Pichilemu Nr. 1 #Chile

Ich verabschiedete mich in Santiago also von Sven und höckte mich allein in den Bus nach Pichilemu. Was ich dort mache? Nun, ich suchte lange nach einem Volounteering. Einerseits, weil ich Geld sparen wollte, da Patagonien (obwohl günstiger als erwartet), recht teuer war. Andererseits war es mein Ziel 2019, in sozialer Hinsicht mehr zurückzugeben. Ich durchforstete also diverse Projekte in der Region Pichilemu – dem Surf Capital Chile’s. Da wollte ich nämlich einfach wirklich hin. Basta. Ich fand zwei, drei Natur-Projekte, doch keiner antwortete mir schlau. Ich sendete nämlich tolle Emails mit vielen Fragen und als Antwort erhielt ich: Hoi, klar, chum. Ehm, hallo? Lest ihr meine Mails? Mir kam da grad die Erfahrung aus Kambodscha in den Sinn und ich musste sagen, dass ich nicht nochmals bei ein paar Dauerjunkies arbeiten wollte.

Nun fand ich auf den letzten Drücker ein Hostel, das wirklich super interessant geklungen hatte. Einerseits gibts da Yoga und Pilates, sie legen Wert auf positive Energie und sie brauchen jemanden, der Marketing versteht und mit English helfen kann. Well, here I am! Ich schrieb und bekam umgehend die Zusage, dass ich kommen darf. Drei Wochen habe ich mir vorgenommen, in Pichilemu zu leben. Nun, ich kann nur sagen, es sind am Schluss sechs geworden und wenn alles rund läuft, bin ich im September zurück. Doch wie es soweit kam? Nun,..

KOM Hostal und Work

Ich kam also an und am ersten Tag war schon klar: Hier ist alles ziemlich gut organisiert. Es gab einen Einführungsplan, ich war bereits für die Frühstücksschicht am nächsten Tag eingetragen, es gab 6 weitere Freiwillige und José, der Manager, hat mich mitsamt den Mädels herzlich willkommen geheissen. Plus die drei Hunde: Osita, Luccha und Cojin. Zudem lebt hier auch noch Nico, ein Surflehrer / Surfshop Mitarbeiter, der immer mal wieder mit uns rumhängte, wenn auch nie viel sagte 😉

Arbeitsmässig war entweder 8.30-14.00 Frühstück und Putzen der Badezimmer angesagt. Je nach Wochentag machte man beides, am Wochenende wurde der Job für zwei Personen aufgeteilt. Eine andere Schicht ist Check-Out von 12 – 17 Uhr, das Wechseln von Betten und allgemeines Putzen. Die dritte Schicht ist Rezeption von 16.00 – 21.30 Uhr inkl. nochmals Putzen. Jap gefühlt wird hier der ganze Tag geputzt, entsprechend ist das Hostel wahnsinnig sauber! Aber mit drei Hunden und Gästen, die Surfen und Sand reintragen, muss man auch auf der Achse bleiben 😉 Fünf Tage die Woche hatte man eine der Schichten, zwei Tage frei.

Die erste Woche war etwas zum Akklimatisieren. Alle Volounteers sprachen Spanisch und die einen von ihnen waren null interessiert, am Austausch ausserhalb ihrer Clique. Die Frauen haben sich da etwas abgeschottet. Aber mir war das recht Wurst, ich war froh, endlich wieder in einem geilen Bett zu schlafen, ein Zuhause zu haben und dann war da noch Franzi. Eine Deutsche, junge und supercoole Socke. Sie und ich hatten zusammen eine wahnsinnig gute Zeit. Wir arbeiteten, gingen surfen, mit den Hunden an den Strand. Sie zeigte mir die Feria, den lokalen Markt der Bauern mit Früchten und Gemüsen und allem, was man irgendwie kaufen möchte. Immer Mittwochs und Samstags. Und dann kam noch ein deutscher Gast und zu dritt gingen wir feiern, bis die Sonne aufging. Oh du lieber Reaggeton, jetzt weiss auch ich, warum ich einen grossen Hintern habe. Bailamos bailamos du… Entgegen all den Vorurteilen muss ich sagen, dass das Feiern hier maximal angenehm ist. Frau und Männer tanzen, keiner steht wie verloren im Raum rum. Und wenn die Männer mit dir tanzen wollen, dann kommen sie hin und halten dir die Hand hin. Da wird noch gefragt! In anderen Ländern – auch der Schweiz – drückt sich irgendwann einfach eine fremde Hüfte an deinen Hintern, sowas kann ich wirklich gar nicht ausstehen. Aber nein, hier wir nicht nur getanzt, es wird auch gefragt. Und selbst wenn man Nein sagt, wird nicht rumgemault und frau wird nicht als „dumme Schnepfe“ beschimpft, was in der Schweiz schon ab und zu mal passiert ist. Aber ja. Zurück zu Pichi.

Nach knapp einer Woche reisten ein paar Argentinierinnen ab und ein paar Tage später Franzi und Marisa leider ebenso. Das war zwar sehr schade, aber zudem auch Wendepunkt in Pichilemu, ab dem sich alles nochmals komplett auf den Kopf gestellt hatte. Nämlich kamen dann Ana, eine Soziologin aus Kolumbien (kein Wort Englisch), Dilan, ein DJ aus Kolumbien (kein Englisch), Clementine, ein französischer Gast und Joana, eine Schweizerin mit brasilianischen Wurzeln. Geblieben sind Lucia, eine Psychologin aus Argentinien und Meli, eine Grafikerin aus Argentinien und ich. Und natürlich José, unser Chef, ein Ingenieur (mechanical engineering) aus Venezuela. Und ein paar Tage später kam noch Paula, eine Krankenschwester und Massagetherapeutin aus Chile. Die „neue“ Gruppe war vollkommen und was dann geschah, war einfach nur der Hammer. verzelle gli meh!

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ciao Franzi!
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ciaoooo

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el jardin
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kom hostal

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cojin und osita
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finde den Fehler

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Rada Tilly alias Miami #Patagonia

Die Reise führte uns weiter nach Comodoro Rivadavia, beziehungsweise ein Vorort, das Rada Tilly heisst. Zuvor waren wir ja in Santa Cruz, einem sehr armen, einfachen und runtergekommenen, trostlosen Dorf. Jetzt fahren wir in Rada Tilly ein und uns trifft der Schlag: Sind wir in Miami, oder wassss?! Eine Villa nach der anderen, Autos so teuer, ich wusste gar nicht, dass es sowas ausserhalb der amerikanischen Protz-Desperate-Housewives-Szenen gibt. Holy. Fuck. Was lauft?! Die Gegensätze von Santa Cruz und Rada Tilly könnten nicht grösser sein. Wir checken ins Hostel ein und werden nochmals von einer ganz anderen Welt eingenommen: Der Besitzer Lau, ein junger Mann mit stahlblauen und tiefgründigen Augen, empfängt uns mit so einer Ruhe, mit einer Präsenz und einer Art und Weise, dass ich sofort gefangen bin. Was ist da für ein Mensch?

Stellt sich heraus, dass Lau schon ziemlich viel gereist ist, viel Yoga und Meditation praktiziert und garantiert etwas gelernt hat: Zuzuhören, ohne zu urteilen. Ich weiss nicht wie ich ihn beschreiben soll, aber er hat uns mit ganzem Herzen Willkommen geheissen. Er war (ist) die Seele des Hostels und wenn wir nicht den Mietwagen gehabt hätten, wären wir wohl heute noch da. Was mir besonders aufgefallen ist: Er war zuverlässig. Eine Eigenschaft, die heute eine immer seltenere Qualität zu sein scheint. Als er nämlich sagte „Ihr wollt surfen? Ihr könnt mit uns mitkommen oder auch unsere Wetsuits und die Bretter nehmen!“, dann meinter er das auch so. Am anderen Tag lagen tatsächlich Bretter und Wetsuits für uns bereit, ohne dass wir nochmals nachgefragt haben. Was Mein ist, ist Dein. Solche Kleinigkeiten sind vor allem unter „oberflächlichen Bekanntschaften“ beim Reisen rar und ich schätze es ungemein, da ich selbst nach wie vor eine sehr „zuverlässige und irgendwie auch ernsthafte Person“ bin. Ich sage nicht A und mache dann B. Mein Wort gilt. Sonst sage ich nix. Und wenn ich mein Wort nicht halten kann, kommuniziere ich und fühle mich auch verantwortlich dafür.

