It’s movie time! #Thailand

Jap, richtig gelesen. Il grande finale! Thailand muss „endlich“ abgeschlossen werden, denn ich sitze hier schon seit 9 Tagen in Kambodscha! Wird höchste Zeit, dass ich euch davon berichten kann. Aber zuerst muss ich Altes abschliessen, sonst wird das hier nie was.

Überhaupt ist das manchmal ein bisschen chaotisch in meinem Kopf. Ich schreibe euch hier chronologisch, also bin ich beim Erzählen mängisch öppä eis, zwei Wuche hinädri. Für die Südostschweiz schreibe ich wöchentlich Kolumne und bin dabei etwa vier Monate zeitversetzt! (Da ich erst im Mai damit gestartet habe, aber auch chronologisch erzähle). Und heute habe ich (hier an diesem Tischli) meine Flüge für Oktober gebucht (uiuiuiuiui) – also da soll noch einer drauskommen. Ihr versteht jetzt vielleicht, wieso ich mich fast nicht aufs „Jetzt“ konzentrieren konnte? oopsie!

Nei, scherz. Alles halb so tragisch. Wir haben uns heute ein bequemes Plätzchen gesucht und ich habe in knapp fünf Stunden das ganze Videomaterial durchgeackert. Resultat? Hoffentlich ein würdiger Einblick in unsere Zeit in Thailand! Es erscheint auf den ersten Moment ächli lang, aber durchhalten lohnt sich (glaub).

see you soon.

sorry für d Umständ, de ersti Link het nümm funktioniert und wird usem Newsletter use nöd richtig azeigt -.-

 

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Finding my inner Yogi #Chiang Mai

Wir sind die ganze Zeit unterwegs, schnappen überall Eindrücke auf, haben spannende Gespräche, reissen Themen an, bevor uns plötzlich das Hupen eines TukTuks wieder in die Realität zurückholt.  Das Thema wechselt, der Kopf rattert. Ich dachte immer, die Reisenden sind alle so vögelifrei. Aber irgendwie gibt’s einerseits doch ganz schön viel zu organisieren und andererseits haben wir hier viel zu viel Zeit, uns zu allen möglichen und unmöglichen Themen Gedanken zu machen. Das Ganze in Ruhe setzen zu lassen und zu verarbeiten, das klappt bei mir irgendwie gar nicht so leicht. Ich schaffe es kaum, mir diese Zeit zu nehmen. Will ja nix anderes verpassen! Der Blog hilft hier zwar uh fescht, das Erlebte niederzuschreiben und zu erzählen. Doch oft bleiben Fragen, Themen oder Ideen in meinem Kopf unbeantwortet. Das klingt jetzt sicher voll schräg, oder?

Zukunft vs. Gegenwart

Kurz gesagt: Ich merkte, dass zu viel Energie in meinem Kopf in Zukünftiges investiert wird. Und zukünftig bedeutet oft, dass es ungewiss oder gar hypothetisch ist. Und somit vielleicht für nix verschwendete Energie ist. Ich mache mir zu viele Gedanken, was noch kommt, was nicht, was mal sein könnte, würde, hätte. Ich mache mir ab und zu auch Sorgen, was noch sein könnte, würde, hätte. Zudem realisierte ich, dass ich in meinem Leben zu viel Energie an Dinge verschwende, die ich gar nicht brauche. Sei es materieller Ballast, aber auch emotionaler Ballast. Dinge, wie dumme Gewohnheiten, über die man sich ärgert, die man aber nicht loskriegt. Oder Ärger über längst Vergangenes, der mich nicht loslässt. Oder überhaupt lächerlicher Ärger über Kleinigkeiten, die es erstrecht gar nicht wert sind.

Was hät das ez mit Yoga und Meditation ztue?

Je länger ich mich mit dem Thema beschäftigte, desto mehr sah ich, dass man dort genau das predigt: Fokus auf’s Jetzt. Yoga wird immer als die Verbindung von Körper und Geist beschrieben und, wie man mit dem Atem auf’s Jetzt fokussieren kann. Meditation soll für einen Moment „komplettes Abstellen“ sein. Nun, ich sags euch: Meine bisherigen Meditationsversuche waren eher katastrophal und ich war 0,0% entspannt. Mir platzte der Kopf mit Gedanken und ich konnte nicht still sitzen, weil irgendwas weh tat, mir ein Bein einschlief oder weil mich eine Mücke stach. Also nein, bislang wenig erfolgreich. Gaaar nöd zen.

