig einen Trip in den Osten, nach Rocha und brechen bald auf. Mit dem Bus, einem Zelt und einwenig Gepäck gehts los zum Campen nach Punta Del Diablo und Valizas. Voilà:

Punta del Diablo

Ein Surf- und Hippiedörfli, etwa vier Fahrstunden von Montevideo entfernt. Das Wasser ist eisig, aber die Sonne brennt nur so runter. Gliicht sich us, irgendwie. Punta del Diablo ist definitiv ein Dörfli, das vom Tourismus lebt. Der Strand ist pumpenvoll mit Urlauber aus Uruguay, Brasilien und Argentinien. Günstig ist es nicht wirklich, ein Hostelbett unter 15 Franken findet man kaum. Hoppla! Auch Essen und Trinken kommt nicht grad billig um die Ecke, aber das ist halt so in Rocha, der Region, die an Brasilien grenzt und mit einer WAHN-SIN-NI-GEN Natur überzeugt.

Wahnsinnig gut gefiel mir der ultrachillige Vibe, der Mix aus Familien und jungen Menschen, der Surfvibe und, dass überall meeegaaa coole Livemusik gespielt wurde. Mein Highlight war „No Way José“, eine bombastische Band aus Rosario, Argentinien. Hammer!

Geschlafen haben wir im Zelt (gar nöd gwüsst, dass es pop-up Zält soooo praktisch chan si!), aber leider ohne Matraze, sondern auf dem wunderbaren Grasboden. Nach zwei Nächten fühlten wir uns schon etwas verdrückt, so ein Luftmaträtzli wäre von Vorteil gewesen. Aber es ging eh bald weiter…

Santa Teresa

Ab Punta del Diablo haben wir einen Wandertag nach Santa Teresa eingelegt. Im alten Fortaleza, wo die Kolonialisten einst residiert und die Meeresbucht überwacht haben, kann man sich endlos verweilen. Wunderschöne Gärten, alte Gebäude und endlose grüne Natur wechseln sich ab. Wir sind an diesem Tag sage und schreibe 30km gelaufen bis uns fast die Beine abfielen. Das Ecological Reserve ist wirklich traumhaft schön und grün und überhaupt, wahnsinnig ruhig und entspannend.

Valizas

Nach Punta del Diablo reisten wir mit dem Bus weiter nach Valizas. Valizas ist ein noch kleineres Kaff und noch viel, viel hippie-ger. Keine Ahnung, ob hier mehr Mate oder Gras konsumiert wird. Apropos Gras: Das ist in Uruguay legal und man kann überall alles mögliche und unmögliche mit Weed kaufen. Easy. Wo es in Punta del Diablo eher so surf-hippies hatte, ist hier die ganz hart eingesottene Sorte unterwegs. Die einen schlafen gar mit einem Schlafsack im Park. Scho chli schrägi Vibes. Valizas selbst ist aber trotzdem erstaunlich kostspielig, kein Wunder, bevorzugt man / frau den kostenlosen Park… Wir haben für 12 Dollar gecampt. Muss man sich mal vorstellen. Pro Person! Weil wir aber schon zwei Nächte auf dem baren Boden geschlafen haben und auch unser neuer Stellplatz nicht wirklich komfortabler war, entschieden wir in einer Nacht und Nebel Aktion, spontan die Küssi der Lounge vom Campingplatz zu stibitzen und darauf wie zwei Königinnen zu schlafen. Am anderen Morgen haben wir sie, ebenso nacht und neblig, zurück gelegt. Same Story ide zweite Nacht. Me muen sich halt z helfe wüsse…

Cabo Polonio

Ab Valizas gibt es einen ganz berühmten und äusserst empfehlenswerten „Hike“ nach Cabo Polonio. Über die Sanddünen oder entlang am Strand, egal, es ist beides wunderschön. Wichtig ist eher: Viel Trinken und Sonnencreme, denn Schatten gibts während knapp 3-4 Stunden wirklich keinen. Stattdessen ein Panorama wie im Bilderbuch. Und unglaublich viele Seelöwen / Seehunde. Leider davon auch unzählige tot. Genau, tot. Die Natur ist die Natur und es hatte leider mindestens 25 tote Seehundbabies an den Strand geschwemmt. In diversen Abständen. Wenn man aber sieht, wie unzählig viele in dieser ganzen Region leben, ist das Verhältnis schon irgendwie nachvollziehbar. Die kleinen Flauschis aber so leblos am Strand zu sehen, ist schon recht herzzerbrechend.

Cabo selbst ist ein ganz, ganz spezielles Fischerdörfli. Es steht unter absolutem Denkmalschutz, geniesst keine Stromversorgung und ist auf den ersten Blick ein absoluter Hippie-Himmel. Auf den zweiten kann sich da hier nur ein superreicher Hippiel leisten, so ist alles wirklich exorbitant teuer. Kein Wunder, kann sich hier kaum einer eine Übernachtung leisten. Falls man aber gut Cash besitzt, würde ich jedem empfehlen, im Sommer eines der kleinen herzigen „Tiny Houses“ zu mieten. Der Strand und die Gegend ist wunderschön wild, unberührt und man kann sogar surfen. Yes please. Nachts sorgt der Leuchtturm dafür, dass es doch noch etwas Licht gibt. Und dass man nicht per Zufall über einen der tausenden Seelöwen stolpert.

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