Nach und nach musste ich aber in den letzten Jahren und vor allem Monaten lernen, dass das wohl Teil meines Sternzeichens, meiner Kultur als Schweizerin und mir selbst als Person ist. Und nicht jeder weiss das zu schätzen oder teilt diese Ansichten, diese Werte oder was auch immer. Oftmals sagen Leute irgendetwas und tun dann was ganz anderes oder gar nix. Und das hat mich nicht selten enttäuscht. Ich konnte nie und kann bis heute nur schwer verstehen, wie Leute leere Versprechen rausballern können und dann nachher so tun, als wäre nix gewesen, nichts gesagt und als hätte das alles nichts bedeutet. Mittlerweile arbeite ich aber daran, andere nicht daran zu messen. Sondern das so hinzunehmen. Und zu akzeptieren, dass solche Menschen für mich dann einfach nicht die Richtigen sind. Sei es als Reisepartner, als Freunde, als kurzfristiger Flirt und Co. (sorry, zu viel Info hahahaha) oder als Partner. Ich arbeite daran, dass ich meine Werte wählen kann und dass sich dann von alleine zeigt, wer die Werte teilt und wer nicht. Ich arbeite daran, das Verhalten anderer nicht zu verurteilen, sondern hinzunehmen. Akzeptieren. Leben und leben lassen.

Und nicht nur mir fiel auf, wie wahnsinnig „ZEN“ Lau war. Auch Sven war in der Tat sehr beeindruckt von seiner Ausgeglichenheit, Aufrichtigkeit und dem urteilsfreien Kommunizieren und Diskutieren. Daran können wir nämlich beide noch arbeiten 😉

Die Frage, warum zur Hölle in Rada Tilly so viel Cash rumliegt, konnten wir nicht lange für uns behalten. Die Antwort: Erdöl bzw. Erdgas. Santa Cruz war ebenso eine Stadt, die ihr Geld mit dem Ausschlachten von natürlichen Resourcen verdient. Aber dort leben die armen Arbeiter. Hier leben jene, die sich eine goldene Nase damit verdienen. Und das kann man sich wirklich vorstellen mit einem riesigen Strand, einer Sportpromenade wo operierte Muttis (fake lips, titties & co.) mit kleine kläzfger Hunden joggen gehen und die Männer mit 20l/100km Jeeps rumfahren und protzen. Die Villen sind alle konsequent dreistöckig und nigelnagel neu. Lau sagt, er sei hier aufgewachsen, bevor der Boom mit dem Öl bzw. Gas alles verändert habe. In der Tat wird in der Region sowie auch in der Tierra del Fuego vor Ushuaia sooo vieeel Fracking (Hydraulic Fracturing) betrieben, dass es mir im Herzen schmerzt.

Habe euch ja schon erzählt, wie ich mich fühlte, als ich im benzinbetriebenen Auto nach Ushuaia einfuhr…sucks. Fracking ist nämlich an sich eine besonders umwelt-schädliche Art, Gas zu „pumpen“. Fracking verbraucht einerseits waaahnsinnige Mengen an Wasser und kontaminiert als Resultat auch noch das Grundwasser. Ebenfalls ist nicht klar, ob die unterirdisch entstehenden Risse in der Erde langfristig für mehr Erdbeben sorgen oder andere Gefahren hegen… Es ist definitiv ein massiver Eingriff in die Natur und könnte uns noch massiv um die Ohren fliegen. Just FYI.

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Nebst dieser bitteren Pille hatten wir in Rada Tilly aber echt eine schöne und kurze Zeit. Wir haben einmal all unsere Wäsche gewaschen sowie das Auto bei einer Tankstelle gesaugt und geputzt (innen). Wir hatten nämlich so viel Staub, Kieselsteine und Stroh im Auto, man hätte unser Gütschi bald als Heustock bezeichnen können. Würkli schlimm.

Aber zurück zu Rada Tilly. Es hat uns echt gut gefallen bei Lau und falls ihr mal entlang der sonst wirlich eher unspektakulären argentinischen Ostküste düsen müsst, dann ist Rada Tilly ganz klar ein Muss zum Stoppen und ein paar Tage „eifach echli sii…“

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seht ihr die Hammer am Horizont? Im Sekundentakt schlagen sei gegen den Boden und pumpen das Wasser-Gemisch runter in die Erde, wo immer wieder Explosionen stattfinden.

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Life update! #Indonesia

Ihr lieben! Keine Sorge, alles ist gut. Ich komme leider nicht wie gewohnt dazu, fleissig zu berichten. Ich arbeite noch immer an einem Video-Clip zu Sumbawa, habe noch etwas Surfmaterial aus Lombok und bin mittlerweile zurück in Bali. Doch eins ums andere.

Nachdem ich von Sumbawa zurück nach Lombok gereist bin, habe ich in Lombok meinen Surfbuddy und mittlerweile sehr guten Freund Jeremy am Flughafen abgeholt. Spontan ist er von Sri Lanka zurück nach Bali geflogen und hat meinen Spruch „Hey, komm doch nach Lombok zum Surfen“ gleich in die Tat umgesetzt. Ich kannte von meinem Lombok Trip ja noch einige Locals und so hatten wir die Surfcrew gleich zusammen und sind viermal um 04.40 Uhr aufgestanden, um als erste, teilweise noch vor dem Sonnenaufgang zu Surfen. Ganz legendär, im dunkle z surfe, wemmer bi Tagesliecht scho nöd würkli gueti Augä hät.

Lustig war auch: Auf dem Weg zum Flughafen ist mir eine Biene in den Helm geflogen und hat sich in meinen Haaren verfangen. Ich habe diese dann irgendwie dezent panisch mit der Hand versucht abzuschütteln und zack, Bienenstich. Ich dachte mir nicht viel dabei, nuggelte etwas an meinem Finger und musste dann mitansehen, wie sich meine Hand in den kommenden zwei Tagen auf ungefähr dreifache Grösse aufblies. Meine Finger wurden so dick, ich konnte sie nicht mehr schliessen und keinen Löffel mehr halten. Es wurden fleissig Witze gerissen, dass ich mit diesem Hand-Paddel ganz klar mehr Wellen kriegen würde 😉 Irgendwann wurde mir das Ganze dann zu bunt und ich besuchte meine Lieblingsapotheke zum dritten Mal und kriegte Antiallergikum. Drei Tage später war die Hand wieder normal 😉 Und dann schickte mir Jeremy eine Whatsapp, dass er in der lokalen Klinik sei, weil er mit dem Roller-Ständer seinen Fuss aufgeschlitzt hatte und nähen musste. Lol. Ich also wiedermal unterwegs zum Notfall. Der Fuss sah weniger schlimm aus, als erwartet.

Dann hiess es für uns auch schon bald: Zurück nach Bali! Mein zweimonate Visum neigte sich dem Ende zu und ich musste am 16. Mai aus Indonesien ausreisen. Doch hey, ich liebe Indo. Ich habe nicht annähernd so viel gesehen, wie ich wollte. Doch ich habe mich in Land, Leute und meine Bali-Family verliebt. Ich habe noch so viele To Do’s für dieses Inselparadies! Und wer sich erinnert: Vor etwa einem Monat habe ich euch mal von Sven, dem reisenden Holländer erzählt. Nun, nachdem ich einen Monat in Lombok und Sumbawa war und er in Vietnam arbeitete, sind wir nun auf Bali „wiedervereint“ und haben uns für die nächsten zwei Monate als Reisegrüppli zusammengeschlossen! Jeremy reist leider am 28. Mai aus, doch bis dahin gehört er natürlich auch noch zu meiner Bali-Family. Am 16. Mai ging’s also für eine Nacht nach Kuala Lumpur, einen sogenannten Visa Run zu machen. Das heisst, ausreisen, chillen und wieder einreisen und hoffentlich ein neues zweimonates Visum kriegen!

In KL hatten wir ein mega schönes AirBnb mit Rooftop Pool für wirklich kein Geld der Welt. Doch das Wichtigste: Wir sind zurück in Bali! Der Immigration Officer hat mich gefragt: „You have been here before, have you…“ und ich meinte nur „Jap, I love Indonesia.“ und schwupps hatte ich den zweiten 2-Monatsstempel im Pass. Ich könnte glücklicher nicht sein, bin aber noch nicht sicher, wohin es uns verschlagen wir. Wir möchten etwas Untouristisches, Unbekanntes erkunden. Irgendwelche Inseln von denen wir selbst noch nie gehört haben. Oder vielleicht nach West Papua? Oder Borneo? Sumatra? Ich weiss nur, im Juli möchte ich in Java sein und nochmals surfen… Ihr könnt also gespannt bleiben, was hier noch kommt!