Das Retreat

In Chiang Mai fand ich dann ein tolles Retreat und konkret hiess das für uns: Sieben Tage in einem Permakultur Yoga & Meditations Retreat. 2x täglich 2h Yoga und Meditation. Weck-Gong um 5.30 Uhr. 3 vegane Mahlzeiten. Unterkunft basic, aber sehr bequem. Zwischendurch Workshops oder andere Yoga Trainings. Wie Sven so schön sagte: „Gehirnpause: Hier sagt man mir, wie ich mich bewegen muss, wann ich essen, aufstehen und schlafen muss.“

Klingt jetzt alles ganz hippie-easypeasy aber ich sag euch, ich hätte um 20 Uhr abends am Tisch einschlafen können. Die Atmosphäre war zwar tiefenentspannt, aber fordernd.

Was ich gelernt habe?

Ui. Wie Permakultur, ein ganzheitlicher Kreislauf von nachhaltigem Leben / Anbau / Garten, funktioniert. Wie man aus Gartenkräuter Shampoos und Gesichtsmasken herstellt (nei, ich bin no ken Oberöko…). Wie man in den Hand- und Kopfstand kommt und sonstige kuriose Positionen, von dessen Namen ich keinen Schimmer habe. Ich habe die Zeit maximal genossen, mich mit unterschiedlichen Menschen in einem so offenen Rahmen auszutauschen.

Aber es gab auch Momente, wo Sven und ich uns angeschaut haben und dachten „Okay, das isch ez echli zviel Predigt / zu vill spirituells BlaBla.“ Ja, er ist aus freiem Willen mitgekommen, imfall. Obwohl er nach der ersten Yogalektion schon fast auf allen Vieren aus dem Studio gekraxelt ist: Er hat’s bis am Ende (oke fast) durchgezogen. Sogar mit dem veganen Essen! Nur ein bisschen gemeckert, dass alles so brei-ig ist. Und säb chani nöd verlügne. Smoothiebowls, Porridge Bowls, und sustigi müesligi Sache wie Hummus häts gäh. Aber fein ischs aso gsi. Und gnueg häts au gäh.

Und jetzt?

Nach der Woche kann ich sagen: Ich kann jetzt problemlos 20 Minuten meditieren, obwohl mir ein Käfer fast ins Ohr gekäfert wäre. Mein Wille war so gross, das Ding wegzuscheuchen, aber ich hielt durch. Ziel ist es nämlich, Stärke und Willen aufzubauen. Nicht jedem Bebeli und Wehwehchen nachzugeben. Nur weil dir das Bein einschläft, fällt das gute Stück ja nicht gleich ab. Oder?! Ich habe einmal sogar so gut meditiert, dass ich eingeschlafen bin. Läuft. Scherz, ist natürlich nicht das Ziel, aber zeigt: Ich kann jetzt loslassen.

Körperlich hat mich das Yoga auch nochmals gefesselt, ich bleibe täglich dran. Auch der Veganismus ist immer wieder interessant und ich probiere seither, mind. 1-2 Mahlzeiten täglich vegan zu essen. „Ganz“ vegan ist aufgrund der beschränkten Möglichkeiten hier nicht wirklich möglich, ausser man orientiert den ganzen Tagesablauf an einzelnen Restaurants. Das ist mir dann doch schlichtweg zu viel des Guten, würde Lebensqualität einbüssen und wäre auch viel zu teuer.

Natürlich bini etz nöd oberspirituell und zünde dä ganz Tag Räucherstäbli ah. Und ich han au ke Batikröckli und Elefantehose und Glöggli-Ketteli ah. Und Rastas hani au nöd. Wirdi alles au gar nie ha! Aber mein Ziel bis Ende Jahr ist, noch viel mehr über Yoga zu lernen. Da gehören nämlich mehr als nur ein paar Übungen dazu. Seid gespannt, es gibt obercoole News für Oktober! Doch zuvor sollte ich mal den Thailand Video schneiden und hier etwas mehr aus Kambodscha erzählen. Bis gli also!

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Garden-Kitty (Mami)
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Euse Truck-Alow
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s Mit Abstand schlimmste Foti wo je vo mir gschosse worde isch. Aber: Happy me und happy Pinky (Baby Chätzli).

 

Magic Raglan #NZ

Hätte ich gewusst, was mich in Raglan erwartet, hätte ich eine ganze Woche oder noch besser, eine ganze Unendlichkeit dafür eingeplant. Doch zurück zum Anfang: Ich alleine in Hamilton, auf der Suche nach einem Mietwagen. Nicht ganz so einfach, spontan einen Mietwagen zu finden, und das während der Hauptsaison. Doch wie immer sind die Neuseeländer super freundlich und auch hier wurde mir sehr zuvorkommend geholfen und bei der Mietwagenfirma habe ich schlussendlich sogar noch sehr nette Bekanntschaften gemacht. Mensch!