Und dann gibt’s noch andere Breaking News! Inspiriert von meinen digial nomad friends hat es mich in den Fingern gejuckt, wieder irgendeine Arbeitsverpflichtung zu haben. Reisen ist schön. Und weil es so schön ist, will ich es so lange wie möglich machen. Und Reisen ist noch viel schöner, wenn man gleichgesinnte Menschen um sich herum hat und gemeinsam spontan sein kann. Spontan habe ich deshalb der Südostschweiz einen Artikel gesendet, mit der Anfrage, ob sie Lust hätten, ein oder zwei Artikel über das Sommerloch hinweg abzudrucken. Die Antwortmail war dann etwas umfangreicher: Hey Corina, wir mögen deinen Schreibstil, willst du nicht wöchentlich eine Kolumne schreiben? Nun, die Antwort wurde letzten Monat bereits gedruckt und veröffentlicht. Ich bin seit einer Woche offiziell Autorin einer Reisekolumne und hoffe, so lange wie irgendwie möglich von meinen Abenteuern berichten zu können! Als Mami mir die Zeitungsseite gedruckt hat, bin ich fast vom Stuhl gefallen und konnte etwa 12h lange nicht aufhören zu lachen. Wir haben das ganze Abends noch ein bisschen gefeiert und es ist besonders schön, diese Meilensteine hier mit so tollen Menschen teilen zu können 🙂

Jetzt gilt es aber: Nochmals 10 Tage Bali! Und zwar etwas anders als sonst. Denn, es kommt höchster Besuch aus der Schweiz! Wer die Besucher sind, nun, die einen wissen’s, die anderen werden bald davon lesen..;-)

Liebs Grüessli, Corina

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the crew

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How I roll…

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AirBnb porn in KL
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bromance-ing

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bester streetfood in Kuta Lombok

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Ulas always freezing…;-)

Coconut life #Lombok

Hallo aus Lombok! Eine Woche ist schon vergangen, vieles ist passiert und doch hat sich nix geändert. Das wohl Schönste am Zurückkommen in Lombok war, wie herzlich ich von den Locals begrüsst wurde, die mich noch von meinem letzten Aufenthalt kannten.

Ich ging kurz im Nalua Shop vorbei und schon als ich den Blinker stellte, hörte ich wie mein Name gerufen wurde. Umarmung hier, Umarmung da, blabla. Einfach Wahnsinn, so begrüsst zu werden. Dasselbe dann abends beim Surfen mit Royce, meinem „neuen“ Surfbuddy, erneut Amerikaner aber nicht ganz so ein verrückter Vogel wie Jeremy, sind wir an einem ruhigen Abend nach Gerupuk Inside gefahren. Schon als ich ins Line-Up paddelte, hörte ich „Corina! Is it Corina?“ und ich „WTF? Ja?“ (ohni Brülle natürli blind…) und dann erkannte ich meinen alten Surfinstruktor von letztem Jahr, der seinen neuen Schülern stolz erklärte, dass ich letztes Jahr auch bei ihm war. Die dritte Begegnung war an der (Beschneidungs-) Zeremonie in einem ziemlich abgelegenen Dorf, zu der wir nach dem Surfen spontan eingeladen wurden (siehe Video). Ich stand mitten in den Dorfbewohnern, lauschte der Musik und Parade, als jemand über alle Köpfe hindurch winkte. Ein weiterer Surfinstruktor, der sich noch an mich erinnerte! Er kam hin, grüsste und wir quatschten kurz. Ich kann es fast nicht fassen, so bin ich mit ihm weder auf Instagram, Facebook noch sonst wo verbunden und trotzdem erkannte er mich auf Anhieb. Gemäss Royce’s „Männerperspektive“ liegt das daran, dass sich Männer primär an die Füdli der Frauen erinnerten. Jawohl genau. Ob das so stimmt oder nicht, habe ich nicht weiter abgeklärt. Fakt ist, ich trug anständige Shorts während dieser Zeremonie 😉

Royce ist also mein neuer Surfbuddy und der absolute Wellenkönig. Ohne Witz, der Typ hat so viele Wellen, wie alle anderen im Line-Up zusammen. Sein Feedback ist soo hilfreich und wir gehen jeden Tag zusammen surfen. Ich habe ein Vorbild und er hat einen Gefährten. Irgendwie so. Jedenfalls haben wir uns gegenseitig gefordert und sind an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen total ca. 5,5h im Wasser gewesen. Entsprechend war die Luft abends dann raus und nebst einem komatösen Schlaf hat’s nicht einmal für eine einzige Tanznacht gereicht. Doch das kann sich noch ändern!

Ganz typisch für Indonesien hatte ich dann auch noch meinen ersten kleinen Rollerunfall, als zwei Halbschlaue vor mir umfielen und ich reflexartig so schnell bremste, dass es mir auf der Sandpiste das Hinterrad wegzog. Mein Surfboard hat mich ziemlich gut geschützt, weshalb es dann einen Reparaturtag einlegen musste, ich hingegen habe nur Schürfungen am Arm, einen grossen Blauen Fleck am Hintern und „Muskelkater“ im Nacken.

Zudem habe ich endlich geschnallt, dass ich ja diese GoPro Halter nur aufs Brett kleben und kein Loch dafür reingebohrt werden muss (kei Ahnig wasi da gstudiert ha…), wodurch ich auch noch einige Aufnahmen machte. Es war kein Tag mit grossen Wellen, dafür umso besser zum Üben, wie ich mehr Tempo gewinnen oder schneller wenden kann. Leider hatte ich die GoPro genau bei der b e s t e n  Welle der Woche nicht eingeschaltet. Ich sag’s mal so, beim Zurückpaddeln hatte ich das Herz in der Hose und der Bootsfahrer hat wie wild gejubelt. Royce und ein herziger Schwede meinten nach meiner Rückkehr im Line Up nur: „Wir hätten beide niiieee gedacht, dass du das durchziehst….! Wir sassen nur so hier und sagten „Das macht sie eeeh nicht…und weg war sie!! Und wir nur so: Wooaaaaahh shiiiiit!!!““ Sagen wir’s mal so: Mein Ego wuchs innerhalb von einigen Sekunden, wenn auch nur temporär, exponentiell!

Der „Drop“, also dieses „reinfahren“ in die Welle, war so steil und hoch, ich dachte selbst nicht, dass ich auf dem Brett stehen bleiben kann und siehe da. Dann der offenen Schulter der Welle entlang zu fahren, die selbst immer noch ca. eine Handlänge über meiner Kopfhöhe hoch war, wäre einfach nur PERFEKTES GO PRO MATERIAL GEWESEN!!!!! Was für eine Schande, aber ja… Die Erinnerung bleibt im Kopf, wie so manche andere 🙂

Wie mein Coconut Life in Lombok so aussieht, habe ich in einem Clip für euch zusammengeschnitten. Viel Spass =)

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Nei das ist kei Make-Up, das isch 50+ Zink 😉

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autschi – aber merci, gueti Platzierig zwüschet allne Tattoos 😉

Alltag auf #Bali

Selamat Bagi! Ich grüsse euch nach wie vor aus Bali, der island of gods. Dem Surfparadies, dem food heaven, dem Magnet für Urlauber, Reisende, Spirituelle, Surfer, Aussteiger, Expats und überhaupt, hier gibt’s einen Platz für jeden. Alle scheint es nach Bali zu ziehen und ich kann gut verstehen, weshalb. Der Lebensstandard hier ist unglaublich hoch, so lässt es sich für verhältnismässig wenig Geld wie ein König leben. Klar ist es teurer als beispielsweise Vietnam oder Thailand, aber der Standard ist auch ausser Konkurrenz. Wenn man etwas Geld in die Hand nimmt, kriegt man hier bessere Unterkünfte, Spa Behandlungen und Essen, als irgendwo in der Schweiz und es ist trotzdem noch viel viel billiger 😉

Seit bald einem Monat bin ich jetzt auf Bali und lasse mich treiben. Die erste Woche war ich noch im Surfcamp, habe dann mein Surfboard gekauft und einen Roller für zwei Monate gemietet und bin seither primär im Wasser anzutreffen. Dort habe ich auch meinen Buddy Jeremy kennengelernt. Er ist ursprünglich aus den USA, reist aber seit über einem Jahr und verdient nebenbei Geld als Online English Teacher. Ein Feld, in das ich vielleicht auch mal Einblick halten sollte. Je länger, desto mehr habe ich Lust, wieder an irgendetwas zu arbeiten. Ich wäre offen für alles, doch bislang hat sich nix ergeben. Die Motivation kommt wohl vorallem daher, dass man hier so viele Selbständige trifft, junge Leute mit Visionen und Ideen, die sie verfolgen und täglich einige Stunden daran arbeiten. Absolut erstrebenswert! Und man staunt, womit die Menschen Geld verdienen – der eine hat ein Teddybär Business, fall ihr also mal ein richtig nerviges Geschenk möchtet: https://www.annoyingteddy.com 

Nun aber zurück zu meinem Alltag auf Bali. Surfen steht klar im Vordergrund: Jeden Tag paddeln wir raus, meist Berawa oder Old Man’s, weil’s schlichtweg am nächsten ist. Abends checken Jeremy und ich den Wellen-Forecast und seinen Stundenplan für den nächsten Tag und vereinbaren unsere Surfsessions. Dank dem Roller sind wir auch flexibel, die Spots zu wechseln, falls es flat oder vom Winde verweht ist. Zwischendurch lese ich Bücher, gehe in eine Yoga Stunde oder vereinbare mich zum Essen mit anderen Reisenden, die ich unterwegs kennengelernt habe.

So traf ich beispielsweise Suzie wieder, mit der ich in Myanmar trekken war oder erhielt über die Ostertage hohen Besuch aus der Schweiz, was wirklich unglaublich toll war! Es war richtig schön, ein Stück Familie und Vertrautheit hier zu haben und die Tage sind nur so geflogen. Was wir unternommen haben, kommt dann mal noch in einem anderen Post 😉

In Canggu, wo ich mich für den Monat niedergelassen habe, gibt es auch einige Fixpunkte im Programm: Dienstag ist Taco Tuesday mit Gratis Tattoos im Deus Temple, Mittwoch ist eine crazy Party im Old Man’s, Freitag ist eine Party im The Lawn und anschliessend ist jeder in der Sandbar. So gibt es für jeden Abend ein To Do, aber ich brauche meine Energie für’s Surfen und gehe meist nur einmal pro Woche aus. Letzten Freitag war ich mit Suzie im The Lawn, quasi als Abschlussparty, bevor sie weiter auf die Gili’s reiste. Wir haben eine Gruppe cooler Leute kennengelernt, die alle länger hier sind, an ihren Projekten arbeiten und schon ein recht gutes Netzwerk haben. Nach einer durchtanzten Nacht am Strand inkl. Sonnenaufgang über den Reisfeldern hat man dann gleich schon wieder neue Leute ins Herz geschlossen und so ist man irgendwie plötzlich drin, in der Community in Canggu. Man trifft dieselben Leute immer wieder oder jemanden, der jemanden kennt. Dorfläbe halt! Klar hat es hier auch viele Urlauber, die nur für ein, zwei Wochen Ferien machen. Die kann man meist daran erkennen, dass sie 24/7 top gestylt sind, sich den ganzen Tag am Strand sonnen und bräunen und vorallem auf ein wildes Partyleben aus sind, was man hier durch und durch gut ausleben kann 😉

Canggu selbst zieht besonders viele „Instagram“ people an, so ist wirklich jedes Café, jede Bar und jedes Essen „instagrammable“. Alles ist super durchgestylet, supercool und überhaupt. Ich hab’s langsam etwas gesehen – es ist mir etwas zu künstlich. Versteht mich nicht falsch: Nach wie vor liebe ich das leckere Essen hier und würde es nicht missen wollen. Ich liebe die Community, der Surflifestyle, die Leute, die es hier hin verschlägt. Und auch ich muss ab und zu immernoch mein Essen fotografieren, weil es einfach so kreativ angerichtet ist und hammermässig schmeckt. Trotzdem kann ich langsam nur noch schmunzeln über die durchgestylten Leute, die in jedem Café ihre Fotosessions inkl. Profifotograf machen oder sich in zwanzig Posen am Pool und über ihrer Smoothiebowl räkeln und dann doch irgendwie nicht so viel Spass an ihrem Alltag haben. Bislang habe ich schon mehrere „Instagram“-Girls kennengelernt, die einen hammer feed haben, dank tausenden von Followers ganz gutes Geld verdienen, auf den Bildern einfach nur supergeil aussehen, aber in der Realität todunglücklich sind und ganz viel Bestätigung suchen.

In diesen Momenten merke ich, dass ich bei mir angekommen bin. Dass ich diese Art von Bestätigung nicht brauche und auch nicht suche. Dass ich happy bin, mit dem was ich tue und mit dem Punkt, wo ich in meinem Leben stehe. Ich bin umgeben von so spannenden und inspirierenden Menschen, so habe ich hier wieder einige Menschen ganz fest ins Herz geschlossen. Es sind nicht viele und es ist nicht die laute Meute, die sich jedem Abend ins Getümmel stürzt. Es sind Menschen, die selbst „angekommen“ sind.  Mit denen ich nach dem Surfen ab und zu ein Bintang trinke, die mich im Line Up begrüssen und wir uns anschliessend gegenseitig feiern, wenn einer eine gute Welle surft. Es sind Leute, mit denen ich stundenlange Gespräche führen oder mich gehen lassen kann, mit denen ich Frühstück oder Abendessen gehe und die mir einen Alltag geben. Es sind Leute, auf die ich mich hier irgendwie verlassen kann.

Nun habe ich aktuell vor, in einer Woche nach Lombok weiterzureisen, wo ich wiederum einige Locals aus meinem letzten Lombok-Surftrip kenne. Dort möchte ich auch ca. zwei bis drei Wochen bleiben, bevor es zurück nach Bali geht. Mitte Mai muss ich den Visa Run machen, das heisst, billig aus- und einreisen und ein neues Zwei-Monatsvisum beantragen, um dann noch Regionen wie Flores und den Komodo Nationalpark zu bereisen, bevor ich dann mitsamt Surfboard nach Java weiterziehe.

Nun ja, es wird nicht langweilig. Vorallem, weil ich selbst in Bali wiedereinmal fast nichts gesehen und gemacht habe, ausser gesurft und gegessen! Kaum zu glauben, gellet. Und nein, das Surfen ist mir noch nicht verleidet 😉 Morgen geht’s aber auf einen Tagestrip mit dem Roller und endlich wiedermal mit der Kamera ausgerüstet, um hoffentlich bald wieder spannenderes erzählen zu können ;-)!

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Plastic Ocean meets Surflife #Bali

Ich verspreche euch, nach diesem Post ist dann mal genug von traurigen Themen und #realtalk und ich erzähle bald wieder etwas unterhaltsameres über meinen Alltag in Indonesien 😉

Plastic, Plastic, Plastic

Dass Abfall im Meer (und auch sonst überall, wo er nicht hingehört) ein Problem darstellt, muss ich euch ja nicht nochmals erzählen. Das weiss mittlerweile hoffentlich jedes Kind. Speziell Bali ist immer wieder in den westlichen Medien präsent, primär aufgrund der durch Abfall verschmutzten Strände. Und lasst euch eines sagen: The struggle is real. Dieses Video ist Realität:

Ich habe selbst an einem Beach Cleanup (das heisst, mit einem Abfallsack bewaffnet am Strand Abfall zu sammeln) teilgenommen und wir haben in einer Stunde zu zehnt über 170kg Abfall gesammelt. Unter den Übeltätern war alles dabei: Unzählige FlipFlops, Zahnbürsten, Strohhalme, Plastikflaschen- und Deckel, Schminkbeutel, alle Arten von Kosmetikverpackungen und Plastikfötzel. Nebenbei findet man auch Glasteile, irgendwelche Drähte, Angelzeugs oder andere Überbleibsel elektronischer Gadgets.

Wir haben gesammelt und gesammelt, doch es war tragisch: So weit das Auge reichte, sahen wir nur noch mehr Abfall, der sich der Küste entlang stapelte. Das Bild gestaltete sich besonders schlimm, weil es am Abend zuvor geregnet und gestürmt hatte und dies den Abfall noch stärker an die Küste schwemmt – vom Meer her, sowie vom Inland her mit den Flüssen.