Bevor es aber losging, habe ich in Hamilton die liebe Amélie aufgeladen. Wir haben uns in Auckland im Hostel kennengelernt und sie hat spontan dieselben Nächte in Raglan gebucht, wie ich, damit wir uns wieder treffen können. Nun machten wir uns also auf den 45-minütigen Weg nach Raglan, vorbei an den Bridal Veil Falls, den 55m hohen Wasserfällen, und weiteren unendlich saftigen grünen Hügeln und Tälern. Raglan selbst ist ein kleines Kaff, voller Surfshops und Cafés. So, wie es mir am allerbesten gefällt. Ich wäre am liebsten schon ausgestiegen, doch ich wusste noch nicht, was mich in unserer Unterkunft erwartete… Wir fuhren also durch’s Dorf, 6km durch’s Niemandsland den Hügel hoch, bis es endlich vor uns lag: Solscape. (Sol von Sonne und scape von Landscape)

Es prallte uns eine volle Ladung fassbarer Perfektion entgegen. Ein Haupthaus mit der Rezeption sowie einem veganen Restaurant, der grosszügigen Terrasse, einem Yogastudio in der oberen Etage und einer Wiese umgeben von wunderbaren Blumen mit Blick auf den Surfstrand und prachtvoller Sonnenschein. Dahinter war das Areal für Parking sowie Campervans. Dann kam unser Bereich: Riesige Tipis, Lehmhäuschen und alte Zugwaggons, die zu Schlafsälen umgebaut wurden. In der Mitte ein Gemeinschaftsraum mit Küche und grosser Terrasse, die zum gemütlichen Sein einlud. Ich wusste innert einer Sekunde: Das ist es. Das werden zwei perfekte Tage. Hierher komme ich zurück und jeder, der einen Fuss nach Neuseeland setzt, muss mir garantieren, mind. 2 Nächte in Solscape zu verbringen.

Ich buchte die täglichen Yogastunden sowie eine Halbtagesmiete für Surfboard und Wetsuit. Yoga war toll, Surfen war super, doch am allerbesten waren die Menschen. Ich kann gar nicht alle beim Namen nennen, Emily aus Vancouver (weitere Traumdestination), Stephan aus Innsbruck, Valentin aus Deutschland, die surfenden Geschwister aus Deutschland, die süsse Familie mit dem Vater, der seiner Tochter immer Geschichten vorlas, Anna aus den Niederlanden oder Chantal, die liebe Schweizerin. Wir alle verbrachten die Tage surfend am Strand und die Abende auf der Terrasse mit Bier, Cider und endlosen Gesprächen über das Leben, das Reisen, Gott und die Welt.

Am inspirierendsten war für mich Stephan. Auf den ersten Blick ein typischer sportlicher Snowboarder und Surfer, lange dunkle Haare und Bart. Man denkt „Der ist zu cool, um nett zu sein.“ Doch nach zwei Sätzen ist klar, dieser Typ ist unglaublich herzlich, nett und aussergewöhnlich positiv. Mich hat das verwundert, habe ich doch öfters festgestellt, dass  die „coolen Surftypen“ meist etwas arrogant wirken, so, als würden sie nicht mit den „Anfängern“ abhängen wollen. Er hat dann erzählt, dass er seit Monaten um die Welt reist: USA, Südamerika, Hawaii, Australien und jetzt Neuseeland. Zuvor war er wahrscheinlich schon an allen anderen Orten, wo es Wellen gibt, zumindest erzählte er von Bali, Sri Lanka undundund.

Er erklärte mir dann, dass er auf Reisen jeden Tag versuche, alle Menschen mit offenen Armen zu empfangen und keine Vorurteile zu haben. Doch selbst ihm falle es manchmal schwer, über die arrogante Ausstrahlung der Surftypen oder anderer männlicher Genossen hinweg zu sehen. Ich musste dann wirklich ganz laut lachen und habe ihm gesagt, dass er 1:1 genau so wirke und er war entsetzt. Er sah sich selbst weder als besonders cool, noch sonst irgendwas. Und das glaubte ich ihm sogar, denn nach wenigen Gesprächsminuten war klar, dass er total „normal“ ist.

Doch die Hemmschwelle, mit jemandem, der so „cool“ wirkt, ins Gespräch zu kommen, wäre für mich allein zu gross gewesen. Niemals hätte ich ein Gespräch angefangen oder überhaupt in Erwägung gezogen. Die Realität hingegen war, dass er jeden Menschen mit offenen Armen empfang, mit jedem ins Gespräch kam und eine wirkliche Inspiration für mich wahr, in Zukunft immer zu versuchen, niemanden nach dem 1. Eindruck zu beurteilen.

Raglan und die Menschen haben mich derart in einen Strudel gezogen, dass ich leider kaum Fotos geschossen habe. Ich kann es aber jedem nur wärmstens empfehlen, selbst in die magische Welt von Solscape einzutauchen und hoffentlich genau so tolle Menschen kennenzulernen, wie ich es durfte.

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