Der Plastik ist unter all den Übeltätern besonders schlimm. Plastik benötigt ca. 450 Jahre, um durch die Natur abgebaut zu werden. Und selbst dann wird er eigentlich nur in Mikroplastik zerlegt, der nach wie vor schädlich ist für die Natur. Hier seht ihr eine ziemlich neue Grafik vom Umweltbundesamt aus Deutschland, die aufzeigt, was wie lange im Meer vor sich hinvegetiert, bevor es „abgebaut“ ist:

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Quelle: https://www.careelite.de/plastik-muell-fakten/

Vielerorts gibt es im Meer gemäss aktuellsten Studien bereits sechs mal mehr Mikroplastik als Plankton. Und die Prognosen werden nicht besser: Wenn es so weitergeht, gibt es 2050 dreimal mehr Plastik als Fische im Meer.

Für euch klingt das vielleicht alles etwas übertrieben und weit hergeholt. Es ist „ein Problem, dass uns als Binnenland nicht betrifft“. Wir Schweizer sind ja nicht schuld daran, so schmeissen wir ja nichts ins Meer, blablabla… Dass die ganz allgemeine Plastikproduktion ca. 8% der weltweitern Erölverbrauchs ausmacht, lasse ich jetzt mal so stehen. Ich möchte nur jedem ans Herz legen, den Verbrauch zu hinterfragen und mindestens die Entsorgung korrekt auszuführen.

Denn mich betrifft es zur Zeit extrem. Jeden Tag paddle ich auf dem Surfboard ins Meer hinaus und jeden Tag schwimmt mir Plastik entgegen. Nicht gerade im Ausmass wie im oben gezeigten Video, aber machmal annähernd. Vorgestern hat’s wieder gestürmt und das Resultat war heftig: Ich war gestern 3x ca. 2h surfen und haben nach jeder Session einen Leash voll Abfallsäcken aus dem Meer geschleppt. Der Leash ist das Band (jap, en Bestandteil devo isch au Plastik – da hät’s mi!), welches Surfboard und meinen Fuss verbindet. Alles, was mir im Meer entgegenschwimmt, knöpfe ich an meinen Leash, denn die Hände brauche ich ja frei und der Bikini bietet keinen Stauraum 😉 Als ich gestern aus dem Wasser kam, sah ich wirklich aus, als würde ich eine Wäscheleine voll Abfallsäcken hinter mir herziehen. Und das ist kein schönes Gefühl.

Ich selbst versuche, so wenig Plastik wie möglich zu „brauchen“. Trotzdem komme ich immer wieder in eine Situation, in der ich eine PET Flasche oder anderes Verbrauchsmaterial kaufen muss. Aber ich arbeite daran. Bei den Kosmetikprodukten (Seifen, Shampoo, Duschmittel) verwende ich ausschliesslich Lush, tier- und umweltfreundliche Produkte aus fairer Produktion, die sogar ohne Plastikverpackung auskommen! Ich schleppe sie in wiederverwendbaren Boxen herum und kann echt sagen: Der Verbrauch ist so klein, sie reichen mir sicherlich für’s ganze 2018! Schminke und Co. führe ich aktuell sowieso nicht mehr im Sortiment. Sorry, not sorry. Falls ich Gesichtscreme oder etwas für die Haare brauche, verwende ich ein paar Tropfen von einem Kokosöl, welches ich in Sri Lanka geschenkt bekommen habe. Für die Haut gibt’s Aloe Vera, obwohl ich hier auch immer mal wieder was im Laden kaufen muss. In Sri Lanka konnte ich das Gel noch direkt von der Pflanze im Garten beziehen =P

Mein wohl grösster Verschleiss überhaupt ist Sonnencreme: Viele Sonnencremes bestehen aus Mikroplastiken und sind superschädlich für die Natur und auch für unseren Körper. Ich selbst suche immernoch nach einer Sonnencreme, die mich zuverlässig schützt und keine fragwürdigen Stoffe enthält. Aktuell verwende ich ein lokales Produkt aus Indonesien, welches noch nicht 100% ideal ist, doch im Schnitt sicher besser als die grossen Brands wie Banana Boat oder Nivea. Und mit meinem superhellen Teint ist nicht zu spassen, erst recht nicht im Wasser, wo die Sonne auch noch aus allen Himmelsrichtungen reflektiert. Da ist mir die Priorität meiner Haut leider wichtiger, als die Nachhaltigkeit =/ Ich probiere und suche aber fleissig weiter, denn selbst hier ist leider auch nicht alles erhältlich.

Für’s Gesicht habe ich noch eine alte Creme von La Roche Posay aus der Schweiz dabei, die ich längst leer machen müsste. Fakt ist aber: Ich verwende im Wasser nur den Surf-Zink. Ich habe einen älteren von EQ aus Frankreich, der ist grün und ich „bemale“ mich mit ihm an empfindlichen Stellen, sodass ich klar sehe, wann er abgespült ist. Das wäre dann beispielsweise rund ums Bikini Höschen / Oberteil, wenn ich irgendwo einen leichten Sonnenbrand oder empfindliche Hautstellen habe. Im Gesicht habe ich immer einen braunen Zink von Headhunter. Beide sind nicht umweltschädlich und bestehen aus natürlichen Inhaltsstoffen. Man kann diese Zinkcremen übrigens auch fürs Skifahren / Wandern benutzen. Sie lohnen sich eigentlich immer, sobald man extremer Sonne exponiert ist. Ich komme oft abends nach Hause, gehe duschen und stelle nach dem Duschen fest, dass mein Gesicht immernoch voll Zink ist. Das Zeug hält wirklich hammermässig und ich muss es oft mit Kernseife und einem Frottetuch wegrubbeln 😉 Defür hani nonie en Sunnebrand im Gsicht gha…

Ein anderes Verschleissprodukt ist Surfwachs. Diesen schmiert man aufs Brett, damit man im Wasser nicht von der schlieferigen Oberfläche des Surfbretts runterrutscht. Aktuell verwende ich noch einen in Zürich hergestellten Wachs, den ich geschenkt bekommen habe (merci Kevin!) 😉 Sobald der durch ist (bald…), kaufe ich mir einen Neuen von Bees Knees oder ähnlichem Label, dass 100% abbaubar ist.

Für die, die es noch mehr interessiert: Es gibt auch Finnen, Leash und Boardbags aus nachhaltiger Produktion. Da ich mein Surfboard „komplett ausgestattet“ gekauft habe, werde ich es erst mit diesen nachhaltigen Produkten aufrüsten, sobald ich meinen Leash ruiniere oder die Finnen kaputt gehen. Eine Finne hatte schon einen kleinen Riffunfall (jap, auch mein Surfboard war auch schon in der Reparatur für mein erstes Dings…) – ich bin also zuversichtlich, dass ich bald Ersatz brauchen werde… es isch ja zum bruuche do!

Leash vo Rewolve

Wiiteri Goodies für Surfer

 

Surfupdate #Bali

Hallihallo! Seit etwas mehr als einer Woche bin ich zurück in Bali und ich war jeden Tag am Surfen, Surfen, Surfen… Daher geht’s bei meinem ersten Post aus Bali auch um nix anderes. Wen das nicht interessiert, der kann jetzt schon mal dieses Browserfenster schliessen – denn es wird wahrscheinlich sehr sehr einseitig =P

Kurz als Intro: Gebucht habe ich eine Woche „Intermediate Surftraining“ bei Lapoint in Gianyar, im Osten Bali’s. Ich war schon in einigen Surfcamps und Lapoint hat einen mega guten Ruf. Sie arbeiten in Bali mit Ripcurl zusammen und haben daher auch super Instruktoren. Das ist das erste Mal, dass ich bei einem Camp ein „Level“ auswählen konnte. Level 1: Noch nie gesurft. Level 2: Kann hüfthohe Wellen surfen und allein aufstehen. Level 3: Kann kopfhohe Wellen surfen und will Cutbacks lernen. (Cutbacks sind „Kurven zurück zum brechenden Punkt der Welle.) Ich habe mich zu Level 3 eingeteilt und war dort auch genau am richtigen Ort.

Der Ort Gianyar hat zur Regenzeit eine gute Ausgangslage für die Spots rund um Sanur, bspw. Serangan, Baby Reef, KFC oder den World Surf League Championship Spot Keramas. Spannend war: Alle Spots waren Riffspots – also kein sandiger Untergrund, der jeden Fehler verzeiht. Das Camp selbst war eine traumhafte Villa mit ca. 18 weiteren, ganz lieben Gästen und 3 Schweden von Lapoint: Vanessa, die liebe Campmanagerin und Stina und John, die beiden Social Hosts. Ich habe mich beim Reinkommen schon perfekt aufgenommen gefühlt und auch meine Zimmermitbewohner waren bereits auf den ersten Moment mega sympatisch!

Nun zu den Wellen: Der forecast sagte, dass wir mit Wellen um 6-8ft rechnen können. Das bedeutet, zwischen dem Wasserspiegel und dem oberen, brechenden Punkt der Welle liegen bis zu 2,5m Distanz. Ich war bisher in 4ft ganz sicher unterwegs und weiss gar nicht, wie oft ich überhaupt eine grössere Welle gesurft bin. Zudem war mein Ziel eigentlich: Cutbacks üben, schneller nach rechts oder links wenden und herausfinden, welches Board ich kaufen soll, um die nächsten Monate an meinen Skills arbeiten zu können. Ebenfalls hinzu kommt, dass ich zwar ziemlich safe auf dem Wasser bin, wenn ich mal stehe, aber das Anpaddeln, das richtige Timing und die „Weitsicht“ für die „perfekte Welle“ sind wichtige Faktoren, die mir noch gar nicht gut liegen. Dazu wollte ich nochmals viel Input von den Instruktoren erhalten.

Nun war es so, dass Johan und ich die einzigen im Level 3 waren, also die „Fortgeschritteneren“. Da wir uns auch ein Zimmer teilten, sind wir super schnell gleich ein mega gutes Team geworden! (#TeamChanelCharging, if you read it 😉 ) Wir haben zusammen einen Instruktor gehabt, der uns konstant korrigiert und Feedback gegeben hat. Auch die Fotoanalyse war wirklich super hilfreich, daher habe ich  überhaupt alle diese vielen Bilder. Auf einigen Bildern seht ihr auch, dass andere Surfer in meine Welle reindroppen oder ich reindroppe – haha. Das bedeutet, ich oder andere haben die Vorfahrtsregeln im Wasser missachtet. Das ist superwichtig, um keine Unfälle zu haben und auch Respekt vor anderen Surfern zu haben, die lange auf „ihre“ Welle warten. Vorfahrt hat grundsätzlich jener Surfer, der am nächsten am brechenden Punkt der Welle ist. Ich kommentiere das gleich unten bei den Fotos.

Für mich ist es wirklich krass zu sehen, wie ich Fortschritte mache, wie die Wellen grösser werden und ich mich auch darin sicherer fühle. Die Wucht einer Welle, wenn man einen Nosedive (Boardspitze taucht und man wird kopfüber durchgespühlt) macht oder sonst einfach ein unnötiges wipeout hat, ist massiv. Ich hatte diese Woche die wohl längste Dauer unter Wasser, den längsten Kampf in der impact Zone (wo die Wellen gebrochen sind und mit voller Wucht auf einen zubrettern, wurde zum ersten Mal gegen das Riff geschmissen (nix passiert, alles gut!) und – hört, hört – bin zum ersten Mal ein Shortboards gesurft!

Das Shortboard war wohl das Highlight meiner bisherigen „Surfkarriere“. Alles hat damit angefangen, dass ich mich über das lange Brett beklagt habe, da die Wellen für solche Boards schlichtweg zu steil wurden und ich mehr Spass wollte. Dann hat der Instruktor gemeint: Morgen nimmst du ein 6’6. Ein spitzes Shortboard. Ich habe ihn eher ungläubig angeschaut, da ich überzeugt war, mit diesem Brett weder genug Kraft zum Paddeln, noch genügend Technik zum Surfen zu haben. Der Sprung erschien mir schlichtweg zu gross. Zudem landeten wir an besagtem Morgen dann effektiv am Keramas Beach: Einem weltklasse Surfspot mit massivsten Wellen und einem Riff, das vielleicht einen knappen Meter tief war. Nicht beste Voraussetzungen, für mein Übungstag auf einem Shortboard. Meine Stimmung war, sagen wir mal so, dezent kritisch.

Die Freude war dann umso grösser, dass es geklappt hat: Ich bin gestanden und habe gewendet. Einigermassen. Und es war eine kleine, aber steile Welle. Der Adrenalinkick hingegen war maximal massiv und selbst am Tag danach war ich giggerig wie noch nie auf’s Surfen, auf das Board und einen neuen Surfspot im an der Westküste Bali’s. Dort ist dann auch das Video unten entstanden, auf dem ich die Cutbacks geübt habe, also einigermassen am kürveln arbeite. Sieht scheiss langsam aus, ich weiss. Aber die Uhr, die Johan und ich jeden morgen gekriegt haben, hat bei dieser Welle meine max. Geschwindigkeit von 22,3km/h aufgezeigt. Ganz okay für mich, wenn man vergleicht, dass Profis mit ca. 40km/h surfen.

Zusammenfassend kann ich sagen, ich habe nochmals mega mega viel Vertrauen in meine Fähigkeiten gewonnen, kann immer schneller in eine Welle einstechen (Front- oder Backside surfen) und fühle mich auf Left- wie Righthandern sicher (das heisst, ob die Welle nach links oder nach rechts bricht) und habe – oho oho – mein ERSTES SURFBRETT GEKAUFT!

Das gute Stück ist 6’4ft lang, also ein Shortboard. Damit mir das Paddeln alleine im Line-Up aber auch an Tagen, an denen die Wellen schnell kommen, oder an Spots, an denen sie hohler brechen, leichter fällt, habe ich mich für so viel Volumen wie irgendwie möglich entschieden. Mein Board fasst nun 43l und ist daher sogar einfacher zu Paddeln als das leicht längere 6’6, was man auf den Bildern / Videos sieht. Das liegt primär an der breiteren Nase meines Boards und daran, dass es minimal dicker ist.

So, das war das Update aus Surfseite. Nun die Bilder, an denen ich selbst wirklich eine MEGA FREUDE habe, da es für mich einfach schön ist, zu sehen, dass ich jeden Tag im Wasser etwas dazulerne 🙂 Und es folgen auch noch das Video mit dem ersten „effektiv erfolgreichen Ride“ des Shortboards, sowie einige Failvideos, die ich euch auch nicht vorenthalten wollte. Immerhin gehört das auch dazu und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie oft ich bei Keramas in den Rifffelsen aufgelaufen bin… Ich war kurz vor’m Aufgeben und Flüchten, bevor ich dann meine erste erfolgreiche Welle hatte 😉

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Wahrschindlich mini grössti Welle ever 🙂 Man beachte, dass ich mini Hand ha chönne im Wasser nahzieh – unbeschriblich!!!!!!
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Man beachte auch wie wunderschön s Wasser isch und wie glasig d Welle brechet 😉 TRAUMHAFT!!!!!!
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Üebe mit Schuss tüüf zgah und s Wasser berüehre 😉
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Eusi Uhre am istelle – d Ripcurl Surfwatches messet Gschwindigkeit, Paddeldistanz (über 7km a eim Tag…hallo Monstermuskelarme) und Azahl Welle pro Tag.
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Da gseht mer, wie mer nomal Inputs bechömet, bpsw. dass d Gwichtsverlagerig zum Tempo gwünne mitm chline Brett anderst muen stattfinde 😉 Physik!
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Da gseht mer au, dass ich en chline Sicherheitsabstand inimme zum brechende Punkt vode Welle, will die würklich riesig und au bitz hohl broche sind. Di meiste Welle a dem Tag sind über oder knapp Kopf höch gsi.

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Da gseht mer schön, wie öpper i mini Welle inedroppt, obwohl ich fix druff bin
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Und da gseht mer, wie ich am Kollega hinde dra dri droppe und de Gilles mir auna dri droppt…also gnau gnah en dopplete Drop-In
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…und das chunnt denn debi use: de Kolleg hinter mir regt sich wahrschindlich uf, das ich so langsam bin und ich flitze haarscharf am Gilles verbi und rüefe „Achtuuuuuung!“ und de armi Gilles het wahrschindli es Herzchriesi und zieht, wenner chan, sis Brett zrugg 😉
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Das isch de Start i mini ersti, erfolgrichi Welle ufm Shortboard. Me gseht, wie unglaublich hohl und glasig d Welle dur de perfekti Offshore Wind bi Keramas sind. Was mehr nöd gseht, isch das beschissne Riff, wo vor minre Nase uf mich gwartet het 😉 Ich weiss, es geht da nöd höch us, aber es isch e schnelli Welle und es chan ufme Foti fast nöd festghalt werde, wie schnell da alles muen gah zwüschet paddle, ufstah, dreihe und fahre!
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Freud und Schock sind glich gross gsi wie d Überraschig, dass ich’s gschafft han ;-)!

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Und da hettemer no di besagte Fail- und Erfolgsvideos 😉 Enjoy!



When in Taranaki #NZ

Wer an Neuseeland denkt, denkt zuerst an die Naturgewalten der Südinsel. Oder an die Bay of Islands im Norden mit ihren unzähligen Inseln und Delfinen. Oder die vulkanisch aktive Region um Rotorua, dann irgendwann an Auckland, Wellington oder Christchurch. So sieht auch die übliche Reiseplanung durch Neuseeland aus: Dem Süden wird grundsätzlich, nicht nur wegen der Grösse sondern auch wegen der unzähligen Sehenswürdigkeiten, viel mehr Zeit zugewiesen.

So kommt es, dass weniger als 2% der Neuseelandtouristen auf ihrem Trip die Region Taranaki im Südwesten der Nordinsel besuchen. Gut für mich, so bleibt diese Region wirklich ein Geheimtipp und eine besondere kiwi experience, die ich euch aber wärmstens empfehlen möchte. Nicht umsonst hat lonely planet Taranaki als zweitbeste Reiseregion (weltweit) für 2017 empfohlen!

Auf das Leben der Einheimischen von „the Naki“ gehe ich noch in einem eigenen Post ein. Hier eine kleine To Do Liste für Taranaki 🙂

Mount Taranaki

Unübersehbar ist das Wahrzeichen und der Namensgeber der Region, der Mount Taranaki. Eine Pracht eines Vulkans, doch ziemlich launisch was Wetterschwankungen angeht, so kann sich der Mountain, wie ihn die Locals nennen, innerhalb von wenigen Minuten in Wolken hüllen. Nebst den bekannten Tramps wie dem Summit Track zum Gipfel, welcher nur im Februar-März gegangen werden sollte, oder einem Besuch der Dawson Falls gibt’s noch einige besondere Empfehlungen meinerseits:

Wasser aus einer, unter den lokalen Maori sehr spirituellen, Quelle, das über mehrere Etagen in Naturpools fliesst und zu einem mutigen Sprung einlädt? Das sind die Wilkies Pools. Ein kurzer, ca. halbstündiger Walk ab dem Dawson Falls Visitor Center. Wem das zeitlich zu wenig ist, der geht anstatt direkt zu Wilkies Pools den dreistündigen loop walk zur Waingongoro Hut und auf dem Rückweg erst zu den Pools. Dann hat man sich die Abkühlung auch wirklich verdient 😉

Noch mehr Lust auf Wandern? Ab dem Visitor Center in North Egmont gehst du 1,5  Stunden hoch zur Tahurangi Lodge. Aber Achtung, das sind die anstrengendsten 1,5h deines Lebens, denn die Steigung war wirklich so krass, dass ich beinahe hintenraus gekippt wäre und mir sehnlichst Treppenstufen anstatt eines Pfades gewünscht hätte. Von der Tahurangi Lodge kann man dann im Februar entweder den Gipfel besteigen oder innerhalb von 1,5h via einem kleinen Schneefeld und dem Manganui Skifield zum Stratford Plateau laufen. Schöne Aussichten und viel Sonne. Wichtig: Anfangs- und Endpunkt sind nicht dieselben, daher Abholtransport organisieren 😉

Surfen

Nicht umsonst heisst die Küstenstrasse Surf Highway 45. Nicht nur in New Plymouth, sondern entlang der ganzen Küste gibt’s immer wieder tolle Surfspots. Für mich ein Highlight war der Opunake Beach. Dunkler Vulkanstrand, glasklare Wellen und keine Felsen im Wasser. Und nur eine Handvoll Surfer, dh. genügend Platz im Lineup! Yeih! Wetsuit und Board für NZD 40 pro Tag (CHF 30.-) bei Dreamtime im Centrum mieten.

Surfen lässt es sich aber auch sonst praktisch überall, z.B. bei den bekanntesten Hotspots in New Plymouth bei Fitzroy oder in Oakura, ca. 15-20 Min. südlich von New Plymouth. Da steht sogar das grösste Surfboard der Welt ;-)!

New Plymouth

Die Küstenstadt hat einen besonderen, etwas anderen Vibe als der Rest von the naki. So gibt es hier ziemlich viele Villen mit beach view und sehr hübsche Nachbarschaften. Es hat einen leicht kalifornischen Touch, aber viel weniger als Mount Maunganui. Vielleicht mausert sich NP in den nächsten 5 Jahren Richtung Mount Maunganui, wer weiss?

Der wunderschöne Park und botanische Garten „Pukekura Park“ ist ganzjährlich ein Treffpunkt und im Dezember bis Januar mit dem Festival of Lights einen besonderen Besuch Wert: Nachts ist alles beleuchtet und jeden Abend spielen Livebands aus der Region – kostenlos! Wer noch mehr Musik will, besucht an Silvester das Reaggefestival beim Butler’s Reef oder das noch bekanntere Womad Festival im März! Ein anderes, besonderes Festival in New Plymouth ist das Tattoo Art Festival, welches jährlich im November stattfindet und Künstler aus aller Welt anzieht.

Für einen aktiven Tag in der Stadt eignet sich der Coastal Walkway. Vom Port Taranaki im Süden der Stadt geht’s über 10km der Küste entlang, vorbei am „Wind Wand“, Fitzroy sowie der Te Rewa Rewa Bridge bis hin zum Rugby Stadion. Geeignet zum Joggen oder Inlineskaten. Hin und zurück versteht sich!

Ab dem Port Taranaki können mit Chaddys Charters auch die lokalen Seelöwen besucht werden. Mega schöner Ausflug, ca. 1h auf dem offenen Meer mit einem uralten Tuckerböötli. Und man sieht gleich auch die ikonischen Felsen New Plymouth’s und erfährt Spannendes über die Maori Legenden der Felsen.

Dam dropping

Eine sehr lokale Freizeitbeschäftigung für Mutige ist das Dam Dropping, wo man nach starken Regenfällen mit Wetsuit und Bodyboard die Flussdämme hinter rasen kann. Leider hatte ich zu wenig Regen, ansonsten hätte ich das definitiv auch gemacht! Beim nächsten Mal dann 😉

Hawera

Ein perfekter Tag in Hawera beginnt mit 205 Treppenstufen auf den historischen Watertower, auf dem die Aussicht besonders gut und windig ist. Mittags wird bei Rimi Sushi das beste Sushi überhaupt gegessen (Chicken Crumble mit Avo und Cream Cheese) und am Nachmittag am Ohawe Beach entspannt oder gesurft. Check!

Hunting and Fishing

Die absolute Lieblingsbeschäftigung der Locals. Wenn nicht gefischt wird (z.B. am Kaupokonui Beach), werden die Possums, Hasen oder Igel geschossen. Klingt schrecklich, ist bei der Überpopulation aber notwendig, da diese süssen Beisser viele Krankheiten auf die Tiere und Pflanzen übertragen oder die Ernten wegfuttern… Natürliche Feinde gibt’s nicht und weil sich die Hasen bekanntlich wie wild fortpflanzen, muss der Mensch hier leider eingreifen.

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Magic Raglan #NZ

Hätte ich gewusst, was mich in Raglan erwartet, hätte ich eine ganze Woche oder noch besser, eine ganze Unendlichkeit dafür eingeplant. Doch zurück zum Anfang: Ich alleine in Hamilton, auf der Suche nach einem Mietwagen. Nicht ganz so einfach, spontan einen Mietwagen zu finden, und das während der Hauptsaison. Doch wie immer sind die Neuseeländer super freundlich und auch hier wurde mir sehr zuvorkommend geholfen und bei der Mietwagenfirma habe ich schlussendlich sogar noch sehr nette Bekanntschaften gemacht. Mensch!

Bevor es aber losging, habe ich in Hamilton die liebe Amélie aufgeladen. Wir haben uns in Auckland im Hostel kennengelernt und sie hat spontan dieselben Nächte in Raglan gebucht, wie ich, damit wir uns wieder treffen können. Nun machten wir uns also auf den 45-minütigen Weg nach Raglan, vorbei an den Bridal Veil Falls, den 55m hohen Wasserfällen, und weiteren unendlich saftigen grünen Hügeln und Tälern. Raglan selbst ist ein kleines Kaff, voller Surfshops und Cafés. So, wie es mir am allerbesten gefällt. Ich wäre am liebsten schon ausgestiegen, doch ich wusste noch nicht, was mich in unserer Unterkunft erwartete… Wir fuhren also durch’s Dorf, 6km durch’s Niemandsland den Hügel hoch, bis es endlich vor uns lag: Solscape. (Sol von Sonne und scape von Landscape)

Es prallte uns eine volle Ladung fassbarer Perfektion entgegen. Ein Haupthaus mit der Rezeption sowie einem veganen Restaurant, der grosszügigen Terrasse, einem Yogastudio in der oberen Etage und einer Wiese umgeben von wunderbaren Blumen mit Blick auf den Surfstrand und prachtvoller Sonnenschein. Dahinter war das Areal für Parking sowie Campervans. Dann kam unser Bereich: Riesige Tipis, Lehmhäuschen und alte Zugwaggons, die zu Schlafsälen umgebaut wurden. In der Mitte ein Gemeinschaftsraum mit Küche und grosser Terrasse, die zum gemütlichen Sein einlud. Ich wusste innert einer Sekunde: Das ist es. Das werden zwei perfekte Tage. Hierher komme ich zurück und jeder, der einen Fuss nach Neuseeland setzt, muss mir garantieren, mind. 2 Nächte in Solscape zu verbringen.

Ich buchte die täglichen Yogastunden sowie eine Halbtagesmiete für Surfboard und Wetsuit. Yoga war toll, Surfen war super, doch am allerbesten waren die Menschen. Ich kann gar nicht alle beim Namen nennen, Emily aus Vancouver (weitere Traumdestination), Stephan aus Innsbruck, Valentin aus Deutschland, die surfenden Geschwister aus Deutschland, die süsse Familie mit dem Vater, der seiner Tochter immer Geschichten vorlas, Anna aus den Niederlanden oder Chantal, die liebe Schweizerin. Wir alle verbrachten die Tage surfend am Strand und die Abende auf der Terrasse mit Bier, Cider und endlosen Gesprächen über das Leben, das Reisen, Gott und die Welt.

Am inspirierendsten war für mich Stephan. Auf den ersten Blick ein typischer sportlicher Snowboarder und Surfer, lange dunkle Haare und Bart. Man denkt „Der ist zu cool, um nett zu sein.“ Doch nach zwei Sätzen ist klar, dieser Typ ist unglaublich herzlich, nett und aussergewöhnlich positiv. Mich hat das verwundert, habe ich doch öfters festgestellt, dass  die „coolen Surftypen“ meist etwas arrogant wirken, so, als würden sie nicht mit den „Anfängern“ abhängen wollen. Er hat dann erzählt, dass er seit Monaten um die Welt reist: USA, Südamerika, Hawaii, Australien und jetzt Neuseeland. Zuvor war er wahrscheinlich schon an allen anderen Orten, wo es Wellen gibt, zumindest erzählte er von Bali, Sri Lanka undundund.

Er erklärte mir dann, dass er auf Reisen jeden Tag versuche, alle Menschen mit offenen Armen zu empfangen und keine Vorurteile zu haben. Doch selbst ihm falle es manchmal schwer, über die arrogante Ausstrahlung der Surftypen oder anderer männlicher Genossen hinweg zu sehen. Ich musste dann wirklich ganz laut lachen und habe ihm gesagt, dass er 1:1 genau so wirke und er war entsetzt. Er sah sich selbst weder als besonders cool, noch sonst irgendwas. Und das glaubte ich ihm sogar, denn nach wenigen Gesprächsminuten war klar, dass er total „normal“ ist.

Doch die Hemmschwelle, mit jemandem, der so „cool“ wirkt, ins Gespräch zu kommen, wäre für mich allein zu gross gewesen. Niemals hätte ich ein Gespräch angefangen oder überhaupt in Erwägung gezogen. Die Realität hingegen war, dass er jeden Menschen mit offenen Armen empfang, mit jedem ins Gespräch kam und eine wirkliche Inspiration für mich wahr, in Zukunft immer zu versuchen, niemanden nach dem 1. Eindruck zu beurteilen.

Raglan und die Menschen haben mich derart in einen Strudel gezogen, dass ich leider kaum Fotos geschossen habe. Ich kann es aber jedem nur wärmstens empfehlen, selbst in die magische Welt von Solscape einzutauchen und hoffentlich genau so tolle Menschen kennenzulernen, wie ich es durfte.

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When in Biarritz… #btz

Dass ich von Biarritz begeistert bin, ist mittlerweile allen bekannt. Man nehme eine Prise Paris und vermische sie mit einer Messerspitze Atlantikcharme und knete den Teig mit selbst ausgebauten Campern und ganz viel surf- und skatebegeisterten Menschen. Die Franzosen sind hier zwar ziemlich cool drauf, doch ab und zu sind sie eben doch wie in Paris: trop chic und ziemlich kühl.

Wer es jedoch in dieses tolle Eck (genaugenommen 43° 29′ N, 1° 33′ W) schafft, dem möchte ich einige Highlights nicht vorenthalten. Bien alors, on y va.

manger

Bali Bowls. Neu, super erfolgreich und nächstes Jahr hoffentlich in ausgebauter Version vorhanden: Leckere Smoothiebowls mit frischen Früchten und anderen leckeren Toppings. Super nach dem morgendlichen Surfen. Schade: übelst lange Wartezeiten, aber dafür haben wir Verständnis, denn es wird alles ganz frisch und auf kleinstem Raum angerichtet – to be continued!

CAB. waren letztes Jahr schon da und kamen zurück. Sensationelle Burger und lustige „Pommes“.

CIBO. Pizza heaven oder eher pizza ciel, um den Franzosen würdig zu sein.  Und guter Plan B, sollte das CAB geschlossen oder rappelvoll sein 😉

L’amiral. très français, mega interior und super Lachstartar.

Maison Dezamy. Der Dessert nach einem kleinen Essen im L’amiral. Unbedingt das Schoko Sorbet probieren!

Bonheur. Sieht sooo cool aus, leider hat’s bei uns nicht für einen Besuch gereicht. Wird nachgeholt 😉

boire

L’hétéroclito. Uiuiui, ich wollte unbedingt hier hin, weil es auf Instagram so cool aus sah. Cool ist es auch, aber die Typen bzw. die Bedienung da sind wohl etwas too cool für mich. Unfreundlichster Service ever, aber für Weisswein, Apéro und eine wunderbare Aussicht war es tiptop.

Etxola bibi. Jederzeit perfekt, zum Snack, zum Apéro oder auch zum Dessert für den Kaffee. Die kleine Bude unter den Bäumen ist DER Hotspot, um den epischen Sonnenuntergang – welcher an den Himmel nach blutenden, feurigen Kriegsschlachten bei Herr der Ringe erinnert – zu geniessen.

Eden rock café. In den Felsen, wenn die Flut kommt, bloss nicht zu weit vorne sitzen 😉

OPERA VINALIS 64. grosser Weinladen mit tollem Innendesign und sicher auch tollen Weinen!

faire du shopping

btz boutique. viel zu cooler Laden mit richtig coolen Labels, auch viele Lokale Brands wie die Koalition Fins. Auch coole Bücher, Accessoires und Kleidung!

bonjour. ganz toller interior Laden. Leider (besser) keine Zeit und kein Platz im Handgepäck gehabt.

bamba longboards. hangemachte Bambusboards aus Spanien. Wurden am Strand an einem kleinen Pop-Up „Store“ verkauft. Sogar kurzes Testfahren war erlaubt – viel zu cool!

EQ sunprotection. Organic shea butter, beeswax, Organic nyamplung oil und organic olive oil. Klingt eigentlich ziemlich essbar und fühlt sich wirklich super an. Die Farben sind cool und der Sonnenbrand bleibt garantiert weg.

Les enfants terribles. Deko, Kleidung und Accessoirs – einmal mehr. Auch wieder ziemlich coole Labels, z.B. Ferm living.

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maison dezamy
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L’amiral
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hétéroclito
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des enfants terribles
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CAB
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Weizensmoothie in der Innenstadt
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btz boutique
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bali bowls
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bonjour interior
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bonheur
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maison dezamy
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maison dezamy
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cibo pizza
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eden rock café
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hétéroclito
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btz boutique
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OPERA VINALIS 64